Kaufsucht versus Magersucht. Unterschiede und Gemeinsamkeiten in der Behandlung von zwei "Sucht"- Erkrankungen


Studienarbeit, 2020

25 Seiten, Note: 1,0


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Inhaltsverzeichnis

Abkürzungsverzeichnis

Abstract

Vorwort

1 Einleitung

2 Hauptteil
2.1 Methodisches Vorgehen
2.2 Magersucht
2.2.1 Phänomenologie
2.2.2 Prävalenz, Sterblichkeit und Komorbidität
2.2.3 Klassifikation - Ist Magersucht eine Suchterkrankung?
2.2.4 Behandlung
2.2.4.1 Medikamentöse Behandlung
2.2.4.2 Familientherapie
2.2.4.3 Kognitive Verhaltenstherapie
2.3 Kaufsucht
2.3.1 Phänomenologie
2.3.2 Klassifikation
2.3.3 Prävalenz und Komorbidität
2.3.4 Behandlung
2.3.4.1 Medikamentöse Behandlung
2.3.4.2 Psychotherapeutische Behandlung
2.4 Vergleich der Behandlungsansätze

3 Fazit und Ausblick

Literaturverzeichnis

Abkürzungsverzeichnis

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abstract

Anorexia and compulsive buying show, in addition to similarities with psychological and behavioural disorders caused by psychotropic substances, also similarities with impulse control disorders and disorders of the compulsive spectrum, as they are associated with repetitive behaviour or thoughts and show numerous overlaps in terms of phenomenology, comorbidity and neurobiological bases. In both cases they are everyday, pleasant practices that develop into uncontrollable behaviors.

In the present work, anorexia and compulsive buying are presented and compared with each other in their theoretical background and their treatments. A similar medication with serotonin reuptake inhibitors (SRI) and opioid antagonists is striking. Cognitive behavioural therapy, however, has proven to be the most successful method of treatment in both clinical pictures. An intensive study of a uniform classification and consequently more uniform treatment is proposed.

Vorwort

In der folgenden Arbeit wird aus Gründen der besseren Lesbarkeit, ausschließlich die männliche Form verwendet. Sie bezieht sich auf Personen aller Geschlechter.

1 Einleitung

In der klinisch-psychologischen Literatur wird vermehrt zwischen stoffgebundenen und stoffungebundenen Süchten unterschieden. Bei letzteren Verhaltenssüchten werden keine psychotropen Substanzen von außen zugeführt. Der psychotrope Effekt stellt sich vielmehr durch körpereigene biochemische Veränderungen ein, die durch bestimmte exzessive belohnende Verhaltensweisen ausgelöst werden (Butcher, Mineka & Hooley, 2009).

Neben der Glückspiel-, Sex-, Computer- und Arbeitssucht werden von der Mehrzahl der Autoren auch die Kaufsucht zu den Verhaltenssüchten gezählt. Doch auch Essstörungen, darunter die Magersucht werden von einem geringeren Teil der Literatur dazu kategorisiert (Spitczok von Brisinski, 2013).

Während unter pathologischem Kaufen der als unwiderstehlich und/ oder sinnlos wahrgenommene Kaufdrang oder -exzess verstanden wird, ist für die Magersucht, im Sinne einer Anorexia nervosa, die Verweigerung von Nahrung charakteristisch.

Trotz einer uneinheitlichen und lang diskutierten Klassifikation der Mager- und Kaufsucht vereinen sie deutliche Gemeinsamkeiten. Ihnen gemeinsam ist die Verwandlung von zunächst normalen, alltäglichen und als angenehm wahrgenommenen Tätigkeiten in das Gegenteil der unangepassten, unkontrollierbaren und immer wiederkehrenden Verhaltensweisen. Dabei erleben die Betroffenen ein unwiderstehliches Verlangen oder Impuls, dem aufgrund mangelnder Kontrolle häufig nachgegangen wird. Schließlich wird das Verhalten auch dann beibehalten, wenn es der Person schadet (Spitczok von Brisinski, 2013).

Aufgrund der ähnlichen Symptomatik und hohen Komorbidität, stoßen die beiden Störungsbilder auch hinsichtlich ihrer Behandlung auf Gemeinsamkeiten.

