Identität und Integration im Kontext der Geschichte der Gastarbeiter. Die "Neuen Deutschen" oder die ewigen Gäste?


Hausarbeit (Hauptseminar), 2019

30 Seiten, Note: 1,0


Leseprobe

Inhalt

Einleitung

1. Zur Forschung

1. 1ntegration und Zugehörigkeit

3. Die erste Generation der „Gastarbeiter“
3.1. Ursachen und Motive der Auswanderung
3.2. „Wirtschaftswunder“ und Anwerbeabkommen
3.3. Integration und Identität der ersten Generation

4. Identität und Integration in der zweiten und dritten Generation
4.1. Die zweite Generation
4.2. Die dritte Generation

5. Resümee

6. Quellen- und Literatur

Einleitung

Die Bundesrepublik Deutschland ist heute ein Staat, dessen Bevölkerung in Folge seiner Migrationsgeschichte seit Ende des Zweiten Weltkrieges in hohem Maße von kultureller und ethnischer Heterogenität geprägt ist.1 In den alten Bundesländern weist etwa jede vierte Person einen sogenannten „Migrationshintergrund“ auf.2 De facto ist Deutschland somit längst ein Einwanderungsland, auch wenn die politische und mediale Vermittlung dieses Umstands bis in diejüngste Vergangenheit problematisch war.3 Das im Zuge der sogenannten „Flüchtlingskrise“ im globalen und europäischen Kontext zu beobachtende Phänomen eines erstarkenden Rechtspopulismus, der mit xenophoben Stereotypen arbeitet, verdeutlicht auch für Deutschland die Notwendigkeit der Reflexion von Themen der nationalen Identität und Zugehörigkeit im Hinblick auf Migration.4 Im anhaltenden Diskurs zu Migration und Zuwanderung fungiert „Integration“ als Schlüsselbegriff, der das möglichst reibungslose Zusammenleben unterschiedlicher ethnischer und kultureller Gruppen gewährleisten soll. Obwohl oder gerade weil Integration in aller Munde ist, bleibt oft unklar, was darunter konkret zu verstehen ist. Geht es um die einseitige Anpassung von Menschen mit Migrationshintergrund an die Normen und Werte einer sogenannten Mehrheitsgesellschaft im Sinne einer Assimilation, um den Erwerb von Sprachkenntnissen und Qualifizierung von Migranten für den deutschen Arbeitsmarkt oder ist Integration doch eher als gesamtgesellschaftlicher Prozess aufzufassen, der von allen sozialen Akteuren der Einwanderungsgesellschaft Anpassungsleistungen erfordert? Im letzteren Sinne verstanden erfordert Integration in einem Einwanderungsland das grundsätzliche Überdenken nationaler und kultureller Identitäten und Selbstzuschreibungen. Konkret gesagt, geht es im Fall der BRD darum, „Deutsch-Sein neu zu definieren“.5 Der Geschichtswissenschaft kommt bei der Konstruktion eines identitätsstiftenden „nationalen Narrativs“, das gerade Aspekte der jüngeren deutschen Migrationsgeschichte seit Kriegsende miteinbeziehen soll, eine bedeutende Rolle zu.6 Ein solches Narrativ kann als unabdingbare Voraussetzung für das Gelingen von Integration in einer Einwanderungsgesellschaft verstanden werden, insofern es dazu beiträgt, Identifikation für alle „Deutschen“ auf Basis einer gemeinsamen Erzählung herzustellen.7

