Aus Galliern werden Römer? Kulturelle Identität im Kontext der Romanisierung Galliens mit Schwerpunkt auf der gallo-römischen Religion


Hausarbeit (Hauptseminar), 2018

30 Seiten, Note: 2,0


Leseprobe

Inhalt

Einleitung

1. Wer sind die Kelten?
1.1. Die Darstellung der „Kelten“ in den antiken Quellen
1.2. Keltische Sprachgeschichte
1.3. Der archäologische Befund

2. Kulturelle Identität und Romanisierung
2.1. Kulturelle Identität
2.2. Romanisierung
2.3. Kulturelle Identität im Kontext der Romanisierung Galliens

3. Keltische Religion und Identität
3.1. Die vorrömische Zeit
3.2. Die gallo-römische Religion

4. Resümee

5. Quellen

6. Literatur

Einleitung

Auf den ersten Blick, oberflächlich und schematisch betrachtet, erscheint es nicht sonderlich problematisch einen Prozess wie die Romanisierung1 Galliens in nachcaesarischer Zeit zu beschreiben. Eine überlegene Kultur, in dem Fall die römische, verdrängt nach der militärischen Eroberung der gallischen Provinzen die unterlegene keltische Lebensform, was sich etwa in Phänomenen wie der Urbanisierung, der Etablierung eines römischen Verwaltungs- und Wirtschaftssystems und allgemein in der Übernahme römischer Lebensart, Denkweisen, religiösen Überzeugungen und Kultpraktiken sowie Wertvorstellungen durch die unterworfene Provinzbevölkerung niederzuschlagen pflegt.2 Aus Galliern werden also Römer.3 Mit etwas differenzierterem Blick auf das Geschehen indes stößt der Historiker unweigerlich auf vielfältige Probleme, die zum einen generell von der Komplexität kultureller Transformationsprozesse herrühren, zum anderen mit der unzureichenden Defmierbarkeit der zugrundeliegenden Konzepte und Begrifflichkeiten Zusammenhängen.4 Denn weder ist von einer homogenen römischen Kultur im riesigen Raum des Imperium Romanum auszugehen noch von einer einheitlichen keltischen.5 Letztere ist in Ermangelung indigener Schriftquellen noch deutlich schwerer zu beschreiben als erstere.6 Dazu kommt, dass schon der Kulturbegriff nicht so einfach zu fassen ist und in seiner Verwendungsweise klar definiert werden muss, um Prozesse des kulturellen Wandels im Kontext eines Kulturkontakts, als welche die Romanisierung zu verstehen ist, darstellen zu können.7 Für die Untersuchung des Phänomens zentral ist die Annahme der Entwicklung einer römischen Identität bei der gallischen Provinzbevölkerung, die als Voraussetzung für die einigermaßen reibungslose Integration in das römische Imperium zu verstehen ist.

Gegenstand dieser Arbeit soll es also sein, zu untersuchen, inwiefern sich eine solche kulturelle Identität bei Vertretern der gallischen Bevölkerung herausgebildet hat. Der Begriff Romanisierung selbst ist in der Forschung verstärkt auf Kritik gestoßen und wurde teils gänzlich abgelehnt. Hier wurden eine Reihe alternativer Konzepte entwickelt, die im Rahmen dieser Arbeit ansatzweise vorzustellen und zu problematisieren sind.8 9 Der Zugriff ist also sozialwissenschaftlicher und kulturhistorischer Natur, muss aber an geeigneten Stellen mit Befunden der politischen Ereignisgeschichte ergänzt werden. Weiterhin ist es notwendig, sowohl antike Schriftquellen griechisch-römischer Provenienz, epigraphische Texte und die archäologischen Befunde zur Beantwortung der Fragestellung nutzbar zu machen. Da ein „weiter Kulturbegriff149 für den begrenzten Rahmen dieser Arbeit wenig sachdienlich wäre, werde ich mich im Wesentlichen auf Kulturaspekte des kultisch-religiösen beziehen, um vergleichend römische und keltische Kultur gegenüberzustellen und etwaige „Hybridisierungen“ im Zuge der Romanisierung zu veranschaulichen.10 Zuvor sind aber sehr viel allgemeiner die wesentlichen Charakteristika der keltischen Kultur vorzustellen, wobei man bei den Kelten nicht umhin kommt, zu klären, welche Volksgruppen damit eigentlich gemeint sind und auf Grundlage welcher Befunde sich die Annahme ihrer „Keltizität“ rechtfertigen lässt.11

