Diese Arbeit geht der folgenden Leitfrage nach: Welche Ziele verfolgten die Autoren der moralischen Kinder- und Jugendliteratur zur Zeit der Aufklärung? Hierzu werden zunächst die für diese Fragestellung relevanten Begrifflichkeiten der moralischen Erziehung und der Kinder- und Jugendliteratur definiert. In einem weiteren Schritt wird auf die Kinder- und Jugendliteratur der Aufklärungszeit eingegangen. Hierfür wird zunächst der zeitgeschichtliche Hintergrund der Aufklärung dargestellt und die Bedeutung der damaligen Kinder- und Jugendliteratur erklärt. Darauf aufbauend sollen dann die wesentlichen Ziele der Literatur für Kinder und Jugendliche zur Aufklärungszeit, auch anhand literarischer Beispiele, untersucht und herausgearbeitet werden. Diese Arbeit wird mit einem Fazit abgeschlossen.
Bildung wurde zur Zeit der Aufklärung sehr hoch gewertet. Dieser pädagogische Aufschwung bedingte auch eine zunehmende Wichtigkeit der Kinder- und Jugendliteratur, da diese die damaligen moralischen Vorstellungen verbreiten sollte. Bereits die Titel der damaligen Werke für Kinder zeigen direkt, dass es sich um Bücher mit moralischen Intentionen handelt. Sophie Köberle stellt heraus, dass die Ursache dieses moralischen Denkens in der Religion liegt. Laut ihr ist Religiosität nur das Erproben einer Tugend. Moral wird als einziger zu einem glücklichen Leben führender Weg gesehen. Jeder Mensch trägt schon immer das Gute in sich, das ihm durch Gottes Hand gegeben wurde. Gemäß der damaligen Vorstellung resultiert das Schlechte in der Welt allein aus der Torheit der Menschen. Diese Unvernunft soll vermieden werden, indem die aufgeklärten Menschen aus eigener Einsicht moralisch handeln. Darüber hinaus ist es relevant auch etwas über die Intentionen dieser moralischen Literatur zu wissen.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Klärung der relevanten Begrifflichkeiten
2.1 Zum Begriff der moralischen Erziehung
2.2 Zum Begriff der Kinder- und Jugendliteratur
3. Kinder- und Jugendliteratur zur Zeit der Aufklärung
3.1 Zeitgeschichtlicher Hintergrund
3.2 Bedeutung und Charakteristika der Kinder- und Jugendliteratur zur Zeit der Aufklärung
3.3 Ziele der moralischen Kinder- und Jugendliteratur zur Aufklärungszeit
4. Fazit
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht die pädagogischen und moralischen Absichten, die Autoren von Kinder- und Jugendliteratur während der Aufklärungszeit verfolgten, um das Kind als Subjekt der Bildung und des vernünftigen Handelns zu formen. Dabei wird analysiert, wie literarische Gattungen als Instrumente der Tugendvermittlung und zur Festigung bürgerlicher Lebensentwürfe eingesetzt wurden.
- Die Rolle der Aufklärung als pädagogisches Jahrhundert
- Struktureller Wandel der Familie und Bedeutung der Literatur
- Die Funktion der Beispielgeschichte als moralisches Lehrmittel
- Abgrenzung des Bürgertums gegenüber Adel und unteren Schichten
- Die Verschränkung von moralischer Erziehung und religiöser Unterweisung
Auszug aus dem Buch
3.3 Ziele der moralischen Kinder- und Jugendliteratur zur Aufklärungszeit
Da die moralische Kinder- und Jugendliteratur den am stärksten vertretenen Bereich der für Kinder geschriebenen Werke zur Zeit der Aufklärung ausmachte, werden nun die Ziele dieser Literaturgattung herausgearbeitet (vgl. Brüggemann 1989, S. 1).
