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Typologie möglicher Figurationen des Fremden. Eine Facette des "Anderen"

Titel: Typologie möglicher Figurationen des Fremden. Eine Facette des "Anderen"

Hausarbeit , 2004 , 34 Seiten , Note: 1, 3

Autor:in: Dr. phil. Andrea Ehrhardt (Autor:in)

Pädagogik - Wissenschaftstheorie, Anthropologie
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Diese Arbeit behandelt das Erscheinungsbild des "Fremden" aus einer anthropologischen Sichtweise heraus und deckt verschiedene Erscheinungsformen des Selben in der Gesellschaft.

Was kann man unter dem Begriff "Mensch" verstehen? Ein Versuch, sich dieser Frage zu nähern, ist die Wissenschaft der Anthropologie. Diese bietet auf der Suche nach Antworten komplexe und teilweise miteinander verschränkte Erklärungsansätze, jedoch keine allgemeingültigen Lösungen, was sich durch den Themenfokus bedingt.
Ein Ansatz der Beantwortung der Frage nach dem Menschen an sich, ist die Betrachtung des den Anderen umfassenden Spektrums. Auch wenn die Frage nach dem Anderen, als dem uns Fremden, nicht vordergründig zu sein scheint, so ist sie doch von nicht zu unterschätzender Bedeutung.

Rein formal betrachtet existieren zwei, voneinander abhängige, zentrale Kategorien des Anderen. Diese Formen lassen sich als das Ich und der Andere als das, uns meist fremderscheinende, Gegenüber fassen. Ebenso ist das internalisierte Andere, in Form negierter Aspekte der eigenen Persönlichkeit, diesen beiden Kategorien zu zuordnen.

Das Ich kann es nur im Zusammenhang mit dem Anderen geben, da es durch dieses Gegenüber existent ist und dementsprechend betrachtet werden kann. Ebenso verhält es sich komplementär. Ohne ein Gegenüber kann es kein Selbst, aber auch kein Anderes geben. Das Ich und der Andere befinden sich in einer symbiotischen Beziehung zueinander.
Jeder Mensch hat diese beiden existentiellen Positionen des Daseins inne. Für einen selbst ist man das Ich, ein bestimmtes Individuum, und für sein Gegenüber ist man der Andere. Aus eben dieser Perspektive heraus geschieht die Wahrnehmung des Menschen. Somit stellt der Andere die Basis für soziale Beziehungen und den gesellschaftlichen Bezugspunkt für einen selbst dar.

Alles, was nicht von einem selbst kommt oder was man nicht selbst ist, steht unter dem Zeichen des Anderen.
Doch wie genau nehmen wir den Anderen war? Wie werden dessen Facetten betrachtet und wie wird die Existenz des Anderen gewertet? Meist wird der Andere als etwas nicht Eigenes, also Fremdes wahrgenommen. Das ständig präsente Fremde kann als ubiquitärer Begriff verstanden werden.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

Einleitung

1. Der Andere als das Fremde

2. Figurationen des Fremden

2.1 Der Fremde als der Feind

2.2 Der Fremde als das Böse – Das andere Geschlecht

2.3 Das Fremde als das Geheimnisvolle

2.4 Der Fremde als sozialer Typus – Etablierte und Außenseiter

2.5 Der Fremde als Teil des Selbst – Der Spiegel des Selbst

3. Der Umgang mit dem Fremden

4. Resümee

5. Literatur

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die anthropologische und soziologische Konstruktion des „Fremden“ und dessen zentrale Rolle für die Identitätsbildung des Einzelnen. Dabei wird der Frage nachgegangen, wie soziale Wahrnehmung, Kategorisierung und die Projektion eigener, verleugneter Persönlichkeitsanteile auf das Gegenüber die zwischenmenschliche Beziehung und den gesellschaftlichen Umgang mit dem Fremden prägen.

  • Die Entstehung und Funktion von Feindbildern als Projektionsfläche.
  • Die Bedeutung von Geschlechterrollen in der Konstruktion des Bösen.
  • Die soziologische Differenzierung zwischen Etablierten und Außenseitern.
  • Die wechselseitige Abhängigkeit von Ich-Wahrnehmung und dem Anderen.
  • Das Potenzial von Selbsterkenntnis zur Überwindung von Xenophobie.

Auszug aus dem Buch

2.1 Der Fremde als der Feind

Die Wahrnehmung des Fremden als Feind basiert auf der Ansicht, teilweise geprägt durch diffuse subjektive Empfindungen, dass etwas, was fremd und unbekannt scheint, eine potentielle Gefahr darstellen kann. Diese vermeintliche Bedrohung scheint allgegenwärtig zu sein.

Das der Betrachter selbst diese Wirkung auf Fremden ausüben kann, wird dabei nicht bedacht. Deutlich wird diese These an der Entstehung von Feindbildern. Der Fremde wird mit negativen Eigenschaften bedacht, die eine ängstliche Meidung und/oder ein abwehrendes Verhalten ihm gegenüber rechtfertigen.

Oft spielt bei der Propagierung von Feindbildern der Wunsch nach Überlegenheit gegenüber dem „niederen“ Fremden auch eine Rolle, soll im Folgenden jedoch nicht weiter betrachtet werden.

