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Niklas Luhmanns "Liebe als Passion" heute. Zur Codierung von Intimität in Online-Dating-Portalen

Titel: Niklas Luhmanns "Liebe als Passion" heute. Zur Codierung von Intimität in Online-Dating-Portalen

Hausarbeit , 2020 , 24 Seiten , Note: 1,0

Autor:in: Anonym (Autor:in)

Soziologie - Beziehungen und Familie
Leseprobe & Details   Blick ins Buch
Zusammenfassung Leseprobe Details

Die Hausarbeit widmet sich einer Erörterung, inwiefern sich Niklas Luhmanns Theorie der codierten Intimität in Dating-Portalen wiederfinden lässt.

Ein Blick auf die Statistik verrät, dass die Tendenz der Nutzerzahlen von Online-Dating-Services steigt. So soll es einer Prognose zufolge innerhalb von nur vier Jahren einen Nutzeranstieg von weltweit ungefähr 40 Millionen geben. Angesichts der exponentiellen Verbreitung neuer Informationstechnologien und einer immer größer werdenden Vernetzung und deren Infrastruktur überrascht es nicht, dass auch Dating und Liebe als Lebensbereiche verstärkt online stattfinden. Aber erfinden sich die Suche eines Partners, erste Kommunikations- und Annäherungstrategien und schließlich die Gründung einer (Liebes-)beziehung im virtuellen Raum ganz neu? Versteht man im Internet, speziell auf Online-Dating-Portalen, unter „Liebe“ etwas anderes als offline? Und gibt es einen generellen Unterschied zu „früher“ und „heute“, was dieses Verständnis betrifft?

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Kommunikation und ihre Unwahrscheinlichkeit

2.1 Symbolisch generalisierte Kommunikationsmedien

2.2 Die Unwahrscheinlichkeit von Intimbeziehungen

3 Strukturen von Online-Dating-Portalen im Hinblick auf Luhmann

3.1 Portfoliokultur und das Management im Online-Dating

3.2 Schlüssel-Tool: Psychologischer Persönlichkeitstest

4 Liebessemantik und ihr Vorkommen in Online-Dating-Portalen

4.1 Idealisierung von Liebesbeziehungen

4.2 Von der Idealisierung zur Paradoxierung

4.3 Das Freundschaftsideal

4.4 Romantische Liebe und das Konzept der Selbstreferenz

4.5 Liebessemantik heute

5 Ausblick

Zielsetzung & Themen

Diese Arbeit untersucht, inwiefern sich Niklas Luhmanns soziologische Theorie der codierten Intimität auf moderne Online-Dating-Portale übertragen lässt. Ziel ist es zu analysieren, wie Dating-Plattformen mittels algorithmischer Verfahren und spezifischer Liebessemantiken die Kommunikation über Partnerschaft steuern und die damit verbundene Unwahrscheinlichkeit zwischenmenschlicher Beziehungen zu minimieren versuchen.

  • Systemtheoretische Grundlagen der Kommunikation nach Niklas Luhmann.
  • Die Rolle von Online-Dating als soziales Teilsystem und die damit verbundene Portfoliokultur.
  • Der Einsatz psychologischer Persönlichkeitstests als zentrales Management-Tool der Partnerwahl.
  • Die historische Entwicklung der Liebessemantik und ihre heutige Rezeption in digitalen Medien.
  • Die Verbindung von Selbstdarstellung, Individualität und algorithmischer Rationalisierung der Liebe.

