Ziel dieser Arbeit ist, Ergebnisse über den Einfluss einer ketogenen Ernährung auf das Erleben und Verhalten von autistisch Erkrankten darzustellen und miteinander zu vergleichen. Da die genaue Wirkweise der ketogenen Diät (KGD) auf Autismus immer noch unklar ist, richtet sich die Arbeit an verhaltensbasierte Studien.
Es folgen Ausführungen zur Auswahl der herangezogenen Studien und zu Gemeinsamkeiten und Unterschiede der Studien in ihren methodischen Vorgehensweisen. Im Weiteren wird mithilfe des HAPA- Modells von Ralf Schwarzer eine Einbettung der Thematik in die Gesundheitspsychologie vorgenommen und mit der Darstellung eines Selbstversuchs der Hauptteil geschlossen.
A ketogenic diet is a strictly fat-rich - low-carbohydrate diet. Because of its health benefits, it has been extensively researched for its therapeutic use, especially regarding epilepsy. More recently, this has led to in-depth research concerning the affection on people who have been diagnosed with autism spectrum disorder. The aim of this work is to present a series of longitudinal studies to provide a first overview of the effects of a ketogenic diet on autistic patients. To this end, studies are compared that investigated behavioral changes in the course of dietary therapy. Furthermore, an embedding in health psychology as well as a self-experiment is shown.
Despite the limited comparability of the studies, a clearly positive effect of the ketogenic diet on the behavioral parameters of the autism spectrum disorder is shown. Further research regarding a differentiated mode of action of ketogenic nutrition is proposed.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
2 Hauptteil
2.1 Theoretischer Hintergrund
2.1.1 Einblick in den biochemischen Hintergrund der ketogenen Ernährung
2.1.2 Die ketogene Ernährung in ihrer therapeutischen Anwendung
2.1.3 Die Autismus- Spektrum- Störung
2.1.4 Einbettung in die Gesundheitspsychologie durch das HAPA- Modell
2.1.4.1 HAPA - Das sozial- kognitive Prozessmodell gesundheitlichen Handelns
2.1.4.2 Interventionsplanung auf der Basis des HAPA- Modells
2.2 Methoden zur Auswahl der Studien
2.2.1 Suchstrategie
2.2.2 Ein- und Ausschlusskriterien
2.3 Die herangezogenen Studien in tabellarischer Übersicht
2.3.1 Studien an autistischen Personen
2.3.2 Studien an Tieren
2.4 Zusammenfassung der Studienlage
2.4.1 Vergleich der Studien an autistischen Personen
2.4.2 Veterinäre Studienlage
3 Selbstversuch
3.1 Durchführung
3.2 Reflexion meiner Erfahrung
4 Diskussion
4.1 Interpretation der Ergebnisse aus den Studien
4.2 Fazit und Ausblick
Zielsetzung & Themen
Das Hauptziel dieser Arbeit besteht darin, den Einfluss einer ketogenen Ernährung auf das Erleben und Verhalten von autistisch erkrankten Personen anhand der bestehenden Studienlage zu untersuchen und zu vergleichen, ergänzt durch eine Reflexion im Rahmen eines Selbstversuchs.
- Grundlagen der ketogenen Ernährung und deren biochemische Wirkmechanismen.
- Darstellung der Autismus-Spektrum-Störung als komplexe neurologische Entwicklungsbedingung.
- Anwendung des HAPA-Modells zur gesundheitspsychologischen Einbettung und Interventionsplanung.
- Systematische Analyse und Vergleich klinischer Studien am Menschen sowie experimenteller Tierstudien.
- Persönliche Reflexion einer 30-tägigen ketogenen Ernährung im Selbstversuch.
Auszug aus dem Buch
2.1.1 Einblick in den biochemischen Hintergrund der ketogenen Ernährung
Das Ziel einer ketogenen Ernährung ist es, durch eine veränderte Nahrungszusammensetzung den Körper in einen anderen Energiestoffwechsel zu versetzen. Das Prinzip dahinter ist einfach: Durch die strenge Reduktion von Kohlehydraten können diese nicht mehr im Rahmen des Glukosestoffwechsels zur Energiegewinnung genutzt werden und der Körper ist gezwungen, nach einer alternativen Energiequelle zu suchen (Baumeister, 2012).