In dieser Arbeit soll der Versuch unternommen werden, das Störungsbild der Mager- und Kaufsucht aufzuzeigen, sowie trotz mangelnder evidenter Therapieforschungen Gemeinsamkeiten und Unterschiede in ihrer Behandlung aufzuzeigen.

2 Hauptteil

Im Folgenden Kapitel wird zunächst auf das methodische Vorgehen zur Erfassung dieser Arbeit eingegangen. Im Weiteren wird differenziert auf die Magersucht und auf die Kaufsucht in ihren theoretischen Hintergründen eingegangen. Der Hauptteil schließt mit einem Vergleich beider Therapiemöglichkeiten.

2.1 Methodisches Vorgehen

Um einen ersten Einblick in die Materie zu erhalten erfolgte zunächst eine unsystematische Recherche über die Websuchmaschinen Google und Google Scholar. Die Recherche wurde weiter mit Hilfe der Datenbanken EBSCOhost, PsychINFO, Medline, PubMed, Researchgate und SienceDirect systematisiert. Die folgenden Suchbegriffe wurden dabei verwendet: Kaufsucht, Pathologisches Kaufen, impulsive buying disorder, Magersucht, Anorexia Nervosa, Anorexia bulimia, eating disorder, Therapiemöglichkeiten, Therapieansätze, Behandlungen, shopping addiction, Treatments.

Die Artikel wurden zunächst durch eine Analyse von Titeln und Abstracts ausgewählt, gefolgt von einer Volltextlesung. Für analytische Zwecke wurden nur Daten einbeschlossen, die für das Thema der vorliegenden Untersuchung relevant sind. Daten zu anderen Ergebnissen, insbesondere Studienergebnisse, die sich nicht auf das Störungsbild oder auf Therapieansätze beziehen, wurden ausgeschlossen.

2.2 Magersucht

Im Folgenden wird auf das Störungsbild der Magersucht eingegangen. Es folgen Ausführungen zur Prävalenz, Sterblichkeit und Komorbidität. Das Kapitel schließt mit einer Diskussion der Frage, ob die Magersucht als eine Suchterkrankung einzustufen ist. Anschließend werden die verschiedenen Behandlungsansätze dargestellt.

2.2.1 Phänomenologie

Kennzeichnend für eine Anorexia nervosa (griech. / lat. für „Nervlich bedingte Appetitlosigkeit“) ist eine intensive Furcht vor der Gewichtszunahme oder einer Adipositas (krankhaftes Übergewicht, bestehend ab einem BMI von 30), verbunden mit der Weigerung, ein minimales, der Größe und dem Alter entsprechendes Körpergewicht aufrecht zu erhalten. Obwohl Betroffene mit Anorexia nervosa stark untergewichtig sind, leugnen sie oftmals jegliche Probleme mit ihrem Körpergewicht und sind häufig insgeheim stolz darauf (Butcher, Mineka & Hooley, 2009). Subtypen von Anorexia nervosa werden anhand der Verhaltensweisen unterschieden, die vorgenommen werden, um das niedrige Körpergewicht zu halten: Der restriktive und der aktive bzw. bulimische Typ (Butcher, Mineka & Hooley, 2009). Der aktive Typ führt Binge-eating (übermäßiges Essen), Purging (Abführen) oder beides in Verbindung aus. Beim Binge-Eating werden ohne jegliche Selbstkontrolle außergewöhnlich große Mengen an Nahrung in kurzer Zeit zu sich genommen. Auf dieses Verhalten folgt oft das so genannte Purging, das Entfernen der aufgenommenen Nahrung aus dem Körper. Dies geschieht durch selbst herbeigeführtes Erbrechen oder missbräuchliche Verwendung von Abführmitteln, Diuretika oder Einläufen (Butcher, Mineka & Hooley, 2009)

Der restriktive Typ zeichnet sich dadurch aus, dass alles Erdenkliche unternommen wird, um die Kalorienzufuhr zu kontrollieren und die Menge der zu sich genommenen Nahrung zu minimieren. Besonders die Nahrungsaufnahme in Gegenwart anderer Menschen wird vermieden. Falls doch in Gesellschaft Nahrung zu sich genommen wird, geschieht dies außergewöhnlich langsam und unter Zerstückelung der Nahrung in sehr kleine Teile, die oftmals verwinden gelassen werden, um die Störung zu verheimlichen (Beaumont, 2002).

