Ungerechtigkeit und Verteidigung. Nimmt Tightness Einfluss auf den Zusammenhang zwischen erfahrener Ungerechtigkeit und Verteidigung?


Seminararbeit, 2018

17 Seiten, Note: 1,0

Anonym


Leseprobe

Inhalt

Abstract

Einleitung und theoretischer Hintergrund

Methode
Versuchspersonen
Ablauf und Vorgehen
Materialien
Tightness Scale
Need for Tightness Scale
Individualism-Collectivism Scale
Personal Project Zeal
System Justification Scale
Affect Scale
Manipulation check, positive/negative feedback, Beschwerdeformular

Ergebnisse
Manipulationscheck
Haupteffekte
Moderationseffekte

Diskussion

Literatur

Abstract

In dieser Studie untersuchen wir den Umgang mit Ungerechtigkeit. Dabei beziehen wir uns auf das process model of threat and defense (Jonas et al., 2014). Viele Studien untersuchen, durch welche Strategien wir uns gegen Bedrohungen schützen. Wir untersuchen, ob Ungerechtigkeit in dieses Modell passt und Personen die Ungerechtigkeit erfahren haben dem Model entsprechend reagieren. In einer weiteren Fragestellung untersuchen wir, ob das Konstrukt Tightness Einfluss auf den Zusammenhang zwischen Ungerechtigkeit und Verteidigung nimmt. Getestet wurden 113 Psychologiestudenten der Universität Salzburg in einem between-subject-design, mit einem Durchschnittsalter von 21.6 Jahren. Wir nehmen an, dass Personen, die ungerecht behandelt werden mehr Verteidigungsstrategien verwenden als Personen, die fair behandelt werden. Für den Haupteffekt wurde eine Varianzanalyse durchgeführt und es hat sich kein signifikanter Gruppenunterscheid ergeben. Auch eine Moderationsanalyse, die das Konstrukt Tightness einschließt, ergibt kein signifikantes Ergebnis. Trotzdem zeigt diese Studie, dass es sich lohnt weiterhin an diesem Thema zu forschen und die Möglichkeiten Ungerechtigkeit zu erforschen weiterzuentwickeln

This Study studies how people react to injustice. We refer to the process model of threat and defense. Many past studies did research on how and which strategies we use to defend ourselves against a threat. This study tries to find out, if injustice also fits in this model and if people react to injustice according to the model. The second research question was, whether tightness moderates the interrelation between injustice and defense. We tested 113 psychology students of the University Salzburg between-subject-design, with a mean age of 21.6 years. We hypothesize, that people who are treated unfairly tend to use defence strategies more than people who are treated fairly. Performing a variance analyses, we did not find any significant differences between the groups. Also, the analyses of the moderator did not show any significant effect. Still, we believe that this study is relevant, as it shows that more research on this topic can be done and the tools doing this have to be redesigned and bettered.

Einleitung und theoretischer Hintergrund

Laut einer Studie sehen die BürgerInnen in Deutschland Ungerechtigkeit als größte Bedrohung (Ehni, 2017). In der 2017 durchgeführten Umfrage, dem „ARD-DeutschlandTREND“, mit 1002 Befragten gaben über die Hälfte der Befragten, dass sie Deutschland eine steigende Ungerechtigkeit bemerken (Ehni, 2017). Seit 2006, ist der Wert der subjektiv wahrgenommenen Gerechtigkeit in Deutschland stets gesunken (Eckert, 2017). Laut einer Umfrage der Bartelmann-Stiftung formulierten 79% der Befragten als Erwartung an eine neue Regierung, die Ungerechtigkeit im Land zu vermindern. Das Vertrauen in die Medien nimmt stetig ab (Enzinger, 2017), während die Wissenschaft laut der Studie das größte Vertrauen genießt (Nowotny, 2017). Daher liegt es nahe, die Auswirkungen von Bedrohung durch Ungerechtigkeit wissenschaftlich zu untersuchen und mit Modellen, die sich mit anderen Bedrohungen beschäftigen zu vergleichen.