1. Wer waren die Kelten?

1.1 Die Darstellung der „Kelten“ in den antiken Quellen

Die erste Nennung der „Kelten“ findet sich um 500 v. Chr. bei Hekataios von Milet.12 Der Geograph und Ethnograph lässt uns unter anderem wissen, dass die Stadt Massalia im Keltenland (Keltiké) liege.13 Wenig später lokalisiert der griechische Geschichtsschreiber Herodot die Quelle der Donau auf keltischem Gebiet.14 Diese geographischen Angaben decken sich im Wesentlichen mit den archäologischen Befunden, die die „nordwestalpine Hallstatt­Kultur“ in Ostfrankreich, Südwestdeutschland und im Schweizer Alpenvorland“ als keltische identifiziert.15 Es folgen kurze Erwähnungen bei Xenophon sowie den Philosophen Platon und Aristoteles, bevor sich Polybios im 2. Jahrhundert v. Chr. relativ eingehend mit den oberitalischen „Kelten“ beschäftigte und Poseidonios von Apameia im ersten vorchristlichen Jahrhundert inspiriert durch eigene Forschungsexpeditionen nach Südfrankreich und die Pyrenäenhalbinsel eine einschlägige Darstellung der gallischen „Kelten“ vorlegte.16 Von dieser Quelle sind viele anderen abhängig. Auch römische Autoren erwähnen die Kelten (Caeltae) mehrfach. Hier sind vor allem jene hervorzuheben, die unmittelbar in Berührung mit Völkern gekommen waren, die sie als keltische erkannten. Μ. Porcius Cato Censorinus beispielsweise pflegte nach eigenen Angaben persönliche Kontakte zu oberitalischen Keltenstämmen.17 Ebenso verhielt es sich im 1. Jahrhundert v. Chr. mit dem Geograph Strabon, der auf seinen vielen Reisen wohl auch auf „Kelten“ getroffen war und über diese schrieb.18 Vor allem sind die ausführlichen Berichte Julius Caesars in den Commentarii de bello gaHico19 über Lebensweise, Sitten und Gebräuche der gallischen Kelten zu nennen, die teils sicherlich auf persönlichen Erfahrungen im Umgang mit den Galliern beruhen.20

Allgemein ist die graeco-römische Überlieferung zu den „Kelten“ teils stark von den üblichen Barbaren-Topoi der antiken Historiographie geprägt.21 „Der Kelte“ erscheint oft als rüpelhafter etwas dümmlicher und trunksüchtiger Zeitgenosse von riesenhafter Statur, mit rötlichem Haar, arrogant, prahlerisch und stets kriegerisch gesonnen.22 Die kulturelle Differenz zu den „zivilisierten“ mediterranen Völkern wird besonders drastisch durch „barbarische“ und „gottlose“ Gepflogenheiten wie die Kopfjagd und das Darbringen von Menschenopfern markiert.23 Über so augenfällige Phänomene wie die bemerkenswerte Kunstfertigkeit der Kelten, die die eindrucksvollen archäologischen Befunde belegen, schweigen die Quellen.24 Diese einseitige Perspektive mag damit zu tun haben, dass Kriegerverbände, die von Griechen und Römern als keltische identifiziert wurden, vor allem im 4. und 3. Jahrhundert v. Chr. gerne die Alpen überquerten und ihre mediterranen Nachbarn in Angst und Schrecken versetzten.25 Es galt also ein Feindbild zu stilisieren, nicht ein einigermaßen zutreffendes „Kulturporträt“ zu zeichnen, das heutigen ethnologischen Standards genügen würde. Hinzu kommt, dass vor allem die griechischen Autoren nicht sehr differenziert mit der Verwendung ethnographischer Bezeichnungen umgehen. Verschiedene Völker und Stämme werden, um lästige Komplexität zu vermeiden, unter größeren Gruppenbezeichnungen subsumiert.26 Gruppen wie die Kelten der britischen Inseln werden dagegen in den antiken Quellen an keiner Stelle als solche bezeichnet.27

