Besonders in den letzten zwei Jahrzehnten sind digitale und innovative Lösungen im Finanzsektor zu beobachten. Die Digitalisierung führte zu disruptiven Geschäftsmodellinnovationen und definierte die Marktgrenzen der Finanzbranche neu. Neben den traditionellen Banken finden sich im Finanzsektor neue Akteure mit ihren innovativen und digitalen Geschäftsmodellen. Somit stellt das Thema dieser Arbeit eine Geschäftsmodellanalyse des Fintechs und Finanzdienstleisters Wirecard AG mit Sitz in Aschheim bei München dar. Mittels einer Literaturrecherche beschäftigt sich diese Untersuchung mit dem Ziel, das Geschäftsmodell der Wirecard AG zu analysieren und wesentliche Faktoren und Merkmale zu schildern.
Zur Erreichung des Ziels der Arbeit wurde zunächst auf theoretische Grundlagen – die Digitalisierung und das Geschäftsmodell näher eingegangen. Anschließend wurden die Auswirkungen der digitalen Transformation der Geschäftsmodelle im Finanzsektor einerseits bei den traditionellen Banken und anderseits bei den Fintech-Unternehmen beurteilt. Aus den theoretischen Ansätzen ließ sich ableiten, dass die digitalen Geschäftsmodelle zur Vielfältigkeit des Finanzsektors beitrugen und eine positive Tendenz im Hinblick auf Akzeptanz und Beliebtheit der digitalen Lösungen in der Gesellschaft sowie in der Wirtschaft aufweisen.
Das Geschäftsmodell des Unternehmens Wirecard AG wurde mithilfe des St. Galler Business Modell Navigators nach vier Dimensionen (Wer? Was? Wie? Wert?) analysiert. Daraus ließ sich das Gesamtbild des Geschäftsmodells gewinnen, das die Erfolgsfaktoren, Wettbewerbsvorteile sowie dafür notwendige Kompetenzen und Know-how beinhaltet. Außerdem ließen sich daraus Stärken, Schwächen, Chancen und Risiken des Geschäftsmodells ableiten.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Theoretische Grundlagen
2.1 Digitalisierung
2.2 Geschäftsmodell
3. Entwicklung digitaler Geschäftsmodelle im Finanzsektor
3.1 Finanzsektor
3.2 Traditionelle Banken
3.3 Fintech-Unternehmen
4. Analyse des Unternehmens Wirecard AG
4.1 Unternehmensprofil
4.2 Geschäftsmodellanalyse
4.2.1 Methode und Basisinformation
4.2.2 Wer? Kunden
4.2.3 Was? Nutzenversprechen
4.2.4 Wie? Wertschöpfungskette
4.2.5 Wert? Ertragsmodell
4.3 Stärken, Schwächen, Chancen und Risiken
5. Schlussfolgerung und Fazit
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit verfolgt das Ziel, das Geschäftsmodell der Wirecard AG im Kontext des digitalen Wandels im Finanzsektor zu analysieren. Dabei wird untersucht, wie technologische Innovationen die Geschäftsmodelle traditioneller Banken sowie neuer Fintech-Akteure beeinflussen und welche spezifischen Erfolgsfaktoren und Risiken das Modell der Wirecard AG kennzeichnen.
- Grundlagen der Digitalisierung und ihre Auswirkungen auf Geschäftsmodelle
- Gegenüberstellung traditioneller Banken und neuer Fintech-Unternehmen
- Detaillierte Analyse des Geschäftsmodells der Wirecard AG mittels St. Galler Business Model Navigator
- Untersuchung der strategischen Stärken, Schwächen, Chancen und Risiken
- Reflektion der Bedeutung von Transparenz und Vertrauen in digitalen Finanzmodellen
Auszug aus dem Buch
4.2.2 Wer? Kunden
Das Geschäftsmodell der Wirecard AG richtet sich grundsätzlich an Geschäftskunden. Das Kundenportfolio des Konzerns umfasst große, mittlere sowie kleine Unternehmen. Laut eigenen Angaben der Wirecard-Gruppe bestanden Ende 2018 Geschäftsbeziehungen mit 41.000 großen und mittleren sowie 238.000 kleinen Unternehmen weltweit. Der größte Umsatzanteil des Konzerns wird dabei durch die Zusammenarbeit mit Händlern in E-Commerce (Handel mittels Internet) erzielt, deren Zahlungsprozesse durch Wirecard ausgeführt werden. Generell adressiert das Kerngeschäft PP&RM des Konzerns an Geschäftskunden aus drei Zielbrachen: Konsumgüter, digitale Güter und Reise und Transport. Die Tabelle 2 stellt diese Branchen sowie deren Akteure dar, die sich im Kundenportfolio der Wirecard-Gruppe befinden.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Diese Einleitung führt in die Relevanz der Digitalisierung für den Finanzsektor ein und definiert das Ziel der Analyse des Geschäftsmodells der Wirecard AG.