Bedrohungen, die eine Person erfährt, können dazu führen, dass Personen ihre Verbindung ihren persönlichen Zielen, ihren sozialen Beziehungen, ihren Idealen, ihren Identifikationen und Ideologien gegenüber verstärken (Jonas et al, 2014). Diese Bedrohungen können sehr divers sein und zum Beispiel Mortalitätssalienz, Umweltverschmutzung, Unsicherheit, Kontrollverlust oder Konflikte der eigenen Ziele umfassen. Über diese Arten von Bedrohung gibt es schon umfangreiche Forschung. Jonas et al. (2014) entwickelten dazu ein Model, dass sich process model of threat and defense nennt. Dieses beschreibt den Umgang mit all den genannten Bedrohungen und den daraus resultierenden kognitiven und behavioralen Reaktionen. Der Zweck dieser Arbeit ist es, zu kontrollieren, ob sich auch Ungerechtigkeit als eine Art von Bedrohung sehen lässt und ebenfalls in dieses Model passt. Wird eine Person bedroht, führt dies laut Jonas et al. (2014) zu einer Diskrepanz und schließlich zu Verteidigungsreaktionen. Des Weiteren führt die Bedrohung laut Jonas et al. (2014) zu erhöhter Aufmerksamkeit und Angst. Zunächst wird die Angst, die eine Person durch eine Bedrohung empfindet durch das Behavioral-Inhibition-System (BIS; Gray & McNaughton, 2000; McNaughton & Corr, 2004) hervorgerufen. Dieses reagiert auf die entstandene Diskrepanz unter anderem mit Vermeidungsmotivation, der Inhibition des momentan ausgeführten Verhaltens, Hypervigilanz und Ängstlichkeit (Corr, DeYoung, & McNaughton, 2013). Man geht davon aus, dass die BIS Aktivierung ein Teil der proximalen und schnellen Verteidigung ist. Das Behavioral-Approach-System (BAS) leitet eine Gegenreaktion zur proximalen Verteidigung der BIS-Reaktion, die eher vermeidend ist, ein. Diese Reaktion gehört zur distalen Verteidigung und zeichnet sich durch motivationale Zustände aus, die sich aktiv mit der Reduzierung der durch die Bedrohung entstandenen Angst- und Konfliktzustände, befasst (Corr et al., 2013). Im Allgemeinen verwenden Personen Verteidigungsstrategien nach einer Bedrohung, um ihr Selbst zu beschützen (Cramer 2006). Dabei ist es wichtig zwischen Coping Strategien und Verteidigungsmechanismen zu unterscheiden. Während Coping Strategien bewusste Handlungen oder Denkvorgänge sind, um ein Problem zu lösen, arbeiten Verteidigungsstrategien unterbewusst und wirken durch die Veränderung des internalen psychischen Zustandes (Cramer, 1998). Ist die direkte Bewältigung eines Angst- oder Konfliktzustandes möglich und die Person ist sich dessen bewusst, so wird sie diese direkte Lösung annehmen und die Länge des BIS-Stadiums (Jonas et al., 2014) nimmt ab. Dies ist eine bewusste Handlung und somit keine Verteidigungsstrategie, laut Cramer (1998). Ist jedoch keine Lösung bekannt, so versucht eine Person durch distale, palliative Strategien den Konflikt indirekt und internal zu lösen und so ein Gleichgewicht und psychisches Wohlbefinden wiederherzustellen (Gray, 1987). Diese distalen, palliativen Strategien haben zwei Dimensionen (Jonas et al., 2014). Sie können entweder abstrakt oder konkret sein oder personal oder sozial. In dieser Laborstudie werden wir nur auf die abstrakten Strategien eingehen, welche personal oder sozial sein können (Jonas et al., 2014). Abstrakte Strategien sind mentale Strategien (Cramer, 2006). Personale Verteidigungsstrategien beziehen sich auf das eigene Selbst, während soziale Verteidigungsstrategien sich auf das umgebende System Bezug nehmen (Freud, 1992). Das bedeutet zum Beispiel, dass Personen, die sich personal verteidigen, sich stärker ihren persönlichen Zielen verbunden fühlen (Jonas et al., 2014). Soziale Verteidigung betrifft dahingegen eine stärkere Verbundenheit zum Beispiel der sozialen Identität, der sozialen Realität und des sozialen Status gegenüber (Jonas et al., 2014). In unserer Studie, die sich mit Ungerechtigkeit beschäftigt versuchen wir festzustellen, ob Ungerechtigkeit ähnliche Reaktionen, wie in dem beschriebenen Model hervorruft. In unserem Versuch werden die Testpersonen mit einem ungerechten Feedback konfrontiert. Laut dem Model von Jonas et al. (2014) sollte dies zu einer Diskrepanz führen und zunächst eine BIS-Reaktion hervorrufen. Wir gehen davon aus, dass wenn einer Person eine direkte Lösung angeboten wird, sie diese annimmt und die durch die Ungerechtigkeit entstandene Diskrepanz beseitigt (Corr et al. 2013). Personen, die diese Möglichkeit nicht haben, sollten laut Theorie auf distale bzw. palliative Verteidigungsstrategien zurückgreifen (Jonas et al. 2014). Freud (1936) sagt, dass Personen, die unter Stress stehen, Angst haben oder bedroht werden, nutzen vermehrt Verteidigungsstrategien. Pittner et al. (1983) konnten in ihrer Studie an männlichen Universitätsstudenten nachweisen, dass Personen ihre Verteidigungsstrategie ändern, nachdem sie Stress ausgesetzt sind. Weiter fand Cramer (1991) in einer Studie heraus, dass induzierter Ärger, zum Beispiel durch ungerechtfertigte Kritik, die Verwendung von Verteidigungsstrategien erhöht. Wir gehen davon aus, dass dies sowohl für die sozialen, als auch für die personalen palliativen Verteidigungsstrategien gilt, da laut McCrae (1984), die Wahl der Verteidigungsstrategie kontextabhängig sein kann. Aus diesen Erkenntnissen kommen wir zu unseren Haupthypothesen 1a: Personen, die ungerecht behandelt werden und keine Lösung angeboten bekommen, werden die soziale palliative Verteidigungsstrategie stärker anwenden als Personen die fair behandelt werden und 2a: Personen, die ungerecht behandelt werden und keine Lösung angeboten bekommen werden die personale palliative Verteidigungsstrategie stärker anwenden als Personen die fair behandelt werden.