Es gab aber auch Abweichungen von diesen Barbaren-Klischees. Autoren, die mit den keltischen „Barbaren“ näher bekannt wurden, wie etwa der oben erwähnte Cato erzählen von deren „Scharfsinn und Freude am spitzfindigen Reden.“28 Ein Charakterzug, der in auffälligem Kontrast zum Klischee des dümmlichen Trunkenbolds steht. Auch in den Schilderungen Caesars erscheinen die Gallier in machen Aspekten überaus zivilisiert. So hebt er bezüglich ihrer religiösen Vorstellungen stark die Ähnlichkeiten mit dem graeco-römischen Pantheon hervor. Dies hat wohl die Funktion in politisch-propagandistischer Intention „die Assimilationsfähigkeit der Gallier“29 besonders in Abgrenzung zu den Germanen, die den Römern als noch „barbarischer“ und „gottloser“ galten als die Kelten, hervorzuheben.

Alles in allem vermitteln die antiken Quellen also ein recht schwammiges und klischeebeladenes Bild der „Kelten“. Ihr großes Verdienst ist es, dass uns der Name „Kelten“ überhaupt überliefert ist, da wir über keine keltischen Schriftquellen verfügen, die keltisch als Selbstbezeichnung belegen würden.

1.2 . Keltische Sprachgeschichte

Klarer als in den antiken Quellen lässt sich das Keltische in sprachgeschichtlicher Perspektive benennen.30 BIRKHAN beschreibt die Sprache als „jene Kulturleistung, bei der die Frage der keltischen Kontinuität am wenigsten umstritten ist.“31 Die keltische Sprache bezeichnet äquivalent zum Sammelbegriff „keltisch“ im ethnographischen Bereich eine Sprachfamilie, die unter vielen anderen „Irisch, Schottisch-Gälisch, Manx, Kymrisch, Kornisch und Bretonisch“32 umfasst und den westlichsten Zweig der indogermanischen Sprachfamilie bildet.33 Insofern weisen die keltischen Sprachen einige phonetische, morphologische und syntaktische Ähnlichkeiten mit anderen indogermanischen Sprachen wie dem Lateinischen oder dem Griechischen auf, lassen sich aber auch an bestimmten Merkmalen klar von diesen abgrenzen. So ist beispielsweise bei den keltischen Sprachen der Konsonant im Anlaut oder vor Vokalen geschwunden, wo bei anderen indogermanischen Sprachen^ oder/zu finden ist.34 Weiterhin charakteristisch für die keltischen Sprachen sind diverse Lautwandelprozesse, die sich allerdings in den verschiedenen Sprachen wiederum unterscheiden.35 Bis heute lebendig sind die keltischen Sprachen der britischen Inseln, da Roms Invasionsbestrebungen in der Antike hier an ihre Grenzen stießen und es somit etwa in Schottland und Irland keinen vergleichbaren Romanisierungsprozess gegeben hat wie auf dem europäischen Festland.36 Die Sprachen der Festlandkelten aber wurden im Laufe der Antike durch Latein und Griechisch verdrängt.37 Das Bewusstsein der Sprachgemeinschaft mit den „Inselkelten“ ging verloren und wurde erst im Humanismus durch den Schotten George Buchanan (1506-1582) wiederbelebt.38 Obwohl man mit der vergleichenden Sprachwissenschaft über ein nützliches Instrument verfügt, um über den keltischen Sprachraum auch auf die ethnographische Verbreitung keltischer Völker schließen, ist sie nur bedingt geeignet, ein „einigende(s) Band“39 innerhalb der keltischen Kulturen herzustellen. Doch teilweise hatten sich die keltischen Sprachen der britischen Inseln schon im Frühmittelalter so stark voneinander differenziert, dass sich die Sprecher bei Kontakten schwerlich noch verständigen konnten.40

