Mentalisierungsbasierte Therapie und Borderline-Persönlichkeitsstörung. Definition und Vorgehen


Hausarbeit, 2020

15 Seiten, Note: 1,3

Anonym


Leseprobe

Inhalt

1. Einleitung

2. Einführung in die Mentalisierungsbasierte Therapie
2.1 Definition
2.2 Historischer Hintergrund

3. Mentalisierung -basierte Therapie (MBT)
3.1 Grundlagen
3.2. Was bedeutet metallisieren
3.3. Aufbau und Ablauf der Mentalisierungsbasierten Therapie
3.4. Ziele der MBT

4. Formen der Therapie
4.1 Gruppentherapie
4.2 Einzeltherapie

5. Die Mentalisierungsbasierte Therapie (MBT) für Borderline-Patienten
5.1 Was ist das Borderline Syndrom?
5.2 Ursachen für Borderline
5.3 MBT bei BPS Patienten?
5.4. Begriffsbestimmung von Persönlichkeit

6. Fazit

Literaturverzeichnis

1. Einleitung

Im Modul S 07 erbringe ich meine Prüfungsleistung in Form einer Hausarbeit. In dieser Hausarbeit greife ich das Thema der Mentalisierungsbasierte Therapie auf. Meinen Hauptmerkmal neben der eigentlichen Therapieform liegt auf die Borderline- Persönlichkeitsstörung. Im Folgenden gehe ich auf die Definition der Mentalisierungsbasierte Therapie ein und erläutere den Begriff Persönlichkeit. Im Nächsten Schritt erkläre ich die MBT und erkläre die Gruppen- und Einzeltherapie. Des Weiteren wird die Bedeutung von Mentalisieren näher dargestellt. Im Anschluss wird die Borderline- Persönlichkeitsstörung mit ihren Ursachen und im Bezug zur Mentalisierungsbasierte Therapie erläutert. Am Ende ziehe ich ein Fazit aus meiner Ausarbeitung.

2. Einführung in die Mentalisierungsbasierte Therapie

2.1 Definition

Die Mentalisierungsbasierte Therapie ist eine Methode die spezielle für die Behandlung schwerer Persönlichkeitsstörungen, wie z.B Borderline entwickelt vgl. (Bolm, 2010, S.59). MBT ist ein der vier großen Behandlungsverfahren, neben MBT gehört die dialektische- behaviorale Therapie (DBT), die übertragungsfokussierte Therapie (TFP) und die schemafokussierte Psychotherapie (SFT) dazu, die sogenannten „Big 4" vgl. (Euler, 2014, S. 6). Die Mentalisierungsbasierte Psychotherapie (MBT) ist ein psychotherapeutischer Ansatz, welcher sich an Erkenntnissen der Psychoanalyse, der Entwicklungspsychologie und der Bindungstheorie orientiert. Das Ziel der Mentalisierungsbasierte Psychotherapie ist, das Metallisieren zu fördern. Metallisieren beschreibt, wie gut ein Mensch in der Lage ist, psychische Prozesse (Gefühle, Wünsche, Überzeugungen) bei sich selbst und anderen als Ursache von Handlungen wahrzunehmen und zu verstehen. Die Fähigkeit zu Metallisieren ist für das Selbsterleben, die Regulation von Gefühlszuständen, die Kontrolle des eigenen Verhaltens und die Regulation von Beziehungen sehr wichtig (vgl. Bolm, 2010, S. 58ff.). MBT eignet sich sowohl für eine Stationäre als auch für eine ambulate Behandlung (vgl. Sebastian Euler, 2014).

2.2 Historischer Hintergrund

Das von Peter Fonagy und seinem Forscherteam entwickelte Mentalisierungskonzept besteht aus zwei entwicklungspsychologischen Forschungsgebieten, der „Theory-of- Mind "-Forschung und der Bindungsforschung. Diese wurden mit psychoanalytischen Ansätzen verbunden (vgl. Dornes, 2004). Das Mentalisierungskonzept wurden Anfang der 1990er jahre Entwickelt (vgl. Svenja Taubner, 2019). Zunächst diente das Konzept dazu, die Weitergabe von Bindungsmustern von Eltern an ihren Kindern zu erschließen. Die Arbeitsgruppe um Fonagy konnt anhand von Stichproben, von 100 Londoner Ehepartnern zeigen, dass die selbtreflexive Kompetenzen der Eltern die Bindungssicherheit ihrer Kinder wieder spiegeln. Aus dieser Erkenntnis wurde das Konzept erweitert und weiterentwickelt und stellt damit aktuell eine begründete Weiterentwicklung der Psychoanalyse, der Bindungstheorie und Entwicklungspsychologie dar (vgl. Svenja Taubner, 2019).