Ein großer Teil der heute in Deutschland lebenden Menschen mit „Zuwanderungsgeschichte“8 kam als sogenannte „Gastarbeiter“ auf Basis bilateraler Anwerbeverträge zwischen 1955 und 1973 nach Westdeutschland oder stammt von eben diesen Arbeitsmigranten ab.9 Integration und Identifikation mit der Gesellschaft der BRD waren für die erste Generation der „Gastarbeiter“ zunächst bestenfalls von untergeordneter Relevanz. Die meisten planten ihren Aufenthalt auf begrenzte Zeit, mit dem Ziel möglichst viel Geld zu verdienen, um sich im Herkunftsland eine gesicherte wirtschaftliche Existenz aufbauen zu können.10 Virulent wurden Fragen der Integration und Identität als sich abzeichnete, dass viele der „Gäste“ in Deutschland blieben, ihre Familien nachholten oder Familien in Deutschland gründeten.11 Gegenstand dieser Arbeit soll es sein, Konzepte von kultureller Identität der „Gastarbeiter“ und ihrer Nachfahren im historischen Wandel zu untersuchen und das Spannungsverhältnis zu einer diffusen Forderung nach Integration der bundesdeutschen Öffentlichkeit zu beleuchten. Ich werde mich dabei vornehmlich auf die Gruppe der griechischen „Gastarbeiter“ und ihrer Familien konzentrieren. Die Darstellung der zweiten und dritten Generation soll hingegen ohne Einschränkung auf eine spezifische Gruppe erfolgen, da es hier vor allem darum geht, die gemeinsame Erfahrung der Stigmatisierung der Deutschen mit „Migrationshintergrund“ zu veranschaulichen. Methodisch werde ich mich zum einen auf die Befragungsergebnisse empirischer Studien stützen.12 Es handelt sich hierbei zwar um öuellen, die lediglich subjektive Perspektiven widerspiegeln, aufgrund der Unmittelbarkeit der Migrationserfahrung haben sie aber für die Fragestellung einen hohen Quellenwert. Zum anderen sollen neben der einschlägigen Forschungsliteratur fiktionale Quellen, wie filmische und literarische Werke mit einbezogen werden, da Fragen der Identität in Literatur und Film, die Migrationsgeschichten erzählen, häufig einen zentralen Themenkomplex darstellen.13 Für die Beantwortung der übergeordneten Frage, wie es um die Identität(en) der „Neuen Deutschen“ bestellt ist,, muss auch beachtet werden, welchen sozialen Platz die sogenannte Mehrheitsgesellschaft ihnen einräumt und welche Identifikationsangebote sie bereithält. Das Phänomen der Arbeitsmigration in der BRD soll zunächst am Beispiel der Griechen hinsichtlich Motivlage zur Ausreise und der Akkulturation in Deutschland dargestellt werden. Dabei sollen auch die politischen und sozialen Aufnahmebedingungen in der BRD thematisiert werden. Vorab müssen die Begriffe „Identität“ und „Integration“ hinsichtlich ihrer Verwendungsweise im Text geklärt werden. Zunächst soll aber noch ein exemplarischer Blick auf die Forschung zur „Gastarbeiter-Geschichte“ im Rahmen der Fragestellung geworfen werden.

