Rezension zu Heerdegen-Wessel, Uschi: Barrierefreie Angebote des NDR und der ARD – Stand, Aufgaben, Ziele. In: Handbuch Barrierefreie Kommunikation, Band 3, hgg. von Christiane Maaß und Isabel Rink, Berlin 2019: Frank & Timme, S. 725-740.
Kommunikation beziehungsweise Sprache im Allgemeinen ist für die gesellschaftliche Teilhabe, und somit auch für Gleichberechtigung und eine erfolgreiche Integration unabdingbar. Daher kann es aufgrund von individuellen Sprachschwierigkeiten und/oder der Komplexität von Texten dazu führen, dass bestimmte Personengruppen in ihrem Alltag Einschränkungen oder gar Exklusionen erfahren. Um diesem Problem entgegenzuwirken, widmet sich die Forschung in den letzten Jahrzehnten vermehrt den „Aspekte[n] der Wahrnehmbarkeit und Verständlichkeit von Kommunikation“ (Maaß/Rink 2019). Als eigener Forschungszweig und Studiengang entwickelt sich so seit Kurzem die Barrierefreie Kommunikation, deren Ziel es unter anderem ist, Nicht-Muttersprachler*innen und Menschen mit Behinderung oder Lernschwierigkeiten den Zugang zu Bereichen des öffentlichen Lebens zu erleichtern beziehungsweise zu ermöglichen. „[D]as Angebot an Barrierefreier Kommunikation ist gegenwärtig umfangreicher als je zuvor“ (Maaß/Rink 2019) und beinhaltet [...]. In den verschiedensten Lebensbereichen wie der Politik, Kunst oder Kultur sind bereits Barrierefreie Texte vorzufinden, wobei es noch an einheitlichen Regulierungen bezüglich der Qualität mangelt, da die unterschiedlichen Disziplinen und ihre Forschungsergebnisse noch unzureichend miteinander vernetzt sind. Christiane Maaß und Isabel Rink präsentieren in ihrem umfassenden Werk Handbuch Barrierefreie Kommunikation (2019) Texte unterschiedlichster Disziplinen, um so einerseits über die aktuelle Forschung und vorhandene Desiderate aufzuklären. Andererseits fungieren praxisbezogene, empirisch angelegte Beiträge als „Grundlage für professionelles Handeln am Markt“ (ebd.). Zu den „Stimmen aus der Praxis“, so die Kapitelüberschrift für die anwendungsorientierten Texte im Handbuch, zählt Uschi Heerdegen-Wessels Aufsatz über „Barrierefreie Angebote des NDR und der ARD – Stand, Aufgaben, Ziele“ (2019). [...]
Inhaltsverzeichnis der Rezension
1. Einleitung
2. Theoretischer und konzeptioneller Rahmen
2.1 Gesellschaftliche Relevanz der barrierefreien Kommunikation
2.2 Der Beitrag von Uschi Heerdegen-Wessel im Kontext des Handbuchs
3. Analyse der barrierefreien Angebote
3.1 Untertitelung von Fernsehsendungen
3.2 Audiodeskription von Fernsehsendungen
3.3 Weitere Barrierefreie Angebote
4. Kritische Würdigung der Leichten Sprache beim NDR
5. Reflexion der methodischen Darstellung
6. Fazit und Ausblick
Zielsetzung und Themen der Arbeit
Die vorliegende Rezension befasst sich mit dem Aufsatz „Barrierefreie Angebote des NDR und der ARD – Stand, Aufgaben, Ziele“ von Uschi Heerdegen-Wessel. Ziel der Arbeit ist es, die von der Autorin dargestellten Strategien und Entwicklungen zur Barrierefreiheit im öffentlich-rechtlichen Rundfunk kritisch zu beleuchten und deren praktische Umsetzung, insbesondere im Bereich der Leichten Sprache, durch einen eigenen Praxistest zu ergänzen.
- Rolle des öffentlich-rechtlichen Rundfunks bei der Inklusion
- Methoden und Entwicklung der Untertitelung und Audiodeskription
- Vergleich zwischen theoretischem Anspruch und praktischer Umsetzung
- Kritische Analyse der datenvisualisierenden Elemente in der Fachliteratur
- Bedeutung von Partizipation und Austausch mit Betroffenenverbänden
Auszug aus dem Buch
Barrierefreie Angebote des NDR und der ARD – Stand, Aufgaben, Ziele
Die erste Seite des Aufsatzes kann als Vorwort verstanden werden, das die gesellschaftliche Verantwortung der ARD für die Bereitstellung und den Ausbau von Barrierefreien Angeboten beschreibt. Hierfür findet laut Heerdegen-Wessel ein „regelmäßige[r] Austausch mit den Vertreterinnen und Vertretern der Behindertenverbände“ (2019, S. 725) statt, der mit dem Voranschreiten dieser Angebote verknüpft ist. Besonders betont wird mehrfach das Ziel der ARD, allen Menschen die Mittel zu bieten, „sich zu informieren und sich eine eigene Meinung zu bilden, um sich am gesellschaftlichen Diskurs beteiligen zu können“ (Heerdegen-Wessel 2019, S. 725).