3. Mentalisierung -basierte Therapie (MBT)

3.1 Grundlagen

Die Mentalisierungsbasierte Therapie stellt einen neuen, integrativen Behandlungsansatz dar, der ursprünglich nur für die Behandlung von Patienten mit der Borderline- Persönlichkeitsstörung entwickelt wurde. Die Mentalisierungsbasierte Therapie ist kontinuierlich weiterentwickelt worden und wird mittlerweile auch für die Behandlung von Patienten mit anderen Störungsbildern wie z. B. mit Essstörungen Depression, oder anderen Persönlichkeitsstörung eingesetzt (vgl. S. Taubner, 2018). Die Zentrale Aufgabe ist die Verbesserung und Stabilisierung der Mentalisierungsfähigkeit. Der Hauptfokus der Behandlung liegt im Hier und Jetzt. Im Hier und Jetzt wird untersucht, wie die Gegenwart von den Erlebnissen der Vergangenheit beeinflusst wird. Durch die therapeutische Beziehung wird dabei dem Patienten ein bedeutendes Beziehungsangebot gemacht. Dadurch wird sein Bindungssystem stark aktiviert (vgl.Anthony Bateman, 2006).

3.2. Was bedeutet metallisieren

Metallisieren bezeichnet die Fähigkeit, sich mentale Gründe des eigenen Verhaltens und des Verhaltens anderer vorstellen zu können. Zu den mentalen Gründen können Emotionen, Wünsche, Gefühle, Gedanken, Vorstellungen, Überzeugungen, Kognitionen oder Ziele gehören. Hinter dem eigenen und dem Verhalten anderer wird also ein psychischer Prozess vermutet (vgl. S. Taubner, 2018). Unteranderem wird die Fähigkeit verstanden, auf das Verhalten eines anderen Menschen angemessen zu reagieren. Einfach ausgedrückt befähigt Mentalisierung also, anderer Leute Gedanken und Gefühle zu lesen und richtig zu interpretieren. Diese Fähigkeit entwickelt sich im Säuglingsalter. Weiter geht es dann mit der Wiederspieglung der Mimik von der Mutter. Durch diese Spiegelung erkennt das Kind seine eigenen Affekte. Menschen mit schweren Störungen fehlt diese Fähigkeit. Dieser komplexe Prozess umfasst eine Reihe von Teilaspekten:

- Mentalisierung kann als Wahrnehmung und Interpretation von Verhalten in Abhängigkeit von intentionalen mentalen Zuständen definiert werden.
- Mentalisierung basiert auf der Annahme, dass mentale Zustände menschliches Verhalten beeinflussen.
- Mentalisierung setzt eine gründliche Auseinandersetzung der Umstände voraus, unter denen eine Handlung erfolgt.
- Mentalisierung setzt eine gründliche Analyse früherer Verhaltensmuster voraus.
- Mentalisierung setzt eine Prüfung der früherer Erfahrungen eines Individuums voraus.
- Obwohl Mentalisierung komplexe kognitive Prozesse umfasst, ist sie überwiegend vorbewusst.
- Mentale Zustände (z.B. Annahmen) sind im Unterschied zu den meisten physischen Ursachen der Umwelt veränderbar (vgl. Anthony Bateman, 2006).

