"Ethik und Ökonomik: Vorrang der Ethik, Dominanz der Sachzwänge oder Ansatz zur Interdisziplinarität?"
Diese Arbeit hat das Ziel, die wesentlichen Meinungen zum Thema vorzustellen und zu erläutern. Ich halte mich dabei an die Gliederung, die mir der Name des Themas vorgibt. Dabei bewege ich mich auf der wissenschaftlichen Ebene des Forschungsansatzes, auf welcher das Verhältnis der Wissenschaften Ethik und Ökonomik diskutiert und untersucht wird. In ihren eigenen Welten sind diese Wissenschaften weitgehend erforscht, die Misch-Disziplin Wirtschaftsethik aber ist noch Thema vieler wissenschaftlicher Auseinandersetzungen, in der ganz verschiedene Meinungen und Ideen aufeinanderprallen.
Um meinen Ausführungen zusätzliches Gewicht und mehr Anschauung zu geben, bewege ich mich zusätzlich jeweils auch auf die Ebene des Forschungsgegenstandes, nämlich des Verhältnisses zwischen Moral und (Markt)wirtschaft. In meinen weiteren Ausführungen steht der Begriff "Wirtschaft" immer für die Marktwirtschaft, da diese nach dem Zusammenbruch des Kommunismus die bei uns und fast überall auf der Welt gängige und funktionierende Wirtschaftsform ist. Zur Sozialen Marktwirtschaft als deutschen Sonderfall komme ich im Rahmen des Gliederungspunktes "Ansatz zur Interdisziplinarität". Im abschließenden Fazit fasse ich die wesentlichen Aussagen dieser Arbeit schließlich in einer etwas anschaulicheren, weniger wissenschaftlichen Schreibweise zusammen.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
1.1. Vorbemerkung
1.2. Konzeption
1.3. Begriffserklärung
2. Hauptteil
2.1. Vorrang der Ethik
2.2. Dominanz der Sachzwänge
2.3. Ansatz zur Interdisziplinarität
3. Fazit
Zielsetzung & Themen
Diese Arbeit untersucht das Spannungsfeld zwischen Ethik und Ökonomik, um zu klären, ob einer der beiden Bereiche dominieren sollte oder ob ein interdisziplinärer Ansatz als Lösungsmodell fungieren kann. Die Forschungsfrage fokussiert dabei auf die praktische Anwendbarkeit dieser theoretischen Konzepte auf die Soziale Marktwirtschaft.
- Verhältnisbestimmung von Ethik und Ökonomik
- Kritische Analyse von Extrempositionen (Dominanz der Ethik vs. Dominanz der Ökonomik)
- Der interdisziplinäre Ansatz nach Karl Homann
- Anwendung des interdisziplinären Modells auf die Soziale Marktwirtschaft
- Wechselwirkung zwischen gesellschaftlichen Moralvorstellungen und ökonomischen Sachzwängen
Auszug aus dem Buch
1.3. Begriffserklärung
Auf den folgenden Seiten tauchen häufig einige wichtige Begriffe auf, die ich vorab noch kurz erläutern und voneinander abgrenzen möchte.
"Moral" bezeichnet einen "Komplex von Normen, Maximen und Prinzipien, die das Handeln der Akteure leiten oder leiten sollen"1, während man unter "Ethik" die Wissenschaft versteht, die sich mit der Moral beschäftigt. Moralphilosophie ist ein Synonym für Ethik.
Auf der anderen Seite ist die "Ökonomie" der Bereich, in dem sich die Marktteilnehmer bewegen (Wirtschaft), während man für die Wirtschaftswissenschaften , also "die Theorie wirtschaftlichen Handelns"2, den Fachbegriff "Ökonomik" verwendet.
Auf der Ebene des Forschungsgegenstandes benutze ich also die Begriffe "Moral" und "Ökonomie" bzw. "Wirtschaft", auf der in diesem Referat hauptsächlich bearbeiteten Ebene des wissenschaftlichen Forschungsansatzes werden die Termini "Ethik" und "Ökonomik" verwendet.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Die Einleitung beleuchtet aktuelle gesellschaftliche Konflikte zwischen wirtschaftlichem Handeln und moralischen Bedenken, um das Spannungsfeld des Themas zu verdeutlichen.
2. Hauptteil: Der Hauptteil analysiert verschiedene theoretische Konzepte, angefangen bei der Forderung nach einem Vorrang der Ethik über die Dominanz ökonomischer Sachzwänge bis hin zum interdisziplinären Lösungsansatz von Karl Homann.
3. Fazit: Das Fazit fasst zusammen, dass Ethik und Ökonomik zwar unterschiedliche Ziele verfolgen, jedoch in einer interdisziplinären Kooperation, wie sie die Soziale Marktwirtschaft praktiziert, konstruktive Lösungen für komplexe gesellschaftliche Probleme bieten können.
Schlüsselwörter
Wirtschaftsethik, Moralökonomik, Soziale Marktwirtschaft, Interdisziplinarität, Homann, Ethik, Ökonomik, Egoismus, Altruismus, Rahmenordnung, Gewinnmaximierung, Restriktionenanalyse, Heuristik.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit untersucht das Verhältnis von Wirtschaft und Moral und analysiert, wie diese beiden unterschiedlichen Disziplinen interagieren.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die Themenfelder umfassen den Vorrang der Ethik, die Dominanz ökonomischer Sachzwänge und die Möglichkeit einer interdisziplinären Zusammenarbeit beider Wissenschaften.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Ziel ist es, wesentliche Meinungen zum Thema vorzustellen und zu erläutern, wobei insbesondere geprüft wird, ob ein interdisziplinärer Ansatz als Lösungsmodell für die Soziale Marktwirtschaft dienen kann.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es wird eine wissenschaftliche Analyse auf zwei Ebenen vorgenommen: einerseits der wissenschaftstheoretische Forschungsansatz (Ethik und Ökonomik) und andererseits die Ebene des Forschungsgegenstandes (Soziale Marktwirtschaft).
Was wird im Hauptteil behandelt?
Im Hauptteil werden Extrempositionen wie die Forderung nach der Domestizierung der Ökonomie durch die Moral sowie der Gegenansatz der ökonomischen Dominanz diskutiert, bevor Karl Homanns Theorie der wechselseitigen Heuristik und Restriktionenanalyse detailliert vorgestellt wird.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind Wirtschaftsethik, Interdisziplinarität, Rahmenordnung, Soziale Marktwirtschaft und die wechselseitige Heuristik und Restriktionenanalyse nach Homann.
Wie definiert der Autor das Verhältnis von Ethik und Ökonomik?
Der Autor stützt sich auf Karl Homann und definiert das Verhältnis als eine "wechselseitige Heuristik und Restriktionenanalyse", bei der beide Disziplinen als gleichberechtigte Partner agieren.
Warum hält der Autor den Ansatz von Karl Homann für besonders treffend?
Der Autor bewertet den Ansatz als besonders treffend, da er sich praxisnah auf die Soziale Marktwirtschaft übertragen lässt und einen empirisch belegbaren Erfolg in der Weiterentwicklung des Gesellschaftssystems aufweist.
- Quote paper
- Sven Maertens (Author), 2000, Ethik und Ökonomik: Vorrang der Ethik, Dominanz der Sachzwänge oder Ansatz zur Interdisziplinarität?, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/9776