Der theoretische Teil dieser Arbeit bezieht sich auf die unterschiedlichen Störungsbilder im Kindes- und Jugendalter und soll damit einen groben Überblick über Entstehung, Merkmale und Therapiemöglichkeiten bieten. Die aktuelle Flüchtlingsproblematik lässt vermuten, dass die damit verbundenen extremen Belastungen im Heimatland der Flüchtlinge einen erheblichen Einfluss auf die Entwicklung von betroffenen Kindern und Jugendlichen darstellen kann. Im praktischen Teil zeigt eine Fallstudie die Posttraumatische Belastungsstörung am Beispiel einer Flüchtlingsfamilie, um altersspezifische Unterschiede zu ermitteln. Im letzten Schritt wird ein Konzept dargelegt, welches aufbauend auf den theoretischen Grundlagen zur Problembehandlung im dargelegten Praxisbereich verwendet werden kann.
Heutzutage rücken psychische Störungen auch bei Kindern und Jugendlichen vermehrt in den Fokus. Diese variieren besonders hinsichtlich Alter, Geschlecht und des sozioökonomischen Status und stellen damit eine facettenreiche Herausforderung für das Gesellschaftsgefüge dar.
Kinder und Jugendliche leiden dabei häufig stark unter ihrer subjektiv erlebten Symptomatik und werden außerdem in Ihrer schulischen Leistung beeinträchtigt, wodurch sich erhebliche entwicklungsspezifische Unterschiede zwischen einzelnen Individuen herauskristallisieren. Grundzüge dafür werden häufig in der frühen Kindheit gesetzt, welche abseits frühzeitiger Behandlung stark gefestigt werden können. Im Jugendalter entwickeln sich Störungsbilder im schlimmsten Fall zu aggressivem oder kriminellem Verhalten und Substanzmissbrauch. Dabei stellen sie einerseits eine Gefahr für die Gesellschaft, andererseits auch für sich selbst dar. Diese Problematiken in Verbindung mit Kindern und Jugendlichen erfordern eine individuelle Betrachtung mit anschließender, frühzeitiger Prävention, um eine angemessene Entwicklung zu unterstützen.
Inhaltsverzeichnis
0 Einleitung
1 Theorie: psychische Störungen im Kindes- und Jugendalter
1.1 Autismus
1.2 Bindungsstörungen
1.3 Angststörung
1.4 Depressive Störung
1.5 Anpassungsstörungen
1.6 Posttraumatische Belastungsstörung (PTBS)
1.7 Hyperkinetische Störungen
1.8 Störung des Sozialverhaltens
1.9 Tic- und Zwangsstörungen
1.10 Essstörungen & Substanzmissbrauch
2 Fallstudie – PTBS am Beispiel einer Flüchtlingsfamilie
3 Analyse des Fallbeispiels
4 Konzeptdarstellung
5 Fazit
Zielsetzung und Themen der Arbeit
Diese Arbeit zielt darauf ab, einen Überblick über psychische Störungen im Kindes- und Jugendalter zu vermitteln und diese in einen entwicklungstheoretischen Kontext zu setzen. Dabei wird untersucht, wie sich Symptomatiken zwischen Kindern und Erwachsenen unterscheiden, und ein praxisnahes Konzept zur Unterstützung von Flüchtlingskindern und deren Familien entwickelt.
- Theoretische Grundlagen psychischer Störungsbilder bei Kindern und Jugendlichen.
- Differenzierung der Symptomatik und Bewältigungsstrategien bei Kindern gegenüber Erwachsenen.
- Fallstudienbasierte Analyse der Posttraumatischen Belastungsstörung (PTBS).
- Entwicklung eines Präventions- und Unterstützungskonzepts für Flüchtlingsfamilien.
- Betrachtung von Einflussfaktoren wie Stabilität im familiären Umfeld und soziale Integration.