1.3 Der archäologische Befund

In der Archäologie erscheint der Terminus „Kelten“ zunächst ähnlich konturlos wie im Hinblick auf die antiken Quellen.41 Nachdem man im 18. Jahrhundert alle materiellen Hinterlassenschaften der vorrömischen Zeit den „Kelten“ zugeschlagen hatte, differenziert man seit dem 19. Jahrhundert die Vorgeschichte Mittel- und Nordeuropas in Stein-, Bronze-, und Eisenzeit und bezieht das Prädikat keltisch lediglich auf letztere.42 Der Beginn der frühen Eisenzeit lässt sich grob auf 800 v. Chr. datieren und fällt mit einer Epoche zusammen, die als „Frühe Hallstattzeit“43 bezeichnet wird. Namensgebend für die „Hallstattkultur“ ist ein 1846 entdecktes Gräberfeld im österreichischen Hallstatt. Die hier zu Tage geförderten Funde gelten als paradigmatisch für die gesamte Epoche.44 Die Träger der frühen Hallstattzeit werden als „Früh- oder Protokelten“45 bezeichnet, dezidiert von Kelten spricht man erst in der letzten Phase der Hallstattzeit (HaD) ab etwa 620 v. Chr.46 Frühere Stämme werden in den antiken Quellen nicht als „Kelten“ bezeichnet und darüber hinaus drücken sich veränderte kulturelle Einflüsse in einem archäologischen Fundbild aus, das in den Beigaben der fürstlich ausgestatteten Grabanlagen Importwaren aus dem mediterranen Raum beinhaltet, was einen regen Handel mit den Völkern jenseits der Alpen belegt und die späte Hallstattzeit klar von den früheren Phasen unterscheidet.47 Die Menschen der Hallstattkultur verfügten über hochentwickelte Fähigkeiten auf dem Gebiet der Metallverarbeitung.48 Dabei weichen aus Bronze gefertigte Gegenstände allmählich den Produkten aus Eisen, die für die Zeit ab 600 v. Chr. im Fundbild meist dominieren.49 Eisen spielte für die Hallstattkultur über den pragmatischen Nutzen im Alltag hinaus eine bedeutsame Rolle und prägte „das Siedlungswesen, den Handel und die Sozialstruktur“50 der hallstattzeitlichen Menschen. Die Kultur breitete sich von Süddeutschland und dem Alpenraum auf die iberische Halbinsel und auf die britischen Inseln aus, kann aber auch auf dem Festland nicht als homogen bezeichnet werden.51 Man differenziert einen Westhallstatt- und einen Osthallstattkreis.52 Der Westhallstattkreis umfasst Nordostfrankreich, das Mittelrheingebiet, Süddeutschland, Böhmen und Oberösterreich.53 Der Osthallstattkreis erstreckt sich über Mähren, Niederösterreich, die Steiermark, Westungarn, Slowenien und das nördliche Kroatien.54 Charakteristisch für den Westhallstattkreis ist die Grabbeigabe eines vierrädrigen Wagens, der sich in den fürstlichen Hügelgräbern mit massiven aus Holz gefertigten Grabkammem findet.55 Die Grabbeigaben im Osthallstattkreis gestalten sich etwas schlichter. Hier fehlt meist der Wagen. Statt des Schwerts als Herrschaftssymbol findet sich hier häufiger die Streitaxt.56 Die Errichtung solcher Grabanlagen jedenfalls ist zum einen aufwendig und erfordert ein gewisses Maß an Kooperation und handwerklichem Geschick, zum anderen bezeugt sie ein religiöses Weltbild, das von wie auch immer gearteten Jenseits-Vorstellungen geprägt gewesen sein muss.57 Alle diese Aspekte decken sich jedenfalls nicht mit den stereotypen Barbaren-Topoi der antiken Historiographie. In der Forschung wird einmütig hervorgehoben, dass beide Spielarten der Hallstattkultur von ansehnlichem Reichtum geprägt gewesen sein müssen, was die geradezu verschwenderische Ausstattung der Gräber illustriert.58

