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Die Rolle der Mutter in den "Kinder- und Hausmärchen" der Brüder Grimm

Titel: Die Rolle der Mutter in den "Kinder- und Hausmärchen" der Brüder Grimm

Hausarbeit , 2019 , 29 Seiten , Note: 1,0

Autor:in: Astrid Biegert (Autor:in)

Germanistik - Neuere Deutsche Literatur
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Die Hausarbeit befasst sich mit der Rolle der Mutter in den "Kinder –und Hausmärchen" der Brüder Grimm und geht folgenden Fragen nach: Wie werden die Mutterfiguren in den "Kinder-und Hausmärchen" dargestellt? Inwieweit wird durch diese Darstellung das Mutterideal des 19. Jahrhunderts abgebildet?

Zunächst soll die Idealisierung der Mutter in ihrem sozialgeschichtlichen Kontext beleuchtet werden, wobei auch der Einfluss der Frauen im persönlichen Umfeld der Brüder Grimm kurz aufgezeigt wird. Der Schwerpunkt der Arbeit wird darauf liegen, die Mutterfigur im Blick auf das Mutterideal nach Typen einzuteilen und die Abwandlung der Mutterfigur durch die Redaktion der Brüder Grimm zu untersuchen. Dabei wird auf die Intention der Brüder Grimm bei ihrer Arbeit an der Märchensammlung eingegangen. Es werden Textanalysen und Textvergleiche herangezogen, die über redaktionelle Bearbeitungen der Quellen, über die Auswahl von Erzählungen und über Textanpassungen in den verschiedenen Auflagen der "Kinder -und Hausmärchen" Aufschluss geben sollen. Außerdem soll die Frage aufgeworfen werden, inwieweit Interpretationsansätze der Funktion der Mutterfigur gerecht werden können. In einer abschließenden Zusammenfassung sollen die Ergebnisse der Untersuchung ausgewertet werden.

Die "Kinder-und Hausmärchen" der Brüder Grimm wurden weltweit übersetzt und gehören bis heute zu den beliebtesten deutschen Erzählungen. Sie wurden in allen Gesellschaftsschichten von Generation zu Generation weitergegeben und rufen bei uns Kindheitserinnerungen wach. Besonders die "Kleine Ausgabe", die erstmals 1825 gedruckt wurde, machte aus den "Kinder -und Hausmärchen" das bekannteste Vorlesebuch für Kinder. In vielen dieser Märchen spielt die Mutter eine zentrale Rolle, ihre Darstellung prägt somit auch das Mutterbild von ganzen Generationen.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1 Einführung

2 Sozialgeschichtlicher Kontext der Kinder- und Hausmärchen

2.1 Die Rolle der Mutter im Biedermeier

2.2 Die Rolle der Frau im Umfeld der Brüder Grimm

3 Typisierung der Mutterfigur

3.1 Fürsorgliche Mütter

3.1.1 Verstorbene Mütter

3.1.2 Gute lebende Mütter

3.1.3 Die Hexe als gute Mutter

3.2 Großmütter

3.3 Ambivalente Mütter

3.3.1 Schlechte leibliche Mütter

3.3.2 Böse leibliche Mütter

3.4 Stiefmütter

3.4.1 Die Stiefmutter als böse Mutter

3.4.2 Die Stiefmutter als gute Mutter

3.5 Schwiegermütter

4 Figurenbildung der Mutter durch Redaktion

4.1 Intention der Brüder Grimm

4.2 Idealisierung von Mutterschaft durch Figurenbildung

4.2.1 Die Verlagerung des Bösen

4.2.2 Die Tilgung des Bösen

4.2.3 Die Überhöhung des Guten

4.3 Ambivalenzen in der Figurenbildung der Mutter

5 Funktion der Mutterfigur

6 Auswertung

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die Darstellung der Mutterfigur in den Kinder- und Hausmärchen der Brüder Grimm und analysiert, inwieweit diese Darstellungen das Mutterideal des 19. Jahrhunderts widerspiegeln. Dabei wird insbesondere untersucht, wie redaktionelle Bearbeitungen der Brüder Grimm zur Idealisierung von Mutterschaft und zur Typisierung der Mutter als "gut" oder "böse" beigetragen haben.

  • Historischer Kontext der Mutterrolle im Biedermeier und Umfeld der Brüder Grimm
  • Typisierung der Mutterfiguren (Fürsorgliche Mutter, Großmutter, Ambivalente Mutter, Stiefmutter, Schwiegermutter)
  • Redaktionelle Popularisierungsstrategien und deren Einfluss auf die Mutterdarstellung
  • Prozesse der Idealisierung durch Verlagerung oder Tilgung "böser" Charakterzüge
  • Funktion der Mutterfigur und Deutungsoffenheit der Märchentexte

Auszug aus dem Buch

4.2.1 Die Verlagerung des Bösen

Bei der Redaktionsarbeit Wilhelm Grimms lässt sich eine Verlagerung des Bösen erkennen. Leibliche Mütter mit bösen, nicht-mütterlichen Eigenschaften werden durch andere Figuren ersetzt. Zunächst werden extrem böse leibliche Mütter von Stiefmüttern abgelöst, die „als böse Ersatzmütter“ auftreten. Dabei fungieren sie als „Anti-Bild“ einer guten Mutter, da sie ihren Stiefkindern in böser Absicht Schaden zufügen und damit das Idealbild der Mutter des 19. Jahrhunderts negieren.