2. Theoretische Grundlagen: Das Kapitel erläutert die technologischen Treiber der Digitalisierung und definiert die Komponenten eines Geschäftsmodells anhand des "magischen Dreiecks" nach Gassmann et al.
3. Entwicklung digitaler Geschäftsmodelle im Finanzsektor: Hier wird der Finanzsektor analysiert, wobei die Transformation traditioneller Banken durch Online-Banking sowie der Aufstieg spezialisierter Fintech-Unternehmen untersucht wird.
4. Analyse des Unternehmens Wirecard AG: Dieses Kernkapitel bietet ein Unternehmensprofil und eine detaillierte Geschäftsmodellanalyse entlang der vier Dimensionen des St. Galler Business Model Navigators sowie eine SWOT-Analyse.
5. Schlussfolgerung und Fazit: Das Fazit fasst die Analyseergebnisse zusammen und diskutiert die Herausforderungen für die Nachhaltigkeit digitaler Geschäftsmodelle im Kontext des Bilanzskandals.
Schlüsselwörter
Digitalisierung, Geschäftsmodell, Finanzsektor, Wirecard AG, Fintech, Zahlungsabwicklung, E-Commerce, St. Galler Business Model Navigator, Omnikanal-Banking, Risikomanagement, Innovation, Bilanzskandal, Transaktionsvolumen, Direktbanken, Unternehmensanalyse
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in der Arbeit grundlegend?
Die Arbeit analysiert die Auswirkungen der Digitalisierung auf den Finanzsektor und bewertet das Geschäftsmodell der Wirecard AG unter Verwendung des St. Galler Business Model Navigators.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die Themen umfassen die theoretischen Grundlagen der Digitalisierung, die Entwicklung von Fintechs, das operative Geschäft von Zahlungsdienstleistern und eine umfassende Analyse der Wirecard AG.
Was ist das primäre Ziel der Forschungsarbeit?
Ziel ist es, die Charakteristika, Erfolgsfaktoren, notwendigen Kompetenzen und Risiken des Geschäftsmodells der Wirecard AG basierend auf verfügbaren Daten bis 2018 zu identifizieren.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit stützt sich auf eine Literaturrecherche und verwendet das Framework des St. Galler Business Model Navigators zur strukturierten Untersuchung des Unternehmens.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die theoretische Basis, die Branchenentwicklung im Finanzsektor sowie die spezifische Anwendung der Analyse-Methodik auf die Wirecard AG.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit ist zentral durch Begriffe wie Digitalisierung, Finanzsektor, Geschäftsmodellinnovation, Fintech und Zahlungsabwicklung geprägt.
Welche Rolle spielt die Wirecard Bank AG innerhalb des Geschäftsmodells?
Die Wirecard Bank AG ist entscheidend, da sie dem Konzern eine Vollbank-Lizenz verleiht, was die Kombination von technologischen Dienstleistungen mit Finanzprodukten ermöglicht.
Wie wurde der Bilanzskandal im Rahmen der Arbeit behandelt?
Der Bilanzskandal von 2020 wird in der Arbeit adressiert, wobei die Geschäftsmodellanalyse selbst auf den Berichten bis zum Ende des Geschäftsjahres 2018 basiert.
Welchen strategischen Vorteil bietet der "One-Stop-Shop"-Ansatz von Wirecard?
Dieser Ansatz ermöglicht es Geschäftskunden, ein vollumfängliches Lösungsangebot für sämtliche Finanzdienstleistungen entlang der gesamten Wertschöpfungskette aus einer Hand zu beziehen.
- Citar trabajo
- Giorgi Baratashvili (Autor), 2020, Digitale Geschäftsmodelle im Finanzsektor. Eine Geschäftsmodellanalyse des Unternehmens Wirecard AG, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/980993