In dieser Arbeit wird der Fokus auf Gesundheit und Gesundheitsförderung im Kontext von Arbeit und Arbeitslosigkeit liegen. Sie beinhaltet ein Konzept zur Gesundheitsförderung von Erwerbslosen, von Arbeitslosigkeit bedrohten oder prekär beschäftigen Personen. Im ersten Kapitel schafft die Problembeschreibung, die Relevanz des Themas und die Definition der Zielgruppe einen ersten Überblick über die Thematik. Das zweite Kapitel liefert den theoretischen Hintergrund, indem gesundheitsbezogene Modelle und der Paradigmenwechsel von pathologischer hin zur salutogenetischer Gesundheitsförderung dargestellt werden.
Im dritten Kapitel folgt die Darstellung einer konzipierten gesundheitsfördernden Maßnahme für Langzeitarbeitslose. Speziell wird auf die Zielgruppe, die Inhalte sowie die Qualitätssicherung der Maßnahme eingegangen. Letztlich wird aufgezeigt, wie sich die Maßnahme aus zwei Theorien bzw. Strategien der Gesundheitsförderung ableiten lässt. Vor dem Hintergrund der eigenen bisherigen Erfahrungen wird die entwickelte Maßnahme hinsichtlich möglicher Hindernisse und Chancen bezüglich der Umsetzung abschließend reflektiert.
Für ein besseres Verständnis werden die Begriffe Gesundheit und Gesundheitsförderung definiert. Diese sollen jedoch nicht als allgemeingültige Definitionen verstanden werden. Die WHO beschreibt Gesundheit als Zustand des umfassenden körperlichen, geistigen und sozialen Wohlbefindens und nicht nur des Freiseins von Krankheit und Gebrechen. Gesundheitsförderung dagegen zielt auf einen Prozess, allen Menschen ein höheres Maß an Selbstbestimmung über ihre Gesundheit zu ermöglichen und sie dadurch zur Stärkung ihrer Gesundheit zu befähigen.
Inhaltsverzeichnis
Einleitung
1. Problembeschreibung, Relevanz des Themas und Definition der Zielgruppe
1.1 Problembeschreibung
1.2 Relevanz des Themas
1.3 Definition der Zielgruppe
2. Theoretischer Hintergrund als Basis für gesundheitsförderliche Maßnahmen
2.1 Gesundheitsmodelle
2.1.1 Das biomedizinische Modell
2.1.2 Das salutogenetische Modell
2.1.3 Health Literacy-Strategie
3. Ableitung gesundheitsförderlicher Maßnahmen inkl. Qualitätssicherung
3.1 Vorstellung des Konzeptes einer Maßnahme zur gesundheitsbezogenen Förderung von Langzeitarbeitslosen: „Fit für Morgen!“
3.1.1 Zielgruppe der Maßnahme „Fit für Morgen!“
3.1.2 Inhalte der Maßnahme „Fit für Morgen!“:
3.1.3 Qualitätssicherung der Maßnahme
3.2 Ableitung aus zwei Theorien der Gesundheitsförderung
Abschließende Reflexion
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit untersucht den Zusammenhang zwischen Arbeitslosigkeit und gesundheitlicher Belastung, um auf dieser Basis ein praxisorientiertes Gesundheitsförderungskonzept für Langzeitarbeitslose zu entwickeln und theoretisch zu fundieren.
- Analyse der Wechselwirkungen zwischen Arbeitslosigkeit und Gesundheitszustand
- Darstellung theoretischer Gesundheitsmodelle (Biomedizin, Salutogenese)
- Konzeption der gesundheitsfördernden Maßnahme „Fit für Morgen!“
- Integration von Qualitätssicherung und Nachhaltigkeitskriterien
- Reflektion von Implementierungschancen und -hindernissen im Praxiskontext
Auszug aus dem Buch
2.1.2 Das salutogenetische Modell
Im Vergleich zum biomedizinischen Modell fragt das Salutogenese-Modell danach, was gesund hält, nicht danach was krank macht. Aaron Antonovsky, der das Modell Ende der 1970er Jahre entwickelte, geht von einem Gesundheits-Krankheits-Kontinuum aus. Demnach kann ein Mensch weder nur krank noch absolut gesund sein. Stattdessen befinde er sich in einem instabilen Zustand zwischen krankmachenden und gesunderhaltenden Faktoren (vgl. Schneider 2012: 30). Primär zeigt dieses Modell, unter welchen Voraussetzungen Stress gut zu bewältigen ist. Stressoren werden nicht als Auslöser von Krankheiten betrachtet. Sie sorgen eher für einen Spannungszustand, der grundsätzlich krankmachende, neutrale oder gesundheitsfördernde Wirkungen auslösen kann. Darüber hinaus verfügt jeder Mensch über sogenannte generalisierte Widerstandsressourcen bzw. -defizite. Hierzu gehören körperliche Eigenschaften (z.B. Stärke des Immunsystems), psychische Merkmale (z.B. positive Lebenshaltung), soziale, kulturelle und materielle Ressourcen (z.B. Bildung, finanzielle Mittel) und die Umgebung, in der ein Mensch aufwächst (vgl. Blättner o.J.: 21 f.).
