Welchen Beitrag kann das INVO-Modell zum erfolgreichen Lernen leisten?


Hausarbeit, 2020

15 Seiten, Note: 1,3


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

INhaltsverzeichnis

1 EINLEITUNG

2 Hauptteil
2.1 Lernen aus Sicht der Psychologie
2.2 Das INVO-Modell
2.3 Bedingungen und Voraussetzungen für den Erfolg des Lernens
2.4 Beitrag des INVO-Modells zum erfolgreichen Lernen

3 Zusammenfassung / Fazit

4 Literaturverzeichnis

1 EINLEITUNG

Menschen verbringen immer mehr Zeit mit dem Erwerb neuen Wissens. Die Schulzeit verlängert sich, die Zahl der Studierenden ist angestiegen und der Arbeitsmarkt verlangt immer höhere Qualifikationen (Metzig & Schuster, 2006, S. 23). Lernen wird somit immer wichtiger. Wir lernen jeden Tag, ob bewusst oder unbewusst und wir Lernen ein Leben lang.

Der Begriff Lernen wird mit vielen verschiedenen Assoziationen verknüpft. Meistens denken Erwachsene eher an die schulischen Aspekte wie z.B. das Lernen von grammatikalischen Regeln, komplexen mathematischen Formeln oder das Auswendiglernen von Vokabeln. Oft wird Lernen mit Anstrengung in Verbindung gebracht (Schermer, Salisch, & Schermer, 2006. S. 9). In Schule, Studium oder Beruf wissen wir oft, was wir lernen müssen, aber weniger wie wir uns dieses Wissen auf einfache Weise aneignen können (Metzig & Schuster, 2006, S. V). In dieser Hausarbeit soll der Fokus daher darauf liegen, wie wir erfolgreich lernen.

Es gibt nach heutigem Wissensstand sehr viele verschiedene Methoden und Ansätze für das Lernen. In dieser Hausarbeit soll das INVO-Modell näher betrachtet werden. Das INVO-Modell steht für INdividuelle VOraussetzung erfolgreichen Lernens.

Daher möchte ich in dieser Hausarbeit der Frage nachgehen „Welchen Beitrag kann das INVO-Modell zum erfolgreichen Lernen geben?“.

Am Anfang gehe ich zunächst auf die Begrifflichkeiten ein, indem ich das Lernen definiere und das INVO-Modell vorstelle. Anschließend werde ich mich mit den Bedingungen und Voraussetzungen für ein erfolgreiches Lernen auseinandersetzen, um dann schließlich die bereits genannte Kernfrage dieser Arbeit zu beantworten.

2 Hauptteil

2.1 Lernen aus Sicht der Psychologie

Hasselhorn & Gold (2017, S. 33f.) beschreiben das Lernen, und auch die Lernfähigkeit als wichtige Merkmale des Menschen, um sich erfolgreich in einer Gesellschaft oder Kultur anzupassen und sich aktiv mit seiner Umgebung auseinanderzusetzen. Die Lernfähigkeit erlaubt es den Menschen auf Veränderungen, neue Anforderungen und Umwelteinflüsse zu reagieren. Das Lernen ist angeboren und wird von jedem Einzelnen individuell genutzt. In welcher Weise man sein Potenzial nutzt, hängt von verschiedenen Faktoren ab. Lernen findet ein Leben lang statt, meisten unbewusst oder beiläufig und seltener bewusst, also beabsichtigt (Hasselhorn & Gold, 2017, S. 35). Zusammenfassend kann gesagt werden, „Lernen ist ein Prozess, bei dem es zu überdauernden Änderungen im Verhaltenspotenzial als Folge von Erfahrungen kommt.“ (Hasselhorn & Gold, 2017, S. 35). Schermer et al. (2006) sprechen vom Lernen, sobald eine Veränderung im Lernprozess gegenüber einem früheren Zustand eingetreten ist. Das heißt, ohne Veränderung gibt es kein Lernen. Wichtig ist hier, dass nicht jede Veränderung ein Lernergebnis darstellt. Es müssen zwei Bedingungen erfüllt sein: Erstens, das Lernergebnis muss über einen längeren Zeitraum verfügbar sein und zweitens, es muss auf Erfahrung oder Übung des Organismus zurückzuführen sein (Schermer et al., 2006, S. 10f.).

