Um Entstehung und Eigenschaften des Index für Inklusion als Handlungs- und Organisationsinstrument aufzuzeigen legt die Arbeit- aufbauend auf unserem Seminar „Inklusion und Behinderung“ - dessen Definitionen der bekannten Umgangstendenzen zugrunde, zeigt Entstehung, Aufbau und Ziele des Index für Inklusion auf und versucht zu einem Fazit zu kommen, ob er als Handlungs- und Organisationsinstrument die Vielfalt in frühpädagogischen Einrichtungen stärken kann.
Die Arbeit orientiert sich am Index selbst in seiner deutschsprachigen Ausgabe aus dem Januar 2006. Ergänzend lese ich Quellen, die sich intensiv, beispielsweise im Rahmen seiner Übersetzung, mit ihm beschäftigt haben.
Fachkräfte in der Pädagogik, Politik und Wirtschaft werden in ihrem beruflichen Alltag damit konfrontiert, dass es nur bei beständiger Aufklärungsarbeit und gelebter Wertschätzung einen Haltungs- und Wertewandel geben kann, welchen eine Gesellschaft benötigt, um inkludierende Schritte praktisch umzusetzen. Das hierfür in der Fachliteratur angeführte Standardbeispiel ist - zumindest in einigen Bundesländern - eine Zunahme anstatt Abnahme von sonderpädagogischen Förderplätzen seit Inkrafttreten der Aktionspläne.
Es bleibt abzuwarten, ob ein vermehrter Einsatz des Index für Inklusion in frühpädagogischen Einrichtungen den erwünschten Abbau zugunsten der Inklusion bewirken kann. Zum Zeitpunkt des Essays sind Tendenzen erkennbar, zumindest in Rheinland- Pfalz hierfür mehr Personal und Mittel bereitzustellen.
Inhaltsverzeichnis
1. Intention der Arbeit, Einleitung
2. Inklusion – Stärkung der Vielfalt
2.1 Phasen im Inklusionsprozess
2.2 Die Umsetzung der UN- Behindertenrechtskonvention durch den Index für Inklusion
3. Inhaltliche Elemente und Strukturen des Index für Inklusion
3.1 Indikatoren und Fragen im Indexprozess
3.2 5 Phasen im Indexprozess
4. Anwendung und Bedeutung des Index für Inklusion in Kindertageseinrichtungen
5. Kritische Auseinandersetzung - Fazit
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht den „Index für Inklusion“ als zentrales Handlungs- und Organisationsinstrument, um zu evaluieren, ob und wie dieses Instrument zur Förderung von Vielfalt und zur Stärkung inklusiver Prozesse in frühpädagogischen Einrichtungen beitragen kann.
- Grundlagen und Definitionen des Inklusionsbegriffs
- Differenzierung zwischen Inklusionsphasen und dem Indexprozess
- Struktur und methodische Anwendung des Index für Inklusion
- Die Bedeutung der UN-Behindertenrechtskonvention für pädagogische Einrichtungen
- Herausforderungen und Chancen der Implementierung im Kita-Alltag
Auszug aus dem Buch
3.1 Indikatoren und Fragen im Indexprozess
Das Hinterfragen und die Selbstreflexion bewegen Lebenswelten und gesellschaftliche Entwicklungen oft mehr als das Praktizieren des bereits Erprobten, wobei das Erprobte als Fundament und Grundstruktur immer benötigt wird. So sind wiederkehrende Abläufe wie saisonale Feierlichkeiten und Zugehörigkeit zu einer Gruppe in Einrichtungen der Frühpädagogik nicht wegzudenken. Dabei immer wieder frisch ins Gespräch zu kommen, andere Sichtweisen zu erfahren und Entwicklungen im Sozialraum unter Mitwirkung aller Beteiligten zu verwirklichen fördert Partizipation und vermittelt Selbstwirksamkeit.
Indikatoren versuchen, einen eigentlich nicht messbaren Sachverhalt als messbare Größe zu verdeutlichen. Nun ist der Grad oder Stand eines in Bewegung befindlichen Inklusionsprozesses ein komplexer Sachverhalt, für den man viele Indikatoren benötigt, um eine Tendenz erkennen zu können.