Im 5. Jahrhundert v. Chr. scheint es bei den Trägern der Hallstattkultur zu einschneidenden Veränderungen sämtlicher Lebensbereiche gekommen zu sein.59 Zumindest deutet der archäologische Befund auf sozioökonomische und religiöse Verschiebungen hin.60 Fast ausschließlich verlieren die vormaligen Zentren der hallstattzeitlichen „Hochkultur“61 an Bedeutung. Siedlungen wie die im Landkreis Sigmaringen gelegene Heuneburg62 werden verlassen, die Grabkammern teilweise geplündert.63 Stattdessen entstanden neue Zentren in der vormaligen Peripherie. Überhaupt scheint die als „Laténekultur“64 bezeichnete Gesellschaftsform in einem unruhigeren Umfeld gediehen zu sein, geprägt von verschiedenen größeren Migrationsbewegungen und kriegerischen Auseinandersetzungen.65 Das archäologische Fundbild zeigt stärker eine martialische Prägung der Gesellschaft auf, als bei hallstattzeitlichen Grablegungen. Der vierrädrige Wagen weicht in den nun charakteristischen „Kriegergräbern“ oftmals dem zweirädrigen Streitwagen.66 In der Forschung werden diese Befunde meist im Sinne einer Machtverlagerung von einer eher merkantil geprägten hallstattzeitlichen Oberschicht zu einer Kriegerelite interpretiert.67 Es müssen die kriegerischen Verbände dieser Zeit gewesen sein, die von den antiken Autoren als gottlose Barbaren gekennzeichnet wurden, da in diese Zeit auch Kriegszüge über die Alpen stattfanden. Als prominentes Beispiel sei die Belagerung Roms durch den Senonenfürsten Brennus68 im Jahre 387 V. Chr. genannt. Dagegen zeichnet sich die Laténekultur im Fundbild auch durch Kunstgegenstände ab, die einige stilistische Entwicklungen der keltischen Kunstfertigkeit gegenüber der Hallstattzeit vor Augen führen.69 Die aufgefundenen Kunstgegenstände, etwa verzierte Waffen, zeichnen sich durch abstrakte Ornamentik aus, die geometrischen Strukturen der „Hallstattkunst“ werden in eher „fließende Formen“70 überführt und mit vieldeutiger Pflanzen- und Tiersymbolik versehen.71 Gottlose Barbarenjedenfalls könnten ähnliches kaum hervorgebracht haben.

[...]


1 Grundlegend zum BegriffRomanisierung vgl. WOOLF, Greg. Art. Romanisierung. In: DNP Band 10. Sp. 1122­1127. Stuttgart und Weimar 2001. Vgl. WOOLF, Greg. Becoming Roman. The Origins ofProvincial Civilization in Gaul. Cambridge 1998. Vgl. BOTERMANN, Helga. Wie aus Galliern Römer wurden. Leben imRömischenReich. Stuttgart 2005. ROSELAAR, Saskia T. Introduction: Processes of Cultural Change and Integration in the Roman World. In: Processes of Cultural Change and Integration in the Roman World. Hrsg. Saskia T. Roselaar. Leiden/Boston 2015. S. 1-19. Für eine eingehende Problematisierung des Begriffs und Vorstellung alternativer Konzepte vgl. SCHÖRNER, Günther (Hrsg.). Romanisierung - Romanisation. Theoretische Modelle und praktische Fallbeispiele. Oxford 2005.