Die Lerntheorie ist sehr umfangreich, daher können an dieser Stelle nur die wichtigsten und einflussreichsten Kategorien des Lernens zusammengefasst und gruppiert werden. Hasselhorn & Gold (2017) fassen das Lernen in vier grundlegende Kategorien zusammen: Erstens, das Lernen als Assoziationsbildung; zweitens, das Lernen als Verhaltensänderung; drittens, das Lernen als Wissenserwerb; und viertens, das Lernen als Konstruktion von Wissen (Hasselhorn & Gold, 2017, S. 36). Kiesel & Koch (2012) unterscheiden aus der Lernpsychologie dagegen sechs wichtige Kategorien: Erstens, das Assoziative Lernen, welches die klassische- und operante Konditionierung beinhaltet. Diese Konzepte beruhen auf Belohnung und Bestrafung (Kiesel & Koch, 2012, S.19). Zweitens, das latente Lernen, bei dem das Lernen ohne Belohnung erfolgt. Drittens, das Lernen am Modell, das auch Beobachtungslernen genannt wird (Kiesel & Koch, 2012, S.73). Viertens, das unbewusste (implizite) Lernen (Kiesel & Koch, 2012,S. 84). Fünftens, das Kategorienlernen und der Wissenserwerb (Kiesel & Koch, 2012, S.95). Hierunter wird das Lernen von Kategorien verstanden, bzw. das Aneignen von Wissen über die Welt. Meist findet dieser Prozess eher beiläufig statt (Kiesel & Koch, 2012, S.105). Und sechstens, das motorische Lernen und der Fertigkeitserwerb.

2.2 Das INVO-Modell

Das INVO-Modell (INdividuelle Voraussetzung) wurde von Hasselhorn & Gold (2017) entwickelt und ist ein heuristisches Modell, welches die fünf wichtigsten Merkmalsbereiche individueller Voraussetzungen erfolgreichen Lernens miteinander verknüpft. Dieses Modell teilt sich in zwei Bereiche auf (Abb.1.1).

Der linke, kognitive Bereich des Modells gliedert sich in drei Merkmale, (1) die selektive Aufmerksamkeit und das Arbeitsgedächtnis, (2) Strategien und metakognitive Regulation sowie (3) Vorwissen. Mit dem Begriff ‚selektive Aufmerksamkeit‘ ist eine Fokussierung der Konzentration gemeint, die die relevanten Reize bei gleichzeitiger Unterdrückung von Störreizen filtert. Dies kann bewusst oder auch unbewusst passieren (Reusser & Weber, 2005, S. 1). Das Arbeitsgedächtnis ist ein kognitives System, welches Informationen vorübergehend speichert und zueinander in Beziehung bringt (Hasselhorn & Gold, 2017, S. 71). Unter dem Begriff ‚Strategie‘ wird in diesem Modell die Lernstrategie verstanden. Hierbei ist das Ziel, den Lernstoff besser behalten und abrufen zu können (Hasselhorn & Gold, 2017, S. 88f.). Der Begriff ‚Metakognition‘ beinhaltet die Planung, Überwachung und Regulierung sowie die Bewertung des eigenen Lernprozesses (Dorsch & Verlag Hans Huber, 2020). Als Vorwissen kann das ganze Wissen einer Person verstanden werden, welches in Inhalt, Bewusstsein, Repräsentation, Umfang, Wissenschaftlichkeit und Handlungsrelevanz kategorisiert werden kann (Mandl & Friedrich, 2006, S. 38f.).

Zu dem rechten, motivational-volitionalen Bereich gehören einerseits (4) Volition und die lernbegleitenden Emotionen, und andererseits (5) Motivation und das Selbstkonzept. Unter Volition versteht man die Intension, also die Willenskraft aus dem Inneren heraus um ein Ziel zu erreichen (Hasselhorn & Gold, 2017, S. 116). Unter Motivation wird eine Bereitschaft, also ein innerer Motor verstanden, der sich intensiv und anhaltend einem gezielten Gegenstand widmet (Hasselhorn & Gold, 2017, S. 101f.). Das Selbstkonzept beschreibt im Wesentlichen die eigenen Fähigkeiten und Eigenschaften (Pientka, Müller, & Seufert, 2016, S. 42).

