Die Arbeit soll die Entwicklungen der kastilischen Sprache während des Mittelalters, ihre damit zusammenhängenden geschichtlichen Ereignisse und Einflüsse anderer Sprachen darstellen. Zunächst soll der geschichtliche Hintergrund als Grundlage des sprachlichen Entwicklungsverständnisses beleuchtet werden.
Die Kastilische Sprache gehört zum romanischen Sprachzweig und bildet mit dem Katalanischen, dem Portugiesischen und dem Galicischen die Gruppe der iberoromanischen Sprachen. Der Dialekt Kastilisch, der in einer schwach romanisierten Gegend im Norden von Spanien, im Grenzgebiet der heutigen Provinzen Burgos, La Rioja, Vizcaya und Álava entstand, ist die historische Grundlage des modernen Spanisch, daher wird das Spanische häufig auch Kastilisch genannt. Entstanden ist das Kastilische aus dem Vulgärlatein. Dabei wurden die früher in Spanien gesprochenen keltischen und iberischen Sprachen mit Ausnahme der baskischen Sprache verdrängt. Das Kastilische wird von der Mehrheit der Bevölkerung verstanden. Auf der Iberischen Halbinsel deckt sich das Sprachgebiet des Kastilischen nicht ganz mit dessen Staatsgebiet.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
2 Definitionen
2.1 Kastilisch
2.2 Mittelalter
3 Historischer Hintergrund
3.1 Das Westgotenreich 409 – 711
3.2 Die Conquista 711 – 718
3.3 Die Reconquista 718/722 - 1492
4 Die Entstehung des Kastilischen
4.1 Die ersten Sprachzeugnisse
4.1.1 Glosas emilianenses & Glosas silenses
4.1.2 Die mozarabischen Jarchas
4.2 Die Ausgliederung des Kastilischen aus den nördlichen Dialekten
4.3 Der intensive Sprachausbau
4.4 Der extensive Sprachausbau
4.5 Der kastilische Königshof als sprachliches Ausbauzentrum
4.6 Sprachliche Merkmale des Kastilischen
5 Sprachliche Veränderungen/ Einflüsse
5.1 Germanische Einflüsse
5.2 Arabische Einflüsse
6 Schlussbetrachtung
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit untersucht die historische Entwicklung der kastilischen Sprache während des Mittelalters, wobei der Fokus auf den geschichtlichen Ereignissen, dem Sprachausbau und den Einflüssen fremder Sprachen liegt. Ziel ist es, den Aufstieg des Kastilischen vom Dialekt zur Nationalsprache Spaniens nachzuvollziehen.
- Historische Entwicklung der iberischen Halbinsel (Westgotenreich, Conquista, Reconquista)
- Die Entstehung des Kastilischen aus dem Vulgärlatein
- Prozesse des Sprachausbaus (intensiv und extensiv)
- Einfluss des kastilischen Königshofs auf die Standardisierung
- Sprachliche Merkmale und fremdsprachliche Einflüsse (Arabisch, Germanisch)
Auszug aus dem Buch
4.5 Der kastilische Königshof als sprachliches Ausbauzentrum
Zu Beginn des 12. Jahrhunderts wurde das kulturelle Zentrum des kastilischen Königreichs von Burgos nach Toledo verlegt. (B/N 71) Politisch gesehen war Alfons X. zwar der Herrscher über das größte Königreich, jedoch mit geringem Erfolg. Desto intensiver beschäftigte er sich mit der Wissenschaft und Literatur, jedoch/wiederum mit politischem Hintergedanken. Unter der Regierung König Alfons X. el Sabio entwickelte sich Toledo, das bereits Hauptstadt des Westgotenreichs und als Gründungsort der berühmten Übersetzerschule hohes Ansehen genoß, zum bedeutendsten Kulturzentrum des spanischen Mittelalters. (B/N 71) Er „gilt als Schöpfer der kastilischen Prosa“ und förderte die im 12. Jahrhundert begonnene Übersetzungstätigkeit, indem er die Übersetzungen nun in der Volksprache Kastiliens aufschreiben ließ. (B/N 72) Daneben wurden auch Gesetzessammlungen wie die Siete Partidas, der umfassendsten Rechtssammlung des europäischen Mittelalters, sowie astrologische und astronomische Werke, wie das Libro del Saber de Astronomía verfasst.