1. ZurForschung

Die sehr breit gefächerte Forschung zur bundesdeutschen Arbeitsmigration kann in diesem Rahmen nur schlaglichtartig, den prominentesten Strömungen folgend, grob skizziert werden. Themen der Migration in der Nachkriegszeit der BRD wurden seit den 70er Jahren an zentraler Stelle unter den Sammelbezeichnungen „Gastarbeiterforschung“ und später auch „Ausländerforschung“ von einer sozialwissenschaftlich orientierten Migrationsforschung untersucht.14 Die methodischen Zugänge dieser Arbeiten waren häufig problemorientiert und fokussierten vorrangig Schwierigkeiten der Migranten bezüglich der Arbeits- und Wohnverhältnisse und im Bereich der Bildung.15 Erste sozialgeschichtliche Arbeiten lassen sich in den frühen 1980er Jahren verorten. Im Rahmen der ersten von Klaus J. BADE initiierten Tagung zur Migrationsforschung auf deutschem Boden unter dem Titel „Vom Auswanderungsland zum Einwanderungsland“ von 1982 wurde der Grundstein für eine interdisziplinär angelegte Historische Migrationsforschung, die die Arbeitsmigration in Deutschland mit einbezog, gelegt.16 BADE integrierte die Geschichte der „Gastarbeiter“ der Nachkriegszeit in den größeren Kontext einer deutschen Migrationsgeschichte beginnend mit der Überseeauswanderung des 19. Jahrhunderts.17 Bereits in dieser Phase wurde auch die Problematik der Ausländerfeindlichkeit, die sich in Teilen der bundesdeutschen Bevölkerung bemerkbar machte, in der Forschung thematisiert und mit Fragen der nationalen Identität in Beziehung gesetzt.18 In den Forschungsbeiträgen der 1990er Jahre, die durch das Auslaufen von Archivsperrfristen entscheidend Auftrieb bekamen, standen Fragen der bundesdeutschen Ausländerpolitik sowie der deutschen Interessen hinsichtlich der geschlossenen Anwerbeabkommen im Fokus.19 Die neuere Forschung bezieht in stärkerem Maße kultur- und mentalitätsgeschichtliche Aspekte mit ein und verlagert ihren Schwerpunkt auf Fragen der Integration und Identität.20 Auch Aspekte von Gendergeschichte wurden im Rahmen der „Gastarbeiterforschung“, etwa in einer Untersuchung von Monika MATTES zur gezielten Anwerbung von „Gastarbeiterinnen“ für den Niedriglohnsektor behandelt.21 Darin wird das zuvor in Forschung und Öffentlichkeit vorherrschende Bild einer fast ausschließlich männlichen Arbeitsmigration relativiert. Für die einzelnen Zuwanderergruppen gibt es überblicksartige Darstellungen. Die Literatur zu den türkischstämmigen Gastarbeitern nimmt dabei den breitesten Raum ein, was auch damit Zusammenhängen dürfte, dass Deutsch­Türken den größten Anteil unter den „Gastarbeitern“ stellen und auch im Diskurs um Integration als Zuwanderungsgruppe mit dem höchsten Konfliktpotential gesehen werden.22 Regionalgeschichtliche Untersuchungen sind ebenfalls in großer Zahl vorhanden. So etwa Darstellungen der „Gastarbeiterpolitik“ in Konzernen wie Volkswagen in Wolfsburg oder Audi in Neckarsulm.23

Die Geschichte der „Gastarbeiter“ hat aber auch vereinzelt Eingang in sozialgeschichtliche Stadtgeschichten gefunden.24 Dennoch wurde in der Forschung die Klage geführt, Migrationsgeschichte und speziell „Gastarbeitergeschichte“ seien in der Geschichte der BRD stark unterrepräsentiert und spielten erinnerungspolitisch bestenfalls eine marginale Rolle.25 Die Einbeziehung der Migrationsgeschichte in ein neues „nationales Narrativ“ Deutschlands wird dabei als identitätsstiftende Aufgabe von der Geschichtswissenschaft eingefordert. Es geht dabei nicht um ein eindimensionales Verständnis von nationaler Identität, das eine Entscheidung für die eine und gegen die andere nationale oder kollektive Zugehörigkeit erfordert oder Identität auf Herkunft gründet, sondern um die Thematisierung von „pluralen, uneindeutigen Identitätsbestimmungen von „Nation“ und einer daraus folgenden Wertschätzung von Vielfalt.“26

In der Folge sollen die Begriffe Identität und Integration näher bestimmt und der Zusammenhang der Konzepte im Kontext von Migrationsprozessen veranschaulicht werden.

