Die geschichtliche Entwicklung des Deutschen Berufsverband für Krankenpflege (DBFK) und seine Perspektiven für die Zukunft


Seminararbeit, 2000
18 Seiten

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Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Die Entstehung des Berufsbildes und der historische Hintergrund bis 1973
2.1 Die sozialpolitische Situation im 19. Jahrhundert
2.2 Die Entwicklung der Krankenpflege im 19. Jahrhundert
2.3 Der Wandel zu einem weltlichen Beruf ohne Bindung an ein Mutterhaus
2.3.1 Der Einfluß Florence Nightingales
2.3.2 Der Einfluß Agnes Karlls
2.3.3 Erste Schritte in die Öffentlichkeit
2.4 Die Berufsorganisationen bis 1973
2.4.1 Die Berufsorganisation der Krankenpflegerinnen Deutschlands (BO) (1903-1938)
2.4.2 Der Agnes Karll Verband
2.4.3 Die Deutsche Schwesterngemeinschaft (DSG) (1948-1973)

3. Neubeginn als Deutscher Berufsverband für Krankenpflege (DBFK)
3.1 Die Ziele des DBFK
3.2 Die Aufgaben des DBFK
3.3 Die Organisation und Mitgliederstruktur
3.3 Die Leistungen und Aktivitäten
3.5 Kritik an den bestehenden Strukturen

4. Neue Strukturen für den DBFK
4.1 Die Delegiertenversammlung am 8.Mai 1999 als Ausgangspunkt für Strukturveränderungen
4.2 Vorschläge zur Schaffung einer neuen Aufbauorganisation
4.2.1 Modell 1
4.2.2 Modell 2
4.3 Vor- und Nachteile der erarbeiteten Modelle

5. Ausblick

1 Einleitung

Am 1. Juli 1973 wurde der Deutsche Berufsverband für Krankenpflege (DBFK) gegründet. In seiner bisherigen Geschichte hat er in einem großen Umfang dazu beigetragen, die pflegerische Tätigkeit als einen eigenständigen Beruf zu profilieren. So engagiert er sich beispielsweise sehr stark in der Weiterentwicklung der Pflege in Theorie und Praxis, und er beteiligt sich an Fort- und Weiterbildungsmaßnahmen. Somit hat der DBFK heute eine wichtige Funktion bei der Professionalisierung der Pflege in Deutschland.1 Trotzdem gibt es in diesem Verband auch Mißstände. Viele Kritiker sehen einen großen Nachteil in der starken regionalen Selbstverwaltung, die u.a. dazu führt, daß sich die einzelnen Landesverbände auseinander entwickeln und es dadurch z.B. zu Überschneidungen von Dienstleistungsangeboten kommt. Auch behindert es einen ausreichenden Informationsfluß, so daß auf berufspolitisches Geschehen zu spät reagiert werden kann. Daher ist der DBFK schon seit längerer Zeit in einer Strukturdebatte, die dazu beitragen soll o.a. Mißstände zu beseitigen. Zu diesem Zweck wurden auf der Delegiertenversammlung im Mai 1999 zwei Strukturmodelle entwickelt, die zur Zeit im Mittelpunkt der Diskussion stehen.2

Ziel dieser Arbeit ist es, zunächst die geschichtliche Entwicklung des DBFK kurz darzustellen. Dabei ist es nicht ausreichend erst im Gründungsjahr 1973 zu beginnen. Um zu einem ganzheitlichen Verständnis zu gelangen, wird bereits im 19. Jahrhundert begonnen, als die sozialpolitische Situation nicht ohne Einfluß auf die Krankenpflege blieb. Es ist nicht möglich alle Personen namentlich aufzuführen. Daher beschränkt sich diese Hausarbeit auf die bedeutendsten Personen wie Florence Nightingale aber vor allem Agnes Karll, die Gründerin der Berufsorganisation der Krankenpflegerinnen Deutschlands (BO), deren Ziele auch heute noch nichts an Aktualität verloren haben.

Im weiteren Verlauf der Arbeit wird näher auf Ziele, Aufgaben und die Kritik an den bestehenden Strukturen eingegangen. Abschließend werden die auf der Delegiertenversammlung erarbeiteten Modelle beschrieben und bewertet.

2. Die Entstehung des Berufsbildes und der historische Hintergrund bis 1973

2.1 Die sozialpolitische Situation im 19. Jahrhundert

Das 19. Jahrhundert kann man als Durchgangszeitalter beschreiben, da in der Schichtenverteilung der Bevölkerung noch viele Zeitalter übereinander lagen. So existierte hier ein noch stark feudal-aristokratisches Element neben den bürgerlichen Kräften. Darüber lagerten sich die proletarischen.

Auch existierten in dieser Zeit noch viele politische Bewegungen, wie z.B. der Liberalismus, Konservatismus oder der Sozialismus. Dieses Nebeneinander vieler verschiedener Ideologien führte zu Spannungen und Unruhen im Land, was sich negativ auf das politische, gesellschaftliche und das geistige Leben der Epoche auswirkte.

In diese Zeit fielen auch die Aktivitäten von Bismarck, der eine Reihe von Sozialprogrammen wie die Einführung der Sozialversicherungen (Kranken- Unfall- Alters und Invalidenversicherung) einführte, um den negativen Folgen der Industrialisierung, wie z.B. Landflucht, Arbeitslosigkeit, Hungerlöhne, Einhalt zu gebieten.

