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Novemberrevolution und politischer Strukturwandel in Bayern (1918/19)

Das Ende der bayerischen Monarchie und Kurt Eisners "Freistaat Bayern"

Title: Novemberrevolution und politischer Strukturwandel in Bayern (1918/19)

Term Paper (Advanced seminar) , 2018 , 24 Pages , Grade: 1,0

Autor:in: Anonym (Author)

History - Miscellaneous
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Die Revolution vom 9. November 1918 in Berlin bedeutete das Ende der monarchischen Staatsform in Deutschland und resultierte in der Etablierung einer parlamentarischen Demokratie, der Weimarer Republik. Trotz dieses erfolgreichen Strukturwandels lässt sich eine „nahezu allseitige posthume Unbeliebtheit“ der Revolution im öffentlichen Bewusstsein feststellen. Sie geht bereits auf die Weimarer Republik zurück, in der vor allem rechte Kräfte zur Stigmatisierung und Diffamierung der Revolutionäre als politische Verbrecher oder psychisch Kranke und zur Entstehung der berühmten Dolchstoßlegende beitrugen. Eine solche negative Deutung wurde im Nationalsozialismus weiter fortgeführt, bis die Umwälzung schließlich nach dem Zweiten Weltkrieg in Vergessenheit geriet. Heute, 100 Jahre später, ist sie immer noch kaum Teil der deutschen Erinnerungskultur oder „gilt […] als die Revolution, die es nicht geschafft hat, die Nazis zu verhindern. Oder sie gar hervorgebracht hat“. Aufgrund dessen rief Frank-Walter Steinmeier zum Gedenktag am 9. November 2018 wiederholt dazu auf, stärker an „die Geburt der Republik in Deutschland“ zu erinnern.

Es darf allerdings nicht vergessen werden, dass der Revolution in Berlin der Staatsumsturz in München vorausging. Zwei Tage zuvor, am 7. November 1918, beendete Kurt Eisner die bayerische Monarchie und rief die erste demokratische Republik auf deutschem Boden aus. Die vorliegende Hausarbeit befasst sich deshalb zum 100. Jahrestag der Novemberrevolution mit den Geschehnissen in Bayern. Es wird die Frage gestellt, welcher politische Strukturwandel von den Beteiligten erreicht oder beabsichtigt wurde. Dabei soll die Residenzstadt München und die erste Phase der Revolution, die sog. „Erste Revolution“ von der Umwälzung bis zum gewaltsamen Ende der Amtszeit Eisners am 21. Februar 1919, im Fokus der Betrachtung stehen, da sie den Beginn für weitere Ereignisse im Land markierten.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1 Deutungen der Novemberrevolution im Wandel

2 Novemberrevolution und politischer Strukturwandel in Bayern (1918/19)

2.1 Das Ende der bayerischen Monarchie

2.1.1 Erster Weltkrieg und Reformbestrebungen

2.1.2 Revolution in München: Hintergrund, Ausbruch und Verlauf

2.2 Kurt Eisners „Freistaat Bayern“

2.2.1 Die revolutionäre Regierung und ihr Arbeitsprogramm

2.2.2 Das Ende des Kabinetts Eisner

3 Fazit und politischer Strukturwandel nach der Amtszeit Eisners

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht zum 100. Jahrestag der Novemberrevolution die historischen Ereignisse in Bayern, mit besonderem Fokus auf den politischen Strukturwandel von der Monarchie zur ersten demokratischen Republik unter der Führung von Kurt Eisner. Es wird analysiert, welche Ziele die beteiligten Akteure verfolgten und wie die neue Revolutionsregierung ihre Vorhaben umzusetzen versuchte.

  • Die Auswirkungen des Ersten Weltkrieges als Ursache für den Umbruch.
  • Die Dynamik der „Ersten Revolution“ in München vom 7. November 1918 bis zum Februar 1919.
  • Die Etablierung und die politische Praxis des Freistaates Bayern unter Kurt Eisner.
  • Das Spannungsfeld zwischen Rätegremien und parlamentarischen Ambitionen.
  • Die Rolle der politischen Parteien und der militärische Charakter des Machtwechsels.