2. Integration und Zugehörigkeit

Wie eingangs bereits angemerkt, kann Integration sehr unterschiedlich verstanden werden. Eindeutig definierbar ist der Begriff kaum, da er zum Teil „gegensätzliche Positionen aus politischen, rechtlichen, ökonomischen oder erzieherischen Diskursen um Einwanderung“27 beinhaltet. Ich will versuchen, einen soziologischen und in Ansätzen einen kulturwissenschaftlichen Zugang darzustellen und einige Probleme zu skizzieren, die sich bei der Frage der Integration von „Gastarbeitern“ stellen. In Abgrenzung zur politischen, organisatorischen oder administrativen Integration soll es hier um die soziale Integration gehen.28 Damit ist der „Einbezug der Akteure in einen gesellschaftlichen Zusammenhang, nicht bloß (...) das äußerliche Funktionieren der Gesellschaft als System“29 gemeint. Nach einem soziologischen Stufenmodell vollzieht sich Integration prozesshaft über Kulturation, Platzierung, Interaktion und Identifikation.30 Mit der Kulturation als Teilaspekt der Sozialisation erwerben „die Akteure das für ein sinnhaftes, verständiges und erfolgreiches Agieren und Interagieren nötige Wissen“.31 Hierunter fallen in Migrationsprozessen etwa der Erwerb von Sprachkenntnissen und Kompetenzen im Umgang mit gesellschaftlichen Institutionen.32 Unter Platzierung können Prozesse verstanden werden, in denen Personen „in ein bereits bestehendes und mit Positionen versehenes soziales System eingegliedert“33 werden. Das kann etwa über die Integration in ein Rechtssystem mit Verleihung der Staatsbürgerschaft und der Gewährung des Wahlrechts erfolgen.34 Als unabdingbar für eine erfolgreiche Platzierung gelten „soziale Akzeptanz, das Fehlen von „Vorurteilen“, Diskriminierungen und Schließungen.“35 Unter Identifikation schließlich wird eine „gefühlte und/oder gedachte Bindung einer einzelnen Akteurin bzw. eines einzelnen Akteurs an das soziale System“36 verstanden. Identifikation dient der Entwicklung eines „Wir-Gefühls“ und kommt etwa im „Nationalstolz“ zum Ausdruck.37 In modernen Gesellschaften, die wie die Deutsche von „Werte- und Interessenpluralismus“ geprägt sind, reduziert sich Identifikation häufig auf ein Bekenntnis zu den in der Verfassung festgeschriebenen Grundrechten und den Werten, auf denen diese basieren.38

Fraglich ist, ob man ein solches deskriptives Modell normativ auffassen sollte und daraus die Forderung an Migranten ableiten kann, die vier Stufen zu durchlaufen, um sich angemessen zu integrieren. Dies entspräche im Wesentlichen dem gebräuchlichen Verständnis von Integration als Assimilation von Minderheiten an eine Mehrheitsgesellschaft, als eine Angleichung des wie auch immer gearteten „Fremden“ an eine sogenannte „Leitkultur“.39 Als radikaler Gegenentwurf zur Assimilation können Positionen gelten, die man als „ethnischen Separatismus“ zusammenfassen könnte.40 Demnach wird die räumliche und soziale Abgrenzung einer Ethnie zu anderen als identitätsstiftend und stabilisierend betrachtet.41 Das „Ghetto“ als Ort der ethnischen Separation wird nicht nur wie im Integrationsdiskurs üblich auf seine negativen Aspekte reduziert, sondern in seiner positiven Funktion als subkultureller Rückzugsraum interpretiert.42 Die räumliche Konzentration bestimmter Ethnien mit der Herausbildung eigener Sozialstrukturen und Institutionen findet sich auch in klassischen Einwanderungsgesellschaften wie beispielsweise den USA.

Der kulturwissenschaftliche Zugang zur Klärung des Integrationsbegriffs setzt an einer Differenzierung des Kulturbegriffs an. Dieser kann aufgrund seiner Komplexität im Rahmen dieser Arbeit semantisch zwar nicht eingehend bestimmt werden, ich will darunter aber grob gesagt die Art und Weise verstanden wissen, wie Gemeinschaften ihre Zusammengehörigkeit durch soziale Praktiken und Rituale demonstrieren und legitimieren.43 Einander gegenübergestellt werden essentialistische und konstruktivistische Vorstellungen von (nationaler) Kultur.44 Der essentialistische Kulturbegriff fasst Kulturen als homogene Einheiten auf, die keine Berührungspunkte aufweisen. Die Annahme von kultureller Homogenität schließt dabei nicht nur wechselseitige kulturelle Einflüsse und einen lebendigen kulturellen Austausch aus, sondern verdeckt auch die individuelle Vielfalt der Lebensentwürfe und Weltbilder von Mitgliedern innerhalb einer Kulturgemeinschaft.45 Ein essentialistisches Verständnis von Kultur, das Zugehörigkeit allein auf Herkunft gründet, kann, wie noch zu zeigen sein wird, als vorherrschende Auffassung von Kultur in Politik und Öffentlichkeit in der Bundesrepublik der Nachkriegszeit gesehen werden, es bildet also den kulturellen Hintergrund, vor dem die Geschichte der „Gastarbeiter“ gesehen werden muss.46 Nach dem konstruktivistischen Kulturbegriff entsteht Kultur im Prozess gesellschaftlicher Interaktion. Sie ist demnach nicht statisch, sondern wandelt sich im Rahmen gesellschaftlicher Aushandlungsprozesse.47 Im Gegensatz zur essentialistischen Sichtweise spielt die Teilhabe des Individuums hier die maßgebliche Rolle, da Kultur, die als Produkt von Interaktion verstanden wird, von den Mitgliedern einer Kulturgemeinschaft gelebt werden muss.48 Dieser Ansatz erklärt auch die zahlreichen kulturellen Verflechtungen, die nicht erst im Zuge der sogenannten Globalisierung zu beobachten sind, sondern vielmehr ein in der Menschheitsgeschichte konstantes historisches Faktum darstellen. Auf Migrationsprozesse innerhalb einer Einwanderungsgesellschaft übertragen, bedeutet das konstruktivistische Kulturkonzept, dass Integration hier keinesfalls eine einseitige Assimilation von eingewanderten Minderheiten an eine kulturell homogene Mehrheitsgesellschaft meinen kann. Die Existenz kultureller Homogenität schlechthin ist somit nicht denkbar.