Hier waren die Ursprünge einzelner Gewerkschaften. Vor allem sozial benachteiligte Menschen schlossen sich zu kleinen Vereinen zusammen. 1890 entstanden die ersten Gewerkschaften, die der sozialen Not Abhilfe schaffen sollte.3

2.2 Die Entwicklung der Krankenpflege im 19. Jahrhundert.

Die Pflege kranker Menschen hatte jahrhundertelang in den Händen von kirchlichen Organisationen, wie Spital- oder Pflegeorden gelegen. In Deutschland entstanden solche Ordensgemeinschaften vor allem nach der Gründung der Kongregation der Barmherzigen Schwestern durch Vincenz von Paul im 17. Jahrhundert.

Ein erster Schritt zu bevorstehenden Säkularisierung des Pflegeberufes war der Aufbau der Krankenpflege zu einem weltlichen und erlernbaren Beruf durch Theodor und Friederike Fliedner in Kaiserswerth. Er entsprach den Anforderungen der ärztlichen Wissenschaft. Aber Kaiserswerth band die Krankenpflegerinnen immer noch an das Mutterhaus.4 Nach 1848 gab es einen Rückschlag den Pflegeberuf zu einem weltlichen zu machen. Erziehung zu einem christlichen Glauben erhielten Vorrang vor einer fachlichen Ausbildung und Vorrang vor fortschreitenden Erkenntnissen und neuen Techniken. Persönlicher Lebensstil und die eigene Gesundheit gerieten wieder in den Hintergrund. Diese Mutterhausstruktur war vorherrschend, so daß auch die Rote-´reuzschwesternschaften diese Organisationsform annahmen. Krankenpflege als einen bezahlten weltlichen Beruf auszuüben galt um die Jahrhundertwende noch als Entweihung der Aufgabe. Aber langfristig gesehen konnte der stetig steigende Bedarf an qualifizierten Pflegekräften nicht durch Ordensgemeinschaften und Mutterhausverbänden gedeckt werden, vor allem vor dem Hintergrund, daß immer neue und große Krankenhäuser entstanden, und viele Ordensschwestern aus finanziellen oder anderen Gründen aus dem Mutterhaus austraten. Die Zahl der Schwestern, die Pflege auch ohne Bindung an das Mutterhaus ausübten, nahm stetig zu.5

2.3 Der Wandel zu einem weltlichen Beruf ohne Bindung an ein Mutterhaus

2.3.1 Der Einfluß Florence Nightingales (1820-1910)

Sie gilt als die Begründerin der modernen Krankenpflege. Beeinflußt vom Aufenthalt in Kaiserswerth und dem Krim-Krieg reformierte sie die Krankenpflege und die Ausbildung des Pflegepersonals.

Ihr Buch ,,notes of nursing" und ihr Wirken beeinflußte ganz Europa. Voraussetzung für eine wirksame Krankenpflege war für sie die Schaffung besserer hygienischer Bedingungen in den Krankenhäusern und Lazaretten, die bis dahin vernachlässigt wurden.6

2.3.2 Der Einfluß Agnes Karlls

Agnes Karll (1868-1927) gilt als die Reformerin der deutschen Krankenpflege und wird als die deutsche Florence Nightingale bezeichnet. Als Gründerin der Vorgängerorganisation des DBFK, Berufsorganisation der Krankenpflegerinnen Deutschlands (BO), hatte sie maßgeblichen Anteil an der Professionalisierung der Pflege.

Sie hatte selbst als Krankenpflegerin in einem Mutterhaus des Deutschen Roten Kreuzes erfahren müssen, wie wenig systematisch die praktische und theoretische Ausbildung war, und wie ungenügend sie für die praktische Tätigkeit war.

Auch mußte sie die vollständige Inanspruchnahme durch das Mutterhaus miterleben, als privates und finanzielles Interesse vollkommen in den Hintergrund gelangt war.

Hier begann ihr Reformgedanke, z.B. durch einen Zusammenschluß der Krankenpflegerinnen und die Schaffung von Heimen, die soziale Situation deutlich zu verbessern. Jedoch war ihr schnell bewußt, daß dieses nur leichte Verbesserungen schaffen würde. Sie brauchte Verbündete. Diese sah sie in den Vertreterinnen der Frauenbewegungen, mit denen sie auch zeitlebens engen Kontakt pflegte.7

2.3.3 Erste Schritte in die Öffentlichkeit

Ende des 19. Jahrhundert veröffentlichte Schwester Elisabeth Storp eine kleine Schrift. ,,Die soziale Stellung der Krankenpflegerinnen". In dieser Veröffentlichung deckte sie Mißstände auf, wie z.B. die unzulänglichen Einkommensverhältnisse auf. Sie forderte eine Verstaatlichung der Ausbildung zur Krankenschwester, die Gründung eines Stellenvermittlungsbüros und die Schaffung eines Erholungsheimes.

Ausgehend von dieser Broschüre setzen sich im Auftrag des Allgemeinen Deutschen Frauenvereins vier Krankenpflegerinnen (Agnes Karll, Elisabeth Storp, Marie Cauer und Helene Meyer) zusammen, um Verbesserungsvorschläge zu formulieren. Danach sollte allen Pflegerinnen die Möglichkeit gegeben werden, eine staatliche dreijährige Ausbildung zu absolvieren. Nur solche Krankenhäuser sollten konzessioniert werden, die die Arbeitszeit auf nicht mehr als 11 Stunden beschränkten und im Falle der Invalidität eine Sicherstellung für das Alter garantierten.. Außerdem sollte der Staat in seinen Krankenanstalten eine Krankenpflegeorganisation schaffen, die ein Ineinandergreifen von Verwaltung , ärztlichem Dienst und Pflegedienst gewährleistet und dem Pflegepersonal eine ideelle und materielle Sicherstellung verbürgt.

