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Wie kann das Darknet filmisch inszeniert werden? Bebildern, was kaum sichtbar ist

Title: Wie kann das Darknet filmisch inszeniert werden? Bebildern, was kaum sichtbar ist

Term Paper , 2019 , 23 Pages , Grade: 1,7

Autor:in: Judith Böttger (Author)

Communications - Movies and Television
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In dieser Hausarbeit wird anhand von "Who am I" untersucht, welche filmischen Darstellungsmöglichkeiten es für das Darknet als Spezialfall digitaler Kommunikation gibt. Welche Bildsprache wird gefunden, wie wird vom und im Darknet gesprochen, wie klingt das Darknet? Die Arbeit soll thematisch in die Problematik eingebettet werden, die bereits angeschnitten wurde. Aus der Analyse des Filmbeispiels erhofft man sich, ein Verständnis für verschiedene filmische Inszenierungen und ihr Potenzial zur Visualisierung digitaler Kommunikation zu entwickeln.

Es ist dunkel. In einem chaotischen Raum voll Hardware blinken wild kleine Leuchten auf, Bildschirme flackern, die Tasten einer mechanischen Tastatur klappern. Mit einem schwarzen Kapuzenpulli getarnt sitzt ein junger Mann vor einem Rechner und tippt unverständlichen Code, weiße Schrift auf schwarzem Grund.
Wenn es im Kino oder in Serien um Hacker und das Darknet geht, sind solche Bilder nicht unbekannt. Der Thriller Who Am I des deutschen Regisseurs Baran Bo Odar sucht audiovisuelle Darstellungsmöglichkeiten für das Darknet und die ihm immanenten Kommunikationsformen.

Denn digitale Kommunikation im Film darzustellen, ist eine gestalterische Herausforderung. Bildschirme lassen sich schlecht filmen, weil es häufig ungewollt zum Moiré-Effekt kommt, sodass das Abgebildete schlecht lesbar ist. Außerdem sollen Zuschauende nicht angestrengt werden, indem sie fortlaufend mitlesen müssen, was auf der Leinwand oder dem Display passiert. So stehen Filmemachende vor der Frage, wie neue Formen der Kommunikation filmisch inszeniert werden können. Im Falle des Darknets ist die Herausforderung noch größer: Die wenigsten Zuschauenden wissen tatsächlich, wie das Darknet funktioniert und so müssen Filme zusätzliche Erklärarbeit leisten.

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Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Der Verlust der physischen Realität

3. Das Darknet

4. Filmische Inszenierung des Darknets in Who am I

4.1. Storyline

4.2. Szenenanalyse

4.2.1. Intro

4.2.2. Kindheitsgeschichte

4.2.3. U-Bahn

4.2.4. Einbrüche

4.3. Darknet vs. Clear Web

4.4. Andere Inszenierungsformen

4.4.1. How to Sell Drugs Online (Fast)

4.4.2. Desktopfilme

5. Fazit

Zielsetzung & Themen der Arbeit

Die vorliegende Arbeit untersucht anhand des Thrillers "Who am I", welche filmischen Darstellungsmöglichkeiten für das Darknet als Spezialfall digitaler Kommunikation existieren und wie dabei abstrakte technische Vorgänge durch visuelle Metaphern für das Publikum erfahrbar gemacht werden.

  • Die Herausforderung der Visualisierung digitaler Kommunikation im Film.
  • Die Rolle von Metaphern (insb. die Stadt/U-Bahn-Metapher) bei der Vermittlung des Darknets.
  • Die filmische Inszenierung von Anonymität und Cyberspace.
  • Vergleichende Analyse mit anderen Formaten wie "How to Sell Drugs Online (Fast)" und dem Genre der Desktop-Filme.

Auszug aus dem Buch

4.2.2. Kindheitsgeschichte

Benjamin erzählt seine Kindheitsgeschichte und berichtet: „Seit ich 14 war, verbrachte ich meine Zeit hinterm Rechner.“ Man hört das Klacken einer mechanischen Computertastatur, unterlegt mit künstlich generierter Musik. Benjamin sitzt in einem dunklen, spärlich beleuchteten Raum am Schreibtisch und programmiert. Es werden fünf verschiedene Kameraperspektiven gewählt, um das Hacken zu filmen. Zuerst wird über die Schulter von Benjamin hinweg gefilmt. Man sieht seinen Rücken und Hinterkopf, der Bildschirm ist hell und unscharf im Hintergrund zu sehen. Daraufhin sieht man im Close Benjamins Augen, in denen sich hell der Bildschirm spiegelt. Seine Augen werden selbst zum Bildschirm, auf dem man die Handlung verfolgt. In der nächsten Einstellung fährt die Kamera von links an Benjamin und den Monitor heran, bis man erkennt, was auf ihm zu sehen ist: Es sind multiple Fenster geöffnet, alle mit schwarzem Hintergrund und weißer Schrift - sie erinnern an die Computeroptik der frühen 90er Jahre und Benjamin wirkt am chaotischen Schreibtisch wie ein Bastler.

