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Fanzines! Unterwegs im Blätterwald einiger Metal-Subkulturen.

Title: Fanzines! Unterwegs im Blätterwald einiger Metal-Subkulturen.

Scientific Essay , 2020 , 13 Pages

Autor:in: Dr. Jan Leichsenring (Author)

Sociology - Media, Art, Music
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Fanzines sind Printmagazine in Kleinauflagen, die von Fans für Fans produziert werden. Dieser Beitrag behandelt Fanzines einiger Heavy-Metal-Subgenres, vergleicht sie mit kommerziellen Publikationen und geht auf ihre Funktionen, Inhalte und politischen Dimensionen ein.

Typischerweise sind Fanzines Nischenprodukte, die – im gesamtgesellschaftlichen Maßstab betrachtet – eher randständige Interessen bedienen und in Subkulturen zirkulieren. Subkulturen als Teile eines größeren Kulturzusammenhangs lassen sich von ihrem Umgang mit kulturellen Ressourcen her beschreiben: „their unorthodox, even oppositional or illegitimate, use of cultural signs“ (Gelder 2005) bestimmt sie als besondere Ausdrucksformen von Sozialität. Dieser Zeichengebrauch entspricht den Selbstbildern, Interessen, Haltungen und Praxisformen, durch die eine Subkultur sich von anderen kulturellen Formationen unterscheidet. ›Subkultur‹ ist hier also nicht als abwertendes Urteil über die kulturelle Güte, etwa im Gegensatz zu weithin anerkannten Kulturbereichen, zu verstehen, sondern als Teil oder Unterbereich größerer kultureller Formationen, von denen sich die Subkultur durch ihren Zeichengebrauch und faktisch zumeist auch durch die verhältnismäßig geringe Anzahl ihrer Akteure abhebt. Fanzines sind dabei Schnittpunkte in subkulturellen Netzwerken, an denen sich nachvollziehen lässt, wie Sinn und Selbstbilder generiert, Sinngehalte interpretiert, neue Bedeutungsfelder eröffnet und Zeichenvorräte neu kombiniert werden. Wie das geschieht, wird nachfolgend diskutiert, wozu schlaglichtartig verschiedene Facetten von Metal-Fanzines mit Schwerpunkt auf dem deutschsprachigen Raum vorgestellt werden.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Was sind Fanzines?

2. Was beinhalten Fanzines?

3. Welche Funktionen haben Fanzines?

4. Fanzines und kommerzielle Medien im Vergleich

5. Politische Dimensionen von Fanzines

6. Ausblick

Zielsetzung & Themen der Arbeit

Die vorliegende Arbeit untersucht die Rolle, Funktion und inhaltliche Ausgestaltung von Metal-Fanzines im deutschsprachigen Raum im Zeitraum von den 1990er Jahren bis 2020. Dabei wird analysiert, wie diese alternativen Medien als subkulturelle Schnittstellen fungieren, Distinktion erzeugen, zur Partizipation anregen und mit politischen Tendenzen innerhalb der Metal-Szene umgehen.

  • Die Rolle von Fanzines als alternative, nicht-kommerzielle Medien innerhalb der Subkultur.
  • Die Funktionen von Fanzines für die Sinnstiftung, den Wissensaustausch und die Identitätsbildung.
  • Der Vergleich von Fanzines mit kommerziellen Musikmedien und Journalismus.
  • Die Auseinandersetzung mit politischen Tendenzen, insbesondere mit Rechtsextremismus im Metal-Bereich.
  • Die Zukunftsperspektiven und DIY-Ästhetik von Fanzines im Internetzeitalter.

Auszug aus dem Buch

Was sind Fanzines?

›Fanzine‹ ist eine Zusammensetzung aus ›fan‹ und ›magazine‹, die Magazine von Fans für Fans bezeichnet. Charakteristisch ist, dass solche Publikationen »von nicht-kommerziellen Körperschaften herausgegeben werden und über alternative Distributionswege (Eigenvertrieb, Mailorder, Tonträgerdistributoren, NICHT Postzeitungsvertrieb) ihrem Publikum zugänglich gemacht werden« (Nicolaus 1999, 16; vgl. Shuker 2005, Art. ›Fanzines‹). D. h., sie werden nicht erwerbsmäßig produziert, aber zumeist verkauft. In Einzelfällen werden Fanzines auch getauscht (etwa gegen andere Fanzines oder, zumal bei Musik-Fanzines, gegen Tonträger) oder kostenlos verteilt (indem die Herausgeber die Kosten übernehmen oder sie mit Werbeeinnahmen decken). Sie behandeln verschiedenste Themenbereiche wie etwa Comics, Sport, Filme, Rollenspiele, Lyrik oder Musik und werden in Klein- und Kleinstauflagen von weniger als 100 bis – wenn man ihren Herausgebern glauben darf – 1000 Stück und mehr hergestellt.

