Die Arbeit möchte die im Seminar „Zukunft gestalten: Gesellschaftliche Transformationen braucht Kompetenzen“ besprochenen Konzepte und Theorien zu und Diskurse über Kompetenz sowie deren Kritikpunkte aufgreifen. Ein zentrales Ergebnis des Seminars war die Erstellung einiger Kompetenzprofile für ein Tätigkeitsfeld in der transformativen Wissenschaft auf Basis des Kompetenzatlas nach Volker Heyse und John Erpenbeck. Auffallend dabei war die häufige Thematisierung von Innovationsbereitschaft und Offenheit für neue Ideen und Konzepte, die eine bedeutende Rolle für ein transformatives Wissenschaftstätigkeitsfeld zu spielen scheinen. Daran anknüpfend möchte sich die Arbeit mit der Bedeutung der Kreativität als ein Innovationsmotor innerhalb der Kompetenzkonzepte beschäftigen.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Kompetenz – ein Überblick über Definition und Diskurse
3. Kreativität
4. Kreativität als Querschnittskompetenz
5. Fazit und Ausblick
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit untersucht die theoretischen Grundlagen der Konzepte "Kompetenz" und "Kreativität" sowie deren Verknüpfung im Kontext aktueller gesellschaftlicher Anforderungen. Ziel ist es, herauszufinden, inwieweit Kreativität als Querschnittskompetenz fungieren kann und welche Rolle sie innerhalb transformativer Kompetenzprofile spielt.
- Historische Entwicklungslinien des Kompetenzbegriffs
- Theoretische Grundlagen und Definitionen von Kreativität
- Analyse von Kreativität als Querschnittskompetenz in der Literatur
- Diskussion gesellschaftlicher Erwartungen und Leistungsdruck
- Untersuchung des Zusammenhangs zwischen Selbstorganisation und kreativem Handeln
Auszug aus dem Buch
Definitionen und Merkmale
„Angesichts der inflationären Verwendung des Kreativitätsbegriffs ist jeder Versuch einer einheitlichen Definition von vornherein zum Scheitern verurteilt“29, schreibt Kurt Heller in einem Text „Zur Rolle der Kreativität in Wissenschaft und Technik“ und charakterisiert im Folgenden vier Bezugsgrößen von Kreativität, die nur gemeinsam eine umfassende Definition von Kreativität gewährleisten. Dazu zählen: a) die kreative Persönlichkeit mit ihre Wissens und Handlungskompetenz, b) die kreative (soziale) Umwelt mit ihren anregenden und teilweise hemmenden Bedingungen, sowie Forderungen kreativer Leistungen, c) der kreativen Prozess als Akt innovativen, schöpferischen Tuns und d) das kreative Produkt und seinem Normativitätszwang.30
Eine ähnlich zusammenfassende Definition findet auch Reckwitz eingangs seines Buches „Die Erfindung der Kreativität“. Dort heißt es:
„Kreativität hat zunächst eine doppelte Bedeutung. Kreativität bevorzugt das Neue gegenüber dem Alten, das Abweichende gegenüber dem Standard, das Andere gegenüber dem Gleichen. Diese Hervorbringung des Neuen wird nicht als einmaliger Akt gedacht, sondern als etwas, das immer wieder und auf Dauer geschieht. Zum anderen nimmt Kreativität Bezug auf ein Modell des ‚Schöpferischen‘, das sie an die moderne Figur des Künstlers, an das Künstlerische und Ästhetische insgesamt zurückbindet. Es geht um mehr als um die rein technische Produktion von Innovationen, sondern um die sinnliche und affektive Erregung durch das produzierte Neue. Das ästhetische Neue wird mit Lebendigkeit und Experimentierfreude in Verbindung gebracht, und sein Hervorbringer erscheint als ein schöpferisches Selbst, das dem Künstler analog ist, es wird vom Betrachter und auch von dem, der es in die Welt setzt, als Selbstzweck sinnlich wahrgenommen, erlebt und genossen.“31
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die Relevanz von Kompetenzkonzepten für gesellschaftliche Transformationsprozesse und führt die Problemstellung ein, Kreativität als Innovationsmotor innerhalb dieser Konzepte zu untersuchen.