Auszug aus dem Buch

2.1.1 Erster Weltkrieg und Reformbestrebungen

Die Kriegsstrategie Deutschlands, einen nach dem sog. Schlieffen-Plan raschen Sieg zu erringen, war nicht von Erfolg. Die militärischen Konflikte wurden keineswegs, wie zunächst angenommen, nach wenigen Monaten beendet. Der Erste Weltkrieg brachte hingegen bisher unbekannte Dimensionen der Totalität hervor, in technischer, materieller und personeller Hinsicht. Nach amtlichen Angaben zählte man im bayerischen Heer über 178.000 Tote, knapp 20.000 Soldaten waren vermisst, mehr als 435.000 kehrten als Kriegsinvalide zurück. Neben diesen hohen Verlustzahlen an der Front litt man in der Heimat unter massiver Nahrungsmittelknappheit.

Da die Maßnahmen der bayerischen Regierung, wie etwa Rationierungen oder Höchstpreisverordnungen, keine Besserung brachten, wurden in der Reichshauptstadt zentralisierte Vorkehrungen für die Einzelstaaten getroffen. Hierunter zählten die Festlegung von Höchstkontingenten, die streng geregelte Verteilung von bestimmten Lebensmitteln oder Ablieferungsquoten. Missernten und kriegsbedingte Importsperren verstärkten die enormen Ernährungsprobleme. Nicht nur das Agrarwesen, sondern auch die Wirtschaft im Allgemeinen unterlag einer zentralen Organisation. Aus Hoffnung auf einen schnellen Sieg fand zunächst keine Umstellung auf Kriegswirtschaft statt, doch aufgrund des unerwarteten Kriegsverlaufs sah man sich im ganzen Reich gezwungen, in immer mehr Betrieben die Kriegsproduktion einzuführen, die zur totalen militärischen Mobilmachung Deutschlands verhelfen sollte.

Zusammenfassung der Kapitel

1 Deutungen der Novemberrevolution im Wandel: Das Kapitel reflektiert die negative posthume Wahrnehmung der Novemberrevolution in der deutschen Erinnerungskultur und skizziert den Forschungsstand sowie die Quellenlage der Arbeit.

2 Novemberrevolution und politischer Strukturwandel in Bayern (1918/19): Dieses zentrale Kapitel analysiert die Ursachen des Umsturzes in den Folgen des Ersten Weltkrieges, den Verlauf der Revolution in München sowie die Regierungsbildung und das Programm von Kurt Eisner.

2.1 Das Ende der bayerischen Monarchie: Hier werden die verfassungsrechtlichen Probleme und die Autoritätskrise des Königtums infolge der Kriegslasten und der gescheiterten Reformbestrebungen untersucht.

2.1.1 Erster Weltkrieg und Reformbestrebungen: Es wird dargelegt, wie die Belastungen des totalen Krieges und die soziale Verschärfung das Vertrauen in die Monarchie untergruben und den Ruf nach einer parlamentarischen Monarchie stärkten.

2.1.2 Revolution in München: Hintergrund, Ausbruch und Verlauf: Dieses Unterkapitel beschreibt die Mobilisierung der Arbeiterschaft und Soldaten sowie den faktisch widerstandslosen Zusammenbruch der monarchischen Ordnung am 7. November 1918.

2.2 Kurt Eisners „Freistaat Bayern“: Die Analyse konzentriert sich auf die Etablierung des neuen Staatsbegriffs und die politische Ausrichtung des Freistaates nach dem Regierungswechsel.

2.2.1 Die revolutionäre Regierung und ihr Arbeitsprogramm: Es wird die Koalitionsbildung der sozialdemokratischen Parteien, der Stellenwert des Arbeitsprogramms und die ungelöste Machtfrage zwischen Regierung und Räten beleuchtet.

2.2.2 Das Ende des Kabinetts Eisner: Dieses Kapitel behandelt die zunehmende Radikalisierung, die Spannungen bei der Terminfindung für Landtagswahlen und das gewaltsame Ende der Ära Eisner durch das Attentat im Februar 1919.

