Diese Bachelorarbeit widmet sich dem Thema "Gesellschaftliche Teilhabe älterer Menschen mit Migrationshintergrund aus sozialräumlicher Perspektive". Handlungsleitend ist die Frage, wie den genannten Zielgruppen in ihrem Wohnquartier eine adäquate gesellschaftliche Teilhabe ermöglicht werden kann. Es wird explizit nach kultursensiblen Zugangswegen und integrativen Gestaltungsmöglichkeiten gesucht. Methodisch werden themenbezogene Sozialforschungsprojekte analysiert. Hierbei werden unter anderem auch auf ihre Erkenntnisse zu fördernden und hemmenden Faktoren in Bezug auf funktionierende Beteiligungsangebote hervorgehoben.
Der demografische Wandel ist eine der drängendsten Herausforderungen der Gegenwart. Die Veränderungen werden in Bezug auf die steigenden Zahlen älterer Menschen, der Erhöhung des Durchschnittsalters und gleichzeitigem Geburtenrückgang häufig als besorgniserregend bewertet. Hieraus resultieren unterschiedliche Ansätze zum Umgang mit diesen, häufig durch die Medien skizzierten, "Schreckensbildern". So dominiert auf fachlicher Ebene beispielsweise der Wunsch, die Aktivierung älterer Menschen zu fördern, damit diese auch ohne Erwerbsarbeit einen sinnvollen Beitrag zur Gesellschaft leisten können. Häufig wird jedoch eine weitere Entwicklung gänzlich missachtet: Unsere Bevölkerung ist zusätzlich "auch ,bunter‘ als Folge von Zuwanderungen geworden".
Als Konsequenz wird, im Sinne der kulturellen Diversität, der Fokus der Bachelorarbeit auf migrantische Alterung gesetzt.
Hierbei werden einige Herausforderungen deutlich, da es nicht "die" Menschen mit Migrationshintergrund zu geben scheint, die gleiche Bedürfnisse vorweisen und dementsprechend kollektiv als gemeinsame Zielgruppe angesprochen werden können. Diese These gilt es in den folgenden Kapiteln zu bestätigen oder zu falsifizieren.
Ältere Menschen im Generellen, ob mit oder ohne Zuwanderungsgeschichte, verbindet häufig, dass ihr direktes Wohnumfeld mit steigendem Alter und Beendigung der Erwerbstätigkeit von höher werdender Bedeutung ist (vgl. nähere Ausführungen zu diesem Absatz in Kapitel 2.3). An dieser Stelle könnte eine passende Ansprache deshalb besonders gute Ergebnisse erzielen. Die Menschen sollen mit dem sozialraumorientierten Ansatz dort erreicht werden, wo sie am häufigsten vorzufinden sind: im Einzelhandelsgeschäft, Park oder Hausflur.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
2 Terminologische Definitionen und Differenzierungen
2.1 Perspektiven des Alter(n)s
2.2 Betrachtungsmöglichkeiten von Migration und Integrationsprozessen
2.3 Sozialraumorientierung als zielgruppensensible, aktivierende Option
2.4 Gesellschaftliche Teilhabe zur Sicherung eines zufriedenen Lebens
3 Vorstellung und Einordnung der Forschungsprojekte
3.1 Öffnung des Wohnquartiers für das Alter
3.2 Lebensqualität im Wohnquartier
3.3 Ältere Migrant(inn)en im Quartier
3.4 QuartiersNETZ
3.5 Sa&gml;lik
3.6 Seniorenorientierte Navigation
3.7 MitgestALTER
3.8 Soziale Ressourcen für altersgerechte Quartiere
3.9 Empowerment für Lebensqualität im Alter
3.10 Vicino
4 Analyse und Bewertung der Forschungsprojekte
4.1 Bewertungsleitfaden
4.2 Präventiver Forschungsansatz
4.2.1 Motivation: Demografischer Wandel
4.2.2 Motivation: Akute Verläufe verhindern