Diese sogenannten Wiesbadener Tage waren der Auftakt zur Gründung der Berufsorganisation der Krankenpflegerinnen Deutschlands (BO). Hier war allen klar geworden, daß es schnellstmöglich zu einem Zusammenschluß kommen muß. Daraufhin nahm Agnes Karll die Vorarbeiten zur Realisierung dieses Vorhabens auf.8

2.4 Die Berufsorganisationen bis 1973

2.4.1 Die Berufsorganisation der Krankenpflegerinnen Deutschlands (Bo) (1903-1938)

Agnes Karll arbeitete eine Satzung aus, die am 11. Januar 1903 bei einer Versammlung von 37 Schwestern angenommen wurde. Agnes Karll wurde zur Vorsitzenden ernannt. Dieses kann man als die Geburtsstunde der Berufsorganisation der Krankenpflegerinnen Deutschlands (BO), des späteren Agnes Karll-Verbandes (AKV) und des heutigen Deutschen Berufsverbandes für Krankenpflege bezeichnen.

Die Zahl der Mitglieder wuchs ständig, und während man zu Beginn lediglich auf die Stadt Berlin beschränkt blieb, organisierten sich weitere Gruppen in Bremen, Hamburg, Karlsruhe, Stuttgart und Dresden.

Zu den wichtigsten Aufgaben und Zielen des BO, die für die damalige Zeit sehr fortschrittlich waren, zählten:

- Förderung der Selbständigkeit und Mitverantwortung in Berufs- und Verbandsfragen
- Vertretung der Interessen der Mitglieder
- Dreijährige Ausbildung der Krankenschwestern nur in Krankenhäusern, die auf ihre Eignung zur Ausbildung überprüft wurden
- Fortbildung zur Ausübung von Spezialaufgaben
- Verbesserung der sozialen Stellung und des Ansehens innerhalb der Gesellschaft durch eine gründliche Ausbildung und Fortbildung
- Rechtsschutz und beruflicher Rückhalt
- Forderung nach einer Kranken- , Invalidtitäts und Altersabsicherung
- Einrichtung einer Stellenvermittlung
- Einführung einer Fachzeitschrift: ,,Unterm Lazaruskreuz"
- Durchführung von Tagungen und Kongressen
- Internationale Beziehung herstellen und verbessern

Eines der Hauptziele, die Schaffung einer Gesamtvertretung für alle Krankenschwestern, konnte nicht erreicht werden. Es scheiterte an dem Widerstand der Mutterhausverbände. Als im Jahr 1906 der Bundesrat gesetzgeberische Voraussetzungen für das Inkrafttreten der ersten staatlichen Prüfungsordnung beschloß, war dies der Anfang der Professionalisierung der Pflege.

1938 wurde der BO von den Nationalsozialisten verboten. Auf die Zeit des zweiten Weltkrieges wird nicht eingegangen.9

2.4.2 Der Agnes Karll Verband

Nach dem Kriegsende und dem Zusammenbruch des Dritten Reiches begann unter Leitung von Helene Blunck der Wiederaufbau. In Anlehnung und zum Gedenken an ihre Gründerin formierte man sich neu unter dem Namen ,,Agnes Karll- Verband".

Jedoch mußte die Struktur der Organisation geändert werden. Die Besatzungsmächte ließen keine zentrale Verwaltung mehr von Berlin zu. Somit bildeten sich in den einzelnen Besatzungszonen (mit Ausnahme der russischen) eigene Landesgruppen. Diese bildeten 1951 einen Hauptvorstand, um ein Auseinanderdriften zu vermeiden.

1954 wurde der Bundesvorstand des AKV gegründet. Hierzu zählten die drei Landesverbände sowie der Fachverband deutscher Krankenpfleger und der Berufsverband der Pflegehelferinnen. Diese Struktur bestand bis 1973.

Die Aufgaben und Ziele des AKV waren identisch mit denen der BO, obwohl auch hier bedingt durch die Zerstörungen des Krieges, etliche neue Herausforderungen an die Organisation gestellt wurden.10

2.4.3 Die Deutsche Schwesterngemeinschaft (DSG) (1948-1973)

Am 23. Juni 1948 wurde in Hannover die Deutsche Schwesterngemeinschaft (DSG) als Dachorganisation der einzelnen Verbände gegründet. Erneut war es nicht möglich gewesen, die konfessionellen Mutterhausverbände dazu zu bewegen, sich an die DSG anzuschließen, obwohl nun die Selbständigkeit der Einzelverbände besonders betont wurde. Demnach bestand die DSG zunächst aus folgenden Verbänden:

- Agnes Karll- Verband
- Bund freier Schwestern
- Verband deutscher Mutterhäuser vom Roten Kreuz
- Einige Einzelmitglieder von konfessionellen Mutterhäusern

Neben dem DSG existierte auch eine Arbeitsgemeinschaft der Mutterhausverbände, zu denen die konfessionellen Mutterhäuser und die Mutterhäuser des DRK gehörten. Diese schlossen sich in Form einer losen Verbindung mit u.a. der DSG zur Arbeitsgemeinschaft Deutscher Schwesternverbände (ADS) zusammen. Auf den ADS wird nicht näher eingegangen. Zunächst war die DSG auf die britische Besatzungszone beschränkt. Später schlossen sich auch die amerikanische und französische Besatzungszone an, sowie weitere Schwesternverbände, wie z.B. 1949 der Frankfurter Schwesternverband, der zu den Gründern der DSG zählt.

