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Orientalismus und die Darstellung von Muslima in der "WELT". Eine kritische Diskursanalyse

Titel: Orientalismus und die Darstellung von Muslima in der "WELT". Eine kritische Diskursanalyse

Hausarbeit (Hauptseminar) , 2020 , 33 Seiten , Note: 1,3

Autor:in: Kaya Olshausen (Autor:in)

Soziologie - Politik, Majoritäten, Minoritäten
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Die Forschungsfrage dieser Arbeit lautet: Inwiefern zeigen sich in der Tageszeitung "DIE WELT" in ausgewählten Artikeln der letzten fünf Jahre orientalistische Muster in Bezug auf die Darstellung von Muslima?

Mercedes Kierpacz, Fatih Saraçoğlu, Said Nesar Hashemi, Gökhan Gültekin, Kaloyan Velkov, Vili Viorel Păun, Hamza Kurtović, Ferhat Unvar, Gabriele R., Sedat Gürbüz. Sie alle sind die Opfer des rassistischen Attentats in Hanau am 19. Februar 2020. An den Morden zeigt sich in aller Grausamkeit, welche verheerenden Folgen antimuslimischer Rassismus hat. 2017 rief die Partei DIE LINKE im Bundestag dazu auf, "islamfeindliche" Straftaten gesondert in der Statistik über politisch motivierte Kriminalität (PMK) zu erfassen. Allein im Jahr 2018 wurden ca. 813 solcher anti-muslimischer Straftaten registriert, die Dunkelziffer liegt deutlich höher – viele Ermittlungsbehörden hielten sich nicht an die neue Einordnung. Häufig kommt es vor, dass Mädchen und Frauen die Kopftücher heruntergerissen, sie bespuckt, beleidigt und auf offener Straße geschlagen werden. Wie kann es sein, dass eine Person mit spezifisch kodierten äußerlichen Merkmalen Gewalt zu befürchten hat?

Für die Kodierung von äußerlichen Merkmalen ist Sprache zuständig. Eines der Hauptwerke des Theoretikers Edward Said untersucht den europäischen Diskurs über Muslim:innen, "den Islam" und den Orient: In "Orientalismus" geht es um die sprachliche Konstruktion eines Orients, dessen Bevölkerung, Kultur und geografische Lage durch den "Westen" definiert wurde, um koloniale Herrschaft zu ermöglichen, die eine Machtasymmetrie konstituiert. Die deutsche Wissenschaft habe durch einen verspäteten Beginn der Rezeption von "Orientalismus" einiges aufzuholen, um die eigene Beteiligung am Diskurs aufzuarbeiten. Neben Said möchte ich durch den Einbezug der Theoretiker:innen Meyda Yeğenoğlu und Leila Ahmed, die die Konstruktion des Orients aus feministischer Perspektive untersuchten, zur Dekonstruktion des vermeintlichen "Wissens" über den Orient und damit einhergehend Oriental:innen beitragen.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Zentrale Begriffe

2.1 Feministischer Orientalismus

2.2 Antimuslimischer Rassismus

3. Forschungsstand

3.1 Edward Said: Orientalismus

3.2 Meyda Yeğenoğlu: Veiled Fantasies – Cultural and Sexual Difference in the Discourse of Orientalism

3.3 Leila Ahmed: Western Ethnocentrism and Perceptions of the Harem

4. Methodik

4.1 Diskurstheoretische Grundlagen

4.2 Materialauswahl

4.3 Diskursiver Kontext

5. Ergebnisse der Analyse

5.1 Dichotomie

5.2 Das „fremde Andere“

5.3 Die undemokratische „Vormoderne“

5.4 Emotionalität

5.5 Sexualisierung

5.6 Frauen als Opfer ihrer Religion

5.7 Frauen als Täterinnen

5.8 Paradoxie: Das Patriarchat im Anderen

6. Fazit und Ausblick

Zielsetzung & Themen

Diese Arbeit untersucht die Darstellung muslimischer Frauen in ausgewählten Artikeln der Tageszeitung „DIE WELT“ unter Anwendung der Kritischen Diskursanalyse nach Siegfried Jäger. Ziel ist es, aufzuzeigen, wie durch orientalistische Muster eine dichotomische Konstruktion von „Orient“ und „Okzident“ sowie eine Ausgrenzung von Muslim:innen als „Andere“ innerhalb des journalistischen Diskurses reproduziert wird.

  • Feministischer Orientalismus und antimuslimischer Rassismus
  • Postkoloniale Theorieansätze nach Said, Yeğenoğlu und Ahmed
  • Diskursive Konstruktion des „Fremden“ und der „Vormoderne“
  • Wechselspiel von Opfer- und Täterzuschreibungen bei muslimischen Frauen

Auszug aus dem Buch

3.2 Meyda Yeğenoğlu: Veiled Fantasies – Cultural and Sexual Difference in the Discourse of Orientalism

Meyda Yeğenoğlu ist Professorin für Cultural Studies und Soziologie an der Bilgi University in Istanbul. Als ihr Hauptwerk gilt „Colonial Fantasies – Towards a Feminist Reading of Orientalism“ (1998). Genau so wenig wie Saids, ist es nicht Yeğenoğlus Ziel, ethnografisch eine „islamische Kultur“ zu erforschen, sondern das „fremde Subjekt“ zu dekonstruieren. Ihre zentrale These ist, dass die französische Kolonialmacht in Algerien durch den veil als Barriere zwischen dem Körper der oriental woman und einem western gaze Penetrationsfantasien entwickelte, die sich in der gesamten politischen Agenda Frankreichs niederschlugen (vgl. ebd.: 546, 549).