2 Ähnlich schematisch wurde die Romanisierung im 19. Jahrhundert von Althistorikern wie F. HAVERFIELD und Th. MOMMSEN teilweise unter dem Einfluss damals populärer sozialdarwinistischer Theorien dargestellt. Vgl. ROTHE, Ursula. Die Anfänge der Romanisierungsforschung. In: Romanisierung-Romanisation. Ebd. 2005. S. 1-14. hierS. 5.

3 Vgl. BOTERMANN, Helga. Ebd. 2005.

4 Exemplarisch für die Komplexität kultureller Prozesse im Rahmen der Romanisierung vgl. WOOLF, Greg. Ebd. 1998. S. 7ff Vgl. BALIGA, Marcolf. Synkretismus und Romanisierung. In: Romanisierung und Romanisation. Ebd. 2005. S. 39-43.

5 Vgl. ROSELAAR, Saskia T. Ebd. S. 7ff, Vgl. WOOLF, Greg. Ebd. (1998). S.ll.

6 Vgl. BIRKHAN, Helmut. Kelten.Versuch einer Gesamtdarstellung ihrer Kultur. Wien 1997. S. 432ff.

7 Für den hier verwendeten Kulturbegriff vgl. Ebd. S. 17 und 33.

8 Vgl. hierfür den Sammelband Romanisierung - Romanisation. S.o.

9 Vgl. BIRKHAN, Helmut. Ebd. S.33.

10 Für Untersuchungen zur keltischen Religion vgl. MAIER, Bernhard. Die Religion der Kelten. Götter - Mythen - Weltbild. Darmstadt 2001. Vgl. MAIER, Bernhard. Die Druiden. München 2009. Eine umfangreiche Quellensammlung zur nachcaesarischen Zeit bietet HOFENEDER, Andreas.Die Religion der Kelten in den antiken literarischen Zeugnissen Band III. Von Arianos bis zum Ausklang der Antike. Wien 2011.

11 Für die Darstellung der Keltizitätsfrage stütze ich mich neben BIRKHAN aufMAIER, Bernhard. Die Kelten. Ihre Geschichte von den Anfängenbis zur Gegenwart. München 2016.

12 Vgl. BOTERMANN, Helga. Ebd. S. 53.

13 Vgl. Ebd. S. 53. Vgl. MAIER, Bernhard. Ebd. (2016). S. 17.

14 Vgl. MAIER, Bernhard. Ebd. (2016) S. 16.

15 Vgl. Ebd. S. 21.

16 Vgl. Ebd. S. 18.

17 Vgl. BIRKHAN, Helmut. Ebd. S. 25.

18 Maßgebliche Ausgabe: RADT, Stefan (Hrsg.). Strabons Geographika 10 Bände. Göttingen 2009. Vgl. MAIER, Bernhard. Ebd. S. 18.

19 Hier benutzte Ausgabe: Gaius lulius Caesar. Der Gallische Krieg. Übersetzt und herausgegeben von Marieluise Deissmann. Stuttgart 1980.

20 Vgl. BIRKHAN, Helmut. S. 439ff.

21 Vgl. Ebd. S. 22ff.

22 Selbiges trifft übrigens auch auf die „Keltin“ zu. Vgl. Ebd. S. 22ff.

23 Vgl. MAIER, Bernhard. Ebd. (2001). S. 110-113.

24 Vgl. MAIER, Bernhard. Ebd. (2016). S. 18.

25 Eine recht ausführliche Darstellung der militärischen Konfrontation um das Jahr 400 v. Chr. findet sich bei DOUGHERTY, Martin J. Geschichte und Vermächtnis einer der ältesten Kulturen Europas. Fränkisch-Crumbach 2017. S. 16-19.