Fanzines können aus einigen kopierten und gefalteten Blättern bestehen, im Offsetverfahren auf Hochglanzpapier gedruckt und geheftet oder in Buchform gebunden sein, und ihr Layout reicht von cut & paste bis zu quasiprofessioneller Gestaltung mit entsprechender Software. Es handelt sich mithin um Alternativmedien, die hinsichtlich Inhalt und Vertrieb Vorbedingungen kommerzieller Medien umgehen: Sie sind nicht am Zeitschriftenkiosk erhältlich, weitgehend unabhängig von Anzeigenkunden und können Themenbereiche verbinden und auf eine Art und Weise behandeln, die für Kioskmagazine untypisch ist – dazu gleich mehr. Mitunter werden zu den Fanzines auch Internetmagazine, Blogs usw. gezählt; ich beschränke mich mir hier aber auf gedruckte bzw. kopierte Fanzines von den 1990er Jahren bis 2020.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Was sind Fanzines?: Dieses Kapitel definiert Fanzines als nicht-kommerzielle Publikationen von Fans für Fans und beschreibt deren Charakteristika, Produktionsweisen sowie ihre Stellung als Alternativmedien innerhalb von Subkulturen.

2. Was beinhalten Fanzines?: Hier wird aufgezeigt, dass Metal-Fanzines primär Interviews, Rezensionen und Berichte enthalten, wobei die thematische Zusammenstellung oft eigenen, für Außenstehende schwer erschließbaren Logiken einer "semiotischen Familie" folgt.

3. Welche Funktionen haben Fanzines?: Das Kapitel erläutert, wie Fanzines Informationen vermitteln, Distinktion erzeugen, die Partizipation von "Prosumenten" fördern und zur Formation der Subkultur beitragen.

4. Fanzines und kommerzielle Medien im Vergleich: Der Vergleich verdeutlicht die Ähnlichkeiten und Unterschiede zwischen professionellem Kulturjournalismus und dem Fanzine-Bereich, insbesondere hinsichtlich der Expertenrolle und der Abhängigkeit von Werbekunden.

5. Politische Dimensionen von Fanzines: Dieses Kapitel analysiert den Umgang von Metal-Fanzines mit Haltungen und Ideologien, wobei der Schwerpunkt auf der Auseinandersetzung mit rechtsextremen Tendenzen innerhalb der Szene liegt.

6. Ausblick: Der abschließende Teil reflektiert das Weiterbestehen von Fanzines im Internetzeitalter, betont die Bedeutung der DIY-Ästhetik und skizziert mögliche zukünftige Forschungsfragen, etwa zur Alters- oder Geschlechterverteilung.

Schlüsselwörter

Fanzines, Metal-Subkultur, Alternative Medien, DIY-Ästhetik, Subkulturelles Kapital, Distinktion, Musikjournalismus, Rechtsextremismus, NSBM, Pagan Metal, Identitätsbildung, Gegenöffentlichkeit, Fan-Kultur, Prosumenten, Szeneakteure

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit befasst sich mit der Rolle und Bedeutung von gedruckten Fanzines innerhalb von Metal-Subkulturen im Zeitraum von 1990 bis 2020.

Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?

Die Schwerpunkte liegen auf den Funktionen von Fanzines (Informationsvermittlung, Distinktion), ihrem Vergleich mit kommerziellen Medien und dem Umgang der Szene mit politischen Tendenzen.

Was ist das primäre Ziel der Forschungsarbeit?

Ziel ist es aufzuzeigen, wie Metal-Fanzines als alternative Medien fungieren, wie sie Sinnstiftung innerhalb der Subkultur betreiben und welche spezifischen Herausforderungen sie bewältigen.

Welche wissenschaftliche Methode wird in der Arbeit verwendet?

Es handelt sich um eine qualitative Analyse von Fanzine-Inhalten, die auf einer Stichprobe deutschsprachiger Publikationen basiert.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die inhaltliche Analyse, die Untersuchung der Funktionen, den Vergleich mit der kommerziellen Presse sowie die Betrachtung der politischen Dimensionen (Rechtsextremismus-Debatten).

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit am besten?

Die Arbeit wird durch Begriffe wie Fanzines, Metal-Subkultur, Alternative Medien, Distinktion und Gegenöffentlichkeit charakterisiert.

Wie gehen Fanzines mit dem Thema Rechtsextremismus um?

Der Umgang ist unterschiedlich: Einige Fanzines ignorieren das Thema, andere zeigen sich "rechtsoffen" oder unterstützen aktiv rechte Positionen, während wieder andere eine dezidiert kritische Auseinandersetzung suchen.

Warum existieren Fanzines trotz Internet weiterhin?

Als Gründe werden die spezielle DIY-Ästhetik, die Tradition subkultureller Praktiken und der antikommerzielle Gestus im Metal genannt, die eine haptische und persönliche Form der Mediennutzung unterstützen.

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Details

Title
Fanzines! Unterwegs im Blätterwald einiger Metal-Subkulturen.
College
University of Erfurt
Author
Dr. Jan Leichsenring (Author)
Publication Year
2020
Pages
13
Catalog Number
V973722
ISBN (eBook)
9783346319142
ISBN (Book)
9783346319159
Language
German
Tags
Black Metal Death Metal Musiksoziologie Pagan Metal Fanzines Prosumenten Subkultur Zeitschriften graue Literatur Underground Heavy Metal Politik Musik Fans Hörer Musikzeitschriften
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Dr. Jan Leichsenring (Author), 2020, Fanzines! Unterwegs im Blätterwald einiger Metal-Subkulturen., Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/973722
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