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Hannah Arendts "Eichmann in Jerusalem". Der Grad der Verantwortung

Titel: Hannah Arendts "Eichmann in Jerusalem". Der Grad der Verantwortung

Hausarbeit , 2020 , 20 Seiten , Note: 1,3

Autor:in: Lea Frenzel (Autor:in)

Philosophie - Sonstiges
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Wo liegt der Grad der Verantwortung beim Völkermord in der NS-Zeit?
Um zu der Beantwortung der Fragestellung zu gelangen, wird zunächst der kritisch betrachtete Begriff Banalität des Bösen näher betrachtet und erläutert. Arendt überträgt diesen Begriff auf Eichmann, der, laut seiner eigenen Aussage, nichts mit der Tötung der Juden oder Nichtjuden, oder überhaupt eines Menschen zu tun gehabt haben soll. Er habe nur Befehle ausgeführt, die ihm vorgegeben waren. Es soll vor allem aufgegriffen werden, wie normal Eichmann nach Arendt erscheint und wie sie ihn in ihrem Bericht einschätzt.

Anschließend an die Vorarbeit, soll ein kurzer Einblick in die Persönlichkeit Eichmanns gezogen werden. Dazu zählt vor allem der Vergleich zum kategorischen Imperativ nach Kant, den Eichmann stets verfolgt und ausgeführt haben soll. Wie kann man hier seine Auffassung eines „Idealisten“ oder gar „Freund der Juden“ nachvollziehen?
Aufbauend auf den erarbeiteten Punkten, wird der Grad der Verantwortung mithilfe von Arendts Gedanken in ihrem Bericht diskutiert, der laut dem Urteil im Prozess zunimmt, je weiter man sich von dem Mann entfernt, der das tödliche Instrument mit seinen eigenen Händen benutzt.“ Inwiefern war Eichmann ein Hauptverantwortlicher der „Endlösung“? Wo genau liegt diese Verantwortung? Es soll ein grober Überblick für den Prozess geschaffen werden, wobei vorgegebene Fragen aus dem Seminar mit einfließen, die für die vorliegende Arbeit einen Hauptbestandteil erfüllen und zu weiteren Gedanken anstoßen sollen. Die Hauptlektüre für die Arbeit stellt der Bericht Eichmann in Jerusalem von Hannah Arendt dar. Abschließend soll die Fragestellung beantwortet und ein Fazit gezogen werden.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. EINLEITUNG

2. ÜBER DIE BANALITÄT DES BÖSEN

3. IDEALIST UND JUDENFREUND?

4. ÜBER DEN GRAD DER VERANTWORTUNG

5. FAZIT

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht anhand des Berichts von Hannah Arendt die Frage nach der individuellen Verantwortung von Adolf Eichmann während des Völkermords in der NS-Zeit. Dabei wird analysiert, inwieweit Eichmanns Handeln durch Gedankenlosigkeit und eine verzerrte moralische Auffassung geprägt war und wie er seine Rolle zwischen Befehlsausführung und eigenverantwortlichem Handeln vor Gericht legitimierte.

  • Die kritische Auseinandersetzung mit Hannah Arendts Begriff der "Banalität des Bösen".
  • Die Analyse von Eichmanns Selbstbild als "Idealist" im Kontext des kategorischen Imperativs nach Kant.
  • Die Untersuchung der paradoxen Beziehung Eichmanns zu jüdischen Funktionären.
  • Die Bewertung des Grades der persönlichen Verantwortung beim Aufbau und Betrieb der Deportationsmaschinerie.

Auszug aus dem Buch

2. ÜBER DIE BANALITÄT DES BÖSEN

„Im Sinne der Anklage nicht schuldig.“10 So lautete Eichmanns Antwort auf alle 15 Anklagepunkte, die gegen ihn im Bezirksgericht von Jerusalem erhoben wurden. Als Leserin und Leser des Berichts, sowie Hannah Arendt selbst, fragt man sich an dieser Stelle, in welchem Sinne der SS-Obersturmbannführer dann meint, schuldig zu sein? Schließlich handelt es sich hier um den Hauptverantwortlichen, der die Deportationen der Juden in die Gettos, Konzentrations- und Vernichtungslager durchgeführt und somit zur Durchsetzung eines Genozids beigetragen hatte.11

„Der Staatsanwalt, Gideon Hausner, beschrieb Eichmann in seinem dramatischen Eröffnungsplädoyer als den Arm jener Gewalt, die die Ausrottung des jüdischen Volkes erstrebte.“12 Das Engagement, welches Eichmann in seinem Prozess an den Tag legte, kam demnach deutlich unerwartet. Dies kann erstens daran liegen, dass er nur einen Verteidiger hatte und eben dieser nur selten Einspruch erhob. Zweitens könnte es jedoch auch Eichmanns Bedürfnis, seine Sicht der Dinge darzustellen, liegen. Er war dazu bereit die Tatsachen seiner „letzten Amtsjahre in Deutschland ungeschminkt zu Protokoll zu bringen, damit der Nachwelt ein wahres Bild überliefert wird“13.