Deutlich wird die Erkrankung jedoch im Erscheinungsbild. Haare, Haut und Nägel leiden und verfärben sich aufgrund der starken Unterernährung. Ebenfalls niedriger Blutdruck, unregelmäßiger Herzrhythmus und unzureichende Körpertemperaturregulierung sind oft die Folge von Mangel an Vitaminen, Sauerstoff und Elektrolyten wie Kalium und ein Grund für die äußerliche Ausgezehrtheit (Butcher, Mineka & Hooley, 2009)

Darüber hinaus werden die stark verzerrten Bewertungsmaßstäbe, in der hohen Bewunderung deutlich, die sie oftmals anderen essgestörten Patienten des restriktiven Typs geben. Das Ziel dabei ist nicht selten der Hungertod. Betroffene, die ihr geringes Körpergewicht nicht halten konnten, haben oftmals das Gefühl versagt zu haben (Bulik & Kendler, 2000). Dies macht Anorexia Nervosa zu einer sehr hartnäckigen, potenziell lebensbedrohlichen Erkrankung.

Magersucht im Folgenden ist die im Sinne einer Anorexia nervosa des restriktiven Typs.

2.2.2 Prävalenz, Sterblichkeit und Komorbidität

Unter strengen diagnostischen Kriterien ist die Prävalenz für Anorexia nervosa relativ gering (Punktp.: 0,3%, Lebenszeitp.: 0,5%) (Butcher, Mineka & Hooley, 2009). Zu vergessen ist dabei nicht der Umstand der klinischen Diagnostifizierbarkeit, denn eine Großzahl von Frauen zwischen 13 und 30 Jahren zeigen gestörte Muster im Essverhalten. Bis zu 19 Prozent der befragten Studierenden haben in einer Umfrage von einer bulimischen Symptomatik berichtet (Hoek, 2002).

Von Anorexia nervosa sind zu etwa 95 Prozent Mädchen und junge Frauen betroffen (BMBF, 2014). Dabei scheinen die klinischen Merkmale von Essstörungen sich über die Zeit hinweg umzuformen. Etwa 30 bis 50 Prozent der Patienten (im Folgenden mit Pat. Abgekürzt) mit Anorexia nervosa vollziehen im Verlauf ihrer Krankheit den Wechsel vom restriktiven zum aktiven Typ (Löwe et al., 2001).

Die Magersucht zählt zu den gefährlichsten und folgenschwersten psychischen Erkrankungen: Die Sterblichkeitsrate von erkrankten Frauen liegt im Gegensatz zu Frauen aus der Allgemeinbevölkerung zwischen 15 und 24 Jahren und ist im Durchschnitt 12-mal höher (Sullivan et al., 1995). Nahezu jeder fünfte erkrankte Mensch stirbt an den Folgen der Unterernährung. Damit ist Magersucht, nach Asthma und Fettleibigkeit, die dritthäufigste chronische Erkrankung bei Mädchen und jungen Frauen (BMBF, 2014).

Die Diagnose einer Essstörung erfolgt in der Regel gleichzeitig mit der Diagnose anderer Erkrankungen und verzeichnet damit eine hohe Komorbiditätsrate (Butcher, Mineka & Hooley, 2009). Etwa 68 Prozent der Pat. mit Anorexia nervosa leiden an einer diagnostizierbaren Depression (O’Brien & Vincent, 2003). Häufig treten auch Zwangsstörung gleichzeitig auf (O’Brien & Vincent, 2003). Im Gegensatz zu Pat. des aktiven Typs neigen Pat. des restriktiven Typs nicht zu Substanzmissbrauch (Steiger & Seguin, 1999). Zusätzlich werden nicht selten komorbide Persönlichkeitsstörungen diagnostiziert. Diese neigen beim restriktiven Typ zu ängstlicheren Persönlichkeitsstörungen (Butcher, Mineka & Hooley, 2009) und bei mehr als einem Drittel zu selbstverletzenden Verhalten (Paul et al., 2002).