Die Bestimmung von Zugehörigkeit und nationaler Identität ist vor diesem Hintergrund zwangsläufig von Hybridität und dem Abbau kultureller Differenzen geprägt. Gleichwohl zeigt sich sowohl bei Migranten und ihren Nachkommen als auch bei Mitgliedern der sogenannten deutschen Mehrheitsgesellschaft vielfach noch ein „Entweder-Oder-Gefühl“49 bezüglich der eigenen nationalen und kulturellen Zugehörigkeit, das im Wesentlichen auf dem essentialistischen Kulturbegriff fußt.50 So zeigen empirische Untersuchungen, dass das Gefühl des „Deutsch-Seins“ bei „Gastarbeiterkindern“ der zweiten und dritten Generation schwach ausgeprägt ist, wenn ein starker Bezug zum Herkunftsland der Eltern und Großeltern besteht. Bei der Mehrheitsgesellschaft führt Einwanderung häufig zu einem Gefühl der Gefährdung von nationalen Identität.51 Als „Überfremdungsängste“ getarnte Fremdenfeindlichkeit spielt auch in der Geschichte der „Gastarbeiter“eine wichtige Rolle.52 Dies gilt für das Deutschland der Nachkriegszeit und in den Jahrzehnten bis zur Wiedervereinigung vielleicht in besonderem Maße, da Debatten über nationale Identität aufgrund der NS-Vergangenheit und der Teilung ohnehin problematisch waren und teils noch bis heute sind. Ein Umstand, der Zugewanderten und ihren Nachkommen die Zugehörigkeit zur deutschen Gesellschaft erschwert.53

[...]


1 Für die deutsche Migrationsgeschichte grundlegend vgl. BADE, Klaus Jürgen. Auswanderer - Wanderarbeiter - Gastarbeiter. Bevölkerung, Arbeitsmarkt und Wanderung in Deutschland seit Mitte des 19. Jahrhunderts. Stuttgart 1985.

2 Die Angaben beziehen sich auf den Mikrozensus des statistischen Bundesamtes 2017. Demzufolge beträgt die Anzahl von Menschen mit Migrationshintergrund in der Gesamtbevölkerung der BRD 19,3 Millionen, was einem prozentualen Anteil von 23, 6% entspricht. In den neuen Bundesländern beträgt der Anteil von Menschen mit Migrationshintergrund dagegen nur 6,8%. Vgl. http://www.bpb.de/nachschlagen/zahlen-und-fakten/soziale- situation-in-deutschland/61621/migration(Zugriff: 27.02.2019). DerBegriff „Migrationshintergrund“ istinden letzten Jahren in die Kritik geraten. Zum einen weist er eine Unschärfe bezüglich der Personengruppen auf, die mit ihm belegt werden, zum anderen ist er im allgemeinen Sprachgebrauch inzwischen ähnlich negativ konnotiert wie die Begriffe „Ausländer“ oder auch „Gastarbeiter“, die er aus diesem Grund ablösen sollte. Vgl. GROSCHWITZ, Helmut. Kritische Anmerkungen zur populären Zuschreibung „Migrationshintergrund“. In: Rheinisches Jahrbuch für Volkskunde 39 (2011-2012). S. 129-141.

