Vorstellungen vom menschenwürdigen Sterben. Moralische und rechtliche Aspekte der aktiven Sterbehilfe


Unterrichtsentwurf, 2020

15 Seiten, Note: 1.8

Anonym


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Allgemein Angaben

2. Tabellarischer Unterrichtsentwurf

3. Lerngruppenbeschreibung

4. Sachanalyse

5. Didaktische Überlegungen

6. Methodische Überlegungen

7. Anlagen

8. Literaturverzeichnis

1. Allgemein Angaben

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Thema der Unterrichtseinheit:

Reflexionsbereich 3: Auseinandersetzung mit dem Tod. Was darf ich hoffen? Todesgewissheit und Unsterblichkeitsglaube als Dimensionen menschlichen Selbstverständnisses

1. Stunde (vorherige): Wie möchte ich sterben? Annäherung an ein schwieriges Thema
2. Stunde (aktuelle): Moralische und rechtliche Aspekte der Sterbehilfe
3. Stunde ( nächste): Alternativen zur Sterbehilfe und Sterbehilfe in der Diskussion: Pro und Contra

Thema der Unterrichtsstunde:

Vorstellungen vom menschenwürdigen Sterben: Moralische- und rechtliche Aspekte der aktiven Sterbehilfe

Hauptintention:

Das Thema „Vorstellungen vom menschenwürdigen Sterben“ wird in den Fachanforderungen im Reflexionsbereich 3 aufgegriffen und ist für die 9./10. Klasse vorgesehen. Die Schüler und Schülerinnen sollen in diesen Themenbereich die Todesgewissheit als eine anthropologische Konstante wahrnehmen und ihre Implikationen für das Selbstverständnis des Menschen ermitteln.1 Somit sollen die Schüler und Schülerinnen in dieser Unterrichtsstunde in das Thema Sterbehilfe eingeführt werden, wobei erstmals Begriffe geklärt sollen, sodass die Lernenden wissen, worum es sich bei dem Thema Sterbehilfe handelt. Dies soll sie generell in das Thema Tod und sterben einführen, um eine bewusste Auseinandersetzung damit zu erzielen. Im weiteren Verlauf der Stunde erarbeiten sich die Schüler und Schüler die moralischen und rechtlichen Aspekte der aktiven Sterbehilfe, welche sie später in Gruppenarbeit in pro und contra Punkte einteilen sollen. Das Ziel dieser Stunde ist es auch die Schüler auf die Diskussion in der nächsten Stunde vorzubereiten, welche die positiven und negativen Seiten der aktiven Sterbehilfe diskutieren soll ( Deutungskompetenz, Urteilskompetenz und Argumentationskompetenz).