Zusammenfassung der Kapitel

1. EINLEITUNG: Einführung in die Thematik des Eichmann-Prozesses und Formulierung der Forschungsfrage nach dem Grad der Verantwortung beim Völkermord.

2. ÜBER DIE BANALITÄT DES BÖSEN: Kritische Analyse des Begriffs der Banalität des Bösen und Untersuchung, wie Gedankenlosigkeit Eichmann zu einem der größten Verbrecher seiner Zeit machte.

3. IDEALIST UND JUDENFREUND?: Hinterfragung von Eichmanns Selbstbild als "Idealist" und "Freund der Juden" im Kontext seiner verzerrten Interpretation kantianischer Prinzipien.

4. ÜBER DEN GRAD DER VERANTWORTUNG: Detaillierte Untersuchung von Eichmanns Karrierelaufbahn und seinem Anteil am bürokratischen Apparat der Vernichtungspolitik.

5. FAZIT: Zusammenfassende Bewertung der persönlichen Schuld Eichmanns und Einordnung seiner Rolle als Schreibtischtäter innerhalb des NS-Systems.

Schlüsselwörter

Hannah Arendt, Adolf Eichmann, Banalität des Bösen, Völkermord, NS-Zeit, Verantwortung, Gedankenlosigkeit, Kategorischer Imperativ, Endlösung, Deportation, Schuld, Idealismus, Eichmann-Prozess, Vernichtungspolitik, Antisemitismus

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der vorliegenden Arbeit im Kern?

Die Arbeit befasst sich mit der Person Adolf Eichmann und dessen Rolle im Völkermord während der NS-Zeit, basierend auf dem Bericht von Hannah Arendt.

Welche zentralen Themenfelder werden bearbeitet?

Die zentralen Themen umfassen die moralische Psychologie von NS-Tätern, die bürokratische Organisation der Deportationen und die Konstruktion eines ideologischen Selbstbildes durch den Täter.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es, den Grad der individuellen Verantwortung Eichmanns zu bestimmen, insbesondere im Hinblick auf seine Rechtfertigungsstrategien vor Gericht.

Welche wissenschaftliche Methode wurde gewählt?

Die Arbeit nutzt eine literaturbasierte Analyse und Interpretation der Hauptlektüre "Eichmann in Jerusalem" von Hannah Arendt sowie ergänzender historischer und philosophischer Sekundärliteratur.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Im Hauptteil werden Eichmanns "Banalität des Bösen", sein Verständnis von Moral und seine tatsächliche Tätigkeit als Organisator der Deportationen kritisch hinterfragt.

Durch welche Schlüsselwörter lässt sich die Arbeit am besten charakterisieren?

Die wichtigsten Begriffe sind Hannah Arendt, Banalität des Bösen, Verantwortung, NS-Ideologie und bürokratischer Völkermord.

Warum betont Arendt Eichmanns "Gedankenlosigkeit" als zentralen Faktor?

Weil Eichmann laut Arendt nicht aus einem dämonischen Hass handelte, sondern aus einer Unfähigkeit heraus, über die moralischen Konsequenzen seiner Befehlsausführung nachzudenken.

Wie interpretierte Eichmann den kategorischen Imperativ von Kant für sich?

Eichmann verbog das kantische Prinzip zu einer "Neuformulierung für den Hausgebrauch", bei der er den Willen des Führers an die Stelle der praktischen Vernunft setzte.

Ende der Leseprobe aus 20 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Hannah Arendts "Eichmann in Jerusalem". Der Grad der Verantwortung
Hochschule
Carl von Ossietzky Universität Oldenburg
Veranstaltung
Werte und Normen
Note
1,3
Autor
Lea Frenzel (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2020
Seiten
20
Katalognummer
V978850
ISBN (eBook)
9783346331366
ISBN (Buch)
9783346331373
Sprache
Deutsch
Schlagworte
hannah arendts eichmann jerusalem grad verantwortung Arendt Nationalsozialismus 1945 Holocaust Deutschland
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Lea Frenzel (Autor:in), 2020, Hannah Arendts "Eichmann in Jerusalem". Der Grad der Verantwortung, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/978850
Blick ins Buch
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Leseprobe aus  20  Seiten
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