Wasserkreislauf kennenlernen und verstehen. Begegnung mit Phänomenen der unbelebten Natur (3. Klasse Sachunterricht)


Unterrichtsentwurf, 2020

17 Seiten, Note: 1,3

Anonym


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1 Formale Angaben

2 Lehrplananalyse

3 Sachanalyse

4 Didaktische Analyse

5 Lehr- und Lernvoraussetzungen

6 Lernziele

7 Methodische Analyse

8 Einordnung in die Phasen E-E-E
8.1 Einstieg
8.2 Erarbeitung
8.3 Ergebnissicherung

9 Verlaufsplanung

10 Anhang
10.1 Protokoll zum Thema: „Die Verdunstung“
10.2 Protokoll zum Thema: „Die Kondensierung“
10.3 Tafelbild Wasserkreislauf
10.4 Der „Wassertropfen Fridolin“ von Thomas Hammer
10.5 Quellen

1 Formale Angaben

Schule: Grundschule

Klasse:3 (24 Schülerinnen und Schüler)

Datum:15. 01.2020

Fach: Sachunterricht

Uhrzeit: 7:45 Uhr- 8:30 Uhr

2 Lehrplananalyse

Das Thema „Wasserkreislauf“ wird im sächsischen Lehrplan für die Grundschule in die dritte Klassenstufe eingeordnet. Es ist ein Bestandteil des vierten Lernbereiches: Begegnung mit Phänomenen der unbelebten Natur. Die Kinder haben in den Unterrichtsstunden zuvor bereits kennengelernt, welche Möglichkeiten es gibt, sich über das Wetter zu informieren und welche Bedeutung Wettervorhersagen haben. Sie haben sich auch mit den Eigenschaften zu dem Thema Wasser auseinandergesetzt und herausgefunden, dass Wasser unterschiedliche Zustandsformen besitzen kann und wie die Begriffe „Gefrieren“, „Schmelzen“ und „Verdampfen“ mit ihnen in Verbindung stehen. In der ausgewählten Unterrichtsstunde werden die Kinder anhand von Experimenten erkennen, was die Begriffe „Verdunsten“ und „Kondensieren“ bedeuten. Zudem lernen sie, dass sich das Wasser in der Natur in einem Kreislauf bewegt. Im Anschluss an diese Unterrichtseinheit finden die Kinder mittels verschiedener Experimente heraus, welche Materialien und Gegenstände im Wasser schwimmen, bzw. sinken können.

3 Sachanalyse

In dem ersten Teil der Unterrichtsstunde geht es um das Verdunsten und Kondensieren von Wasser. Geht dieses vom flüssigen in den gasförmigen Aggregatzustand über, so spricht man vom Sieden oder Verdunsten. Der Unterschied macht hier die Siedetemperatur aus, welche beim Wasser bei 100 Grad Celsius liegt. Wenn das Wasser nun also 100 Grad heiß ist, und es aufgrund dessen zu einem gasförmigen Wasserdampf wird, spricht man vom Sieden, wie zum Beispiel beim Kochen von Wasser. Ist die Temperatur des Wassers geringer als 100 Grad Celsius, wenn es gasförmig wird, so spricht man vom Verdunsten. Diesen Vorgang kann man in der Natur sehr gut beobachten, wenn es beispielsweise geregnet hat. Es entstehen viele Pfützen, aus denen das Wasser nach einigen Tagen wieder verschwindet, da es vom flüssigen in den gasförmigen Zustand übergegangen ist. Es gibt in der Natur einige Faktoren, die das Wasser schneller oder langsamer verdunsten lassen, wie zum Beispiel die Temperatur, die Größe der Wasseroberfläche, oder Winde. Umso wärmer es ist und umso größer die Wasseroberfläche ist, desto mehr Wasser kann verdunsten. Ob Wind eine Rolle spielt, kann man bei dem Vorgang des Wäsche trocknens beobachten; wenn es warm ist, und Wind weht, trocknet diese schneller, als wenn es kälter ist und gar kein Wind weht.