Auszug aus dem Buch

3.1 Portfoliokultur und das Management im Online-Dating

Zu sozialen Netzwerkseiten können ebenso Dating-Portale gezählt werden – auch wenn keine größere Gemeinschaft, sondern im Regelfall eine Partnerschaft angestrebt wird.41 Auf diesen Seiten herrsche der Nutzertypus des aktiven Selbstoptimierers vor. Mit Portfolios stelle dieser unter Beweis, dass er die „Kunst der smarten Selbstführung“42 beherrsche und mit der ständigen Erwartung umzugehen wisse, flexibel agieren und auf Veränderungen reagieren zu können.43 Es sei eine Bewerbungskultur entstanden, die Identitätsmanagement und Selbstcoaching in den Vordergrund rücke und neue mediale Formen der Selbstthematisierung hervorbringe.44 Denkt man zurück an das Bedürfnis der Selbstdarstellung, das nach Luhmann in der modernen Gesellschaft fast nur noch innerhalb von Intimbeziehungen befriedigt werden könne (Kapitel 2.2), ist die Erschließung einer neuen öffentlichen Bühne durch technischen Fortschritt nicht überraschend. Bleibt man zunächst im Bewerberkontext im wirtschaftlichen Sinne, würden in komplexen „Kompetenz-Portfolios“ auch Freizeit- und Konsumverhalten sowie soziale Beziehungen in unternehmerischen Kategorien gedacht werden, um die Gesamtpersönlichkeit einer Schlüsselarbeitskraft adäquat zu erfassen.

Zusammenfassung der Kapitel

1 Einleitung: Die Einleitung führt in das Thema ein, stellt die Relevanz des Online-Datings dar und formuliert die forschungsleitende Frage nach der Anwendbarkeit von Luhmanns Theorie auf heutige Dating-Portale.

2 Kommunikation und ihre Unwahrscheinlichkeit: Dieses Kapitel erläutert Luhmanns Theorie der Kommunikation als unwahrscheinliches Phänomen und definiert „Liebe“ als symbolisch generalisiertes Kommunikationsmedium.

2.1 Symbolisch generalisierte Kommunikationsmedien: Es wird die Funktion solcher Medien erklärt, die als semantische Einrichtungen die Erfolgschancen von Kommunikation erhöhen.

2.2 Die Unwahrscheinlichkeit von Intimbeziehungen: Hier wird analysiert, warum das Zustandekommen von Intimität in modernen Gesellschaften als besonders unwahrscheinlich und zugleich notwendig gilt.

3 Strukturen von Online-Dating-Portalen im Hinblick auf Luhmann: Das Kapitel verknüpft die theoretischen Grundlagen mit der tatsächlichen Funktionsweise und den ökonomischen Strukturen von Online-Dating-Plattformen.

3.1 Portfoliokultur und das Management im Online-Dating: Es wird untersucht, wie Nutzer sich auf Portalen präsentieren und in eine „Bewerbungskultur“ der Selbstoptimierung einfügen.

3.2 Schlüssel-Tool: Psychologischer Persönlichkeitstest: Dieses Kapitel beleuchtet, wie Matching-Algorithmen und Persönlichkeitstests als Standardwerkzeuge der Partnervermittlung fungieren.

4 Liebessemantik und ihr Vorkommen in Online-Dating-Portalen: Hier wird der Einfluss historischer Liebessemantiken auf die heutige digitale Partnersuche untersucht.

4.1 Idealisierung von Liebesbeziehungen: Es wird auf die historische Idealisierung der Liebe eingegangen und diese mit aktuellen Matching-Verfahren verglichen.

4.2 Von der Idealisierung zur Paradoxierung: Die historische Verschiebung im Liebescode von der Idealisierung hin zur Paradoxierung wird dargelegt.

4.3 Das Freundschaftsideal: Es wird analysiert, wie das Ideal der Freundschaft im 18. Jahrhundert als Alternative und schließlich als integrierter Bestandteil von Intimbeziehungen fungierte.

4.4 Romantische Liebe und das Konzept der Selbstreferenz: Das Konzept der Selbstreferenz in der romantischen Liebe wird als neuer Standard der Partnerwahl herausgearbeitet.