Durch den vermeintlichen Mangel werden in der Leber sogenannte Ketonkörper, auch Ketone genannt, aus Fetten erzeugt und mit den Fettsäuren als Energielieferant verwendet. Dieses körpereigene Verfahren wird als Ketose bezeichnet. Die dabei ausgestoßenen Ketone beeinflussen sowohl die Zellteilung als auch das Zellwachstum positiv und haben eine entzündungshemmende Wirkung (Ebd.). Indem sie die Stoffe hemmen, die für das Auslösen von Entzündungsprozessen verantwortlich sind, beeinflussen sie auch das Immunsystem positiv (Food& HealthInstitute, 2019). Nicht zuletzt nutzt das Gehirn die Ketone für seinen Energiestoffwechsel (Baumeister, 2012). Dabei konnte unter anderem eine Regulierung der Erregbarkeit der neuronalen Membran festgestellt werden (Voskuyl & Vreugdenhil, 2001).
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Einführung in die Thematik der ketogenen Ernährung im Kontrast zu traditionellen Ernährungsweisen und Formulierung der Forschungsfrage hinsichtlich Autismus-Spektrum-Störungen.
2 Hauptteil: Detaillierte Betrachtung theoretischer Hintergründe, Methodik der Studienauswahl, Analyse der Studienlage sowie theoretische Einbettung in das HAPA-Modell.
3 Selbstversuch: Darstellung der eigenen Erfahrungen mit einer 30-tägigen ketogenen Diät inklusive Methodik und Reflexion der physischen und psychischen Veränderungen.
4 Diskussion: Synthese der Studienergebnisse und des Selbstversuchs sowie abschließendes Fazit und Ausblick auf die zukünftige Bedeutung der Ernährungsweise.
Schlüsselwörter
Ketogene Ernährung, KGD, Autismus-Spektrum-Störung, ASS, Gesundheitspsychologie, HAPA-Modell, Ketose, Ketonkörper, Verhaltensänderung, Ernährungswissenschaft, Neuroentwicklung, Selbstversuch, Intervention, Stoffwechsel.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit untersucht das therapeutische Potenzial der ketogenen Ernährung bei Menschen mit Autismus-Spektrum-Störung.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Biochemische Grundlagen der Ketose, Autismus-Symptomatologie, gesundheitspsychologische Interventionsplanung und die Auswertung klinischer sowie experimenteller Daten.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das Ziel ist der Vergleich von Studienergebnissen zum Einfluss der ketogenen Diät auf das Verhalten und Erleben von Autisten sowie die persönliche Reflexion im Selbstversuch.
Welche wissenschaftliche Methode wurde verwendet?
Es handelt sich um eine Literaturarbeit, die existierende prospektive Follow-up-Studien analysiert und durch einen auto-ethnographischen Selbstversuch ergänzt.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Neben dem theoretischen Hintergrund und der methodischen Herleitung werden Studien an autistischen Personen und Tieren tabellarisch zusammengefasst und vergleichend diskutiert.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die wichtigsten Begriffe sind Ketogene Ernährung, Autismus-Spektrum-Störung, HAPA-Modell, Ketonkörper und Verhaltensänderung.
Wie wirkt sich die ketogene Ernährung laut der Arbeit auf die Anfallshäufigkeit aus?
Die analysierten Studien deuten auf eine signifikante Verbesserung hin, wobei Einzelfallstudien sogar eine weitgehende Anfallsfreiheit nach der Intervention berichten.
Welche Rolle spielt das HAPA-Modell in dieser Untersuchung?
Es dient dazu, die Einbettung der ketogenen Ernährung in die gesundheitspsychologische Praxis zu veranschaulichen und eine konkrete Interventionsplanung für Eltern betroffener Kinder zu skizzieren.
Welche persönlichen Effekte konnten im Selbstversuch festgestellt werden?
Der Autor erlebte eine Steigerung der geistigen Klarheit, ein höheres Leistungsniveau, verbesserte Schlafqualität und soziale Offenheit nach der anfänglichen Umstellungsphase.
- Arbeit zitieren
- Shannon Diehl (Autor:in), 2020, Auswirkung ketogener Ernährung auf das Erleben und Verhalten, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/978731