Die Stiefmutter in KHM 53 Sneewittchen ist typisch für eine böse Figur im Märchen. Getrieben von Eitelkeit und Eifersucht auf ihre Stieftochter versucht sie, ihre Konkurrentin zu töten. In der ersten Ausgabe von 1812 ist die Königin die leibliche Mutter: „Die Königin war die schönste im Land, [...] war stolz auf ihre Schönheit, und konnte nicht leiden, daß jemand schöner sollte seyn.“

Zusammenfassung der Kapitel

1 Einführung: Die Einleitung umreißt die Bedeutung der Grimmschen Märchen, formuliert die Forschungsfragen zur Darstellung der Mutterrolle im Kontext des 19. Jahrhunderts und erläutert die methodische Vorgehensweise.

2 Sozialgeschichtlicher Kontext der Kinder- und Hausmärchen: Dieses Kapitel beleuchtet das durch Industrialisierung und Biedermeier geprägte Mutterideal sowie das persönliche Umfeld der Brüder Grimm.

3 Typisierung der Mutterfigur: Hier erfolgt eine Kategorisierung der Mutterfiguren in verschiedene Typen, wie fürsorgliche Mütter, Großmütter, ambivalente Mütter, Stiefmütter und Schwiegermütter.

4 Figurenbildung der Mutter durch Redaktion: Dieses Kapitel analysiert, wie Wilhelm Grimm durch gezielte Texterweiterungen und -anpassungen in verschiedenen Auflagen das Bild der Mutter idealisierte.

5 Funktion der Mutterfigur: Das Kapitel erörtert die erzählerische Funktion der eindimensionalen Mutterfiguren und die Problematik einer einseitigen Interpretation der Märchen.

6 Auswertung: Die abschließende Auswertung fasst zusammen, dass trotz der redaktionellen Bemühungen um ein idealisiertes Mutterbild die durchgängigen Ambivalenzen in den Erzählungen bestehen bleiben.

Schlüsselwörter

Brüder Grimm, Kinder- und Hausmärchen, Mutterfigur, Mutterideal, Biedermeier, Stiefmutter, Redaktion, Figurenbildung, Idealisierung, Mutterschaft, Literaturwissenschaft, Märchenforschung, Romantik, Volksmärchen, Ambivalenz.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht die Darstellung der Mutterrolle in den Kinder- und Hausmärchen der Brüder Grimm und wie diese mit dem Mutterbild des 19. Jahrhunderts korrespondiert.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die Arbeit fokussiert auf die Typisierung von Mutterfiguren, den sozialgeschichtlichen Hintergrund des Biedermeiers und die redaktionellen Eingriffe der Brüder Grimm zur Anpassung der Märchen.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Ziel ist es zu klären, wie Mutterfiguren dargestellt werden und inwieweit diese Darstellungen das herrschende Mutterideal des 19. Jahrhunderts widerspiegeln oder konstruieren.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit nutzt Textanalysen und Textvergleiche zwischen verschiedenen Märchenauflagen, um redaktionelle Bearbeitungen und deren Einfluss auf die Charakterzeichnung der Mutterfiguren aufzuzeigen.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die soziokulturelle Einordnung, eine differenzierte Typisierung der Mutterrollen und eine detaillierte Analyse der redaktionellen "Figurenbildung" durch Wilhelm Grimm.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Zentrale Begriffe sind Brüder Grimm, Mutterideal, Stiefmutter, Idealisierung, Figurenbildung und die Märchenforschung.

Warum wurden leibliche Mütter in den Märchen oft durch Stiefmütter ersetzt?

Dies diente als Popularisierungsstrategie, um das "böse" Verhalten von der leiblichen Mutter (die als "heilige Frau" idealisiert werden sollte) auf die Stiefmutter zu verlagern.

Gibt es Ausnahmen von der idealisierten Mutterfigur?

Ja, die Arbeit weist darauf hin, dass trotz der redaktionellen Eingriffe auch nach 1857 ambivalente leibliche Mütter in den Erzählungen verblieben sind, was zur Deutungsoffenheit der Märchen beiträgt.

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Details

Titel
Die Rolle der Mutter in den "Kinder- und Hausmärchen" der Brüder Grimm
Hochschule
Universität Koblenz-Landau  (Institut für Germanistik)
Veranstaltung
Themen und Motive der deutschen Literatur
Note
1,0
Autor
Astrid Biegert (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2019
Seiten
29
Katalognummer
V975869
ISBN (eBook)
9783346320667
ISBN (Buch)
9783346320674
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Kinder- und Hausmärchen Brüder Grimm Rolle der Mutter
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Astrid Biegert (Autor:in), 2019, Die Rolle der Mutter in den "Kinder- und Hausmärchen" der Brüder Grimm, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/975869
Blick ins Buch
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Leseprobe aus  29  Seiten
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