4.5 Liebessemantik heute: Das Kapitel schließt mit einer Betrachtung der aktuellen Codierung von Liebe, die zunehmend autonom und durch komplexe, doppelte Bewertungsprozesse geprägt ist.

5 Ausblick: Der Ausblick resümiert, dass soziale Beziehungen durch Dating-Portale zunehmend als kodier- und rationalisierbar wahrgenommen werden, und stellt weiterführende Fragen zur künftigen Entwicklung.

Schlüsselwörter

Luhmann, Liebe als Passion, Online-Dating, Intimität, Kommunikation, Systemtheorie, Partnervermittlung, Matching-Algorithmus, Selbstoptimierung, Liebessemantik, soziale Systeme, Selbstreferenz, Portfoliokultur, digitale Kommunikation, Persönlichkeitstest.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundlegend?

Die Arbeit analysiert Online-Dating-Portale unter Rückgriff auf die soziologische Systemtheorie von Niklas Luhmann, insbesondere dessen Werk "Liebe als Passion".

Welche zentralen Themenfelder werden bearbeitet?

Zentrale Themen sind die Theorie der Kommunikation, die Entwicklung historischer Liebessemantiken, die Struktur von Dating-Plattformen und die algorithmische Organisation von Partnersuche.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es herauszufinden, ob und wie Luhmanns Theorie der codierten Intimität auf die Funktionsweise moderner, datenbasierter Online-Dating-Portale zutrifft.

Welche wissenschaftliche Methode kommt zur Anwendung?

Die Arbeit nutzt eine theoretische Analyse, bei der Luhmanns Begriffe und Konzepte auf die Strukturen und das Marketing von Dating-Diensten angewendet und verglichen werden.

Was umfasst der Hauptteil der Arbeit?

Der Hauptteil behandelt die Systemtheorie der Kommunikation, die Rolle von Matching-Tools und Persönlichkeitstests sowie eine detaillierte Auseinandersetzung mit der Geschichte und Gegenwart von Liebessemantiken.

Welche Begriffe charakterisieren die Arbeit am besten?

Schlüsselbegriffe sind Systemtheorie, Liebessemantik, Unwahrscheinlichkeit der Kommunikation, Matching-Algorithmen, Selbstoptimierung und digitale Intimkommunikation.

Wie bewertet die Arbeit die Rolle von Persönlichkeitstests auf Dating-Portalen?

Tests werden als zentrales Management-Tool analysiert, das dem Nutzer suggeriert, die "doppelte Unwahrscheinlichkeit" der Partnerwahl durch Messbarkeit und Rationalisierung beheben zu können.

Welche Verbindung sieht die Autorin zwischen moderner Selbstdarstellung und Wirtschaft?

Die Arbeit zeigt auf, dass Nutzer auf Dating-Portalen wie in einem Bewerbungskontext Kompetenz-Portfolios erstellen und Methoden des Projektmanagements auf ihre eigene Liebesbiografie anwenden.

Wie verändert sich laut der Arbeit die moderne Liebessemantik?

Die Arbeit stellt fest, dass Liebe heute nicht mehr an starre Institutionen gebunden ist, sondern durch eine permanente, doppelte Bewertung von Ereignissen (persönlich vs. unpersönlich) gekennzeichnet ist.

Ende der Leseprobe aus 24 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Niklas Luhmanns "Liebe als Passion" heute. Zur Codierung von Intimität in Online-Dating-Portalen
Hochschule
Technische Universität Berlin
Note
1,0
Autor
Anonym (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2020
Seiten
24
Katalognummer
V972488
ISBN (eBook)
9783346317537
ISBN (Buch)
9783346317544
Sprache
Deutsch
Schlagworte
niklas luhmanns liebe passion codierung intimität online-dating-portalen
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Anonym (Autor:in), 2020, Niklas Luhmanns "Liebe als Passion" heute. Zur Codierung von Intimität in Online-Dating-Portalen, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/972488
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Leseprobe aus  24  Seiten
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