Wir gehen davon aus, dass das Konstrukt Tightness einen Einfluss auf den in den Hypothesen 1a und 2a hat. Kulturelle Tightness beschreibt, wie wichtig Normen, Werte und die Einhaltung von Verhaltensregeln für eine Kultur sind (Triandis, 1989). Ursprünglich war dieses Konstrukt zum Vergleich zwischen Kulturen entwickelt worden. Neuere Forschung (Harrington & Gelfand, 2014) zeigen jedoch auch, dass es starke nationale Unterschiede in der Ausprägung dieses Konstrukt gibt. Es ist anzunehmen, dass sich nicht nur Kulturen, sondern auch Personen innerhalb einer Kultur in Hinblick auf dieses Konstrukt voneinander stark unterscheiden können (Harrington & Gelfand, 2014). Laut Gelfand et al. (2012) zeigt ein Tightnesswert einer Person nicht nur, wie wichtig die Einhaltung sozialer Normen für eine Person sind, sondern impliziert ein hoher Wert darüber hinaus auch, dass diese Personen dazu neigen distinkte Selbstregulationsstrategien und Methoden mit Verletzung von z.B. Normen umzugehen zu entwickeln. Tightness ist auch nicht nur im historischen und institutionellen Kontext zu sehen, sondern betrifft auch alltägliche Situationen (Gelfand et al., 2011). In unserer Studie verletzen wir durch die ungerechte Behandlung der Versuchsperson in den Experimentalbedingungen die sozialen Normen Höflichkeit und Fairness in einer alltäglichen Situation. Wenn eine Person, die einen hohen Wert in Tightness hat sich ungerecht behandelt fühlt, sollte sie dies, laut dem process model of threat and defense (Jonas et al., 2014), in ihr mehr Diskrepanz auslösen, als in einer Person, die einen niedrigen Wert hat, da ihr die Einhaltung sozialer Normen wichtiger ist. Nimmt man dies an, vermutet man, dass der Wert in Tightness einen Einfluss darauf hat, ob eine Person nach erfahrener Ungerechtigkeit eine palliative Verteidigungsstrategie anwendet oder nicht. Da wir zunächst davon ausgehen, dass die Experimentalgruppe ohne Lösung beide Strategien stärker anwendet als die beiden anderen beiden Gruppen, gehen wir von einem moderierenden Effekt von Tightness auf diesen Zusammenhang aus. Dies führt zu folgenden Hypothesen: 1b Besonders stark wird die soziale palliative Verteidigungsstrategie angewandt, wenn Tightness einen hohen Wert hat. Und 2b Besonders stark wird die personale palliative Verteidigungsstrategie angewandt, wenn Tightness einen hohen Wert hat.