Diese Widerstandsressourcen bzw. -defizite betrachtet Antonovsky nicht bloß als unterstützende Elemente. Sie lassen sich nach unterschiedlichen Ebenen der Erfahrung zuordnen, womit kurz gesagt Teilhabe, Konsistenz und Verfügung über Ressourcen gemeint sind. Genauer formuliert sind damit die Erfahrungen der Teilhabe an der Gestaltung sozial anerkannter Aktivitäten, die Erfahrungen der Beständigkeit und der Übereinstimmung sowie die Erfahrungen einer Ausgeglichenheit zwischen Anforderung und Ressourcen zu ihrer Bewältigung bzw. eine Ausgewogenheit zwischen Überbelastung und Unterforderung gemeint (vgl. a.a.O.: 23). Wichtig sind diese drei Erfahrungen, da sie festlegen in welchem Umfang ein Mensch die Lebensorientierung entfaltet, dass das Leben bedeutsam, handhabbar und erklärbar ist. Dieses Empfinden bezeichnet Antonovsky als Kohärenzsinn (SOC – Sense of coherence), dessen Ausprägung wesentlichen Einfluss auf die gesundheitsbezogene Lebensqualität einer Person nimmt.
Zusammenfassung der Kapitel
Einleitung: Die Einleitung führt in die Problematik von Gesundheit und Arbeitslosigkeit ein und gibt einen Überblick über die theoretische Herleitung sowie die praktische Konzeption der Maßnahme.
1. Problembeschreibung, Relevanz des Themas und Definition der Zielgruppe: Dieses Kapitel erläutert den Zusammenhang zwischen Arbeitslosigkeit und Gesundheit sowie die Relevanz der Zielgruppe der Langzeitarbeitslosen.
2. Theoretischer Hintergrund als Basis für gesundheitsförderliche Maßnahmen: Hier werden zentrale Gesundheitsmodelle wie das biomedizinische Modell, die Salutogenese und die Health Literacy-Strategie als wissenschaftliches Fundament vorgestellt.
3. Ableitung gesundheitsförderlicher Maßnahmen inkl. Qualitätssicherung: Dieses Kapitel beschreibt das Konzept „Fit für Morgen!“ und dessen theoretische Herleitung sowie Maßnahmen zur Qualitätssicherung.
Abschließende Reflexion: Der Autor reflektiert Chancen und Hindernisse bei der Umsetzung des Konzepts unter Berücksichtigung beruflicher Erfahrungen.
Schlüsselwörter
Gesundheitsförderung, Arbeitslosigkeit, Langzeitarbeitslosigkeit, Salutogenese, Kohärenzsinn, Health Literacy, Gesundheitskompetenz, Empowerment, Partizipation, Qualitätssicherung, Prävention, Soziale Sicherung, Stressbewältigung, Beschäftigungsfähigkeit, Fallmanagement
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit thematisiert die gesundheitlichen Auswirkungen von Arbeitslosigkeit und entwickelt ein Konzept zur Gesundheitsförderung für Langzeitarbeitslose.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die zentralen Felder umfassen Gesundheitswissenschaften, Arbeitsmarktpolitik, Prävention, Ernährungsberatung, Sportpädagogik und Sozialarbeit.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Ziel ist es, ein gesundheitsförderndes Angebot namens „Fit für Morgen!“ zu konzipieren, das Arbeitslose bei der Verbesserung ihrer Gesundheit und Beschäftigungsfähigkeit unterstützt.
Welche wissenschaftlichen Modelle werden verwendet?
Die Arbeit stützt sich primär auf das biomedizinische Modell, das salutogenetische Modell von Aaron Antonovsky und die Health Literacy-Strategie.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in eine Problemanalyse, die Darstellung theoretischer Modelle und die detaillierte Ausarbeitung des 20-wöchigen Förderkonzepts „Fit für Morgen!“ inklusive Qualitätssicherung.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind Gesundheitsförderung, Langzeitarbeitslosigkeit, Salutogenese, Empowerment und Partizipation.
Warum ist das Konzept „Fit für Morgen!“ freiwillig gestaltet?
Die Freiwilligkeit dient dazu, die Akzeptanz und Motivation der Zielgruppe zu erhöhen und eine Abgrenzung zu verpflichtenden, kontrollierenden Maßnahmen der Arbeitsverwaltung zu schaffen.
Welche Rolle spielt das Fallmanagement in dem beschriebenen Konzept?
Das Fallmanagement ist Teil der interdisziplinären Betreuung und begleitet die Teilnehmer über den gesamten Zeitraum, um einen transparenten Austausch zu gewährleisten.
Wie trägt Partizipation zur Zielerreichung bei?
Durch die Einbeziehung in Planungsprozesse und die aktive Bewertung des Angebots sollen die Teilnehmer Selbstwirksamkeit erleben und Kompetenzen für eine selbstbestimmte Lebensweise entwickeln.
- Quote paper
- Bastian Menne (Author), 2020, Gesundheitsförderung im Kontext von Arbeit und Arbeitslosigkeit. Gesundheitsförderliche Maßnahmen und Qualitätssicherung, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/976470