„(…) wir weigern uns, das Offensichtliche zuzugeben: Wir Menschen sind Homo hostilis, die feindselige Spezies, das ‚feinderfindende’ Lebewesen. Wir sind getrieben, uns einen Feind zu basteln, der als Sündenbock die Last unserer verleugneten Feindschaft trägt. Aus dem unbewussten Reservoir unserer Feindseligkeit erschaffen wir ein Zielobjekt; aus unseren privaten Dämonen zaubern wir uns einen öffentlichen Feind.“10

Was ist dieser Homo hostilis? Wie wird das Bild des Feindes und somit (überflüssiges?) Böses erschaffen?

Zusammenfassung der Kapitel

Einleitung: Es wird die anthropologische Relevanz des Fremden als zentrales Gegenüber für die menschliche Selbstdefinition und soziale Beziehungen eingeführt.

1. Der Andere als das Fremde: Dieses Kapitel erläutert die etymologische und kategorische Herkunft des Begriffs „Fremd“ als klassifizierenden Oberbegriff für das Unbekannte.

2. Figurationen des Fremden: Die verschiedenen Facetten des Fremden – als Feind, als Geschlechter-Projektion, als Geheimnis, als sozialer Außenseiter und als Spiegel des Selbst – werden analysiert.

3. Der Umgang mit dem Fremden: Es wird erörtert, wie Fremdheit meist durch Angst (Xenophobie) und Kategorisierungen bewältigt wird und warum Selbsterkenntnis ein Schlüssel zum friedlicheren Miteinander ist.

4. Resümee: Die Arbeit fasst zusammen, dass das Fremde eine soziale Konstruktion ist, die für das Verständnis des eigenen Seins elementar bleibt.

5. Literatur: Verzeichnis der herangezogenen wissenschaftlichen Quellen und Medien.

Schlüsselwörter

Anthropologie, Fremdheit, Alterität, Identitätsbildung, Projektion, Feindbilder, Xenophobie, Soziologie, Georg Simmel, Selbstkonzept, Interdependenz, Sozialpsychologie, Andere, Subjektwerdung, Schattenaspekte.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit beschäftigt sich mit der anthropologischen Frage nach dem „Fremden“ und der Art und Weise, wie Menschen den „Anderen“ wahrnehmen, bewerten und in ihr Weltbild integrieren.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die Untersuchung umfasst die psychologischen Mechanismen der Projektion, soziologische Strukturen der Ausgrenzung (z.B. Etablierte vs. Außenseiter) und das philosophische Verständnis von Identität.

Was ist das primäre Ziel der Arbeit?

Das Ziel ist es, aufzuzeigen, dass der Fremde kein Objekt an sich ist, sondern ein Konstrukt, das viel über das eigene Selbst und die verleugneten Aspekte des Individuums aussagt.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Autorin nutzt eine theoretisch-analytische Herangehensweise, basierend auf soziologischen, tiefenpsychologischen und anthropologischen Theorien.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in verschiedene Figurationen des Fremden: vom Feindbild über das andere Geschlecht bis hin zum Fremden als Spiegel des eigenen, internalisierten Selbst.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Zu den Kernbegriffen zählen Identitätsbildung, Alterität, Projektion, Xenophobie sowie die soziologische Kategorisierung nach Simmel.

Inwiefern beeinflusst das „andere Geschlecht“ die Wahrnehmung des Fremden?

Die Arbeit beschreibt, wie Ängste vor eigener Sexualität oder unbewussten Wesensanteilen historisch und psychologisch auf das andere Geschlecht projiziert wurden, um dieses als Inbegriff des Bösen zu stilisieren.

Welche Bedeutung hat das Beispiel von Winston Parva?

Es dient zur Illustration der Theorie von Elias und Scotson, wie Gruppenidentitäten durch die Abgrenzung zu „Außenseitern“ gestärkt werden, basierend auf traditioneller Einbindung und nicht zwingend auf sozialem Status.

Warum ist die Selbsterkenntnis für den Umgang mit dem Fremden entscheidend?

Da der Fremde oft als Projektionsfläche für eigene, unterdrückte Persönlichkeitsanteile dient, führt erst die Auseinandersetzung mit dem „eigenen Fremden“ zu einer authentischeren Begegnung mit dem Anderen.

Ende der Leseprobe aus 34 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Typologie möglicher Figurationen des Fremden. Eine Facette des "Anderen"
Hochschule
Freie Universität Berlin  (Arbeitsbereich Anthropologie und Erziehung)
Veranstaltung
Einführung in die Anthropologie der Erziehung
Note
1, 3
Autor
Dr. phil. Andrea Ehrhardt (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2004
Seiten
34
Katalognummer
V980766
ISBN (eBook)
9783346333056
ISBN (Buch)
9783346333063
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Anderssein Fremder Feindbild Außenseiter Vorurteile
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Dr. phil. Andrea Ehrhardt (Autor:in), 2004, Typologie möglicher Figurationen des Fremden. Eine Facette des "Anderen", München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/980766
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Leseprobe aus  34  Seiten
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