2. Kompetenz – ein Überblick über Definition und Diskurse: Dieses Kapitel gibt einen historischen Abriss über den Kompetenzbegriff und differenziert zwischen verschiedenen Verständnisweisen, wie etwa dem engen und weiten Kompetenzbegriff sowie fachlichen und personalen Kompetenzklassen.
3. Kreativität: Es werden die geschichtliche Entwicklung des Kreativitätsbegriffs – von der Pathologisierung des Genies hin zu psychologischen und gestaltpsychologischen Ansätzen – sowie zentrale Definitionsmerkmale und Bedingungen des kreativen Prozesses dargestellt.
4. Kreativität als Querschnittskompetenz: Dieses Kapitel verknüpft die beiden zentralen Begriffe, diskutiert populärwissenschaftliche Quellen sowie die Rolle von Kreativität als Querschnittskompetenz und kritisiert den gesellschaftlichen Leistungsdruck.
5. Fazit und Ausblick: Das Fazit fasst die gewonnenen Erkenntnisse zusammen, betont die große Schnittmenge zwischen Kompetenz und Kreativität und schlägt vor, Kreativität als Ausgangspunkt für zielorientierte Kompetenzentwicklung zu begreifen.
Schlüsselwörter
Kompetenz, Kreativität, Transformation, Querschnittskompetenz, Selbstorganisation, Wissensgesellschaft, Innovationsmotor, schöpferisches Handeln, Kompetenzatlas, Problemlösungsvermögen, Persönlichkeitsentwicklung, Dispositiv, schöpferische Fähigkeit, Leistungsdruck, soziale Zuschreibung.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit beschäftigt sich mit der theoretischen Verbindung zwischen den Konzepten von Kompetenz und Kreativität, um zu klären, inwiefern Kreativität als eine übergreifende Kompetenz innerhalb moderner Anforderungen gesehen werden kann.
Was sind die zentralen Themenfelder der Publikation?
Zentral sind die historische und begriffliche Einordnung von Kompetenz, die Analyse des Kreativitätsbegriffs sowie die kritische Betrachtung von beidem im Kontext einer sich transformierenden Wissensgesellschaft.
Welches Ziel verfolgt die Autorin mit dieser Untersuchung?
Das primäre Ziel ist es, verschiedene Grundlagen zu Kompetenz und Kreativität zusammenzutragen und eine Verbindungslinie zu ziehen, um den Status von Kreativität als Querschnittskompetenz wissenschaftlich zu beleuchten.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer Literaturanalyse, in der aktuelle Theorien, Definitionen und wissenschaftliche Diskurse zu Kompetenz und Kreativität systematisch verglichen und synthetisiert werden.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die theoretische Fundierung von Kompetenz und Kreativität sowie die anschließende Zusammenführung beider Konzepte, inklusive einer soziologischen Perspektive auf die gesellschaftlichen Erwartungen.
Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit wird maßgeblich durch Begriffe wie Kreativ-Kompetenz, Selbstorganisation, Transformation, Innovationsbereitschaft und die soziologische Analyse von Kompetenz- und Kreativitätsdispositiven bestimmt.
Welche Bedeutung hat das "Originalitätsparadoxon" in der Arbeit?
Das Konzept beschreibt das Spannungsfeld, dass Kreativität zwar gesellschaftlich gefördert wird, ihr Wert jedoch durch den institutionalisierten Zwang zur Produktivität und die Notwendigkeit der sozialen Bewertung gefährdet ist.
Wie unterscheidet sich die Auffassung von Kreativität in der Arbeit von einem rein ästhetischen Verständnis?
Die Arbeit rückt die Kreativität als alltagsrelevante Fähigkeit zur Problemlösung und als Teil einer entwickelbaren persönlichen Kompetenz in den Fokus, anstatt sie ausschließlich als exklusive Schöpfungskraft von Genies zu begreifen.
- Citar trabajo
- Sabrina Zubke (Autor), 2019, Kreativität als Kompetenz? Überlegungen zu Kreativität und Kompetenz sowie Möglichkeiten der Verknüpfung, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/984003