3.3. Aufbau und Ablauf der Mentalisierungsbasierten Therapie

Das Zentrale Merkmal in der MBT ist der Anstoß eines Prozesses, der zur Entfaltung der Mentalisierungsfähigkeit führt (vgl. Bateman, 2011). Im Vordergrund der Therapie stehen besonders alle Techniken, die die Mentalisierungsfähigkeit anregen und aufrechterhalten (vgl. Bateman, 2011). Kernpunkte der Therapie sind neben der Therapeuten-Patienten-Beziehung die Authentizität des Therapeuten und dessen Emotionen und Gedanken (vgl. Bateman, 2011). Wenn der Therapeut bewusst mentalisiert in der Therapeuten-Patienten-Beziehung, so wird auch spiegelbildlich der Patient vermehrt mentalisieren (vgl. Bateman, 2011). Dadurch, dass der Patient sich mit dem Therapeuten identifiziert und dessen Freude über alternative Perspektiven und Hinterfragen von Emotionen verinnerlicht und auf sich selbst überträgt, kann ein eigenes Interesse an den eigenen Fähigkeiten und Möglichkeiten des Mentalisieren entdeckt werden (vgl. Bateman, 2011). Die weitere Entwicklung der Mentalisierungsfähigkeit ermöglicht das Entstehen und Erkennen neuer Perspektiven und das Verständnis des eigenen Selbst und anderer Personen, sowie die Arbeit an der Gegenwart (vgl. Bateman, 2011).

3.4. Ziele der MBT

Es gibt eine Hierarchie der Zielsetzung: erste Ziele, die sind patientenspezifisch genau wie die langfristigen Ziele und dann gibt es noch die allgemeinen langfristigen Ziele, die wiederum programmspezifisch sind. Zu den ersten Zielen gehört z.B das Engagement des Patienten währenden der Therapie, die Reduktion von Selbstschädigen Verhalten oder der Fremd- und Eigengefährdung (Suizid). Des Weiteren gehört die Inanspruchnahme der Notdienste und die Stabilisierung der Wohnsituation dazu. Sobald die ersten Ziele eine stabile Plattform für die Behandlung darstellen, können die längerfristigen Ziele mit dem Patienten aufgestellt werden. Die langfristigen Ziele umfassen die Verbesserung im Umgang mit Emotionen und den angemessenen Ausdruck gegenüber anderen. Die Stärkung der Persönlichkeit, sowie die Stärkung der Eigenverantwortung. Bei den allgemeinen langfristigen Zielen werden die patientenspezifischen Ziele im Bezug auf das Behandlungsprogramm geprüft und abgestimmt (vgl. Anthony W. Bateman, 2014). Die Zielsetzung ist Teil des Behandlungsplans und sollten individuell formuliert werden. Folgende Zielesetzungen können wie in den folgenden Überschriften gesetzt werden:

- Motivierte Mitarbeit in der Therapie
- Rückgang der Auto- oder Fremdaggression oder Suizidalität
- Abbau psychiatrischer Symptome wie z.B Depression oder Angststörungen
- Verbesserung der Integration in die Gesellschaft (vgl. Bolm, MBT in der (teil-) stationären Psychotherapie, 2017)

Zusammengefasst ist das Ziel der Mentalisierungsbasierte Therapie (MBT) grundlegende Fähigkeiten des Mentalisierens in den Patienten zu erwecken, die sich im Prozess des weiteren Lernens verstärken und zu einer Verbesserung der Mentalisierungsfähigkeit führen. Der Anstoß dieses Denkprozesses soll weitere anstöße für die Hintergründe der Eigen- sowie der Fremdemotionen schaffen und so eine stetige Entwicklung der Mentalisierungsfähigkeit anregen. Zusätzlich soll der Umgang mit Eigenund Fremdemotionen erleichtert werden (vgl. Bateman, 2011). So können aus diesen Fähigkeiten neue Problemlösestrategien entstehen, die soziale Interaktionen kann vereinfacht und das interpersonelle Verhalten kann verbessert werden. Im stationären Therapie finden diese Grundprinzipien der MBT Anwendung und werden durch klinikinterne Module ergänzt und erweitert.

[...]

Ende der Leseprobe aus 15 Seiten

Details

Titel
Mentalisierungsbasierte Therapie und Borderline-Persönlichkeitsstörung. Definition und Vorgehen
Hochschule
HAWK Hochschule für angewandte Wissenschaft und Kunst - Fachhochschule Hildesheim, Holzminden, Göttingen
Note
1,3
Jahr
2020
Seiten
15
Katalognummer
V984142
ISBN (eBook)
9783346341426
ISBN (Buch)
9783346341433
Sprache
Deutsch
Schlagworte
mentalisierungsbasierte, therapie, borderline-persönlichkeitsstörung, definition, vorgehen
Arbeit zitieren
Anonym, 2020, Mentalisierungsbasierte Therapie und Borderline-Persönlichkeitsstörung. Definition und Vorgehen, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/984142

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