Der zweite Vorgang ist der des Kondensierens, welcher das Gegenteil des Siedens bzw. Verdunstens darstellt, da hier das Wasser vom gasförmigen Aggregatzustand in den flüssigen übergeht. Ob das Wasser kondensieren kann hängt zum einen vom Druck und zum anderen von der Temperatur ab. Unter bestimmten Druck- und Temperaturverhältnissen, welche den Kondensationspunkt bestimmen, kommt es dazu, dass sich der Wasserdampf auf einer Oberfläche, oder kleinen in der Luft enthaltenen Partikeln, auch genannt Aerosole, absetzt und wieder flüssig wird. Die entstehenden Wassertropfen bezeichnet man als Kondensat. In der Natur spielt diese eine besonders große Rolle, wenn es um die Entstehung von Nebel, Tau, Raureif oder Wolken geht. In der Luft ist immer transparenter Wasserdampf enthalten. Man spricht in diesem Zusammenhang auch von der Luftfeuchtigkeit. Es hängt von der Lufttemperatur ab, wie viel Wasserdampf aufgenommen werden kann; umso höher die Temperatur ist, desto mehr Feuchtigkeit kann auch aufgenommen werden. Wenn aber so viel Wasserdampf in der Luft ist, wie sie aufnehmen kann, also eine Luftfeuchtigkeit von 100 Prozent erreicht ist, so kondensiert dieser sofort und wird wieder flüssig. In der Natur kann man dieses Phänomen nicht nur oben am Himmel bei der Wolkenentstehung beobachten, sondern auch unten am Boden, wenn sich in der Nacht oder an einem kalten Morgen Nebel bildet. Oftmals werden jedoch die Naturphänomene mit den falschen Aggregatzuständen beschrieben. Wasserdampf ist im eigentlichen Sinne komplett transparent; das bedeutet, dass man ihn überhaupt nicht sehen kann. Nebel jedoch, oder Wolken sieht man ganz deutlich, was daran liegt, dass der Wasserdampf bereits zu ganz feinen Wassertropfen kondensiert ist, die man als solche nicht erkennen kann. Auch beim Kochen spricht man häufig vom Wasserdampf, welcher aus dem Topf empor steigt, doch dieser ist bereits auch kondensiert, da die Luftfeuchtigkeit in diesem Bereich bereits 100 Prozent erreicht hat. Der umgangssprachlich bekannte Wasserdampf besteht also auch, wie der Nebel, aus kleinen Wassertropfen, die man mit dem bloßen Auge nicht sehen kann.

Im zweiten Teil der Stunde geht es um den Wasserkreislauf, welcher den Weg des Wassers auf der Erde beschreibt. In Meeren, Flüssen und Seen befindet sich viel Wasser, welches unter bestimmten Bedingungen verdunstet. Das bedeutet, es steigt als durchsichtiger Wasserdampf nach oben in die Atmosphäre. Umso höher dieser gelangt, desto kälter wird es und ab einem bestimmten Punkt ist es so kalt, dass die Luftfeuchtigkeit 100 Prozent beträgt, keinen Wasserdampf mehr aufnehmen kann und der Kondensationspunkt erreicht ist. Der Wasserdampf wird wieder flüssig und es entstehen kleine Wassertropfen, die sich an winzig kleinen festen Aerosolen festhalten, wodurch eine Wolke entsteht. Wenn es nun weiterhin kälter wird und immer mehr Flüssigkeit zu den Tropfen hinzukommt, werden die Wolken auch immer größer, bis sie so schwer sind, dass sie auf die Erde in Form von Regen oder Schnee niederfallen. So gelangt der Regen durch die Versickerung wieder in das Grundwasser, die Flüsse Seen und Meere um erneut verdunsten zu können.

4 Didaktische Analyse

Das Thema der geplanten Unterrichtsstunde ist allgegenwertig und knüpft an die Erfahrungswelt der Kinder an. Sie können nun verstehen, wie bestimmte Naturphänomene ablaufen, können diesen einen Namen geben und mit Fachbegriffen erläutern, wie zum Beispiel das Verschwinden einer Pfütze funktioniert. Kinder sehen, dass es regnet und wissen auch, dass das Wasser im Boden versickert, aber dass auch ein Teil des Wassers in die Luft übergeht, haben sie vorher möglicherweise nie wahrgenommen. Auch die Entstehung vom Nebel ist vielleicht etwas Neues. Jedes Kind hat das Naturphänomen sicherlich schon einmal beobachtet und durch diese Stoffeinheit können sie dieses auch nachvollziehen und selbst erklären. Auch der Wasserkreislauf ist ein allgegenwärtiges Thema. Seitdem die Erde entstanden ist, gibt es ihn und er wird auch so lange wie die Erde noch existiert präsent sein. Insofern hat er für die Kinder auch eine Bedeutung. Sie lernen, dass jeder Wassertropfen, der vom Himmel fällt schon Tausende von Kilometern zurückgelegt und auch noch einen langen Weg vor sich hat. Sie können nun auch erklären, wie zum Beispiel Wolken entstehen oder wie es dazu kommt, dass sie wieder abregnen.