4.3 Niedrigschwellige Zugänge
4.3.1 Niedrigschwelligkeit durch Setting-Ansatz
4.3.2 Niedrigschwelligkeit durch Multiplikator*innen
4.3.3 Niedrigschwelligkeit durch Angebotsbreite
4.4 Kultursensible Grundhaltung
4.4.1 Komplette Ausrichtung auf Menschen mit Migrationshintergrund
4.4.2 Teilausrichtung auf Menschen mit Migrationshintergrund
4.4.3 Keine Ausrichtung auf Menschen mit Migrationshintergrund
4.5 Einbindung von Partizipationsstufen
4.5.1 Stufe 1: Informieren
4.5.2 Stufe 2 und 3: Mitwirken und Mitentscheiden
4.5.3 Stufe 4: Selbstverwalten
4.6 Interpretation und Umsetzung von Empowerment
4.6.1 Empowerment durch Vermittler*innen
4.6.2 Empowerment durch Quartierskonferenzen
4.6.3 Empowerment als übergeordnetes Projektziel
4.7 Sicherung der Nachhaltigkeit
4.8 Transfermöglichkeiten
4.8.1 Entwicklung von Handlungsleitfäden und -empfehlungen
4.8.2 Entwicklung von Handbüchern
4.8.3 Weitere Transferansätze
5 Schlussbetrachtung mit Handlungsempfehlungen
Zielsetzung & Themen
Die Bachelorarbeit untersucht, wie älteren Menschen mit Migrationshintergrund eine adäquate gesellschaftliche Teilhabe in ihrem Wohnquartier ermöglicht werden kann. Dabei wird analysiert, inwieweit bestehende Sozialforschungsprojekte kultursensible Ansätze nutzen, um diese heterogene Zielgruppe aktiv in den Sozialraum einzubinden.
- Sozialraumorientierung in der Altenhilfe
- Teilhabemöglichkeiten von älteren Menschen mit Migrationshintergrund
- Analyse kultursensibler Beteiligungsstrategien in Forschungsprojekten
- Methoden des Empowerments und der Nachhaltigkeit im Quartier
Auszug aus dem Buch
1 Einleitung
„Der demografische Wandel ist eine der drängendsten Herausforderungen der Gegen wart.“ (Dreyer 2012: 37) Die Veränderungen werden in Bezug auf die steigenden Zahlen älterer Menschen, der Erhöhung des Durchschnittsalters und gleichzeitigem Geburten rückgang häufig als besorgniserregend bewertet (vgl. Gentinetta 2014: 31ff). Hieraus re sultieren unterschiedliche Ansätze zum Umgang mit diesen, häufig durch die Medien skizzierten, „Schreckensbildern“. So dominiert auf fachlicher Ebene beispielsweise der Wunsch, die Aktivierung älterer Menschen zu fördern, damit diese auch ohne Erwerbs arbeit einen sinnvollen Beitrag zur Gesellschaft leisten können (vgl. Vukoman 2013: 66). Häufig wird jedoch eine weitere Entwicklung gänzlich missachtet: Unsere Bevölkerung ist zusätzlich „auch ,bunter‘ als Folge von Zuwanderungen geworden“ (May/ Alisch 2013: 7). Steigende Zahlen älterer Menschen mit Migrationshintergrund sollten dement sprechend nicht ignoriert werden. Als Konsequenz wird, im Sinne der kulturellen Diver sität, der Fokus der Bachelorarbeit auf migrantische Alterung gesetzt.
Hierbei werden einige Herausforderungen deutlich, da es nicht „die“ Menschen mit Mig rationshintergrund zu geben scheint, die gleiche Bedürfnisse vorweisen und dementspre chend kollektiv als gemeinsame Zielgruppe angesprochen werden können (vgl. Schröer/ Schweppe 2010: 373). Diese These gilt es in den folgenden Kapiteln zu bestätigen oder zu falsifizieren.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Die Einleitung begründet die Relevanz des Themas aufgrund des demografischen Wandels und der zunehmenden kulturellen Diversität in der alternden Bevölkerung.