Die Darstellungsart der Zahnräder wurde hier bewusst von den Autoren gewählt, da die einzelnen Faktoren in einer Wechselwirkung miteinander stehen. Wie genau die Voraussetzungen für ein erfolgreiches Lernen durch die einzelnen Faktoren bestimmt werden, um einen Lernerfolg zu garantieren, steht nach heutigem Wissen jedoch noch nicht fest.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abb. 1.1: Eigene Darstellung, in Anlehnung an das INVO-Modell von Hasselhorn & Gold (2017)

2.3 Bedingungen und Voraussetzungen für den Erfolg des Lernens

Eine Perspektive für erfolgreiches Lernen zeigt das GIV-Modell auf, welches Ende der 1980er Jahre entwickelte wurde. Dieses Modell geht von einer hohen Fähigkeit eines Lernenden aus, der eine gute Informationsverarbeitung besitzt. Daher spricht man bei diesem Modell auch vom Modell des guten Informationsverarbeiters (Hasselhorn & Gold, 2017, S. 56f.; Trolldenier, Lenhard, Marx, & Schneider, 2010, S. 337). Das GIV-Modell ist eine Art Checkliste für das erfolgreiche Lernen. Folgendes sollten Lernende hiernach beachten:

- Lernverhalten planen und reflektieren,
- Effiziente Lernstrategien nutzen und richtig sowie gezielt einsetzen,
- Lernstrategien zur neuen Angewohnheit machen und verankern,
- Lern- und Leistungsfortschritte überwachen,
- hohe Kapazität des Kurzzeitgedächtnisses trainieren,
- ein hohes Weltwissen aneignen,
- in die eigene Lernfähigkeit vertrauen,
- nach persönlichem Wachstum und neuem Wissenserwerb streben,
- sich immer wieder neuen Anforderungen stellen

Das GIV-Modell kann in vier wesentliche Bereiche eingeteilt werden: Aufmerksamkeit und Arbeitsgedächtnis, Verfügbarkeit des Vorwissens im Langzeitgedächtnis, metakognitive Regulation von Lernstrategien und Motivation und Selbstkonzept. Eine weitere Perspektive zeigen Hasselhorn & Gold (2017) auf, die davon ausgehen, dass diese vier Bereiche für ein erfolgreiches Lernen nicht ausreichen sind. Sie ergänzen diese um einen fünften Bereich, die Volition und die lernbegleitenden Emotionen. Daraus entstand ein heuristisches Modell, welches die fünf Merkmalsbereiche miteinander verzahnt - das INVO-Modell (INdividuelle VOraussetzung) (Hasselhorn & Gold, 2017, S. 66f.).

Eine weitere Voraussetzung für den Erfolg des Lernens ist ein ‚selbstreguliertes Lernen‘. Lernende mit dieser Handlungskompetenz sind in der Lage, sich eigenständig Ziele zu setzen und angemessene Lernstrategien auszuwählen und einzusetzen (Baumert, 2001, S. 271). In der PISA-Studie konnte aufzeigen werden, dass ein fundiertes Wissen über Lernstrategien eine zentrale Voraussetzung für selbstreguliertes Lernen ist. Das Wissen alleine führt allerdings nicht zum Erfolg, es muss auch vom Lernenden angewendet werden können. Es konnte auch aufgezeigt werden, dass das fundierte Wissen über Lernstrategien in verschiedene Bildungseinrichtungen unterschiedlich verteilt ist. Gymnasiasten besitzen das fundierteste Wissen über Lernstrategien, anschließend folgt die Realschule, Gesamtschule und Hauptschule (Baumert, 2001, S 296f.).

Ein anderer Aspekt für ein erfolgreiches Lernen ist die Anstrengungsbereitschaft und die Leistungsfreude. Unter Lernfreude wird eine positive Emotion verstanden, die beim Lernen Freude bereitet. Unter Anstrengungsbereitschaft versteht man, wenn sich neuen und anstrengenden Aufgaben gewidmet wird. Die Anstrengungsbereitschaft ist ein Teilbereich der Motivation. Mehrere Studien konnten einen signifikanten Zusammenhang zwischen höherer Lernfreude und besseren Lernleistungen bei Schüler(innen) aufzeigen. Eine weitere Studie konnte darlegen, dass anstrengungsbereite Schüler(innen) mit höherer Wahrscheinlichkeit eine Gymnasialempfehlung erhielten als vergleichbare Schüler(innen) mit weniger Anstrengungsbereitschaft (Mudiappa & Artelt, 2014, S. 59f.).