Daher sind Indikatoren die Räumlichkeiten und das Außengelände mit den jeweiligen Möglichkeiten, frei oder angeleitet zu spielen, zu ruhen, Rückzugsorte zu nutzen, Sprachen und Kulturen aller, die Trägerstruktur und Finanzierungsmittel, politische Zielsetzung der Kommune sowie die jeweilige Landesgesetzgebung - zum Beispiel das pfälzische Kindertagesstättengesetz KtagStG RP vom 15. März 1991 - außerdem der Sozialraum im Umfeld der Einrichtung, die Haltung dort arbeitender ErzieherInnen, auch anderes Personal, welches mit den Kindern Kontakt hat, die Einstellung der Eltern zu Inklusion sowie deren Bildungsgrad und vieles mehr. All diese Indikatoren können das Projekt „Inklusion“ in einer frühpädagogischen Einrichtung beeinflussen und sind daher Teil des Indizierungsprozesses.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Intention der Arbeit, Einleitung: Diese Einleitung führt in die Zielsetzung ein, den Index für Inklusion als Instrument für frühpädagogische Einrichtungen zu untersuchen und dessen Rolle im Kontext eines notwendigen Wertewandels zu beleuchten.
2. Inklusion – Stärkung der Vielfalt: Das Kapitel erläutert das Verständnis von Inklusion und grenzt dieses von theoretischen Stufenmodellen der Behindertenpolitik ab, während es gleichzeitig die Bedeutung der UN-Behindertenrechtskonvention als normativen Rahmen hervorhebt.
3. Inhaltliche Elemente und Strukturen des Index für Inklusion: Hier werden die historischen Wurzeln und die methodische Konzeption des Index vorgestellt, wobei insbesondere die Funktion von Indikatoren und die prozessuale Struktur in fünf Phasen erläutert werden.
4. Anwendung und Bedeutung des Index für Inklusion in Kindertageseinrichtungen: Dieses Kapitel zeigt die praktische Relevanz des Index als flexibles Werkzeug auf, das Teams dabei unterstützt, Barrieren zu identifizieren und einen gemeinsamen Entwicklungsweg zu gestalten.
5. Kritische Auseinandersetzung - Fazit: Das Fazit reflektiert die Anwendung des Index, diskutiert sprachliche sowie kontextuelle Herausforderungen bei der Implementierung und unterstreicht den Nutzen des Instruments als dauerhafte Lernhaltung.
Schlüsselwörter
Index für Inklusion, Inklusion, Frühpädagogik, Kindertageseinrichtung, UN-Behindertenrechtskonvention, Partizipation, Selbstevaluation, Vielfalt, Organisationsentwicklung, Inklusionsprozess, Pädagogik, Barrierefreiheit, Reflexion, Bildungsauftrag, Teilhabe
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundlegend?
Die Arbeit analysiert den „Index für Inklusion“ als ein Instrument zur Organisations- und Handlungsentwicklung, um die Inklusion und Vielfalt in frühpädagogischen Einrichtungen aktiv zu fördern.
Welche zentralen Themenfelder stehen im Fokus?
Im Zentrum stehen die Struktur des Index, die theoretische Abgrenzung der Inklusion von anderen Stufen der Behindertenpolitik sowie die praktische Anwendung des Instruments in Kindertagesstätten.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Ziel ist es zu beurteilen, ob der Index für Inklusion effektiv dazu beitragen kann, Inklusion in der pädagogischen Praxis als dauerhaften und reflektierten Prozess zu etablieren.
Welche wissenschaftliche Methodik wird in der Arbeit verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer Literaturanalyse, die sich an der deutschsprachigen Ausgabe des Index orientiert und ergänzende Fachquellen zur kritischen Einordnung heranzieht.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die Darstellung der Inklusionskonzepte, die Analyse der inhaltlichen Elemente des Index (Indikatoren und Phasenmodell) sowie die Ausführung zur Anwendung in der Praxis.
Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren diese Publikation?
Die Arbeit wird maßgeblich durch Begriffe wie Inklusion, Partizipation, Indexprozess, Organisationsentwicklung und Kindertageseinrichtung charakterisiert.
Wie unterscheidet der Autor zwischen Inklusionsphasen und dem Indexprozess?
Der Autor betont, dass Inklusionsphasen (als gesellschaftliche Entwicklungsstufen) klar von den fünf Phasen des spezifischen Indexprozesses unterschieden werden müssen, um eine Gleichsetzung der Begriffe zu vermeiden.
Warum spielt die UN-Behindertenrechtskonvention eine wichtige Rolle in der Arbeit?
Die Konvention dient als ethische und rechtliche Grundlage, deren Forderungen durch den Index für Inklusion in messbare und umsetzbare Arbeitsschritte für Einrichtungen übersetzt werden.
- Citation du texte
- Lara Hauk (Auteur), 2020, Der Index für Inklusion als Handlungs- und Organisationsinstrument zur Stärkung der Vielfalt in frühpädagogischen Einrichtungen, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/974504