2 Terminologische Definitionen und Differenzierungen: Dieses Kapitel erläutert zentrale Begriffe wie Altern, Sozialraum, Migration und gesellschaftliche Teilhabe, um eine theoretische Basis für die Analyse zu schaffen.
3 Vorstellung und Einordnung der Forschungsprojekte: Hier werden zehn ausgewählte Forschungsprojekte kurz vorgestellt, um einen Überblick über deren Ziele, Abläufe und Zielgruppen zu geben.
4 Analyse und Bewertung der Forschungsprojekte: Dieses Hauptkapitel analysiert die Projekte anhand eines eigens entwickelten Bewertungsleitfadens in Bezug auf Aspekte wie Prävention, Zugänglichkeit, Kultursensibilität und Partizipation.
5 Schlussbetrachtung mit Handlungsempfehlungen: Abschließend werden die Ergebnisse zusammengeführt und ein „Idealprojekt“ formuliert, ergänzt um konkrete Handlungsempfehlungen für Akteure und Kommunen.
Schlüsselwörter
Ältere Menschen, Migrationshintergrund, Soziale Arbeit, Sozialraum, Gesellschaftliche Teilhabe, Partizipation, Empowerment, Kultursensibilität, Altenhilfe, Demografischer Wandel, Quartiersarbeit, Integrationsprozesse, Prävention, Nachhaltigkeit, Transfermöglichkeiten
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Bachelorarbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit der gesellschaftlichen Teilhabe von älteren Menschen mit Migrationshintergrund und untersucht, wie diese durch sozialräumliche Ansätze im Wohnquartier gefördert werden kann.
Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?
Die Schwerpunkte liegen auf der Analyse von Sozialraumorientierung, Partizipationsmöglichkeiten, Empowerment-Strategien und der Bedeutung einer kultursensiblen Altenhilfe.
Welches Ziel verfolgt die Forschungsarbeit?
Das primäre Ziel ist es, auf Basis der Analyse bestehender Forschungsprojekte aufzuzeigen, wie ältere Menschen mit Migrationshintergrund besser in ihren Sozialraum eingebunden werden können und welche Kriterien dabei für eine gelungene Praxis wichtig sind.
Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?
Die Arbeit nutzt die Analyse und vergleichende Bewertung von themenbezogenen Sozialforschungsprojekten, für die ein eigener Bewertungsleitfaden entwickelt wurde.
Welche Inhalte werden im Hauptteil behandelt?
Im Hauptteil werden zunächst theoretische Begriffe geklärt, gefolgt von der Vorstellung zehn verschiedener Forschungsprojekte und deren detaillierter Analyse anhand von Qualitätsdimensionen wie Prävention, niedrigschwellige Zugänge und Kultursensibilität.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind insbesondere Ältere Menschen, Migrationshintergrund, Sozialraum, Partizipation, Empowerment, Kultursensibilität und Altenhilfe.
Was unterscheidet das "Idealprojekt" von den untersuchten Ansätzen?
Das im Schlussteil formulierte Idealprojekt führt die positiv bewerteten Aspekte der analysierten Projekte zusammen und integriert eine stärker zielgruppenorientierte, flexiblere und niedrigschwelligere Ansprache als bei vielen der untersuchten Vorbilder.
Warum wird im Projekt "Vicino" die Einbindung verschiedener Generationen als besonderer Zugang hervorgehoben?
Die Einbindung der zweiten Generation wird als sinnvoll erachtet, da diese mit lokalen Regelstrukturen vertraut ist und somit effektiv als Brücke zu den älteren Migrantinnen und Migranten fungieren kann.
- Quote paper
- Anonym (Author), 2020, Gesellschaftliche Teilhabe älterer Menschen mit Migrationshintergrund aus sozialräumlicher Perspektive, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/976751