26 Vgl. MAIER, Bernhard. Ebd. (2016) S. 18.

27 Vgl. Ebd. S. 17.

28 Vgl. BIRKHAN, Helmut. Ebd. S. 25.

29 Maier, Bernhard. Ebd. (2016) S. 150.

30 Vgl. MAIER, Bernhard. Ebd. (2016). S. 19.

31 BIRKHAN, Helmut. Ebd. S. 55.

32 Vgl. Ebd. S. 55.

33 Vgl. Ebd. S. 55-57.

34 Vgl. BIRKHAN, Helmut. Ebd. S. 59.

35 Vgl. MAIER, Bernhard. Ebd. S. 20. Charakteristisch hierfür ist die sog. „Labiovelarspaltung“, die P- und Q- Keltisch voneinander unterscheidet. Im Q-Keltischen blieb der Laut kw erhalten, wohingegen er im P-Keltischen durch p ersetzt wurde. Vgl. BIRKHAN, Helmut. Ebd. S. 61-68.

36 Für eine ausführliche Darstellung der inselkeltischen Völker vgl. BIRKHAN, Helmut. Ebd. S. 386-428.

37 Vgl. MAIER, Bernhard. Ebd.(2016). S. 19.

38 Vgl. Ebd. S. 19.

39 Ebd. S. 23.

40 Vgl. Ebd. S. 23.

41 Vgl. Ebd. S. 21.

42 Vgl. Ebd. S. 23. Vgl. DOUGHERTY, Martin J. Kelten. Ebd. S. 9-18. Für eine ausführliche Epochengliederung und Zeittafel Vgl. KRÄMER, Claus. Kleine Keltenkunde. Rheinbach2013. S. 13ff.

43 Ebd. S. 9.

44 Vgl. BIRKHAN, Helmut. Ebd. 323ff. „Es handelt sich dabei um ansehnliche Bronzegefäße wie Bronzeblechkübel (Situlen) und Rippenzisten, Schöpfgefäße und Kelche, um wertvolle Keramik (,..)eine große Anzahl von Dolchen und Schwertern (...).“ Ebd. S. 325.

45 BIRKHAN, Helmut. Ebd. S. 312.

46 Vgl. MAIER, Bernhard. Ebd. S. 21ff. Vgl. KRÄMER, Claus. Ebd. S. 9.

47 Vgl. Ebd. S.21-22. Kontakte bestanden wohl schon seit dem 8. Jahrhundert v. Chr. BIRKHAN sieht hierin einen klaren Beleg dafür, dass die „Kelten“ und ihre Vorgänger von den griechischen Ethnographen zu unrecht mit dem Prädikat des „Barbaren“ abgestempelt worden waren und nicht als „Naturvolk“ angesehen werden können. Vgl. BIRKHAN, Helmut. Ebd. S. 312.

48 MAIER geht von „einer Aufgliederung in Waffen-, Grob- und Fein- bzw. Kunstschmiede“ aus. Ebd. S. 35.

49 Vgl. BIRKHAN, Helmut. Ebd. S. 323. Vgl. DOUGHERTY, MartinJ. Ebd. S. 22.

50 MAIER, Bernhard. Ebd. (2016) S. 35.

51 Vgl. DOUGHERTY, MartinJ. Ebd. S. 22. Vgl: BIRKHAN, Helmut. Ebd. S. 323.

52 Vgl. MAIER, Bernhard. Ebd. (2016). S. 21.

53 Vgl. MAIER, Bernhard. Ebd. S. 21.

54 Vgl. Ebd. S. 21.

55 Zur reichen Ausstattung dieser „Fürstengräber“ gehören ferner kunstvoll verzierte Pferdegeschirre, Schwerter und Dolche, Utensilien, wie Kessel und Tafelgeschirr, die der Tote für ein jenseitiges Festmahl benötigen könnte und verschiedene Keramik. Vgl. BIRKHAN, Helmut. Ebd. S. 326-327.