Daraufhin filmt die Kamera quasi durch den Bildschirm hindurch. Halbtransparent läuft spiegelverkehrt weißer Code durchs Bild, dahinter Benjamins konzentrierter Blick. Zuletzt werden Benjamins Hände beim Tippen gefilmt, die Quelle des Klackens, das man hören kann (Anhang 5-9) Für Zuschauende werden attraktive Bilder geboten, die einen Einblick in Benjamins Tätigkeit geben, ohne dass der Code tatsächlich gelesen, geschweige denn verstanden werden muss. Es entsteht der Eindruck, dass Hacken etwas ist, dass im dunklen Hinterzimmer geschieht, fern von der Öffentlichkeit, geheim. „In der echten Welt war ich eine Null unter Einsen, ein Außenseiter, ein Verlierer, ein Freak.“ , berichtet Benjamin. Code wird personifiziert und für Zuschauende greifbar gemacht.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Einführung in die Problematik der filmischen Darstellung digitaler Kommunikation und Festlegung des Untersuchungsgegenstands.

2. Der Verlust der physischen Realität: Diskussion über die mediale Herausforderung, unsichtbare digitale Prozesse in eine sichtbare filmische Form zu übersetzen.

3. Das Darknet: Erläuterung der technischen Grundlagen des Darknets und Abgrenzung vom allgemeinen Diskurs über das "dunkle Netz".

4. Filmische Inszenierung des Darknets in Who am I: Analyse der zentralen Metaphern und filmischen Mittel, die im Film zur Visualisierung der Hacker-Welt genutzt werden.

5. Fazit: Zusammenfassende Beantwortung der Forschungsfrage und Ausblick auf zukünftige Entwicklungen im Bereich der filmischen Digitaldarstellung.

Schlüsselwörter

Darknet, Who am I, digitale Kommunikation, Filmmetaphorik, Visualisierung, Cyberspace, How to Sell Drugs Online (Fast), Desktop-Film, Anonymität, Tor-Netzwerk, Hacker-Kultur, Medialität, Bildsprache, digitale Welt, Inszenierung.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der Arbeit grundlegend?

Die Arbeit untersucht, mit welchen filmischen Strategien Regisseure abstrakte und oft unsichtbare Phänomene wie das Darknet oder digitale Datenströme visualisieren.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Im Fokus stehen die Medientheorie der Visualisierung, die Nutzung von Metaphern im Film sowie die Analyse spezifischer Bildsprachen in Bezug auf Hacker-Kulturen.

Was ist das primäre Ziel der Arbeit?

Das Ziel ist es, zu verstehen, wie Filme wie "Who am I" durch den Einsatz von körperlichen Metaphern (z.B. der U-Bahn) komplexe digitale Konzepte für das Publikum begreifbar machen.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Autorin/der Autor verwendet eine filmanalytische Vorgehensweise, kombiniert mit einer Analyse von Fachliteratur aus der Medien- und Kommunikationswissenschaft.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil analysiert detailliert die Szenengestaltung des Films "Who am I" und vergleicht diese mit anderen Inszenierungsformen, etwa der Serie "How to Sell Drugs Online (Fast)" oder dem Genre der Desktop-Filme.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Zu den prägenden Begriffen zählen Darknet-Visualisierung, filmische Metaphern, Medialität und die Darstellung digitaler Lebenswelten.

Wie wird das Darknet konkret im Film "Who am I" dargestellt?

Der Film nutzt die Metapher einer "Unterwelt", visualisiert durch ein verzweigtes, unterirdisches U-Bahn-System, in dem sich die Hacker maskiert und anonym bewegen.

Welchen Unterschied gibt es zwischen "Who am I" und dem "Desktop-Film"-Genre?

Während "Who am I" mit starken narrativen Metaphern eine Parallelwelt erschafft, verzichten Desktop-Filme wie "Unknown User" auf solche Abstraktionen und zeigen das Geschehen ausschließlich durch die Benutzeroberfläche des Computers.

Warum spielt die U-Bahn-Metapher eine so zentrale Rolle?

Sie dient als kinotaugliche Verkörperung des Darknets, um die Anonymität und die Abgeschlossenheit der dortigen Kommunikation in eine physisch erfahrbare, soziale Umgebung zu übersetzen.

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Details

Title
Wie kann das Darknet filmisch inszeniert werden? Bebildern, was kaum sichtbar ist
College
University of Potsdam
Grade
1,7
Author
Judith Böttger (Author)
Publication Year
2019
Pages
23
Catalog Number
V975593
ISBN (eBook)
9783346327017
ISBN (Book)
9783346327024
Language
German
Tags
Darknet Film Inszenierung Ästhetik Kino Netflix
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Judith Böttger (Author), 2019, Wie kann das Darknet filmisch inszeniert werden? Bebildern, was kaum sichtbar ist, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/975593
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