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Interessengruppen im politischen System. Eine Analyse der Wasserstoffwirtschaft in Deutschland

Título: Interessengruppen im politischen System. Eine Analyse der Wasserstoffwirtschaft in Deutschland

Tesis (Bachelor) , 2020 , 39 Páginas , Calificación: 1,7

Autor:in: Magnus Kurz (Autor)

Economía de las empresas - Review of Business Studies
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Eine der größten Herausforderung, vor der die Welt aktuell und auch in den kommenden Jahren steht, ist der Klimawandel. Die wirtschaftlichen Aspekte und Folgen sind deshalb Gegenstand zahlreicher wissenschaftlicher Untersuchungen. Ein vielbeachteter Bericht in diesem Kontext ist, der Stern-Report, der unter der Leitung von Nicolas Stern (2006) entstand. Der Report zeigt, dass die globale Erwärmung zu wesentlichen Teilen durch das Emittieren von Treibhausgasen wie Kohlenstoffdioxid (CO2) verursacht wird.
„There is now an overwhelming body of scientific evidence that human activity is causing global warming, with the main sources of greenhouse gases, in order of global importance, being electricity generation, land-use changes (particularly deforestation), agriculture and transport.“ (Stern 2006, 1)
CO2 entsteht beispielsweise, wenn zur Energieerzeugung fossile Energieträger wie Erdöl oder Kohle verbrannt werden. Die Energieerzeugung durch erneuerbare Energien verursacht zwar keine CO2 Emissionen, jedoch stehen diese Energien nicht dauerhaft zur Verfügung.
Die Herausforderung, vor der die Welt zukünftig steht besteht darin, den weltweit ansteigenden Energiebedarf mit der Reduktion von CO2 Emissionen zu verbinden.
Ein alternativer Energieträger, der CO2-frei hergestellt, aber trotzdem einfach zu lagern und transportieren ist, ist Wasserstoff. Als vielfältig einsetzbarer Energieträger kann er beispielsweise als Treibstoff für Autos und Flugzeuge, bei der Stahlherstellung oder beim Heizen von Gebäuden genutzt werden. Außerdem ermöglicht er die Speicherung erneuerbarer Energien. Aufgrund der Chance, die Klimaschutzziele gleichzeitig mit industrieller Wertschöpfung zu erreichen, gibt es weltweit viele Unternehmen, Konzerne und Länder, die in einer Wasserstoffwirtschaft Chancen für zukünftiges Wirtschaftswachstum sehen. Die Wasserstoffwirtschaft in Deutschland wird im Rahmen dieser Arbeit genauer untersucht. Außerdem werden die verschiedenen, in diesem Zusammenhang relevanten Interessengruppen, die Einfluss auf die politischen Entscheidungsträger nehmen, analysiert.

Extracto


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Interessengruppen als Feld der Neuen Politischen Ökonomie

2.1 Definition von Interessengruppen

2.2 Einfluss von Interessengruppen

2.3 Interaktion zwischen Interessengruppen

2.3.1 Wettbewerb

2.3.2 Kooperation

3. Rolle von Interessengruppen in Industriestrategien

3.1 Grundzüge von Industriestrategien

3.2 Anwendung auf die Wasserstoffwirtschaft in Deutschland

3.2.1 Relevante Interessengruppen und deren Ziele

3.2.2 Wechselwirkung zwischen Interessengruppen und Politikern

3.2.3 Das Rentenstreben der Interessengruppen

3.3 Politikempfehlungen für die Wasserstoffwirtschaft

3.4 Kritik

4. Fazit

Zielsetzung & Themen

Diese Arbeit untersucht die Rolle und den Einfluss von Interessengruppen im politischen System Deutschlands, mit einem spezifischen Fokus auf die Akteure innerhalb der Wasserstoffwirtschaft und deren Interaktion mit politischen Entscheidungsträgern bei der Ausgestaltung industriepolitischer Maßnahmen.

  • Grundlagen der Neuen Politischen Ökonomie und Theorie des Rent-Seeking
  • Mechanismen der Interessenvertretung und Koalitionsbildung
  • Analyse der Nationalen Wasserstoffstrategie (NWS)
  • Rolle relevanter Akteure (BDI, Fraunhofer-Institut, Bundesministerien)
  • Kritische Würdigung der industriepolitischen Einflussnahme

Auszug aus dem Buch

3.2.1 Relevante Interessengruppen und deren Ziele

Das folgende Kapitel beschreibt Interessengruppen, die stark in die Formulierung der NWS eingespannt waren und geht auch auf deren individuelle Ziele ein. Gleichzeitig wurde bei der Auswahl der Interessengruppen auch darauf geachtet, dass sie beim Hochlaufen der Wasserstoffwirtschaft eine wichtige Rolle spielen und somit auch künftig Einfluss auf die Entwicklung der Wasserstoffwirtschaft in Deutschland haben. Nachdem in die Entwicklung der NWS viele Gruppen und Verbände aus der Wirtschaft/Industrie, Wissenschaft und Politik eingebunden waren, wird im Folgenden auch jeweils eine Gruppe aus jedem Teil näher beschrieben.