56 Vgl. Ebd. S. 330. Vgl. DOUGHERTY, MartinJ. Ebd. S. 22-23.

57 Vgl. MAIER, Bernhard. Ebd. (2001). S. 132-139.

58 Exemplarisch hierfür kann das „Fürstengrab“ von Hochdorf gelten, das über eine überaus kostbare Ausstattung verfügte. Vgl. BIEL, Jörg. Das frühkeltische Fürstengrab vonEberdingen-Hochdorf, Landkreis Ludwigsburg. In: https://joumals.ub.uni-heidelberg.de/index.php/nbdpfbw/article/view/14500 (letzter Zugriff 14.08.2019)

59 Vgl. MAIER, Bernhard. Ebd. (2016). S. 49-61.

60 Vgl. Ebd. S. 49. Archäologisch fassbar, ist dieser Umbruch etwa durch Plünderungen der „Fürstengräber“ und die Gründung neuer Siedlungszentren.

61 Ob man bei den Kelten von einer Hochkultur sprechen kann, hängt von der Definition des Begriffes ab. Man kann durchaus argumentieren, dass die Kelten in Ermangelung von Schriftkultur und der Herausbildung eines geschlossenen Staatswesens lediglich auf der Schwelle einer Hochkultur standen. Vgl. ASSMANN, Jan. Das kulturelle Gedächtnis - Schrift, Erinnerung und politische Identität in frühen Hochkulturen. München 2007.

62 Grundlegend zur Heuneburg als frühes keltisches Herrschaftszentrum vgl. BROSSEDER, Ursula; SAUTER, Eckart BemerkungenzurHeuneburgund ihrerPublikatiou In: Praehistorische Zeitschrift.78. 2003 Berlin. S. 60-98.

63 Vgl. MAIER, Bernhard. Ebd. (2016). S. 49.

64 Wie die Hallstattkultur ist die Laténe- Zeit nach Leitfossilien benannt, die an einem speziellen Fundort zu Tage gefördert wurden. 1857 wurden in der Schweiz am Lac Neuchâtel bei einer Untiefe namens La Téne Überreste von Waffen, Kleidungsstücken und diversen anderen Gegenständen gemacht, die in die Zeit um 500 v. Chr. und später datiert werden und sich vor allem in der künstlerischen Gestaltung so grundlegend vonjenen der Hallstattkultur unterschieden, dass La Tene Namensgeber einer neuen Epoche wurde. Vgl. DOUGHERTY, Martin J. Ebd. S. 24. Vgl. BIRKHAN, Helmut. S. 333ff.

65 Vgl. DOUGHERTY, Martin, J. Ebd. S. 24. Vgl. BIRKHAM, Helmut. Ebd. S. 337.

66 Über 200 dieser Wagengräber sind bekannt. Dafür exemplarisch etwa das Grab von La Gorge-Meillet bei Somme- Tourbe. Vgl. BIIRKHAN, Helmut. Ebd. S. 337-338.

67 Vgl. Ebd. S. 337.

68 Vgl. GUNDEL, Hans Georg. Brennus 1. In: Der Kleine Pauly (KIP). Band 1. Stuttgart 1964. Sp. 942.

69 Vgl. MAIER, Bernhard. Ebd. (2016). S. 52ff. Vgl. BERNDT, Susanna. KunstundMythos. Keltische Weltdeutungin der Laténezeit. Hamburg 2014.

70 Vgl. MAIER, Bernhardt. Ebd. (2016). S. 54.

71 Vgl. Ebd. S. 54.

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Details

Titel
Aus Galliern werden Römer? Kulturelle Identität im Kontext der Romanisierung Galliens mit Schwerpunkt auf der gallo-römischen Religion
Hochschule
Universität Stuttgart  (Historisches Institut)
Veranstaltung
Kelten und Römer in nachcaesarischer Zeit
Note
2,0
Autor
Jahr
2018
Seiten
30
Katalognummer
V975138
ISBN (eBook)
9783346319777
ISBN (Buch)
9783346319784
Sprache
Deutsch
Schlagworte
galliern, römer, kulturelle, identität, kontext, romanisierung, galliens, schwerpunkt, religion
Arbeit zitieren
Sascha Dankudis (Autor), 2018, Aus Galliern werden Römer? Kulturelle Identität im Kontext der Romanisierung Galliens mit Schwerpunkt auf der gallo-römischen Religion, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/975138

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