In der folgenden Facharbeit setzt sich der Autor kritisch mit neu entstandenen Renationalisierungstendenzen auseinander und beleuchtet, an welchem Punkten eine eventuelle Gefahr hinsichtlich des Bestehens einer europäischen Einheit besteht.
Als konkretes Beispiel geht er auf die Gründe der Wählerwanderung ein, hin zu Parteien, wie der Alternative für Deutschland oder dem Front National, welchen den Euroskeptizismus in ihren politischen Vordergrund stellen.
Rund um das Brexit-Referendum, die Unabhängigkeitsbestrebungen Kataloniens und die separatistischen Bewegungen in Schottland steigt die Sorge einer Renationalisierung der Europäischen Union. Europakritische Parteien sind auf dem Vormarsch und der Wunsch von EU-Bürgern nach eigenständiger sozialer Identifikation ist stärker denn je.
Jedoch dürfe man, so Joschka Fischer, diesen Wandel nicht ohne Weiteres zulassen und müsse Angela Merkels Aussagen bezüglich der Übernahme von Eigenverantwortung in Krisenzeiten überdenken, um einem totalen Auseinanderfall der EU vorzubeugen.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Allgemeiner Überblick
2.1. Was bedeutet Renationalisierung?
2.2. Prozesse
2.3. Argumente der Akteure
3. Renationalisierungs- Bestrebungen rechter Parteien
3.2. Beispiel Frankreich
4. Denkbare Folgen
Zielsetzung & Themen
Die Facharbeit untersucht kritisch die zunehmenden Renationalisierungstendenzen innerhalb der Europäischen Union und analysiert, inwieweit diese eine Gefahr für den Fortbestand der europäischen Einheit darstellen. Dabei wird insbesondere beleuchtet, welche Faktoren die Wählerwanderung zu rechtspopulistischen Parteien begünstigen und welche ökonomischen sowie politischen Konsequenzen ein solches Bestreben hätte.
- Definition und Prozesse von Renationalisierungsbestrebungen
- Argumentationsmuster rechtspopulistischer Akteure in Europa
- Analyse der Wählerwanderung am Beispiel rechter Parteien
- Fallstudie: Der Erfolg des Front National in Frankreich
- Ökonomische und politische Auswirkungen einer potenziellen EU-Auflösung
Auszug aus dem Buch
2.1. Was bedeutet Renationalisierung?
Renationalisierung steht allgemein für eine Rückführung von bereits europäischen Kompetenzen auf die Ebene des Mitgliedstaats. Das jeweilige europäische Land will sich wieder vorrangig nationalen Interessen zuwenden und sich auf inländische Probleme konzentrieren. Damit geht oft die Aufhebung von Rechten aber auch Pflichten einher, woraus eine Rückübertragung von Zuständigkeiten hervorgeht. Zum einen wird dadurch die, mit den Maastrichter, Amsterdamer, Nizza und Lissaboner Verträgen abgegebene, politische Souveränität teilweise zurückerlangt und zum anderenwerden sich renationalisierende Staaten sowohl vor große Aufgaben als auch große Probleme gestellt. Denn Renationalisierung bedeutet ebenso mit dem Verzicht auf Freiheiten, wie die des Binnenmarktes, hantieren zu können, beziehungsweise Nachteile sowie Unbequemlichkeiten in Kauf zu nehmen. Außerdem entwickeln sich mit der Lossagung von der EU, wie im Falle des britischen Austritts aus der Europäischen Union, eine zunehmend größere gesellschaftliche Spaltungen.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Die Arbeit führt in die Problematik der wachsenden Europakritik und den Wunsch nach nationaler Identifikation vor dem Hintergrund des Brexits ein.
2. Allgemeiner Überblick: Hier wird der Begriff der Renationalisierung definiert, die theoretischen Wege der Umsetzung erläutert und die Argumentationsgrundlagen der beteiligten Akteure kritisch hinterfragt.
3. Renationalisierungs- Bestrebungen rechter Parteien: Dieses Kapitel behandelt die Forderungen rechtspopulistischer Parteien nach Souveränität und analysiert die Ursachen für die Wählerwanderung sowie das Erstarken dieser Parteien.
3.2. Beispiel Frankreich: Der Erfolg des Front National wird hier anhand der nationalen Krisensituation und des zunehmenden Populismus in Frankreich konkretisiert.
4. Denkbare Folgen: Die Ausführungen skizzieren die wirtschaftlichen und politischen Gefahren, die eine Abkehr von der EU-Integration für die europäischen Staaten und den Frieden in der Region hätten.
Schlüsselwörter
Renationalisierung, Europäische Union, Rechtspopulismus, Souveränität, Europakritik, Nationalstaat, Identität, Wählerwanderung, Front National, Binnenmarkt, Demokratiedefizit, Wirtschaft, Integration, Brexit, EU-Kommission
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Facharbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit dem Phänomen der Renationalisierung in Europa und untersucht, ob dieser Trend eine Bedrohung für das Fortbestehen und die Einheit der Europäischen Union darstellt.
Welche thematischen Schwerpunkte werden behandelt?
Zentrale Themen sind die Definition von Renationalisierung, die Argumente rechtspopulistischer Parteien, die Analyse von Wählerwanderungen in Europa sowie die Folgen eines möglichen Austritts oder einer Kompetenzrückverlagerung auf die Nationalstaaten.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Ziel ist es, die Gründe für das Erstarken rechtspopulistischer Parteien zu identifizieren und die Gefahr zu bewerten, die von einer Abkehr europäischer Staaten von der EU-Integration ausgeht.
Welche methodische Vorgehensweise liegt der Arbeit zugrunde?
Die Arbeit basiert auf einer Literatur- und Quellenanalyse, die aktuelle politische Entwicklungen wie den Brexit, die Flüchtlingskrise und Wahlergebnisse rechtspopulistischer Parteien kritisch reflektiert.
Was steht im inhaltlichen Hauptteil im Fokus?
Im Hauptteil werden sowohl theoretische Ansätze zur Renationalisierung als auch konkrete Fallbeispiele, wie die Rolle des Front National in Frankreich und die allgemeine Stimmung gegenüber der EU, detailliert beschrieben.
Durch welche Schlüsselbegriffe ist die Arbeit geprägt?
Die Arbeit ist insbesondere durch Begriffe wie Europakritik, nationale Souveränität, Rechtspopulismus, Renationalisierung und den Verlust an europäischer Identität charakterisiert.
Warum wird Frankreich als konkretes Beispiel für den Erfolg rechter Parteien herangezogen?
Frankreich dient als Fallbeispiel, da der Front National dort eine signifikante politische Kraft darstellt, die durch soziale Missstände und ein verbreitetes Misstrauen gegenüber dem politischen System erfolgreich mobilisieren konnte.
Welche negativen Folgen sieht die Autorin bei einer Renationalisierung der EU?
Neben den ökonomischen Nachteilen, wie dem Verlust des Binnenmarktes und Exportverlusten, warnt die Autorin vor einer Gefährdung des europäischen Friedens und einer zunehmenden sozialen sowie politischen Spaltung der Gesellschaften.
- Citation du texte
- Maria Christoph (Auteur), 2017, Renationalisierungstendenzen in der EU. Eine Gefahr für die Europäische Union?, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/984466