Die DSG war Mitglied im International Council of Nurses (ICN). Dieses führte zu einer Erweiterung der Aufgaben und zu einer Anerkennung über die Grenzen hinaus. Dazu trugen auch die ersten Aktivitäten der DSG bei, die mithalfen, die Pflege zu professionalisieren.

So wurden in verschiedenen Schriften die Mißstände der Pflege aufgedeckt, analysiert und Verbesserungsvorschläge erarbeitet. Auch wurden erstmalig Schlüsselzahlen für den Pflegedienst in Krankenhäusern ermittelt, Änderungen des Krankenpflegegesetzes wurden eingebracht und Empfehlungen für Ausbildungs- und Prüfungsverordnung wurden gegeben. Es entwickelte sich schon früh eine enge Zusammenarbeit mit dem Gesundheitsministerium, dem Bundesministerium für Arbeit und Sozialordnung, der Bundesanstalt für Arbeit und anderen Behörden und Institutionen. Die DSG wirkte im Auftrag der Deutschen Krankenhausgesellschaft in mehreren Ausschüssen und Unterausschüssen mit. Zu allen Problemen und Fragestellungen, die den Krankenpflegeberuf betrafen, wurde Stellung genommen.

Im Laufe der Zeit nahm auch die Auslandsarbeit an Bedeutung zu.

Die erste Krise entstand 1971, als der Bund freier Schwestern aus dem Dachverband ausschied. Sie sahen sich und die gewerkschaftlichen Ziele der ÖTV in der DSG nicht genügend berücksichtigt. Daher stimmten sie einer Migliedsbeitragserhöhung nicht zu und traten aus der DSG aus.

Nach dem Ausscheiden des Bundes freier Schwestern herrschte innerhalb des DSG fast in allen Fragen, die die Pflege betrafen Einstimmigkeit. Daher wurde der Ruf nach einer Fusion der einzelnen Verbände zu einem Gesamtverband immer lauter. Hinzu kam die Tatsache, daß die Vielzahl der einzelnen Pflegeverbände für das Pflegepersonal völlig unverständlich war. Aus u.a. vereinsrechtlichen Gründen (Das Vereinsrecht kennt keine Fusion; alle Verbände hätten sich auflösen müssen. Dies hätte erhebliche finanzielle Konsequenzen gehabt) kam man schließlich zu folgender Lösung:

- Der Agnes- Karll Verband bleibt vereinsrechtlich bestehen.
- Der Name der DSG wird in DBFK umgeändert, um auch nach Außen hin einen Wandel zu demonstrieren.
- Die übrigen Einzelverbände lösen sich auf und treten dem DBFK bei.11

3. Neubeginn als Deutscher Berufsverband für Krankenpflege

3.1 Ziele des DBFK

Die Ziele des DBFK wurden vom BO, AKV und der DSG übernommen, jedoch neu formuliert. Diese sind insbesondere:

- Vertretung aller Pflegebereiche und Pflegeberufe
- Qualitätssicherung pflegerischer Leistungen
- Interessensvertretung der Pflege in Gesellschaft und Politik
- Sicherung der Eigenständigkeit pflegerischer Berufe
- Weiterentwicklung der Pflege in Theorie und Praxis
- Förderung der Pflegeforschung
- Mitsprache bei der Gesetzgebung
- Durchsetzung zeitgemäßer Arbeitsbedingungen für Pflegende
- Angemessene tarifliche Entlohnung der Pflegenden12

3.1 Die Aufgaben des DBFK

Der Deutsche Berufsverband für Pflegeberufe (DBFK) stellt sich die Aufgabe, der Krankenpflege, der Pflege alter Menschen, der öffentlichen Gesundheitspflege und der Hilfe Bedürftiger zu dienen.

Der DBFK ist die berufliche Interessensvertretung aller Krankenpflege-, Kinderkrankenpflege- und Altenpflegekräfte Deutschlands.13

3.3 Die Organisation und Mitgliederstruktur

Der DBFK arbeitet in der Rechtsform eines eingetragenen Vereins. Er setzt sich aus sieben Regionalverbänden und den korporativ angeschlossenen Verbänden zusammen. Er gliedert sich in Sektionen, die in allen Vorständen vertreten sein sollten:

- Krankenschwestern und -pfleger
- Kinderkrankenschwestern und -pfleger
- Krankenpflegehelferinnen und -helfer
- Altenpflegerinnen und -pfleger
- Schülerinnen und Schüler dieser Berufsgruppen.

Der DBFK ist konfessionell und parteipolitisch ungebunden. Der korporative Anschluß von Verbänden ist seit 1975 wieder möglich.

Der DBFK ist Mitglied

- im Deutschen Paritätischen Wohlfahrtsverband, Gesamtverband
- im Weltbund der Krankenschwestern und Krankenpfleger (International Council of Nurses- ICN)
- in der Europäischen Krankenpflegervereinigung (European Nursing Group- ENG)
- in der Europäischen Krankenpflegeschülervereinigung (European Nursing Students Group- ENSG)
- im Ständigen Ausschuß der Krankenschwestern/Krankenpfleger der EG (Standing Committee of Nurses of the EC)

Die Regionalverbände haben ebenfalls die Rechtsform eines eingetragenen Vereins. Sie stimmen ihre Arbeitspläne untereinander ab und koordinieren sie mit den Arbeitsplänen des Gesamtverbandes.

Die Regionalverbände sind Mitglied in den Landesverbänden des DPWV.

Die Spezialisierung in den Krankenpflegeberufen hat die Bildung von Fachgruppen innerhalb des DBFK erforderlich gemacht, z.B. für die Tätigkeitsbereiche Altenpflege, Endoskopie, Gemeindepflege, Operationsdienst und Psychiatrie.