Für die Zukunft hat diese Unterrichtsstunde auch eine Bedeutung. Im Physik Unterricht der Sekundarstufe I spielt das Thema der Verdunstung und Kondensation auch eine Rolle. Einige Stoffe werden untersucht und deren Siede- bzw. Kondensationspunkte kennengelernt. Die Aggregatzustände werden nicht nur in Physik ein Thema sein, sondern auch im Chemie Unterricht. Die Kinder werden also durch das kennenlernen der Begrifflichkeiten auf Unterrichtsbausteine dieser zwei Fächer vorbereitet. Der Wasserkreislauf ist ein Teil des Geografieunterrichts, nicht nur in der Sekundarstufe I, sondern auch im Abitur wird dieser abgefragt. Die Kinder lernen also in der Grundschule schon bestimmte Vorgänge kennen, wodurch es ihnen leichter fällt, die komplexeren Gegenstände dieser nachzuvollziehen und zu begreifen.

Die Lernprozesse werden zu Beginn durch exemplarische Experimente unterstützt, in denen die Kinder in Gruppen gemeinsam die Vorgänge des Verdunstens und des Kondensierens beobachten und somit kennen lernen können. Sie lernen dadurch, als Gruppe zu agieren und zusammen zu einem Schluss zu kommen. Durch Gruppenarbeiten sind die Kinder dazu verpflichtet, miteinander zu kommunizieren; dabei lernen sie gleichzeitig Fachbegriffe sachgerecht zu verwenden. Experimente und Versuche haben den Vorteil der Visualisierung. Die Schülerinnen und Schüler können die Vorgänge genau beobachten, wodurch sie sich besser einprägen lassen. Zudem können sie sich selbst ein Bild von der Welt machen und bestimmte Phänomene aus deren Alltag mit dem Thema assoziieren. Dieser Lerninhalt wird danach auf den nächsten übertragen und weitergeführt. Durch die Methode im zweiten Unterrichtsteil wird gegeben, dass alle Kinder die Aufmerksamkeit nur auf den Wasserkreislauf richten. Durch die gefragte Mitarbeit und situationsbedingte Impulse kann die Lehrperson die Schülerinnen und Schüler zum mitarbeiten animieren. Durch die folgende Aufgabe, in der die Kinder wieder selbstständig arbeiten können, und das zuvor erfahrene Wissen anwenden sollen, kann die Lehrkraft überprüfen, ob der Kreislauf richtig verstanden wurde. Sie kann während der Aufgabenbearbeitung durch die Klasse gehen und individuelle Hinweise geben, um die Kinder zu unterstützen. Bei der gemeinsamen Kontrolle sichert sie dann zudem, dass alle Kinder die richtige Lösung in ihrem Hefter haben und diese bei Bedarf nachvollzogen werden kann.

Durch die Behandlung zweier Themen kann die Lehrperson die Inhalte gut strukturieren, da sie aufeinander aufbauend sind, wodurch die Kinder selbst den Zusammenhang erkennen können und eine innere Ordnung hergestellt werden kann.

