Das Anliegen dieser Hausarbeit ist es, verschiedene Argumente Für und Wider der Todesstrafe zu diskutieren und auf Grundlage dieser Diskussion zu versuchen, eine begründete Entscheidung zu treffen, ob die Todesstrafe moralisch vertretbar ist.
Die Todesstrafe ist die Ultima Ratio staatlicher Sanktionsmöglichkeiten; das letzte Mittel, das ein Staat zur Bestrafung eines Verbrechens einsetzen kann. Sie ist gleichermaßen die härteste Strafe, da sie sich gegen das Leben, als eines der höchsten Güter richtet. Viele Staaten wenden die Todesstrafe sogar heute noch an, indem sie die Todesstrafe verhängen und vollstrecken. Die Verurteilten warten Tage, Monate und mehrere Jahre auf ihre Hinrichtung. Was in Deutschland undenkbar erscheint, ist in anderen Ländern gängige Praxis. Die Frage die sich in einer Diskussion des Themas meist als erste stellt, ist die, nach der Rechtfertigung. Womit wird die Todesstrafe gerechtfertigt und ist diese Rechtfertigung moralisch vertretbar?
Inhaltsverzeichnis
1 Intention und Aufbau
2 Die Todesstrafe im Globalen Kontext
2.1 Weltweit
2.2 Methoden und Straftatbestände
2.3 Rechtliche Lage in Deutschland
3 Argumente für die Todesstrafe
3.1 Vergeltungstheorie
3.2 Präventionstheorien
3.2.1 negative Generalprävention
3.2.2 negative Spezialprävention
3.3 von der Bevölkerungsmehrheit gewollt
4 Argumente gegen die Todesstrafe
4.1 Der Staat darf kein Leben nehmen
4.2 Verfehlt den Abschreckungszweck
4.3 Keine Chance für den Täter
4.4 Justizirrtum
5 Fazit
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit zielt darauf ab, die verschiedenen Argumente für und gegen die Todesstrafe zu diskutieren, um auf dieser Basis zu beurteilen, ob die Anwendung der Todesstrafe moralisch vertretbar ist.
- Globale Verbreitung und rechtliche Rahmenbedingungen der Todesstrafe.
- Theoretische Begründungen pro Todesstrafe (Vergeltungs- und Präventionstheorien).
- Kritische Analyse der Argumente gegen die Todesstrafe (Menschenwürde, Abschreckungswirkung).
- Problematiken der Unumkehrbarkeit und der Gefahr von Justizirrtümern.
- Die ethische Dimension der staatlichen Tötungsbefugnis.
Auszug aus dem Buch
3.1 Vergeltungstheorie
Die Vergeltungstheorie gehört mit zu den absoluten Straftheorien und wird auch das Talionsprinzip (ius talionis) genannt (vgl. Eklkofer 2014). Es ist das älteste Argument, wenn es um die Begründung der Todesstrafe geht. Nach dem Prinzip der Vergeltung wurde schon im 2.Buch Moses 21,24 verfahren, denn dort heißt es „Seele um Seele, Auge um Auge, Zahn um Zahn“. So soll dem, der einem anderen etwas antut, das gleiche wiederfahren damit die Gerechtigkeit wiederhergestellt wird (vgl. Leder 2006, S. 250). Nach dem Talionsprinzip ist eine Strafe gerecht, wenn sie genau dem begangenen Verbrechen entspricht (vgl. Alt 1960, S. 54). So ist es logisch, dass ein Mörder mit der Todesstrafe bestraft wird. Es ist nach der Vergeltungstheorie ungerecht und unverhältnismäßig den Täter mit einer Freiheitsstrafe für Mord zu bestrafen, da er einem anderen Menschen das höchste Gut welches ein Mensch besitzt genommen hat und sein eigenes behält (vgl. Alt 1960, S. 55). Des Weiteren geht die Vergeltungstheorie davon aus, dass eine sittliche Ordnung in der Gesellschaft existiert und durch Gehorsam oder Strafe aufrechterhalten wird. Wird kein Gehorsam geleistet und ein Verbrechen oder sogar Mord begangen, fordert die sittliche Ordnung eine angemessene Strafe. Die Strafe wird danach als ein sittlich notwendiger Akt bezeichnet, demnach wird die Todesstrafe nicht als Staatsmord deklariert, sondern als eine sittliche Notwendigkeit (vgl. Alt 1960, S. 53).
Zusammenfassung der Kapitel
1 Intention und Aufbau: Einleitung in die Thematik der Todesstrafe als Ultima Ratio und Vorstellung des strukturellen Vorgehens der Arbeit.
2 Die Todesstrafe im Globalen Kontext: Überblick über die weltweite Anwendung, verschiedene Hinrichtungsmethoden und die rechtliche Situation in Deutschland.
3 Argumente für die Todesstrafe: Darstellung der Vergeltungs- und Präventionstheorien sowie gesellschaftlicher Argumente zugunsten der Todesstrafe.
4 Argumente gegen die Todesstrafe: Kritische Auseinandersetzung mit der moralischen Legitimität des staatlichen Tötens, dem Abschreckungszweck und den Gefahren von Justizirrtümern.
5 Fazit: Zusammenfassende Diskussion der Argumente und Feststellung, dass die Bewertung der moralischen Vertretbarkeit ein individueller Prozess ist.
Schlüsselwörter
Todesstrafe, Vergeltungstheorie, Talionsprinzip, Generalprävention, Spezialprävention, Menschenrechte, Hinrichtung, Justizirrtum, Straftheorien, Ethik, Abschreckung, Rechtsordnung, Menschenwürde.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit?
Die Arbeit analysiert die ethische und rechtliche Debatte um die Todesstrafe unter Berücksichtigung verschiedener Argumente pro und contra.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die zentralen Felder umfassen die globale Verbreitung, theoretische Straftheorien, die Menschenwürde, Abschreckungseffekte sowie die Problematik des Justizirrtums.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das primäre Ziel ist es, auf Grundlage der diskutierten Argumente zu eruieren, ob die Todesstrafe aus moralischer Sicht vertretbar ist.
Welche wissenschaftlichen Methoden finden Anwendung?
Es handelt sich um eine theoretische Arbeit, die auf einer umfassenden Literaturanalyse und der Betrachtung aktueller Fakten und Zahlen basiert.
Was wird im Hauptteil detailliert behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die Darstellung der globalen Praxis, die theoretische Begründung durch Vergeltungs- und Präventionstheorien sowie eine kritische Gegenüberstellung der Gegenargumente.
Welche Schlagworte charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit wird maßgeblich durch Begriffe wie Moral, Gerechtigkeit, Straftheorie, Prävention und Menschenrechte charakterisiert.
Warum wird Kant als Vertreter für die Todesstrafe genannt?
Immanuel Kant vertrat als Philosoph die Vergeltungstheorie und sah in der Todesstrafe eine sittliche Notwendigkeit zur Wiederherstellung der Gerechtigkeit.
Welche Rolle spielt der Justizirrtum in der Argumentation?
Der Justizirrtum dient als zentrales Gegenargument, da die Todesstrafe irreversibel ist und das Risiko, einen Unschuldigen zu töten, menschliches Versagen nicht ausschließen kann.
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- Anonym (Autor), 2020, Die Todesstrafe. Ein moralisches Dilemma, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/983787