3 Exemplarisch für die Leugnung des Status' der BRD als Einwanderungsland von bundespolitischer Seite kann Wolfgang Schäubles klare Positionierung in einem Streitgespräch mit Caritas-Vertretem gesehen werden. Vgl. https://www.tagesspiegel.de/politik/wir-sind-kein-einwanderungsland/783936.html (Zugriff27.02.2019)

4 Einen guten Überblick dazu bietet der folgende Sammelband. SCHRADER, Irmhild; JOSKOWSKI, Anna; DIABY, Karamba; GRIESE, Hartmut. (Hrsg.) Vielheit und Einheit im neuen Deutschland. Leerstellen in Migrationsforschung und Erinnerungspolitik. Frankfurt a.M.2015.

5 SCHRADER, Irmhild. Erinnerungspolitik in einer pluralen Gesellschaft. In: Vielheit und Einheit im neuen Deutschland. Ebd. S. 8-15. S. 11.

6 Vgl.Ebd.S.8ff.

7 Vgl. GRIESE, Hartmut Μ. Deutschland. Ebd. S. 16-29. S. 27ff.

8 Der Begriff wurde von Deniz Utlu alternativ zu Migrationshintergrund vorgeschlagen. Vgl.https://www.freitag.de/autoren/michael-angele/cem-ozdemir-und-der-migrationshintergrund-2013-replik-auf- deniz-utlu (Letzter Zugriff 31.03.2019)

9 Für einen migrationspolitischen Überblick vgl. OLTMER, Jochen; KREIENBRINH, Axel; SANZ DIAZ, Carlos. Das „Gastarbeiter“- System. Arbeitsmigration und ihre Folgen in der Bundesrepublik Deutschland und in Westeuropa. München 2012.

10 Vgl. RICHTER, Hedwig; RICHTER, Ralf. Die Gastarbeiter-Welt. Leben zwischen Palermo und Wolfsburg. Paderbom2012. S. 41.

11 Vgl. BERLINGHOFF, Marcel. Das Ende der Gastarbeit. Europäische Anwerbestopps 1970-1974. Paderborn 2013. S. 17ff.

12 Vgl. SCHLUMM, Hans-Bernhard. Eine neue Heimat in der Fremde. Frankfurt 1987. Vgl. PAPADOPOULOS, Nikolaos G. Zur Akkulturationsproblematik griechischer Industriearbeiter in Westdeutschland: Soziale Situation, Religiosität. Eine empirische psychologische Untersuchung.. Bonn 1975.Vgl. ECONOMIDES, Basile. Probleme der Mitbestimmung von Ausländem in der Bundesrepublik Deutschland. Empirische Untersuchung von Einstellungen Ausländischer Arbeitnehmer zur betrieblichen Mitbestimmung am Beispiel von Griechen. Spardorf 1983. Vgl. BRACKER, Philip. Die Entstehung ethnischer Identität bei „Menschen mit türkischem Migrationshintergrund“. Münster 2017.

13 Vgl. KLOS, Stefanie. Fatih Akin. Transkulturelle Visionen. Marguig 2016.

14 Für einen profunden Überblick zu zentralen Themen der „Gastarbeiterforschung“ vgl. OLTMER, Jochen. Einführung: Migrationsverhältnisse undMigrationsregime nachdem Zweiten Weltkrieg. In: Das „Gastarbeiter“ - System. Ebd. S. 9-25. S. 12.

15 Vgl. Ebd. S. 12.

16 Vgl. auchBADE, Klaus Jürgen. Sozialhistorische Migrationsforschung. Göttingen 2004.

17 Vgl. BADE, Klaus J. Vom Auswanderungsland zum Einwanderungsland? Deutschland 1880-1980. Berlin 1983. Vgl. BADE, Klaus J. Auswanderer - Wanderarbeiter - Gastarbeiter. Bevölkerung, Arbeitsmarkt und Wanderung in Deutschland seit der Mitte des 19. Jahrhunderts. Stuttgart 1984.

18 Stellvertretend vgl. HOFFMANN, Lutz. Ausländer raus? Ein deutsches Dilemma. In: Ausländer-Inländer.. Hrsg. Hermann Bausinger. Tübingen 1986. S. 9-30.