5 Lehr- und Lernvoraussetzungen

Um einen naturwissenschaftlichen Sachunterricht durchführen zu können, benötigen die Schülerinnen und Schüler bestimmte Grunderfahrungen, die sie möglichst vor dem Schuleintritt bereits erfahren haben. Die Kinder müssen sich vorher mit ihrer Umwelt genau auseinander setzten, Fragestellungen entwickeln können und bestimmte Prozesse und Verfahren wahrnehmen. Diese können dann mit Hilfe des Sachunterrichts genauer untersucht werden. Sie lernen bestimmte Fachbegriffe kennen, die sie nun in diesem Zusammenhang verwenden können. Die Kinder bringen also ein bestimmtes Wissen in den Unterricht mit, an welches die Lehrperson anknüpfen muss. Die Schülerinnen und Schüler werden, was die kognitiven Fähigkeiten betrifft, von Erwachsenen oft unterschätzt, weshalb es besonders wichtig ist, das Angebot so zu gestalten, dass die Kinder nicht unterfordert sind. Daher muss der Unterricht inhaltlich, sowie methodisch so gestaltet sein, dass es die Kinder anspricht und Lernfreude entwickelt, sie aber gleichzeitig auch fordert. Eine Voraussetzung, Wissen so zu vermitteln, dass es lange in den Köpfen der Kinder bleibt ist es, Vorgänge von ihnen selbst untersuchen zu lassen. Kinder sind von Natur aus interessiert, an naturwissenschaftlichen Phänomenen und probieren gerne Dinge aus. Daher eigenen sich Experimente und Versuche hervorragend, um den Kindern Wissen zu vermitteln, da sie sich in der Regel noch lange nach der Durchführung daran erinnern können.1 Es ist aber auch wichtig, dass der Verlauf solcher versuche bereits erlernt wurde und die Kinder den dazugehörigen Rhythmus kennen. Sie müssen zudem einige Regeln kennen, damit eine ruhige und optimale Lernumgebung geschaffen werden kann. Die Kinder benötigen aber auch bestimmte Vorerfahrungen und Kenntnisse, welche in den Unterrichtsstunden zuvor behandelt wurden, wie zum Beispiel die unterschiedlichen Aggregatzustände des Wassers. Die Lehrperson muss zudem auch das Arbeits- und Sozialverhalten der Kinder kennen, um zu entscheiden, ob es sinnvoll ist, Gruppenarbeiten durchzuführen, und wie diese zusammengesetzt werden sollten. So kann die Lehrperson den Verlauf der Unterrichtsstunde beeinflussen, indem sie die Gruppen so aufteilt, dass z.B. immer ein leistungsschwächeres mit einem leistungsstärkeren Kind zusammen arbeitet, damit Kinder, die noch viel Hilfe benötigen auch mitkommen und durch die anderen Motiviert werden.2

Zu den Lehrvoraussetzungen durch die Lehrkraft gehören bestimmte geistige, körperliche, aber auch materielle Grundlagen des effektiven und akzeptablen Handelns. Die Lehrperson muss also über bestimmte Kompetenzen verfügen wie zum Beispiel, dass sie ein entsprechendes professionswissen in den Unterricht einbringt. Das bedeutet, dass sie nicht nur vom Thema über ein umfangreiches Wissen verfügt, sondern auch im didaktischen Sinne die Voraussetzungen der Schülerinnen und Schüler kennt, um den Unterricht erfolgreich durchzuführen. Sie muss die Kinder in den Stunden zuvor auch gut beobachtet haben, damit sie Aufgabenstellungen formulieren kann, die auf die Klasse abgestimmt sind und deren Fähigkeiten fördern und fordern können. Die Aufgabe der Lehrerinnen und Lehrer ist es aber auch, ein Lernklima herzustellen, durch welches die Kinder zum Lernen angeregt werden und erfolgreich zum Wissenszuwachs geführt werden. Dabei ist es wichtig, den Schülerinnen und Schülern einen gewissen halt zu geben und auf sie einzugehen. Es ist aber auch wichtig, dass die Lehrperson selbstbewusst auftritt, denn wenn dies nicht der Fall ist, kann sie sich nicht sehr gut durchsetzen, wenn die Klasse bei zum Beispiel den Experimenten zu laut wird, oder die Aufgabenstellung nicht befolgen. Die Lehrperson muss gerade bei solchen Aufgabenstellungen wissen, was sie macht und was sie durchführen kann, damit die Kinder erfolgreich lernen können. Sie muss die Rahmenbedingungen festlegen und Regeln aufstellen, welche aber auch verpflichtend umgesetzt werden müssen. Die Unterrichtsstunde muss von der Lehrperson auch gut strukturiert sein und einen roten Faden besitzen, damit den Schülerinnen und Schülern eine innere Ordnung ermöglicht wird und es ihnen so auch leichter fällt, eine Verbindung zu anderen Sachverhalten herzustellen.3

[...]


1 Kaiser & Pech (2008a) S.45-51.

2 Meyer (2007) S.141- 146

3 Vgl. ebd. S.162-168

Ende der Leseprobe aus 17 Seiten

Details

Titel
Wasserkreislauf kennenlernen und verstehen. Begegnung mit Phänomenen der unbelebten Natur (3. Klasse Sachunterricht)
Hochschule
Technische Universität Dresden
Note
1,3
Jahr
2020
Seiten
17
Katalognummer
V977874
ISBN (eBook)
9783346335470
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Unterrichtsidee, Wasserkreislauf, Kondensieren, verdunsten, Sachanalyse, didaktische Analyse, methodische Analyse
Arbeit zitieren
Anonym, 2020, Wasserkreislauf kennenlernen und verstehen. Begegnung mit Phänomenen der unbelebten Natur (3. Klasse Sachunterricht), München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/977874

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