Die AutorinWalk (2010) zeigt anhand verschiedener Studien auf, wie Sport und körperliche Bewegung positiven Einfluss auf unser Gehirn und somit auf die emotionalen und kognitiven Lernprozesse nehmen. Ausdauersport hat hier einen erhöhten Effekt. Das Gehirn wird dadurch neu geformt, hier spricht man von Neuroplastizität. Es konnte nachgewiesen werden, dass durch körperliche Bewegung die Neubildung von Neuronen im Gehirn gefördert wird. Tierversuche konnten aufzeigen, dass durch körperliche Anstrengung ein Anstieg der neurotrophen Wachstumsfaktoren herbeiführt wird, die die Neubildung und Vernetzung von Nervenzellen fördert. Dies fördert wiederum die Entwicklung der Intelligenz und nimmt somit Einfluss auf das Lernen. Diese Erkenntnis lässt sich auch auf den Menschen übertragen. Der Hippocampus ist eine wichtige Hirnstruktur, die für das verbalisieren des Faktenwissens, räumliche Lern- und Gedächtnisprozesse sowie Speichern von neuen Fakten und Erfahrungen zuständig ist. Des Weiteren verbessert er den Lernprozess und spielt eine wichtige Rolle beim Wiedererwerb von Fähigkeiten.

Spaß, Lust am Lernen sowie Flow-Erleben sind weitere wichtige Faktoren um ein erfolgreiches Lernen zu fördern. Unter Flow-Erleben versteht man ein völliges Aufgehen in einer Tätigkeit und den Verlust des Zeitgefühls (Clausen, 2011, S. 113). In einer Studie, die die Merkmale motivationaler und volitionaler Strategien von übenden jugendlichen Instrumentalschülern sowie Schulmusikstudierenden untersuchte, konnten signifikante Auswirkungen von Unlust oder Lust beim Üben aufgezeigt werden. Das Üben unter Lust gelang bei den Versuchspersonen besser als mit Unlust. Des Weiteren konnte aufgezeigt werden, dass eine gut entwickelte volitionale Kompetenz genutzt werden konnte um die Unlust zum Üben zu überwinden (Clausen, 2011, S.131f)

Interesse an einer Tätigkeit oder auch intrinsische Motivation genannt, ist ein weiterer wichtiger Faktor, der sehr hilfreich für die Umsetzung komplexer Lernziele ist. Beim Ausüben einer interessanten Tätigkeit befindet sich das kognitive System auf einem optimalen Funktionsniveau, da wenig Raum für Ablenkung durch irrelevante Reizinformationen besteht. Daher ist das Gestalten eines interessanten Unterrichts angesichts der positiven Auswirkungen von großem Vorteil. In Studien konnte ein positiver Zusammenhang zwischen Interesse und Lernerfolg bei Schüler(innen) aufgezeigt werden. Hierbei gab es allerdings signifikante Unterschiede zwischen Klassenstufen sowie Unterrichtsfächern (Hasselhorn & Gold, 2017, S. 102f.).

2.4 Beitrag des INVO-Modells zum erfolgreichen Lernen

Das INVO-Modell beinhaltet fünf wichtige Bereiche, (1) selektive Aufmerksamkeit und Arbeitsgedächtnis, (2) Strategien und metakognitive Regulation, (3) Vorwissen, (4) Volition und die lernbegleitenden Emotionen und (5) Motivation und Selbstkonzept, die für das erfolgreiche Lernen Voraussetzung sind. Das bedeutet im Einzelnen für erfolgreiches Lernen: Die Funktion des Aufmerksamkeitsprozesses sowie des Arbeitsgedächtnisses ist intakt und es können Informationen aufgenommen und verarbeitet werden. Lernstrategien werden angewendet und die metakognitive Regulation wird genutzt. Hohe Qualität von Vorwissen steht zur Verfügung und kann abgerufen werden. Verschiedene volitionale Dispositionen können genutzt und kontrolliert werden (Hasselhorn & Gold, 2017, S. 156). Emotionen können beim Informationsverarbeitungsprozess gespeichert werden, sodass eine gründlichere und tiefere Verarbeitung der Gedächtnisinhalte möglich ist (Hasselhorn & Gold, 2017, S. 122). Des Weiteren ist das Vorhandensein eines Leistungsmotivationssystems wichtig, sowie der Antrieb ein Ziel erreichen zu wollen. Die letzte wichtige Voraussetzung ist ein entwickeltes schulisches Selbstkonzept (Hasselhorn & Gold, 2017, S.156).