Auf der einen Seite hätten sich die französischen Soldaten durch die Unverfügbarkeit der veiled woman abgelehnt gefühlt, auf der anderen Seite sei eine Rollenumkehr erfolgt: sie sahen nicht, konnten aber gesehen werden. Das Resultat sei ein unstillbares Verlangen nach der Verfügbarmachung der veiled woman in Form von Penetrationsfantasien gewesen (vgl. ebd.: 546). Es habe sich eine regelrechte Besessenheit der französischen Kolonialmacht mit dem veil gezeigt: durch ihr doppelte Begehren – Herrschaft über das Land auf der einen, das Eindringen in das, was hinter dem Schleier vermutet wurde, auf der anderen Seite – sei die Enthüllung der veiled woman symbolischer Stellvertreter für die Vollendung der Herrschaft über alle Sphären Algeriens gewesen (vgl. ebd.: 557). So sei es nicht verwunderlich, dass der veil eine zentrale Rolle in verschiedenen wissenschaftlichen Disziplinen bekommen habe, um die „[…] verborgenen Geheimnisse des Orients […]“ zu enthüllen (vgl. ebd.: 542, eig. Übers.).

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung verortet das Thema antimuslimischer Rassismus anhand aktueller Attentate und formuliert die Forschungsfrage zur Darstellung von Muslima in der Tageszeitung „DIE WELT“.

2. Zentrale Begriffe: Dieses Kapitel definiert theoretische Grundlagen wie den feministischen Orientalismus nach Dietze sowie antimuslimischen Rassismus als Form des Kulturrassismus.

3. Forschungsstand: Hier werden die zentralen postkolonialen Theorien von Edward Said, Meyda Yeğenoğlu und Leila Ahmed als analytisches Fundament dargelegt.

4. Methodik: Dieses Kapitel erläutert das Vorgehen mittels Kritischer Diskursanalyse nach Siegfried Jäger und begründet die Auswahl des Analysematerials.

5. Ergebnisse der Analyse: In diesem Hauptteil werden die gefundenen orientalistischen Muster in den Artikeln – von Dichotomisierungen über Sexualisierungen bis hin zu Opfer- und Täterkonstruktionen – detailliert ausgewertet.

6. Fazit und Ausblick: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen, diskutiert die methodischen Einschränkungen und formuliert eine These zum Zusammenhang von Orientalismus und antimuslimischem Rassismus.

Schlüsselwörter

Orientalismus, Antimuslimischer Rassismus, Postkoloniale Theorie, Diskursanalyse, Muslima, Veiled Woman, Okzident, Andere, Konstruktion, Geschlecht, Patriarchat, Fremddarstellung, Medienanalyse, Identitätspolitik, Machtasymmetrie

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert kritisch, wie die Tageszeitung „DIE WELT“ muslimische Frauen diskursiv darstellt und inwiefern dabei orientalistische Stereotype reproduziert werden.

Was sind die zentralen Themenfelder der Arbeit?

Die Themen umfassen antimuslimischen Rassismus, postkoloniale Machtverhältnisse, feministische Perspektiven auf den Orientalismus sowie die Rolle von Medien bei der Konstruktion gesellschaftlicher Identitäten.

Was ist das primäre Ziel der Forschungsarbeit?

Das Ziel ist die Dekonstruktion der orientalistischen Muster in den untersuchten Zeitungsartikeln, um sichtbar zu machen, wie muslimische Frauen durch Fremdzuschreibungen als „das Andere“ markiert werden.

Welche wissenschaftliche Methode wird in der Arbeit verwendet?

Die Autorin nutzt die Kritische Diskursanalyse nach Siegfried Jäger, um die sprachlichen Konstruktionen und Machtwirkungen in den ausgewählten Texten zu untersuchen.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil analysiert spezifische inhaltliche Kategorien der Artikel, darunter Dichotomien zwischen Orient und Okzident, die Sexualisierung muslimischer Frauen sowie deren Zuweisung als entweder „Opfer“ oder „Täterin“.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind Orientalismus, antimuslimischer Rassismus, postkoloniale Theorie, Diskursanalyse und die Konstruktion des „Anderen“.

Wie bewertet die Arbeit die Darstellung muslimischer Frauen in den Medien?

Die Arbeit kommt zu dem Schluss, dass muslimische Frauen instrumentalisiert werden, um die eigene „westliche“ Identität durch Abgrenzung als fortschrittlich und emanzipiert zu definieren.

Welchen Bezug stellt die Arbeit zwischen dem „Kopftuch“ und dem Diskurs her?

Die Arbeit argumentiert, dass das Kopftuch in den Artikeln als Symbol für das „Patriarchat im Anderen“ und als Instrument der Markierung „fremder“ und „vormoderner“ Lebensweisen dient, anstatt als gelebte Praxis wahrgenommen zu werden.

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Details

Titel
Orientalismus und die Darstellung von Muslima in der "WELT". Eine kritische Diskursanalyse
Hochschule
Friedrich-Schiller-Universität Jena
Note
1,3
Autor
Kaya Olshausen (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2020
Seiten
33
Katalognummer
V980749
ISBN (eBook)
9783346333100
ISBN (Buch)
9783346333117
Sprache
Deutsch
Schlagworte
orientalismus darstellung muslima welt eine diskursanalyse
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Kaya Olshausen (Autor:in), 2020, Orientalismus und die Darstellung von Muslima in der "WELT". Eine kritische Diskursanalyse, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/980749
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Leseprobe aus  33  Seiten
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