3 Fazit und politischer Strukturwandel nach der Amtszeit Eisners: Das abschließende Kapitel fasst die zentralen Erkenntnisse über die Ursachen und den Charakter der Revolution als militärisch gestützter Umbruch zusammen und ordnet das Scheitern der Eisner-Regierung historisch ein.

Schlüsselwörter

Novemberrevolution, Bayern, Kurt Eisner, Freistaat, Monarchie, Erster Weltkrieg, Rätebewegung, Regierungsbildung, Parlamentarisierung, Demokratisierung, Politische Radikalisierung, Sozialdemokratie, Strukturwandel, Erinnerungskultur, Attentat

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit?

Die Arbeit analysiert den politischen Umbruch in Bayern während der Novemberrevolution 1918/19, insbesondere das Ende der Monarchie und die Etablierung der Republik unter Kurt Eisner.

Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?

Zu den Schwerpunkten gehören die Auswirkungen des Ersten Weltkrieges auf die bayerische Gesellschaft, die Rolle der Rätegremien sowie das Spannungsfeld zwischen revolutionärer Regierung und parlamentarischen Institutionen.

Was ist die primäre Forschungsfrage?

Die Arbeit stellt die Frage, welcher politische Strukturwandel durch die Revolution von den Akteuren erreicht oder beabsichtigt wurde und wie sich dieser Prozess in der frühen Phase des Freistaates Bayern gestaltete.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es handelt sich um eine historische Analyse, die auf einer umfassenden Auswertung von Primärquellen wie Regierungsdokumenten, Ministerratsprotokollen und zeitgenössischen Berichten sowie einschlägiger Fachliteratur basiert.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil befasst sich detailliert mit der Ursachenanalyse des Umsturzes, dem konkreten Verlauf der Revolution in München sowie der politischen Arbeit und dem Scheitern des Kabinetts Eisner.

Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?

Wesentliche Begriffe sind Novemberrevolution, Kurt Eisner, Freistaat Bayern, Rätebewegung und der politische Strukturwandel hin zu einer parlamentarischen Demokratie.

Welche Rolle spielten die Räte in Eisners Regierungssystem?

Die Räte sollten nach Eisners Vision als „Schulen der Demokratie“ fungieren und das Interesse der Bevölkerung vertreten, erhielten jedoch keine explizite Exekutivgewalt, was zu einem politischen Kompetenzwirrwarr beitrug.

Warum wird die Novemberrevolution in Bayern primär als „Militärstreik“ bezeichnet?

Da der Umsturz wesentlich durch die Untätigkeit oder aktive Unterstützung der Soldaten ermöglicht wurde, weist er eher die Züge eines militärischen Streiks als eines rein zivilen Aufstandes auf.

Wie wirkte sich der Wahlausgang vom Februar 1919 auf die Regierung aus?

Das enttäuschende Wahlergebnis für die USPD entzog der Regierung Eisner ihre politische Basis, was ihn dazu veranlasste, bei der Eröffnung des Landtages zurücktreten zu wollen.

Welche unmittelbare Folge hatte das Attentat auf Kurt Eisner?

Das Attentat am 21. Februar 1919 löste eine weitere Schießerei im Landtag aus, führte zu dessen Auflösung und stürzte die Regierung in ein machtloses „Rumpfkabinett“, womit eine chaotische Phase der politischen Entwicklung begann.

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Details

Title
Novemberrevolution und politischer Strukturwandel in Bayern (1918/19)
Subtitle
Das Ende der bayerischen Monarchie und Kurt Eisners "Freistaat Bayern"
College
University of Bamberg
Grade
1,0
Author
Anonym (Author)
Publication Year
2018
Pages
24
Catalog Number
V978280
ISBN (eBook)
9783346334619
ISBN (Book)
9783346334626
Language
German
Tags
Bayern Revolution Bayerische Monarchie Kurt Eisner Freistaat Bayern Novemberrevolution Strukturwandel Franken München Erster Weltkrieg Reformen Kabinett MSPD USPD Räteregierung Nationalrat Republik Volksstaat Ludwig III. Verfassung Anifer Erklaäung
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Quote paper
Anonym (Author), 2018, Novemberrevolution und politischer Strukturwandel in Bayern (1918/19), Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/978280
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