2. Tabellarischer Unterrichtsentwurf

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

3. Lerngruppenbeschreibung

Die Lerngruppe ist eine 10. Klasse eines Gymnasiums, welche sich aus dem Geschichtsprofil und dem Wirtschaftspolitikprofil zusammensetzt und mit dem Eintritt in den E1- Jahrgang Philosophie als Nebenfach gewählt haben, sodass sie nun pro Woche zwei Unterrichtsstunden in Philosophie erhalten. Die Klasse besteht aus insgesamt 23 Lernenden, von denen 11 Jungen und 12 Mädchen sind, die im Alter von 15-17 Jahren sind. Auffällig sind die kleinen Gruppenbildungen innerhalb der Klasse, die sich besonders in der Pause zeigen, da die Schüler und Schülerinnen in den Stunden an vorgegebene Sitzordnungen gebunden sind. Die Sitzordnung ist in drei längere Reihen unterteilt, welche hintereinander in der Klasse aufgestellt sind und in jeder Woche rotieren. Dabei fällt auf, dass diejenigen die in der letzten Reihe sitzen öfter abgelenkt sind, als die die in der vorderen Reihe sitzen. Trotzdem herrscht insgesamt in der Klasse ein positives, produktives Lernklima. Am Unterrichtsgeschehen beteiligen sich vier SuS permanent in jeder Unterrichtsstunde sehr viel und acht andere SuS beteiligen sich im Gegensatz zu anderen sehr häufig und sind Teil von Diskussionen. Die anderen SuS sind meist etwas zögerlicher und um ihre Einsatzbereitschaft zu stärken, ist es immer wieder notwenig sie durch Impulse und Geduld anzuregen, damit sie etwas zur thematischen Entfaltung beitragen. Von der gesamten Lerngruppe fällt nur ein Schüler und eine Schülerin negativer auf als andere, da beide sich sehr schwer tun überhaupt etwas zum Unterricht beizutragen und sich so gut wie nie an Unterrichtsgesprächen beteiigen. Somit lässt sich das Leistungsniveau der Klasse als heterogen bezeichnen. Des weiteren schwankt das Konzentrationsvermögen der Klasse innerhalb der Unterrichtsstunde häufig und ist oft von Tageszeit und Wochentag abhängig. Beispielsweise ist die Klasse an einem Freitag oft etwas unruhiger, weshalb sich die aktuelle Unterrichtsstunde am Dienstag gut für die Vorbereitung auf die Diskussion in der Unterrichtsstunde am Freitag eignet, da eine Gruppendiskussion nicht so viel Konzentration verlangt, wie beispielsweise Stillarbeit. Der Klassenraum ist für die 23 SuS gut ausgestattet und besitzt neben der Tafel auch noch einen Beamer und eine Dokumentenkamera, welche das Unterrichten in der Klasse erleichtern.

4. Sachanalyse

Gegenstand dieser Unterrichtsstunde ist das Thema Sterbehilfe. Die SuS sollen dabei lernen, dass der Mensch das Recht sowie die Würde hat, selbst und autonom über sein Leben zu bestimmen und es nach seinen eigenen Vorstellungen gestalten darf. Doch schließt diese Selbstbestimmung auch das Recht, den eigenen Tod bzw. den eigenen Sterbeprozess zu bestimmen ein? Letzten Endes möchte jeder Mensch in Würde sterben. Jedoch ist dies insbesondere durch die modernen medizinischen Möglichkeiten nicht immer der Fall, da der Mensch durch beispielsweise lebenserhaltende Maßnahmen die Kontrolle über seinen Körper verliert und nicht mehr selber für sein Leben verantwortlich ist. Somit scheint es für manche Menschen, dass das Sterben die einzige Möglichkeit ist, die Kontrolle über seine eigene Würde zu erhalten, und der Mensch selbstbestimmt sterben kann.2 Dabei stellt sich die Frage: Wann ist ein Leben nicht mehr lebenswert? Wer darf entscheiden, ab wann ein Leben nicht mehr lebenswert ist oder ab welchem Zeitpunkt lebenserhaltende Maßnahmen keinen Sinn mehr machen? Dies sind alles Fragen, welche am Anfang der Unterrichtsstunde aufkommen werden, wenn sich die SuS die Fallbeispiele anschauen werden. Dabei wird die Lerngruppe merken, wie schwer diese Fragen zu beantworten sind und, dass es keine eindeutige Antwort auf diese Fragen gibt.

Sterbehilfe ist in Deutschland stark umstritten und auch auf rechtlicher Ebene ein komplexes und kompliziertes Thema, weswegen auch viele Deutsche in andere Länder reisen, um die Möglichkeit der Sterbehilfe zu nutzen.