Es lässt sich eine Wechselseitigkeit zwischen dem strukturellen Wandel der Familie und dem Bedeutungszuwachs der Kinder- und Jugendliteratur zur Zeit der Aufklärung konstatieren, da die Literatur für Kinder ein wichtiges Mittel zum Lernen, Bekräftigen und Verbreiten der aufkommenden bürgerlichen Tugenden war. Zudem wurden auch mehr Bücher vom Bürgertum gelesen, was diesen strukturellen Veränderungen zu verdanken ist (vgl. Grenz 1986, S. 8, vgl. Steinlein 1986, S. 240).
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Dieses Kapitel führt in die historische Bedeutung der Erziehung in der Aufklärung ein und stellt die zentrale Forschungsfrage nach den Zielen der damaligen Kinder- und Jugendliteratur.
2. Klärung der relevanten Begrifflichkeiten: Hier werden die zentralen Begriffe der moralischen Erziehung sowie der Kinder- und Jugendliteratur theoretisch definiert und für den Kontext der Arbeit eingegrenzt.
3. Kinder- und Jugendliteratur zur Zeit der Aufklärung: Dieses Hauptkapitel beleuchtet den zeitgeschichtlichen Kontext, die gesellschaftlichen Rahmenbedingungen der Familie und die spezifischen Merkmale sowie Zielsetzungen der damaligen Kinderlektüre.
4. Fazit: Die Arbeit schließt mit einer Synthese der Ergebnisse, in der die Bedeutung der Literatur als Instrument zur Vermittlung von bürgerlichen Werten und vernünftiger Lebensführung zusammengefasst wird.
Schlüsselwörter
Aufklärung, Kinderliteratur, Jugendliteratur, Moralerziehung, Pädagogik, Tugend, Bürgertum, Beispielgeschichte, Erziehung, Vernunft, Philanthropinismus, Familienbild, Didaktik, Kindheit, Literaturgeschichte.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit der Kinder- und Jugendliteratur des 18. Jahrhunderts und untersucht, welche erzieherischen Ziele die Autoren durch moralische Geschichten verfolgten.
Was sind die zentralen Themenfelder der Arbeit?
Zentral sind die Wechselwirkungen zwischen dem gesellschaftlichen Wandel der Aufklärung, dem neuen Verständnis von Kindheit und der Funktion von Literatur als Medium der Wertevermittlung.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist es, die didaktischen Absichten hinter den moralischen Kinder- und Jugendbüchern zu identifizieren und aufzuzeigen, wie diese zur Bildung vernünftiger und tugendhafter Bürger beitrugen.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit folgt einem hermeneutischen Ansatz, um die literarischen Quellen und ihre pädagogischen Intentionen in ihrem historischen Kontext zu interpretieren.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil analysiert den zeitgeschichtlichen Hintergrund, die Merkmale der Kinderliteratur jener Zeit sowie die spezifischen Ziele, wie etwa die Tugendvermittlung und die soziale Abgrenzung des Bürgertums.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wesentliche Begriffe sind Aufklärung, Moralerziehung, Kinderliteratur, pädagogisches Jahrhundert, Tugend und Vernunft.
Welche Rolle spielt die „Beispielgeschichte“ in der untersuchten Literatur?
Die Beispielgeschichte diente als zentrales didaktisches Mittel, um Kindern anhand realistischer Erzählungen moralisch korrektes Verhalten lebensnah zu vermitteln.
Inwiefern beeinflusste die Religion die moralische Literatur für Kinder?
Die moralische Erziehung war in der Aufklärung eng mit religiösen Vorstellungen verknüpft; ein tugendhaftes Leben wurde als gottgefälliges Leben verstanden, weshalb moralische und religiöse Schriften oft ineinander übergingen.
- Citar trabajo
- Sarah Junginger (Autor), 2019, Welche Ziele verfolgten die Autoren der moralischen Kinder- und Jugendliteratur zur Zeit der Aufklärung?, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/974756