Der Bundesverband der deutschen Industrie (BDI) vertritt 40 Branchenverbände (bspw. den Verband der Automobilindustrie) mit insgesamt ca. 100.000 Unternehmen und rund acht Millionen Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern (Bundesverband der Deutschen Industrie 2015, abgerufen: 21.08.2020). Der BDI wird nicht nur allgemein häufig von Bundesministerien nach einer Stellungnahme angefragt (vgl. Abbildung 2), sondern veröffentlicht auch selbstständig Positionspapiere. Bezogen auf die NWS sind hier besonders die Veröffentlichungen vom 05.11.2019, 03.03.2020 und 21.04.2020 zu erwähnen, die der Öffentlichkeit aber in erster Linie der Politik die Position und Prioritäten die Industrie mitteilt.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Einführung in die Thematik des Klimawandels und die Relevanz von Wasserstoff als Energieträger sowie Zielsetzung der Arbeit.

2. Interessengruppen als Feld der Neuen Politischen Ökonomie: Theoretische Fundierung des Einflusses von Interessengruppen, deren Definition sowie Interaktionsformen wie Wettbewerb und Kooperation.

3. Rolle von Interessengruppen in Industriestrategien: Anwendung der theoretischen Konzepte auf die deutsche Wasserstoffwirtschaft, Analyse der NWS und der Akteursbeziehungen sowie politikökonomische Empfehlungen und Kritik.

4. Fazit: Zusammenfassende Bewertung des Einflusses der untersuchten Interessengruppen auf die Nationale Wasserstoffstrategie und Ausblick auf künftige Forschungsbedarfe.

Schlüsselwörter

Wasserstoffwirtschaft, Interessengruppen, Nationale Wasserstoffstrategie, Rent-Seeking, Industriepolitik, Lobbyismus, Politische Ökonomie, Klimawandel, Dekarbonisierung, Interessenvertretung, EEG-Umlage, Koalitionsbildung, BDI, Fraunhofer-Institut, Politische Renten.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert, wie Interessengruppen durch lobbyistische Aktivitäten politischen Einfluss auf die Gestaltung der deutschen Wasserstoffwirtschaft nehmen.

Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?

Die Arbeit fokussiert sich auf die theoretischen Grundlagen des Rent-Seeking, die Rolle von Verbänden in der Industriepolitik und die konkrete Ausgestaltung der Nationalen Wasserstoffstrategie.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es, den Einfluss spezifischer Interessengruppen (wie BDI oder Wissenschaftsinstitute) auf die politische Entscheidungsfindung bei der Entwicklung der Wasserstoffwirtschaft zu identifizieren und kritisch zu hinterfragen.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es wird ein politikökonomischer Ansatz (Neue Politische Ökonomie) gewählt, um das Handeln der Akteure anhand wissenschaftlicher Literatur und aktueller Strategiepapiere zu analysieren.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die theoretische Einordnung der Akteure, die Untersuchung ihrer Strategien bei der NWS-Formulierung und die kritische Bewertung der politisch gesetzten Maßnahmen.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wasserstoffwirtschaft, Rent-Seeking, Interessenvertretung, Industriepolitik, NWS und Lobbyismus sind die prägenden Begriffe.

Warum spielt das Rent-Seeking in der Arbeit eine so große Rolle?

Da Interessengruppen versuchen, durch staatliche Privilegien (z.B. EEG-Befreiungen) eigene Vorteile zu sichern, erklärt dieses Konzept das rationale Handeln der Akteure im politischen Prozess.

Wie bewertet der Autor die Rolle des Wasserstoffrats?

Der Autor sieht das Einberufen des Gremiums positiv als Maßnahme, um die oft langwierigen Entscheidungsprozesse in Deutschland zu beschleunigen und flexibler zu gestalten.

Welche Kritik äußert der Autor an der NWS?

Kritisiert werden insbesondere die intransparente Informationspolitik bezüglich der hohen Kosten von grünem Wasserstoff sowie die einseitige Belastung anderer Stromverbraucher durch industriepolitische Privilegien.

Was ist das zentrale Ergebnis bezüglich der Einflussnahme?

Der BDI konnte spezifische Forderungen wie die EEG-Umlage-Befreiung durchsetzen, während andere Ziele, wie die Integration des Verkehrssektors, nicht vollständig realisiert wurden, was die Grenzen des Einflusses von Interessengruppen aufzeigt.

Final del extracto de 39 páginas  - subir

Detalles

Título
Interessengruppen im politischen System. Eine Analyse der Wasserstoffwirtschaft in Deutschland
Universidad
University of Freiburg  (Institut für Wirtschaftswissenschaften)
Calificación
1,7
Autor
Magnus Kurz (Autor)
Año de publicación
2020
Páginas
39
No. de catálogo
V981267
ISBN (Ebook)
9783346324146
ISBN (Libro)
9783346324153
Idioma
Alemán
Etiqueta
Wasserstoff Ordnungspolitik Interessengruppen Klimawandel Dekarbonisierung Wasserstoffstrategie Energiewende Industriestragie
Seguridad del producto
GRIN Publishing Ltd.
Citar trabajo
Magnus Kurz (Autor), 2020, Interessengruppen im politischen System. Eine Analyse der Wasserstoffwirtschaft in Deutschland, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/981267
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