Es gibt vier Arten von Sterbehilfe, welche sich moralisch, ethisch, sowie auch rechtlich komplett voneinander unterscheiden. Diese lernen die SuS auf dem AB kennen, welcher nach den Fallbeispielen ausgeteilt wird. Davon ist eine Art die sogenannte „aktive Sterbehilfe“ oder auch „Euthansie“ genannt, was gleichzeitig auch so etwas wie „schöner Tod“ oder „guter Tod“ bedeutet. Diese Art der Sterbehilfe beschreibt die gezielte, beabsichtigte Tötung eines Menschen durch beispielsweise medizinische Maßnahmen wie Tabletten oder Spritzen, die ausdrücklich auf den Wunsch des Menschen erfolgt. In Deutschland ist Euthanasie gesetzlich verboten und wird strafrechtlich verfolgt, auch wenn eine Person diesen Wunsch geäußert hat. Sollte die betroffene Person nicht mehr in der Lage sein, so einen Wunsch zu äußern, kann eine Patientenverfügung erstellt werden, welche den Betroffenen ermöglicht, die vom Arzt als notwenig angesehenen medizinischen Maßnahmen zu verweigern.3 Eine weitere Art der Sterbehilfe ist die „passive Sterbehilfe“, welche den Verzicht von lebenserhaltenden Maßnahmen beschreibt, da diese nur die Schmerzen und das Leiden des Betroffenen verstärken oder verlängern würden. Erfolgt dieser Behandlungsabbruch auf Wunsch des Patienten, ist er rechtlich zugelassen. Viele finden, dass der Begriff „passive Sterbehilfe“ unglücklich gewählt ist und auch viele Ärzte benutzen lieber den Begriff „Sterbenlassen“.4 Des weiteren gibt es die „indirekte Sterbehilfe“, was bedeutet, dass einem unheilbar Kranken bzw. Sterbendem Medikamente verabreicht werden, die neben der beabsichtigten schmerzlindernden Wirkung, unbeabsichtigt auch einen früheren Tod des Patienten bewirken können. Voraussetzung für die Zulässigkeit dieser Maßnahme ist das Einverständnis des Patienten. Zuletzt gibt es noch den „assistierten Suizid“. Das bedeutet, dass ein Mensch die Durchführung eines Suizids eines Kranken unterstützt und somit Beihilfe zur Selbsttötung leistet. Darunter versteht man die Beschaffung eines tödlich wirkenden Medikaments oder die Anleitung zu dessen Verwendung. Selbsttötung ist rechtswidrig aber straffrei. Dasselbe gilt für Beihilfe zur Selbsttötung. Die rechtliche Seite ist etwas kompliziert.: Setzt der Patient sich beispielsweise die Spritze selbst, so liegt die Tatherrschaft bei ihm. Dennoch kann der Helfer nach deutschem Recht strafrechtlich verfolgt werden. Denn das Geschehenlassen eines Suizids ist unterlassene Hilfeleistung und damit strafbar.5

[...]


1 Ministerium für Schule und Berufsbildung des Landes Schleswig- Holstein (Hrsg.): Fachanforderungen Philosophie. Sekundarstufe I. Sekundarstufe II. Kiel 2016. S. 45.

2 Vgl. Rüegger, Heinz, Sterben in Würde? Nachdenken über ein differenziertes Würdeverständnis, Zürich 2003, S. 48.

3 Vgl. Kreß, Hartmut, Medizinische Ethik. Kulturelle Grundlagen und ethische Wertkonflikte heutiger Medizin, Stuttgart 2003, S. 163.

4 Ebd. S. 165.

5 Ebd. S. 166f.

Ende der Leseprobe aus 15 Seiten

Details

Titel
Vorstellungen vom menschenwürdigen Sterben. Moralische und rechtliche Aspekte der aktiven Sterbehilfe
Hochschule
Christian-Albrechts-Universität Kiel
Veranstaltung
Didaktische und methodische Planung, Durchführung und Analyse von Unterricht im Fach Philosophie
Note
1.8
Jahr
2020
Seiten
15
Katalognummer
V983716
ISBN (eBook)
9783346341150
ISBN (Buch)
9783346341167
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Unterrichtsentwurf, Sterbehilfe, Philosophie, Moralvorstellungen
Arbeit zitieren
Anonym, 2020, Vorstellungen vom menschenwürdigen Sterben. Moralische und rechtliche Aspekte der aktiven Sterbehilfe, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/983716

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