Aus der Poesie sind die Cantigas de Santa María, ein mit autobiografischen Elementen des Königs in galicischer Sprache versehenes Werk, zu erwähnen. Selbst aus der Geschichtsschreibung dieser Zeit sind zwei Werke bekannt: Zum einen die Estoria de Espanna und zum anderen die General a gran Estoria, die aber beide erst nach seinem Tod 1284 fertig gestellt/beendet wurden. (B/N 73) Auf Grund dieser regen literarischen Tätigkeiten am kastilischen Hof/Alfons X. wurde das Kastilische einer sprachlichen Standardisierung unterzogen, die sich auf das Kastilische von Toledo bezog.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Vorstellung des Themas und der Zielsetzung der Hausarbeit zur Entwicklung der kastilischen Sprache.
2 Definitionen: Begriffliche Einordnung der Termini „Kastilisch“ und „Mittelalter“ für den Kontext der Arbeit.
3 Historischer Hintergrund: Darstellung der prägenden historischen Ereignisse wie dem Westgotenreich, der arabischen Conquista und der christlichen Reconquista.
4 Die Entstehung des Kastilischen: Analyse der Sprachzeugnisse, der Ausgliederung der Dialekte, der Sprachausbauphasen sowie der Rolle des Königshofs.
5 Sprachliche Veränderungen/ Einflüsse: Untersuchung germanischer und arabischer Lehnwörter und deren Integration in das Kastilische.
6 Schlussbetrachtung: Zusammenfassendes Fazit über den Zusammenhang von Geschichte und Sprachwerdung zur Nationalsprache.
Schlüsselwörter
Kastilisch, Mittelalter, Reconquista, Spanien, Vulgärlatein, Sprachausbau, Alfons X., Toledo, Sprachgeschichte, Arabismen, Iberische Halbinsel, Dialekt, Standardisierung, Sprachwandel, Literatur.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in der Arbeit grundlegend?
Die Arbeit behandelt die Entwicklung der kastilischen Sprache während des Mittelalters unter Berücksichtigung der politischen und geschichtlichen Rahmenbedingungen.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Zentrale Felder sind die historischen Etappen der Eroberungen, der Prozess der Sprachstandardisierung am Königshof und der Einfluss von Fremdsprachen auf das Kastilische.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das primäre Ziel ist es, den Aufstieg des Kastilischen vom regionalen Dialekt zur führenden Schriftsprache und Nationalsprache Spaniens zu belegen.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit nutzt eine historisch-deskriptive Methode, basierend auf Literaturanalyse und der Untersuchung von sprachlichen Entwicklungen und historischen Quellen.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die Darstellung der historischen Epochen, die Analyse der ersten Sprachzeugnisse und die detaillierte Beschreibung der Sprachausbauprozesse unter Alfons X.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind Kastilisch, Reconquista, Alfons X., Sprachausbau und iberoromanische Sprachen.
Warum war Toledo ein so wichtiges Zentrum für die Sprachentwicklung?
Toledo fungierte als bedeutendes Kultur- und Wissenschaftszentrum, in dem unter Alfons X. durch Übersetzungsarbeit und Standardisierungsbemühungen die kastilische Prosa maßgeblich geformt wurde.
Welchen Einfluss hatten die Araber auf die kastilische Sprache?
Die Araber hinterließen einen dauerhaften Einfluss, insbesondere durch eine Vielzahl an Lehnwörtern in Bereichen wie Wissenschaft, Technik und Landwirtschaft, wodurch das Arabische zur zweitwichtigsten Quelle nach dem Lateinischen wurde.
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- Anonym (Autor:in), 2008, Das Kastilische im Mittelalter. Entwicklung, geschichtliche Ereignisse und Einflüsse anderer Sprachen, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/976684