Die Duales System Deutschland AG (DSD) ist vor über zehn Jahren gegründet worden und ist zur Zeit das einzig zugelassene System in Deutschland.1,,Das Duale System ist eine Selbsthilfeorganisation der Wirtschaft, gegründet mit dem Ziel, mit juristischen und ökologischen Auflagen der Politik vernünftig und regelkonform umgehen zu können."2
Bisher hatte sie ein Entsorgungsmonopol, welches durch die Entscheidungen der EU-Kommission und des Europäischen Gerichts nun gebrochen wurde. Es wurde darüber entschieden, ob die DSD AG eine Sonderstellung hat oder ob für sie auch der ,,normale" Wettbewerb im Markt gilt.
Die Entscheidung wird im folgenden kurz dargestellt, um im Anschluss auf den abfallrechtlichen Rahmen und auf verschiedene Wettbewerbssituationen einzugehen.
Inhaltsverzeichnis
1. EINLEITUNG
2. BESCHLUSS DER EU-KOMMISSION UND DES EUROPÄISCHEN GERICHTS
3. DER ABFALLRECHTLICHE RAHMEN
3.1. DAS KREISLAUFWIRTSCHAFTS- UND ABFALLGESETZ
3.2. DIE VERPACKUNGS VERORDNUNG
3.3. DIE EU-VERPACKUNGSRICHTLINIE
4. DUALE SYSTEME
4.1. DIE DUALES SYSTEM DEUTSCHLAND AG
4.2. DIE LANDBELL AG
5. WETTBEWERB UND MONOPOLE
5.1. MARKTMACHT IM MONOPOL
5.2. NATÜRLICHES MONOPOL
5.3. DUALES SYSTEM ALS NATÜRLICHES MONOPOL?
6. WETTBEWERB DUALER SYSTEME
6.1. GRUNDMODELL 1: GEBIETSKONZESSIONEN
6.2. GRUNDMODELL 2: FREIE WAHL DER DUALEN ENTSORGER
6.3. GRUNDMODELL 3: DAS LIZENZMODELL NACH BRITISCHEM VORBILD
6.4. GRUNDMODELL 4: DIE DSD AG ALS REINE INKASSOSTELLE
7. FAZIT
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht das bisherige Entsorgungsmonopol der Duales System Deutschland AG (DSD AG) vor dem Hintergrund der Entscheidungen der EU-Kommission und des Europäischen Gerichts sowie der geltenden abfallrechtlichen Rahmenbedingungen. Das Ziel ist es, verschiedene Wettbewerbsszenarien und alternative Entsorgungsmodelle zu analysieren, um das Potenzial für einen effizienteren Wettbewerb im Dualen System aufzuzeigen.
- Analyse des abfallrechtlichen Rahmens (KrW-/AbfG, VerpackV, EU-Verpackungsrichtlinie)
- Untersuchung der Monopolstellung der DSD AG
- Vergleichende Analyse theoretischer Modelle zur Wettbewerbsgestaltung
- Evaluierung von Kosteneinsparpotenzialen durch alternative Entsorgungsansätze
Auszug aus dem Buch
5.2. Natürliches Monopol
Der Fall einer monoton sinkenden Durchschnittskostenkurve führt zu einem natürlichen Monopol, welches aber eigentlich eher selten auftritt.
Beim Ruinösen Wettbewerb handelt es sich um ein natürliches Monopol, indem der Anbieter Preise realisiert, die seine Durchschnittskosten übersteigen. Diese außerordentliche Gewinnmöglichkeiten motiviert Konkurrenten zum Markteintritt. Die These von der ruinösen Konkurrenz behauptet nun, dass der Preis durch diese Wettbewerbssituation, über längere Zeit, bis auf die Grenzkosten sinkt. Ein Angebot zu diesen Grenzkosten-Preisen impliziert bei subadditiven Kostenverläufen, aber das Entstehen eines Defizits, so das der Wettbewerb für alle Anbieter existenzgefährdend wird.
Zusammenfassung der Kapitel
1. EINLEITUNG: Einführung in die Historie der DSD AG und die Veränderung ihrer Monopolstellung durch europäische Rechtsentscheidungen.
2. BESCHLUSS DER EU-KOMMISSION UND DES EUROPÄISCHEN GERICHTS: Erläuterung der juristischen Aufbrechung des Entsorgungsmonopols und der damit verbundenen neuen Marktbedingungen.
3. DER ABFALLRECHTLICHE RAHMEN: Überblick über die wesentlichen Gesetzesgrundlagen, insbesondere das Kreislaufwirtschafts- und Abfallgesetz sowie die Verpackungsverordnung.
4. DUALE SYSTEME: Vorstellung der Akteure und der Funktionsweise dualer Systeme am Beispiel der DSD AG und der Landbell AG.
5. WETTBEWERB UND MONOPOLE: Theoretische Auseinandersetzung mit Marktmacht, natürlichen Monopolen und der Frage, ob das duale System diese ökonomischen Kriterien erfüllt.
6. WETTBEWERB DUALER SYSTEME: Darstellung von vier Grundmodellen zur Gestaltung eines wettbewerbsorientierten Entsorgungsmarktes.
7. FAZIT: Zusammenfassende Bewertung der vorgestellten Modelle und Ausblick auf die positiven Effekte durch gesteigerten Wettbewerb für die Verbraucher.
Schlüsselwörter
Duales System, DSD AG, Entsorgungsmonopol, Verpackungsverordnung, Kreislaufwirtschaftsgesetz, Wettbewerb, Marktmacht, natürliches Monopol, Gebietskonzessionen, Lizenzmodell, Abfallwirtschaft, Verwertungsquoten, Landbell AG, Kosteneffizienz
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in der Arbeit grundlegend?
Die Arbeit analysiert das Ende des Entsorgungsmonopols der DSD AG und diskutiert die Möglichkeiten zur Schaffung eines funktionierenden Wettbewerbs im Bereich dualer Entsorgungssysteme in Deutschland.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Zu den zentralen Themen gehören das Abfallrecht, die ökonomische Theorie von Monopolen und Wettbewerb sowie die praktische Gestaltung alternativer Rücknahmesysteme.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist es, auf Basis rechtlicher und ökonomischer Analysen aufzuzeigen, wie durch alternative Modelle (wie etwa Gebietskonzessionen oder freie Entsorgerwahl) ein ökologisch und ökonomisch sinnvollerer Wettbewerb gestaltet werden kann.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit nutzt eine Kombination aus rechtlicher Analyse der geltenden Verordnungen und ökonomischer Modelltheorie zur Untersuchung von Marktmacht und Wettbewerbsstrukturen.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die Untersuchung des rechtlichen Rahmens, die Analyse von Monopolstrukturen und die detaillierte Vorstellung und Bewertung von vier verschiedenen Grundmodellen für duale Systeme.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit lässt sich primär über die Begriffe Duales System, Entsorgungsmonopol, Verpackungsverordnung und Wettbewerbsgestaltung charakterisieren.
Warum wird die DSD AG in der Arbeit häufig als Beispiel angeführt?
Als lange Zeit einzig zugelassenes System in Deutschland dient die DSD AG als zentrales Fallbeispiel für die Auswirkungen und die juristische Infragestellung eines Monopols in der Abfallwirtschaft.
Wie bewertet der Autor das Modell der Landbell AG?
Der Autor sieht in Ansätzen wie denen der Landbell AG Potenzial für Kosteneffizienz durch eine kleinteiligere Sammlung, ohne dass dabei ökologische Nachteile entstehen müssen.
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- Ines Lühmann (Author), 2002, Wettbewerb im Dualen System, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/9828