Methode

Versuchspersonen

Die Versuchspersonen wurden durch Vorstellung in Vorlesungen, über soziale Netzwerke oder über einen Email-Verteiler rekrutiert. Alle Versuchspersonen wurden über die Freiwilligkeit ihrer Teilnahme, die Möglichkeit ohne Angabe von Gründen abzubrechen. Nach Abschluss der Studie erhielten alle Versuchsteilnehmer eine halbe Versuchspersonenstunde und die Teilnahme an einem Gewinnspiel über 75€. Die gesamte Stichprobe bestand aus N=113 gesunden Studierenden der Universität Salzburg, davon 40 männliche und 72 weibliche Studierende. Eine Versuchsperson wurde wegen unvollständiger Daten ausgeschlossen. 109 Versuchspersonen hatten die deutsche und 3 die österreichische Staatsbürgerschaft. Damit konnten wir davon ausgehen, dass alle Versuchspersonen über ausreichende Deutschkenntnisse verfügten, um die Tasks zu bearbeiten. Zum Zeitpunkt der Messung bewegten sich das Alter der Versuchspersonen zwischen 18 und 51 Jahren (M =21.64, SD =4.05).

Ablauf und Vorgehen

Getestet wurde zwischen dem November und Dezember 2017 an der Paris-Lodron-Universität Salzburg in den Laborräumlichkeiten der Sozialpsychologie. Anwesend waren während der Testung nur die Versuchsperson und der Versuchsleiter. Zu Beginn des Experiments bekamen die Testpersonen von dem Testleiter zunächst einen Einführungstext über den Hintergrund und Ablauf der Studie. Die Versuchspersonen bekamen nun einen Arbeitsauftrag, angelehnt an das Versuchsdesign von Long und Christian (2015). Dieser beschrieb ihre Aufgabe einen Text von Anna Karenina (Tolstoy, 1966), welcher mit Rechtschreibfehlern versehen war, zu korrigieren. Außerdem bekamen sie die Information, dass sie nur beim positiven Bearbeiten der Aufgabe am Gewinnspiel teilnehmen dürfen, dies aber von 77% aller Personen geschafft werden würde. Für die Aufgabe hatten sie 7 Minuten Zeit. Nach Ablauf wurde der korrigierte Text durch den Versuchsleiter zu einem fiktiven Experten gebracht, der laut der Coverstory den Text korrigierte. Die Versuchspersonen füllten währenddessen eine Tightness scale (Gelfand et al., 2011), eine Need for Tightness scale (Prokhorova et al., 2017) und eine Individualism-Collectivism scale (Triadis, & Gelfand, 1998) aus und gaben ihre Demographie an (Alter, Staatszugehörigkeit und Geschlecht). Nach fünf Minuten wurde den Testpersonen erzählt, dass der Experte fertig sei und der Versuchsleiter holte das Feedback. Das Feedback stellte die Manipulation in unserem Versuch dar. Dieses war bereits schon vor der Testung standardisiert geschrieben worden und in einem Umschlag verpackt. Es gab drei verschiedene Gruppen. Die Kontrollgruppe (KG) erhielt ein positives und faires Feedback, in welchem für die Teilnahme an der Studie gedankt wurde und ihnen die Teilnahme am Gewinnspiel bestätigt wurde. Die zwei Experimentalgruppen I und II bekamen beide dasselbe negative und unfaire Feedback, in welchem der Vorwurf stand, dass sie sich nicht angestrengt hätten und aufgrund ihres schlechten Abschneidens nicht am Gewinnspiel teilnehmen dürften. Um den Erfolg der Manipulation der UV zu kontrollieren füllten alle drei Gruppen füllten anschließend einen Manipulation-Check. Die beiden Experimentalgruppen unterschieden sich folgendermaßen. War bei Experimentalgruppe „Ungerechtigkeit mit Lösung“ (UML) die Manipulation gelungen, erhielten die Testpersonen die Möglichkeit eine Beschwerde an die Leiterin des Fachbereichs zu schreiben. Es wurde erzählt, dass sie durch die Beschwerde trotz des Feedbacks am Gewinnspiel teilzunehmen dürfen. So war es möglich sich selbst aktiv von der Ungerechtigkeit zu befreien. Experimentalgruppe „Ungerechtigkeit ohne Lösung“ (UOL) erhielt diese Chance nicht. Alle drei Gruppen erhielten im Anschluss eine Affektskala (Agroskin, Jonas, Klackl & Prentice, 2016), um BIS und BAS Werte zu erheben. Dies ist relevant für andere im Rahmen dieser Studie durchgeführte Analysen, die in dieser Arbeit jedoch nicht angeführt werden. Zum Abschluss füllten alle den Personal Project Zeal (McGregor, Gailliot, Vasquez, & Nash, 2007), der die personale Verteidigung misst und den System Justication (Kay & Jost, 2003), der die soziale Verteidigungsstrategie misst, aus. Dabei wurde die Reihenfolge der Fragebögen randomisiert, um den Positionseffekt und damit systematische Messfehler auszuschließen (Fenk, 1979). Zum Abschluss wurden die Testpersonen über den wahren Sinn des Experiments aufgeklärt und sie bekamen die Möglichkeit den korrekten Text von Anna Karenina einzusehen.