Dieses Ziel stimmt mit dem überein, was auf der Internetseite der ARD als „Gesellschaftlicher Auftrag“ definiert wird. Daraus lässt sich schließen, dass Barrierefreie Kommunikation eng mit dem Selbstverständnis der ARD verwoben ist. Untermauert wird dies durch den 2011 beschlossenen „Maßnahmenkatalog zum Ausbau der barrierefreien Angebote“, der von „alle[n] Landesrundfunkanstalten seitdem konsequent umgesetzt“ (Heerdegen-Wessel 2019, S. 725) würde. Nach der kurzen Einführung behandelt das erste Kapitel des Textes die „Untertitelung von Fernsehsendungen“. Heerdegen-Wessel geht zunächst auf die verschiedenen Formen, Funktionen und Zielgruppen beziehungsweise Einsatzmöglichkeiten von Untertiteln ein, um anschließend die sukzessive Entwicklung von Untertiteln des NDR und der ARD zu schildern.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Die Einleitung bettet die Notwendigkeit barrierefreier Kommunikation in den Kontext gesellschaftlicher Teilhabe ein und stellt den rezensierten Aufsatz vor.
2. Theoretischer und konzeptioneller Rahmen: Dieser Abschnitt erläutert die Relevanz des Handbuchs Barrierefreie Kommunikation und ordnet die Rolle von Uschi Heerdegen-Wessel als Praktikerin ein.
3. Analyse der barrierefreien Angebote: Hier werden die von der Autorin behandelten Bereiche wie Untertitelung und Audiodeskription sowie deren organisatorische Hintergründe zusammengefasst.
4. Kritische Würdigung der Leichten Sprache beim NDR: In diesem Kapitel wird durch einen eigenen Praxistest überprüft, wie barrierefrei die Internetseite des NDR tatsächlich gestaltet ist.
5. Reflexion der methodischen Darstellung: Es erfolgt eine kritische Analyse der verwendeten Diagramme und der Art der Datenaufbereitung durch Heerdegen-Wessel.
6. Fazit und Ausblick: Das abschließende Kapitel fasst die Erkenntnisse zusammen und bewertet den Aufsatz als informativen Einblick in die Praxis des Rundfunkverbunds.
Schlüsselwörter
Barrierefreie Kommunikation, NDR, ARD, Untertitelung, Audiodeskription, Leichte Sprache, gesellschaftliche Teilhabe, Rundfunk, Inklusion, Barrierefreiheit, Medienpraxis, Mediale Zugänglichkeit, Behindertenverbände, Öffentlich-rechtlicher Auftrag, Barrierefreie Angebote.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in der Arbeit grundlegend?
Die Arbeit ist eine Rezension des Aufsatzes von Uschi Heerdegen-Wessel über das Angebot an Barrierefreier Kommunikation beim NDR und der ARD.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die zentralen Themen sind Untertitelung, Audiodeskription, Gebärdensprache, Leichte Sprache sowie die strategische Ausrichtung der Rundfunkanstalten.
Was ist das Ziel der Forschungsarbeit?
Das Ziel ist eine kritische Würdigung der Darstellungen von Heerdegen-Wessel unter Berücksichtigung der praktischen Umsetzung auf der Website des NDR.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Autorin verwendet eine textbezogene Erörterung in Kombination mit einem explorativen Praxistest der NDR-Internetpräsenz.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Im Hauptteil werden die verschiedenen barrierefreien Angebote des Rundfunks detailliert beschrieben und ihre Darstellung in Grafiken kritisch hinterfragt.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Barrierefreie Kommunikation, Inklusion, Rundfunkpraxis, Untertitelung, Audiodeskription und Leichte Sprache.
Wie bewertet der Autor die grafische Darstellung im Originaltext?
Der Autor kritisiert, dass die Diagramme durch unterschiedliche Skalierungen der Y-Achse eine verzerrte Wahrnehmung des Wachstums suggerieren könnten.
Wie schneidet der Praxistest zur Leichten Sprache ab?
Der Praxistest zeigt, dass die Leichte Sprache auf der NDR-Seite zwar vorhanden, aber manuell schwer auffindbar ist und primär über Suchmaschinen erreicht wird.
- Quote paper
- Alexander Bärtl (Author), 2020, Rezension zu Heerdegen-Wessel (2019) "Barrierefreie Angebote des NDR und der ARD", Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/978864