Der DBFK besteht aus folgenden Verbandsorganen:

1. Delegiertenversammlung (DV)

Die Delegiertenversammlung ist das oberste Verbandsorgan. Die Delegierten wählen den Gesamtvorstandes und entscheiden gemeinsam mit ihm über Aufgaben, Ziele und Aktivitäten des Verbandes.

2. Mitgliederversammlung

Die Mitgliederversammlung eines Regionalverbandes wählt die Delegierten und den Regionalvorstand, der aus sieben Personen besteht. Sie wirkt mit bei der Zielsetzung der Verbandspolitik.

3. Gesamtvorstand

Der Gesamtvorstand arbeitet ehrenamtlich. Er erarbeitet Richtlinien für die Verbandspolitik, setzt Schwerpunkte für die Verbandsarbeit und vertritt die Interessen des Verbandes auf Bundesebene und im Ausland.

4. Regionalvorstand

Auch der Regionalvorstand ist ehrenamtlich tätig. Er vertritt die Interessen der Mitglieder und des Verbandes auf regionaler Ebene.

Einmal jährlich findet eine Zusammenkunft aller Mitglieder der Regionalvorstände mit dem Gesamtvorstand und den Geschäftsführern und Leitern der Einrichtungen des DBFK statt.

Die Geschäftsführung des Gesamtverbandes und der Regionalverbände wird von Geschäftsführern wahrgenommen, die von den Vorständen hauptamtlich bestellt werden. Sie gehören mit beratender Stimme, jedoch ohne Stimmrecht den Vorständen an. In den regionalen Geschäftsstellen werden die Aufgaben der Verbandsarbeit auf regionaler Ebene wahrgenommen. Der Hauptgeschäftsstelle obliegt die Interessenvertretung des Verbandes auf nationaler und internationaler Ebene.

Konferenzen aller Geschäftsführer finden mindestens viermal jährlich statt.14

3.4 Aktivitäten und Leistungen

- Beratung (zu Pflegeproblemen, zur beruflichen Lebensplanung, in Arbeitsrechts- und Tariffragen, zu Problemen aus dem Arbeitsbereich)
- Information (durch die Verbandszeitschrift Pflege aktuell, durch Stellungnahmen zu beruflichen Fragen und durch Rundschreiben
- Schulung (in Form von Fortbildungen, Weiterbildungen, Symposien, nationalen und internationalen Kongressen, Studienreisen)
- Beruflicher Rechtsschutz
- Berufliche Haftpflichtversicherung
- Profilierung des Krankenpflegeberufes als einen eigenständigen Beruf
- Weiterentwicklung der Krankenpflege in Theorie und Praxis
- Intensivierung der Forschung in der Krankenpflege
- Verstärkte Mitsprache bei allen berufspolitischen Entscheidungen
- Mitbestimmung bei der Krankenpflegegesetzgebung
- Interessenvertretung der Mitglieder im In- und Ausland
- Dokumentation in der Krankenpflege
- Vermittlung von Einsätzen für die zeitweilige Berufsausübung der Mitglieder m Ausland
- Durchführung von Studienreisen im In- und Ausland
- Beteiligung an internationalen Kongressen und Tagungen auf Grund der Mitgliedschaft im International Council of Nurses
- Zusammenarbeit mit nationalen und internationalen Organisationen, Berufsverbänden und Behörden.15

3.5 Kritik an den bestehenden Strukturen

Die Diskussion innerhalb des DBFK um eine Strukturveränderung läuft schon einige Jahre. Etliche Strukturpapiere wurden auf zahlreichen Delegiertenversammlungen erarbeitet. Sie blieben bisher jedoch ohne Konsequenzen. Viele gute Ideen konnten daher nicht umgesetzt werden. Anscheinend war die Zeit noch nicht reif für Veränderungen. Gründe, die für eine veränderte Struktur sprachen, sahen Kritiker der bestehenden Organisation in folgenden Punkten:

1. Kein ausreichender Informationsfluß zwischen Bundesverband und Delegierten
2. Kommunikationsprobleme zwischen Landesverband und Mitgliedern
3. Wichtige Informationen erreichen die Mitglieder zu spät
4. Moderne Kommunikationswege wie Internet und Email werden zu wenig genutzt
5. Überschneidungen von Dienstleistungsangeboten zwischen den einzelnen Regionen
6. Zu späte und schwerfällige Reaktionen auf aktuelles berufspolitisches Geschehen
7. Starke regionale Selbstverwaltungen führen zu einer Auseinanderentwicklung der einzelnen Regionen

Der Wunsch nach einer Umstrukturierung verfestigte sich in letzter Zeit, da sich der Bundesverband durch Führungs- und Finanzierungsproblemen in einer schweren Krise befand. Gerade in den einzelnen Landesverbänden gab es erhebliche Finanzierungsprobleme. Führungsprobleme wurden bei Kompetenzfragen zwischen dem Bundesverband und den Landesverbänden deutlich.