Auszug aus dem Buch
1.6 Posttraumatische Belastungsstörung (PTBS)
Hierbei handelt es sich um eine verzögerte psychische Reaktion auf eines oder mehrere traumatische Erlebnisse. Diese Ereignisse sind abhängig von sozialen Faktoren, der Gesellschaft und der Umwelt. Somit kann es sich um die Konfrontation mit dem Tode durch Naturkatastrophen und Kriege oder auch generell um ein traumatisches Erlebnis in Verbindung mit anderen Menschen handeln. Im Hinblick auf die entsprechenden Erlebnisse bestehen drei unterschiedliche Symptomatiken. Zum einen kann das Ereignis durch Träume, Flashbacks oder Erinnerungen ständig wiedererlebt werden. Aufgrund der Assoziation mit dem damaligen emotionalen Zustand, beinhaltet dies außerdem die Gefühle der Verzweiflung und des Schmerzes, welche damals erlebt wurden. Um dieses Erlebnis in Zukunft zu verhindern, werden in der zweiten Symptomatik Reize vermieden, welche die traumatischen Erlebnisse Revue passieren lassen (Rank, 2020, S. 39). Dies sorgt jedoch für eine emotionale Abstumpfung und Gleichgültigkeit hinsichtlich der unmittelbaren Umgebung, von welcher sich fortan isoliert wird (Qirjako, 2007, S. 22ff). Ist diese Vermeidung nicht möglich, leben betroffene Personen in ständiger Angst an das erneute Wiedererleben, wodurch Übererregtheit, Schlafstörungen und Konzentrationsprobleme auftreten.
Zusammenfassung der Kapitel
0 Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die steigende Relevanz psychischer Störungen bei Kindern und Jugendlichen und stellt die Relevanz der Untersuchung im Kontext der aktuellen Flüchtlingsproblematik dar.
1 Theorie: psychische Störungen im Kindes- und Jugendalter: Dieses Kapitel gibt einen umfassenden Überblick über verschiedene Störungsbilder, deren Entstehung, Merkmale und therapeutische Ansätze.
2 Fallstudie – PTBS am Beispiel einer Flüchtlingsfamilie: Hier wird die Posttraumatische Belastungsstörung anhand eines fiktiven, aber realitätsnahen Fallbeispiels einer Flüchtlingsfamilie veranschaulicht.
3 Analyse des Fallbeispiels: Das Kapitel analysiert die im Fallbeispiel dargestellten Verläufe der PTBS und arbeitet die entwicklungsspezifischen Unterschiede zwischen dem Kind und dem erwachsenen Vater heraus.
4 Konzeptdarstellung: Es wird ein Konzept vorgestellt, das auf den Säulen Sicherheit in der Familie, soziale Integration und Psychotherapie basiert, um Flüchtlinge präventiv zu schützen.
5 Fazit: Das Fazit fasst die theoretischen Erkenntnisse zusammen und betont die Notwendigkeit individueller Unterstützung für Flüchtlingskinder innerhalb ihres sozialen Umfeldes.
Schlüsselwörter
Entwicklungspsychologie, Psychische Störungen, Kindesalter, Jugendalter, PTBS, Flüchtlingsfamilie, Bindungsstörung, Autismus, Anpassungsstörung, Trauma, Emotionsregulation, Prävention, Integration, Therapie, Selbstwirksamkeit
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Hausarbeit bietet einen Überblick über psychische Störungen im Kindes- und Jugendalter und vergleicht diese mit den Krankheitsbildern bei Erwachsenen, insbesondere im Hinblick auf Bewältigungsmechanismen.
Was sind die zentralen Themenfelder der Arbeit?
Zu den Schwerpunkten zählen die theoretische Einordnung von Störungsbildern, die Analyse einer Fallstudie zu PTBS bei Flüchtlingen sowie die Ausarbeitung eines Unterstützungskonzepts.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist es, Unterschiede in der Symptomatik und den Bewältigungsstrategien zwischen Kindern und Erwachsenen aufzuzeigen und Strategien zur psychischen Stabilisierung von Flüchtlingskindern abzuleiten.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit stützt sich auf eine Literaturanalyse sowie die Erstellung und anschließende Analyse eines theoretischen Fallbeispiels.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Darstellung verschiedener Störungen, eine detaillierte Fallstudie zu einer Flüchtlingsfamilie und eine anschließende komparative Analyse.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit am besten?
Die zentralen Begriffe sind Entwicklungspsychologie, PTBS, psychische Störungen, Flüchtlingshilfe, Prävention und Emotionsregulation.
Wie unterscheidet sich die PTBS-Bewältigung bei Kindern im Vergleich zu Erwachsenen laut der Arbeit?
Kinder neigen stärker zum Vermeidungsverhalten und verfügen über weniger ausgereifte Regulationsstrategien, weshalb sie stärker auf ein stützendes soziales Umfeld angewiesen sind als Erwachsene.
Welche Rolle spielt die "Sicherheit" im Konzept für Flüchtlingsfamilien?
Sicherheit, insbesondere durch eine gesicherte Aufenthaltsperspektive, wird als essenzielle Grundvoraussetzung für die psychische Stabilisierung und die Wirksamkeit therapeutischer Maßnahmen identifiziert.
- Quote paper
- Marc Schwinn (Author), 2020, Psychische Störungen im Kindes- und Jugendalter, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/980091