Das Thema „Vorstellungen vom menschenwürdigen Sterben“ wird in den Fachanforderungen im Reflexionsbereich 3 aufgegriffen und ist für die 9./10. Klasse vorgesehen. Die Schüler und Schülerinnen sollen in diesen Themenbereich die Todesgewissheit als eine anthropologische Konstante wahrnehmen und ihre Implikationen für das Selbstverständnis des Menschen ermitteln.1 Somit sollen die Schüler und Schülerinnen in dieser Unterrichtsstunde in das Thema Sterbehilfe eingeführt werden, wobei erstmals Begriffe geklärt sollen, sodass die Lernenden wissen, worum es sich bei dem Thema Sterbehilfe handelt. Dies soll sie generell in das Thema Tod und sterben einführen, um eine bewusste Auseinandersetzung damit zu erzielen. Im weiteren Verlauf der Stunde erarbeiten sich die Schüler und Schüler die moralischen und rechtlichen Aspekte der aktiven Sterbehilfe, welche sie später in Gruppenarbeit in pro und contra Punkte einteilen sollen. Das Ziel dieser Stunde ist es auch die Schüler auf die Diskussion in der nächsten Stunde vorzubereiten, welche die positiven und negativen Seiten der aktiven Sterbehilfe diskutieren soll.
Inhaltsverzeichnis
1. Allgemein Angaben
2. Tabellarischer Unterrichtsentwurf
3. Lerngruppenbeschreibung
4. Sachanalyse
5. Didaktische Überlegungen
6. Methodische Überlegungen
7. Anlagen
8. Literaturverzeichnis
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Unterrichtsplanung zielt darauf ab, Schülerinnen und Schüler der 10. Jahrgangsstufe in die ethisch sowie rechtlich komplexe Thematik der Sterbehilfe einzuführen, um eine bewusste Auseinandersetzung mit der anthropologischen Konstante der Todesgewissheit zu ermöglichen und die Urteils- und Argumentationskompetenz zu fördern.
- Grundlagen zur moralischen und rechtlichen Einordnung verschiedener Formen der Sterbehilfe
- Auseinandersetzung mit der Autonomie des Menschen und der Frage nach einem menschenwürdigen Sterben
- Differenzierung zwischen aktiver, passiver, indirekter Sterbehilfe und assistiertem Suizid
- Reflexion über das Verhältnis von Selbstbestimmung, Würdebegriff und medizinischen Möglichkeiten
Auszug aus dem Buch
4. Sachanalyse
Gegenstand dieser Unterrichtsstunde ist das Thema Sterbehilfe. Die SuS sollen dabei lernen, dass der Mensch das Recht sowie die Würde hat, selbst und autonom über sein Leben zu bestimmen und es nach seinen eigenen Vorstellungen gestalten darf. Doch schließt diese Selbstbestimmung auch das Recht, den eigenen Tod bzw. den eigenen Sterbeprozess zu bestimmen ein? Letzten Endes möchte jeder Mensch in Würde sterben. Jedoch ist dies insbesondere durch die modernen medizinischen Möglichkeiten nicht immer der Fall, da der Mensch durch beispielsweise lebenserhaltende Maßnahmen die Kontrolle über seinen Körper verliert und nicht mehr selber für sein Leben verantwortlich ist.
Somit scheint es für manche Menschen, dass das Sterben die einzige Möglichkeit ist, die Kontrolle über seine eigene Würde zu erhalten, und der Mensch selbstbestimmt sterben kann. Dabei stellt sich die Frage: Wann ist ein Leben nicht mehr lebenswert? Wer darf entscheiden, ab wann ein Leben nicht mehr lebenswert ist oder ab welchem Zeitpunkt lebenserhaltende Maßnahmen keinen Sinn mehr machen? Dies sind alles Fragen, welche am Anfang der Unterrichtsstunde aufkommen werden, wenn sich die SuS die Fallbeispiele anschauen werden. Dabei wird die Lerngruppe merken, wie schwer diese Fragen zu beantworten sind und, dass es keine eindeutige Antwort auf diese Fragen gibt.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Allgemein Angaben: Zusammenstellung der formalen Rahmenbedingungen, wie Schule, Zeit, Klasse sowie der thematischen Einordnung in den Lehrplan.