Daher erteilte die Delegiertenversammlung im Dezember 1998 dem Bundesvorstand den Auftrag, sämtliche bisher vorliegenden Strukturpapiere auszuwerten und darauf basierend ein möglichst schnelles, umsetzbares, finanziell vertretbares Konzept zu erarbeiten. In Erledigung des Auftrags fanden monatliche zweitägige Klausurtagungen des Bundesvorstandes statt, auf denen die Sichtung und Auswertung aller vorliegenden Vorschläge vorgenommen wurde. Daraus ergab sich folgendes Bild:

Das Informationsdefizit wurde allgemein bemängelt. Die Stärken des DBFK sollten unterstützt, die Schwächen minimiert werden. Dabei wurde es für notwendig erachtet sowohl die föderativen Strukturen beizubehalten, als auch für eine Stärkung des Bundesvorstandes zu sorgen.16

4. Neue Strukturen für den DBFK

4.1 Die Delegiertenversammlung am 8. Mai als Ausgangspunkt für Strukturveränderungen

Schon im März 1999 wurde ein erstes Modell erarbeitet, das aber keine Zustimmung bei den Delegierten, Landesvorständen und Geschäftsführerinnen fand. Die Gründe für die Ablehnung des Konzeptes lagen in folgenden Punkten:

- die Delegiertenversammlung sollte durch einen Länderrat ersetzt werden
- die Landesverbände sollten in fünf Regionalverbände aufgehen und die Regionsvorstände sollten eng mit dem Bundesverband verschmolzen werden.

Daher wurden bis zur Delegiertenversammlung im Mai 1999 zwei weitere Konzepte entwickelt. In beiden sollten die alten Strukturen zunächst beibehalten werden, mit dem Ziel, daß Kooperationen zwischen den einzelnen Landesverbänden auf freiwilliger Basis entstehen sollten. Falls sich diese im Laufe der Zeit (ca. zwei Jahre) bewähren, könnte ein weiterer Schritt erfolgen. Das hieße, daß in Verbindung mit einer Satzungsänderung die Landesverbände formal in mehrere Regionen zusammengefaßt würden. Dabei könnten vier bis fünf gleichstarke Regionen mit eigenen Vorständen und Geschäftsführungen entstehen. Am 7. Und am 8. Mai 1999 fand schließlich die 30. Delegiertenversammlung des Deutschen Berufsverbandes für Pflegeberufe im Institut für Weiterbildung des Städtischen Klinikums Braunschweig statt. Schwerpunkt der Delegiertenversammlung waren die Strukturenveränderungen im DBFK

Um den strukturellen Änderungen , die durch und mit der Wahl des neuen Vorstands eingeleitet wurden, auch Ausdruck zu geben, hatte der Vorstand die Delegiertenversammlung unter dem Motto ,,Dynamik und Wandel" gestellt. Mit diesen Begriffen sollte deutlich werden, daß der Wandel, dem sich der DBFK unterziehen wollte , zu einem dynamischen Geschehen geworden ist. Dynamik hat in diesem Zusammenhang mit Kraft, Schwung und Triebkraft zu tun. Wandel bedeutet vor allem, daß sich etwas verändert und auch daß z.B. bestimmte Leistungen an Veränderungen wie eine allgemeine Bemessungsgrundlage angepaßt werden. Dynamik und Wandel, diese beiden Begriffe sollten zeigen, daß die Reflexionen und die Bilanzierung der vergangenen Monate soweit vorangekommen sind, daß der Weg in eine neue Epoche des DBFK geebnet ist.

Ein wesentlicher Punkt auf der Tagesordnung der Delegiertenversammlung war die Vorstellung eines neuen Konzeptes für die Verbandsarbeit durch den Bundesvorstand.17

4.2 Vorschläge zur Schaffung einer neuen Aufbauorganisation

Bei der Erarbeitung der beiden Konzepte wurde von folgenden Prämissen ausgegangen. Der DBFK sollte weiterhin die Interessensvertretung für Pflegeberufe sein, die einzelnen Verbände sollten sich freiwillig zusammenschließen und der Bundesverband sollte Koordinations- und Repräsentationsaufgaben übernehmen. Er trägt auch Verantwortung für die Pflege Aktuell und die Agnes Karll Gesellschaft. Die Aufgabenverteilung sieht vor, daß jede Region ihre berufspolitische Verantwortung wahrnimmt, und die Geschäftsstellen als Koordinations- und Servicestellen für Haupt- und ehrenamtliche Arbeit fungieren. Es wird hauptamtliche Koordinatoren für jeden Bereich , auch für die entsprechende ehrenamtliche Arbeit, geben, wobei die regionalen Koordinatoren zusammenarbeiten und auf Bundes- und internationaler Ebene für ihren Bereich zuständig sind. Die regionalen Geschäftsstellen verfügen über die gleiche Anzahl von Personal. Sie arbeiten als Profitcenter, es wird einen regionalen Strukturausgleich geben.

Beide Modelle haben eine Effizienzsteigerung zum Ziel und sollen dazu beitragen, die wachsenden Aufgaben des Berufsverbandes zufriedenstellend zu lösen.18

4.2.1 Modell 1

Modell 1 sieht den Erhalt der föderalen Struktur vor, die durch vier etwa gleich große Regionen (Nordwest, Nord, Südwest, Südost) repräsentiert werden. Diese vier Regionen wählen jeweils 10 Delegierte für die Delegiertenversammlung. Dieser wiederum wählt direkt den Bundesvorstand, dem sechs Mitglieder angehören. Eine Person übernimmt den Vorsitz. (Vgl. Seite 17)

Der Bundesvorstand übernimmt Koordinations- und Repräsentationsaufgaben sowie klar definierte Verantwortung für umschriebene Bereiche.

Wahlen finden gemäß der heute gültigen Satzung statt. Nur die Anzahl und die Zusammensetzung der Mitglieder in den Gremien würde geändert.