19 Vgl. OLTMER, Jochen. Ebd. S. 13.

20 Vgl. Ebd. S. 13.

21 MATTES, Monika. „Gastarbeiterinnen“ in der Bundesrepublik. Anwerbepolitik, Migration und Geschlecht in den 50er bis 70er Jahren. Frankfurt a. Μ. 2005.

22 Vgl. BRACKER, Philip. Ebd. S 11-23.

23 Vgl. KOLB, Amd. Autos, Arbeit, Ausländer. Die Geschichte der Arbeitsmigration des Audi Werks Neckarsulm. Bielefeld2011.

24 Exemplarischvgl. DUONG, Walburga; REINHARDT, Beate; REINHARDT, Peter. Zur Geschichte der Gastarbeiter in Neckartenzlingen. Nürtingen 2013.

25 Vgl. MOTTE, Jan; OHLIGER, Rainer (Hrsg.). Geschichte und Gedächtnis in der Einwanderungsgesellschaft. Migration zwischen historischer Rekonstruktion und Erinnerungspolitik. Essen 2004.

26 HERMANNI, Dorothee; LANGE, Dirk. Narrative im „neuen Deutschland“ - Welche Zugehörigkeitskonzepte wirken in der deutschen Einwanderungsgesellschaft? In: Vielheit und Einheit im neuen Deutschland. Ebd. S. 58-73. hier S. 58.

27 BERLINGHOFF, Marcel. Ebd.

28 Für den soziologischen Ansatz zur Bestimmung der Integration vgl. OFFENBERG, Esther. Integration aus der Sicht verschiedener Disziplinen. In: Einwanderungsland Deutschland. Wie kann Integration aus ethnologischer Sicht gelingen? Hrsg. UrsulaBertels. Münster 2014. S. 15-30.

29 Ebd. S. 16.

30 Vgl. Ebd. S. 16.

31 Ebd. S. 17.

32 Vgl. Ebd. S.17.

33 Ebd. S. 18.

34 Vgl. Ebd. S.17.

35 Vgl. Ebd. S. 18.

36 Ebd. S. 18.

37 Ebd. S. 18.

38 Ebd. S. 19.

39 Vgl. Ebd . S. 19.

40 Vgl. SCHLUMM, Hans-Bernhard. Ebd. S. 51.

41 Vgl. Ebd. S. 90.

42 Vgl. Ebd. S. 90.

43 Vgl. OFFENBERG, Esther. Ebd. S. 20ff.

44 Vgl. Ebd.

45 Vgl. Ebd.

46 Vgl. Ebd.

47 Vgl. Ebd.

48 Vgl. Ebd.

49 Ebd. S. 23.

50 Vgl. HERMANN, Dorothee, LANGE, Dirk. Ebd. S. 58ff. Vgl. YILDIZ, Erol. Vom hegemonialen zu einem diversitätsbewussten Blick auf die Migrationsgesellschaft. In: Beziehungsgeflecht Minderheit. Zum Paradigmenwechsel in der Kulturforschung/ Ethnologie Europas. Hrsg. Elke Tschemokoshewa, Udo Mischek. Münster 2009. S. 131-144.

51 Vgl. HOFFMANN, Lutz. Ebd. S. 10.

52 Vgl. Ebd. S. lOff.

53 Vgl.Ebd. S.ll.

Ende der Leseprobe aus 30 Seiten

Details

Titel
Identität und Integration im Kontext der Geschichte der Gastarbeiter. Die "Neuen Deutschen" oder die ewigen Gäste?
Hochschule
Universität Stuttgart  (Historisches Institut)
Veranstaltung
Globale Migration
Note
1,0
Autor
Jahr
2019
Seiten
30
Katalognummer
V975124
ISBN (eBook)
9783346319814
ISBN (Buch)
9783346319821
Sprache
Deutsch
Schlagworte
identität, integration, kontext, geschichte, gastarbeiter, neuen, deutschen, gäste
Arbeit zitieren
Sascha Dankudis (Autor), 2019, Identität und Integration im Kontext der Geschichte der Gastarbeiter. Die "Neuen Deutschen" oder die ewigen Gäste?, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/975124

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