2. Tabellarischer Unterrichtsentwurf: Detaillierte Darstellung des geplanten Unterrichtsverlaufs in Phasen mit entsprechendem Lehrer- und Schülerverhalten sowie Medieneinsatz.
3. Lerngruppenbeschreibung: Charakterisierung der 10. Klasse hinsichtlich ihrer Zusammensetzung, Lernvoraussetzungen und des Arbeitsklimas.
4. Sachanalyse: Ethisch-philosophische Fundierung des Themas Sterbehilfe sowie Klärung der begrifflichen und rechtlichen Differenzierungen.
5. Didaktische Überlegungen: Begründung der Relevanz des Themas im Philosophieunterricht und Einbettung in das didaktische Modell von Klafki.
6. Methodische Überlegungen: Erläuterung der gewählten methodischen Zugänge, wie der Einsatz von Fallbeispielen und die Sozialformen zur Förderung des Diskurses.
7. Anlagen: Bereitstellung der Arbeitsmaterialien, inklusive der Definitionen zu den verschiedenen Sterbehilfeformen für die Schüler.
8. Literaturverzeichnis: Auflistung der verwendeten Fachliteratur und Dokumente zur Unterrichtsvorbereitung.
Schlüsselwörter
Sterbehilfe, Euthanasie, Palliativmedizin, Patientenverfügung, assistierter Suizid, Selbstbestimmung, Menschenwürde, Bioethik, Unterrichtsentwurf, Philosophie, Ethik, Lebensqualität, Todesgewissheit, aktive Sterbehilfe, passive Sterbehilfe.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit stellt einen detaillierten Unterrichtsentwurf für das Fach Philosophie in einer 10. Klasse dar, der sich mit der komplexen Thematik der Sterbehilfe und den damit verbundenen moralischen sowie rechtlichen Aspekten befasst.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die zentralen Themen sind der Umgang mit dem Tod als anthropologische Konstante, die Differenzierung von Sterbehilfearten (aktiv, passiv, indirekt, assistierter Suizid), die Bedeutung der Patientenautonomie und das Konzept der Palliativmedizin.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?
Ziel ist es, die Schülerinnen und Schüler zur bewussten Auseinandersetzung mit dem Tod zu befähigen und sie durch eine begriffliche Klärung der Sterbehilfearten in die Lage zu versetzen, eigene fundierte Argumente für eine Pro- und Contra-Diskussion zu entwickeln.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit stützt sich auf didaktische Planungsmodelle, insbesondere das kritisch-konstruktive Modell von Klafki, und verwendet einen induktiven Ansatz über den Einstieg mittels Fallbeispielen.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in eine Sachanalyse, die begriffliche Grundlagen legt, sowie didaktische und methodische Reflexionen, die den Weg von der emotionalen Annäherung an das Thema bis zur rationalen Argumentationsarbeit strukturieren.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit wird maßgeblich geprägt durch Begriffe wie Menschenwürde, Selbstbestimmung, Sterbehilfe-Differenzierungen und Urteilsbildung im Rahmen philosophischer Fachanforderungen.
Warum ist die Unterscheidung der Begriffe für die Schüler so wichtig?
Die Unterscheidung ist essentiell, da eine fundierte ethische Diskussion unmöglich ist, wenn rechtliche Grauzonen und moralische Definitionen wie "aktive Sterbehilfe" vs. "Sterbenlassen" vermischt werden.
Wie wird in dieser Unterrichtseinheit mit der Komplexität der Rechtslage umgegangen?
Die Rechtslage wird als integraler Bestandteil der Sachanalyse und über die Arbeitsmaterialien eingeführt, um den Schülern zu verdeutlichen, dass ethische Vorstellungen und geltende Gesetze (z.B. § 216 StGB) in einem spannungsreichen Verhältnis zueinander stehen.
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- Anonym (Author), 2020, Vorstellungen vom menschenwürdigen Sterben. Moralische und rechtliche Aspekte der aktiven Sterbehilfe, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/983716