4.2.2 Modell 2

Modell 2 sieht ebenfalls vor, die föderalen Strukturen beizubehalten. (Vgl. Seite 18) Jedoch unterscheidet es sich zu Modell 1 in folgenden Punkten. Anstatt vier Regionen, wie in Modell 1, wird das Bundesland in fünf Regionen aufgeteilt. (Region Nord, Region Nordwest, Region Ost, Region Südwest, Region Süd). Diese Regionen wählen direkt die

Delegiertenversammlung sowie direkt die von der Delegiertenversammlung für den Bundesverband vorgeschlagenen Direktmitglieder. Der Bundesverband besteht aus fünf Vorstandsmitgliedern aus den Regionalvorständen sowie aus fünf Vorstandsmitglieder aus den Regionen. Die Delegiertenversammlung kontrolliert und gestaltet den Bundesverband mit.

Modell 2 unterscheidet sich zu Modell 1 also in folgenden Punkten:

- Anzahl der Regionen
- Anzahl der Delegierten
- Anzahl der Bundesvorstandsmitglieder
- Zusammensetzung des Bundesvorstands

Beide Modelle sehen zwar den Erhalt der föderalen Struktur vor, jedoch will man eine Stärkung der Position des Bundesvorstandes. Dieses stellt zum bisherigen Modell eine Zentralisation dar.

4.3 Vor- und Nachteile der erarbeiteten Modelle

Die Zusammenfassung der vielen Regionen zu einigen wenigen, wie in Modell 1 zu vier Regionen, hätte den Vorteil, daß Ressourcen besser genutzt werden könnten. Diese Bündelung von Ressourcen, z.B. im Verwaltungsbereich erscheint auch unter wirtschaftlichen Gesichtspunkten sinnvoll. Weiterhin würde diese Zusammenlegung zu einer Optimierung der Informations- und Kommunikationswege führen, was zu einer größeren Transparenz der Arbeit beiträgt.

Man würde nicht mehr zu sehr nebeneinander, sondern eher miteinander arbeiten. Dieses bietet die Möglichkeit, schneller auf gesellschaftliche Veränderungen zu reagieren. Insgesamt liegt der Vorteil der neuen Strukturen in den erheblichen Kosteneinsparungen (Kosteneffizienz), hier vor allem beim Personal.

Jedoch sollte auch bedacht werden, daß neue Strukturen auch immer neue Probleme beinhalten. So liegt ein Nachteil eindeutig darin, daß die einzelnen Regionen freiwillig fusionieren müßten, d.h. einige Regionen müßten sich in ihren bisherigen Strukturen auflösen. Dieses könnte innerhalb einer Region zu einem Individualkonflikt führen. Auf der einen Seite will man zwar die Interessen der Allgemeinheit vertreten, auf der anderen Seite hat kein Funktionär ein Interesse daran, seine Funktion oder seinen Arbeitsplatz zu verlieren. Ein weiterer Nachteil ist darin zu sehen, daß durch die Zusammenlegung der Regionen der Weg für die Mitglieder zu den Geschäftsstellen länger werden würde. Etwas abgeschwächt könnte dieser Nachteil jedoch durch die Nutzung der modernen Kommunikationswege (z.B. Internet).

Auch würden regionale Besonderheiten untergehen. Verschiedene Landesgesetze müßten innerhalb einer Region berücksichtigt werden, was sicherlich zu bürokratischen und organisatorischen Problemen führen würde.

Die Umwandlung des DBFK in einen zentralistisch geführten Verband erscheint ebenfalls fraglich. Zwar werden einige föderative Elemente (vier Landesregionen) noch beibehalten, doch würde der DBFK in Zukunft immer mehr zentral verwaltet werden. Die Beibehaltung der großen Anzahl an Landesverbänden ist weiterhin notwendig, damit sie weiterhin Ihren Einfluß auf die Landespolitik geltend machen können. Hier erwarten gerade die Landespartner kompetente Ansprechpartner vor Ort, auf die zugegangen und mit denen verhandelt werden kann. Ob wenige Regionalbüros diese Aufgabe erfüllen würden ist anzuzweifeln.

Außerdem war es vor allem auch die finanzielle Eigenständigkeit der einzelnen Regionen, die dazu beigetragen hat, den finanziellen Konkurs des Bundesverbandes im letzten Moment noch abzuwenden, da die Landesverbände den Bundesverband in einem großen Umfang finanziell unterstützt haben.

Die Änderung in einen zentralistisch geführten Verband würde ebenfalls dazu führen, daß erfolgreiche Gremienarbeit und viele Kontakte auf Länderebene aufgegeben werden müßten. Eine Zentralisierung des Verbandes würde auch satzungsbedingte Schwierigkeiten bereiten, auf die jedoch nicht eingegangen wird.

5. Ausblick

Der DBFK und seine Vorgängerorganisationen konnten bereits einen großen Beitrag zur Professionalisierung der Pflege in Deutschland leisten. Und auch in Zukunft sollte der DBFK dafür gerüstet sein, die Pflege in ihrer ganzen Breite mitzuprägen, mit dem Ziel den Verband zu einem starken, einheitlichen, lebendigen und gesellschaftlich wirksamen berufspolitischen Verband zu machen. Hierzu ist der DBFK verpflichtet und steht somit in einer großen Verantwortung.

Um diese Ziele zu verwirklichen, müssen jedoch bestimmte Voraussetzungen erfüllt sein. So braucht der DBFK auch in Zukunft Persönlichkeiten, die dazu beitragen, die Entwicklungen voranzubringen. Um diese Personen für den DBFK zu gewinnen ist es dringend erforderlich, sich von den alten Strukturen zu lösen, um die zur Zeit existierenden Mißstände (z.B. zu starke regionale Selbstverwaltung) zu beheben. Nur ein Verband mit klar festgelegten Strukturen und klar verteilten Kompetenzen kann auch für außenstehende Personen wieder interessant werden.