Diagnostische Schlussfolgerungen zur Komorbidität der Magersucht sind jedoch problembehaftet, da bestimmte Symptome eine direkte Folge der Mangelernährung sind. So erhöht Hunger sowohl Reizbarkeit als auch Zwanghaftigkeit (Keys et al., 1950). Die allgemeine Sichtweise geht davon aus, dass die die physiologischen Folgen von Essstörungen zwar Persönlichkeitsstörungen fördern können, dies jedoch lediglich in Form einer Verstärkung bereits vorhandener Persönlichkeitsmerkmale tun (Butcher, Mineka & Hooley, 2009). Begünstigende Persönlichkeitsmerkmale dabei sind Unbeugsamkeit und Perfektionismus (Anderluh et al., 2003).

2.2.3 Klassifikation - Ist Magersucht eine Suchterkrankung?

Der Begriff der Sucht wird mittlerweile so breit verwendet, dass eine „inflationäre Erweiterung des Suchtbegriffs“ herrscht (Eger, 2004). Das Spektrum im allgemeinen Sprachgebrauch reicht von Alkohol- und Drogen- über Arbeits-, Sex-, Spiel- und Vergnügungs- oder aber auch Kauf­und Magersucht (Eger, 2004). Die wissenschaftliche Verwendung des Wortes ist enger gefasst und lautet folglich der Weltgesundheitsorganisation (WHO, 1957): Sucht ist „Ein Zustand periodischer oder chronischer Vergiftung“, hervorgerufen durch den wiederholten Gebrauch einer natürlichen oder synthetischen Droge und gekennzeichnet durch 4 Kriterien:

1. Ein unbezwingbares Verlangen zur Einnahme und Beschaffung des Mittels,
2. eine Tendenz zur Dosissteigerung (Toleranzerhöhung),
3. die psychische und meist auch physische Abhängigkeit von der Wirkung der Droge,
4. die Schädlichkeit für den einzelnen und/oder die Gesellschaft.“

Ob die Magersucht wissenschaftlich in den Bereich einer „Sucht“ nach obenstehender Definition einzuordnen ist, ist umstritten. Zur Unterstützung der Suchthypothese wird darauf verwiesen, dass bei Anorexia nervosa verschiedene Veränderungen im Opioidstoffwechsel des Gehirns beobachtet wurden. Damit wird die Abhängigkeit von körpereigenen Stoffen, von endogenen Opioiden, postuliert (Marrazzi, 1986, 1995, 1997).

Endogene Opioide, auch Endorphine oder endogene Morphine genannt, sind körpereigene Opiatanaloga. Sie bestehen im Nervensystem und haben eine starke analgetische Wirkung, vergleichbar mit der eines exogenen Morphins. Sie sind zudem an der Steuerung vegetativer Funktionen, wie der Verarbeitung sensorischer Afferenzen, der Regulation der Körpertemperatur, der Steuerung von Antrieb und Verhalten und der Hemmung der Darmmotilität beteiligt (Eger, 2004). Die vereinzelten pharmakologischen Erfolge in der Therapie der Magersucht unterstützen diese Annahme. Dabei werden vor allem zentral wirksame Pharmaka, wie Opioidantagonisten und Antidepressiva eingesetzt (Eger, 2004).

Im Gegensatz zur anorexia nervosa konnte in mehreren Studien bei Betroffenen einer bulimia nervosa eine verminderte Serotoninaktivität nachgewiesen werden. Die meisten Studien konnten eine Reduktion der bulimischen Symptomatik unter antidepressiver Medikation nachweisen. Zur Aufklärung dieser Ergebnisse stellten die Autoren unter anderem die Hypothese auf, dass Bulimia nervosa mit einer affektiven Störung in Verbindung gebracht werden kann (Hudson & Pope, 1989).

Zur Frage, ob es sich bei Essstörungen um eine Form von Sucht oder um eine bestimmte Ausprägung einer affektiven Störung handelt, zeigen bei verschiedenen Essstörungen sowohl Antidepressiva als auch Opioidantagonisten eine gewisse Wirksamkeit. Jedoch weder die endokrinologischen Befunde noch die Ergebnisse der Pharmakotherapie können als ausreichende Beweise angesehen werden (Eger, 2004). Ebenfalls die auf den Suchtmodellen basierenden Therapien verfügen über keine ausreichenden wissenschaftlichen Grundlagen (Eger, 2004). Dies führt dazu, dass Essstörungen weiterhin gemäß ihrer Klassifizierung als eigenständige Krankheitsbilder betrachtet werden (Ebd.).