An dieser Stelle soll der Nutzen der einzelnen Bereiche für den Lernerfolg kurz vorgestellt werden: Die selektive Aufmerksamkeit hat die Aufgabe den ankommenden Informationsfluss von außen zu selektieren, also zu filtern, und reguliert ans Arbeitsgedächtnis weiterzuleiten, sodass einer Informationsüberflutung entgegen gewirkt werden kann (Hasselhorn & Gold, 2017, S. 69f.) Das Arbeitsgedächtnis nutzt Strategien und Kontrollprozesse um den Lernfortschritt zu optimieren. Des Weiteren wird dadurch der spätere Abruf von Informationen aus dem Gedächtnis erleichtert. Studien konnten belegen, dass das Arbeitsgedächtnis bedeutsam für die Entwicklung des Schreibens, Lesens und Rechnens ist (Trolldenier et al., 2010, S. 339). Durch Lernstrategien können Informationen einfacher aufgenommen, verarbeitet und abgerufen werden. Die Elaborationsstrategie ermöglicht es, neues Wissen mit vorhandenem Wissen zu verknüpfen und dadurch mehr Ressourcen dem Arbeitsgedächtnis zur Verfügung zu stellen (Ehm, Lonnemann, & Hasselhorn, 2017, S. 69). Um komplexere Anforderungen des Lernens bewältigen zu können, müssen metakognitive Strategien angewendet werden. Hierbei wird der Lernprozess geplant, überwacht, bewertet und darauf basierend reguliert. Die Metakognition stellt hier eine Art ‚Kommandofunktion‘ dar und überlappt sich mit dem Arbeitsgedächtnis (Hasselhorn & Gold, 2017, S. 92f.). Ein umfangreiches Vorwissen ist ein weiterer wichtiger Einflussfaktor um sich neues Wissen anzueignen. Je mehr Vorwissen vorhanden ist, desto erfolgreicher können wir beim Lernen sein. Aufgrund des Vorwissens können neue Informationen besser an bestehendes Wissen geknüpft werden (Hasselhorn & Gold, 2017, S. 80). Das Vorwissen muss dafür abrufbar und kompatibel mit dem neuen Wissen sein. Des Weiteren unterstützt es die Prozesse der selektiven Aufmerksamkeit, in dem es Entscheidungen für die Relevanz der Informationen erleichtert. Das Arbeitsgedächtnis wird hier entlastet aufgrund schneller Aktivierung und Verknüpfungen von Konzepten (Hasselhorn & Gold, 2017, S. 84-87). Gut ausgeprägte Volition erhöht die Kontrolle der kognitiven, motivationalen und emotionalen Prozesse. Die Volition oder auch Willenskraft genannt, ist eine wichtige Kompetenz für das verwirklichen von Zielen. Dafür werden verschiedene volitionale Dispositionen genutzt (Pelz, 2017). Des Weiteren kann die Volition dabei helfen, Intentionen umzusetzen, trotz fehlender Motivation. (Clausen, 2011, S. 114). Die lernbegleitenden Emotionen führen zur Verbesserung des Erinnerungsvermögens, da der Gefühlszustand mit der erlebten Situation wahrgenommen und im Gedächtnis abgespeichert wird (Hasselhorn & Gold, 2017, S. 122f.). Motivation ist nicht unbedingt einer der wichtigsten Bereiche aus dem INVO-Modell, trotzdem ist es aber lohnenswert diesen Bereich zu fördern. Hierdurch können die Erlebnisqualität und die Entstehung von positiven Gefühlen im Lernprozess gefördert werden, sowie die Sinnhaftigkeit einer Tätigkeit verstärkt werden (Mandl & Friedrich, 2006, S. 232). Des Weiteren steigt bei erfolgsmotivierten Personen das Selbstwertgefühl was sich dann wieder positiv auf das Selbstbild auswirkt (Hasselhorn & Gold, 2017, S. 111). In Studien konnte gezeigt werden, dass sich ein positives Selbstkonzept auf den Lernerfolg positiv auswirkt und ein negatives Selbstkonzept mit schlechter Lernleistung einhergeht (Pientka et al., 2016, S. 42).

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Ende der Leseprobe aus 15 Seiten

Details

Titel
Welchen Beitrag kann das INVO-Modell zum erfolgreichen Lernen leisten?
Hochschule
Hamburger Fern-Hochschule
Note
1,3
Autor
Jahr
2020
Seiten
15
Katalognummer
V972238
ISBN (eBook)
9783346318800
ISBN (Buch)
9783346318817
Sprache
Deutsch
Schlagworte
INVO-Modell, erfolgreiches Lernen, Pädagogische Psychologie
Arbeit zitieren
Aileen Pawlick (Autor), 2020, Welchen Beitrag kann das INVO-Modell zum erfolgreichen Lernen leisten?, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/972238

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