Um die Strukturveränderungen voranzubringen muß der DBFK jedoch reformfreudiger werden. Jede Phase des Umbruchs und der Unruhe kann eine Chance zur Weiterentwicklung und Erneuerung bieten. Dafür braucht der DBFK mutige und selbstbewußte Mitglieder. Jedoch wird in dieser Diskussion deutlich, dass auch die bestehenden Strukturen tragfähig und gut sind, und dass die Strukturen anderer Verbände auch ihre Schattenseiten haben. Deshalb müssen grundlegende Strukturveränderungen gut überlegt sein.

Sollte es also in nächster Zeit nicht die dringend notwendigen Strukturveränderungen geben, muß weiter über strukturelle Anpassungen an gesellschaftliche Veränderungen nachgedacht werden, z.B. über verstärkte Kooperationen zwischen den Landesverbänden auf bestimmten Gebieten, z.B. bei Bildungsprogrammen oder über die Zusammensetzung bestimmter Gremien. Bei der nächsten Delegiertenversammlung steht auch dieses Thema wieder auf der Tagesordnung.

Literaturverzeichnis

DBFK (Hrsg.). DBFK: Entwicklung, Zielsetzungen, Aktivitäten von 1903-1983. Frankfurt 1983

Brunsch, Dorothea. ,,Die Strukturdebatte im DBFK." Pflege Aktuell 11/98

Sticker, Anna. Die Entstehung der neuzeitlichen Krankenpflege. Stuttgart 1960

DBFK (Hrsg.). Blunck, Helene. Agnes Karll: Ihr Leben und Wirken. 1968

Fritz, Emil. Problematik der Krankenpflege und ihrer Berufsverbände. Stuttgart 1964 DBFK (Hrsg.). Der DBFK stellt sich vor. Oktober 1998

DBFK (Hrsg.). Ihr Berufsverband für Pflegeberufe. November 1997 Gille, Gudrun. ,,Dynamik und Wandel." Pflege Aktuell 5/99

Krampe, Eva- Maria. ,,Dynamik und Wandel: 30. Delegiertenversammlung des DBFK." Pflege Aktuell 6/99

Sticker, Anna. Agnes Karll: Die Reformerin der deutschen Krankenpflege. Wuppertal 1977

[...]


[1] Vgl. DBFK (Hrsg.). DBFK: Entwicklung, Zielsetzungen, Aktivitäten von 1903-1983. Frankfurt 1983, S. 40

[2] Vgl. Brunsch, Dorothea. ,,Die Strukturdebatte im DBFK." Pflege Aktuell 11/98, S. 646- 648

[3] Vgl. Sticker, Anna. Die Entstehung der neuzeitlichen Krankenpflege. Stuttgart 1960, S. 27ff

[4] Vgl. Sticker, Anna. Die Entstehung der neuzeitlichen Krankenpflege. Stuttgart 1960, S. 27ff

[5] Vgl. DBFK (Hrsg.). DBFK: Entwicklung, Zielsetzungen, Aktivitäten von 1903-1983. Frankfurt 1983, S. 10

[6] Vgl. Sticker, Anna. Die Entstehung der neuzeitlichen Krankenpflege. Stuttgart 1960, S.[347]ff

[7] Vgl. DBFK (Hrsg.). Blunck, Helene. Agnes Karll: Ihr Leben und Wirken. 1968, S. 5ff

[8] Vgl. DBFK (Hrsg.). DBFK: Entwicklung, Zielsetzungen, Aktivitäten von 1903-1983. Frankfurt 1983, S. 12f

[9] Vgl. Fritz, Emil. Problematik der Krankenpflege und ihrer Berufsverbände. Stuttgart 1964. S. 162f

[10] Vgl. Fritz, Emil. Problematik der Krankenpflege und ihrer Berufsverbände. Stuttgart 1964. S. 161

[11] Vgl. DBFK (Hrsg.). DBFK: Entwicklung, Zielsetzungen, Aktivitäten von 1903-1983. Frankfurt 1983, S. 30f

[12] Vgl. www.dbfk.de

[13] Vgl. DBFK (Hrsg.). Der DBFK stellt sich vor. Oktober 1998, S. 1ff

[14] Vgl. DBFK (Hrsg.). DBFK: Entwicklung, Zielsetzungen, Aktivitäten von 1903-1983. Frankfurt 1983, S. 43f

[15] Vgl. DBFK (Hrsg.). Ihr Berufsverband für Pflegeberufe. November 1997, S. 7

[16] Vgl. Bachstein, Elke. ,,Der DBFK im Strukturwandel." Pflege Aktuell 6/99, S. 429f

[17] Vgl. Gille, Gudrun. ,,Dynamik und Wandel." Pflege Aktuell 5/99, S. 302

[18] Vgl. Krampe, Eva- Maria. ,,Dynamik und Wandel: 30. Delegiertenversammlung des DBFK." Pflege Aktuell 6/99, S. 364

18 von 18 Seiten

Details

Titel
Die geschichtliche Entwicklung des Deutschen Berufsverband für Krankenpflege (DBFK) und seine Perspektiven für die Zukunft
Hochschule
Hochschule Osnabrück
Autor
Jahr
2000
Seiten
18
Katalognummer
V97852
Dateigröße
438 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Entwicklung, Deutschen, Berufsverband, Krankenpflege, Perspektiven, Zukunft
Arbeit zitieren
Martin Hermeling (Autor), 2000, Die geschichtliche Entwicklung des Deutschen Berufsverband für Krankenpflege (DBFK) und seine Perspektiven für die Zukunft, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/97852

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