2.2.4 Behandlung

Der klinische Umgang mit Magersucht stellt oftmals eine Herausforderung dar. Die Patienten sind häufig bezüglich einer erforderlichen Behandlung wenig einsichtig; 17 Prozent der Essgestörten müssen gegen ihren Willen stationär behandelt werden (Watson et al., 2000). Empfohlen wird eine stationäre Behandlung beim Unterschreiten eines BMI von 14 (APA, 2000). Zur Frage welche Therapien zur Behandlung am besten geeignet sind, wurden bisher erst wenige Studien durchgeführt (Butcher, Mineka & Hooley, 2009).

All überwiegend ist zunächst, das Körpergewicht von Patienten mit Anorexia nervosa auf ein nicht mehr lebensbedrohliches Maß zu steigern. In extremen Fällen mithilfe von Zwangsmaßnahmen wie der Ernährung einer Magensonde. Im weiteren Verlauf muss das Essverhalten und das Gewicht in Richtung einer Gewichtszunahme stetig sorgfältig kontrolliert werden (Andersen et al., 1997). Die psychische Begleitung und Behandlung ist für einen langfristigen Erfolg unabdingbar. Im Folgenden werden mögliche Vorgehensweisen vorgestellt.

2.2.4.1 Medikamentöse Behandlung

Zur Behandlung von Anorexia Nervosa wurden unter anderem Neuroleptika, Antihistaminika und Antidepressiva, speziell Serotonin-Reuptake-Hemmer, eingesetzt. In einigen Studien konnte eine Gewichtszunahme durch Pharmakotherapie erzielt werden (Butcher, Mineka & Hooley, 2009). Bisher liegen keine Erkenntnisse über auf die Wirkmechanismen der untersuchten Medikamente bei Essstörungen vor. Dass bisher unbekannte Wirkmechanismen für die beobachtete Symptomreduktion verantwortlich sind, ist denkbar (Eger, 2004).

Es gibt keine klaren Beweise für die Wirksamkeit einer medikamentösen Behandlung von Anorexia nervosa (Ebd.).

2.2.4.2 Familientherapie

Bevorzugtes Mittel der Behandlung adoleszenter Anorexia nervosa Patienten ist die Familientherapie (Butcher, Mineka & Hooley, 2009).

Hier werden die Eltern aktiv in die Therapie miteinbezogen. In Zusammenarbeit wird dem Betroffenen bei der Wiederaufnahme des Essens geholfen. Mahlzeiten werden im Familienkreis vorgenommen und therapeutisch überwacht. Außerdem werden Maßnahmen durchgeführt, um den Betroffenen und die Eltern als ein Team in Bezug auf das Essverhalten des Kindes zu etablieren. Anschließend wird in Zusammenarbeit aller wieder eine Lockerung durchgeführt, mit dem Ziel dem Patienten eine unabhängige, flexible und intakte Beziehung zu den Eltern zu ermöglichen (vgl. Lock et al., 2001).

Es konnte gezeigt werden, dass eine Familientherapie innerhalb eines Jahres einen leicht größeren Behandlungserfolg hat als eine individuelle Beratung (Le Grange & Lock, 2005).

Die Problemhaftigkeit ist jedoch eindeutig und die Therapiewahl von den individuellen Umständen abhängig. So konnte in einigen Versuchen kein Vorteil der Familientherapie und in anderen Fällen eine leichte Überlegenheit separat durchgeführter Familiensitzungen mit ansonsten individueller Therapie beobachtet werden (Jacobi & de Zwaan, 2011).

[...]

Ende der Leseprobe aus 25 Seiten

Details

Titel
Kaufsucht versus Magersucht. Unterschiede und Gemeinsamkeiten in der Behandlung von zwei "Sucht"- Erkrankungen
Hochschule
Medical School Hamburg
Note
1,0
Autor
Jahr
2020
Seiten
25
Katalognummer
V978736
ISBN (eBook)
9783346331724
ISBN (Buch)
9783346331731
Sprache
Deutsch
Schlagworte
kaufsucht, magersucht, suchtbehandlung, stoffungebundene Süchte, klinische Interventio
Arbeit zitieren
Shannon Diehl (Autor), 2020, Kaufsucht versus Magersucht. Unterschiede und Gemeinsamkeiten in der Behandlung von zwei "Sucht"- Erkrankungen, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/978736

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