Materialien

Für unsere Testung wurden diverse Materialen verwendet. Alle Skalen, bis auf die Affektskala, sind sechsstufige Likert-Skalen.

Tightness Scale

Diese Skala wurde von Gelfand et al. (2011) entworfen und besteht aus sechs Items mit einem sechsstufigen Antwortformat, von „ stimme überhaupt nicht zu “ bis „ stimme völlig zu “. Sie misst, inwiefern eine Person Normen, Werte und Verhaltensregeln, die in einer Kultur gelten befolgt. Diese Skala hat in unserer Testung eine Reliabilität von α =. 39. Um die Reliabilität der Skala zu erhöhen wurde Item 4 „ In Deutschland gibt es in den meisten Situationen für gewöhnlich eine große Bandbreite an erlaubten Verhaltensweisen “ ausgeschlossen. Neues α = .49.

Beispielitem: „In Deutschland halten sich die Menschen fast immer an soziale Normen.“

Need for Tightness Scale

Diese Skala wurde von Prokhorova et al. (2017) entwickelt und besteht aus fünf Items mit demselben Antwortformat wie die Tightness Scale. Sie misst, inwiefern eine Person Normen, Werte und Verhaltensregeln wünscht. Diese Skala hat bei unserer Testung eine Reliabilität von α=.56 erreicht. Mit Ausschluss des Item 3 „ Ich finde, dass es in Deutschland in den meisten Situationen eine große Bandbreite an erlaubten Verhaltensweisen geben sollten “ wird eine Reliabilität von α = .77 erreicht.

Beispielitem: „Ich finde, dass man in Deutschland Menschen bestrafen muss, die sich unangemessen verhalten.“

Da die beiden Skalen etwas ähnliches messen sollen, wurde die konvergente Validität berechnet. Die Korrelation der beiden Skalen ergab r (110) = .23, p =.02.

Individualism-Collectivism Scale

Diese Skala wurde von Triadis und Gelfand (1998) entwickelt und hat 16 Items. Das Antwortformat ist gleich wie bei der Tightness Scale. Sie misst wie sehr eine Person sich selbst im Mittelpunkt ihrer Weltanschauung sieht. Die Skala erreichte bei unserer Testung eine Reliabilität α = .56.

Personal Project Zeal

Wir verwendeten den selben Fragebogen, den auch McGregor et al. (2007) in ihrer Studie verwendeten. Diese Skala misst, inwiefern eine Person eine persönliche palliative Verteidigungsstrategie anwendet. Zunächst sollen die Probanden zwei Ziele definieren, durch die ihr Leben geprägt ist. Solche Ziele können beispielsweise „ Erfolg im Studium “ oder ähnliches sein. Anschließend sollen sie elf Fragen zu den von ihnen definierten Zielen beantworten. Es gibt sechs Antwortmöglichkeiten, die zwischen „ überhaupt nicht “ und „ sehr stark “ liegen. In unserer Testung erreichte die Skala eine Reliabilität von α = .65.

Beispielitem: „Wie schwierig ist es, die Ziele zu erreichen?“

[...]

Ende der Leseprobe aus 17 Seiten

Details

Titel
Ungerechtigkeit und Verteidigung. Nimmt Tightness Einfluss auf den Zusammenhang zwischen erfahrener Ungerechtigkeit und Verteidigung?
Hochschule
Universität Salzburg
Note
1,0
Jahr
2018
Seiten
17
Katalognummer
V980997
ISBN (eBook)
9783346333513
ISBN (Buch)
9783346333520
Sprache
Deutsch
Schlagworte
ungerechtigkeit, verteidigung, nimmt, tightness, einfluss, zusammenhang
Arbeit zitieren
Anonym, 2018, Ungerechtigkeit und Verteidigung. Nimmt Tightness Einfluss auf den Zusammenhang zwischen erfahrener Ungerechtigkeit und Verteidigung?, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/980997

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