Diese Arbeit mit dem Titel "Intrapreneurship - Ein Garant für Innovationen und Burnout" untersucht die Zustimmung sowie die Kritik am Intrapreneurship. Arbeits- und Organisationsstrukturen kapitalistischer Unternehmen machen es nötig, sich mit einer neuen Kategorie des Unternehmertums zu befassen: dem Intrapreneurship. IntrapreneurInnen gelten unter vielen WirtschaftswissenschaftlerInnen und Unternehmen als Garant für die Entwicklung von betriebsinternen Innovationen. Hinter dieser Wortneuschöpfung verstecken sich nämlich UnternehmerInnen, die, anders als im klassischen Sinne, nicht ihr eigenes Produkt bzw. Unternehmen fördern, sondern selbst Angestellte sind. Und um genau diese Unterkategorie des Unternehmertums wird es in dieser Arbeit gehen.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Begriffserklärung
2.1 Entrepreneur(-ship)
2.2 Intrapreneur(-ship)
3. Zustimmung am Intrapreneurship
3.1 Intrapreneurship als Innovationsmotor und Wachstumsgarant
3.2 Intrapreneurship als Teil organisierten Lernens
4. Kritik am Intrapreneurship
4.1 Struktureller Egoismus
4.2 Burnout
4.2.1 Begriffserklärung
4.2.2 Burnout am Arbeitsplatz
4.3 IntrapreneurIn aus Not
5. Fazit
Zielsetzung & Themen
Diese Arbeit untersucht das Konzept des Intrapreneurships in kapitalistischen Unternehmen, wobei sie kritisch hinterfragt, inwiefern die angestrebte unternehmerische Freiheit innerhalb von Angestelltenverhältnissen nicht nur Innovationen fördert, sondern auch ein hohes Burnout-Risiko birgt.
- Definition und theoretische Grundlagen von Entrepreneurship und Intrapreneurship.
- Die Rolle des Intrapreneurships als Motor für Innovation und organisatorisches Lernen.
- Soziologische Kritik an der "Verunternehmerung" und dem daraus resultierenden strukturellen Egoismus.
- Burnout als gesundheitliche Konsequenz im Kontext moderner Arbeitsanforderungen.
- Die Fragwürdigkeit der Freiwilligkeit und Selbstbestimmung bei IntrapreneurInnen.
Auszug aus dem Buch
4.2.2 Burnout am Arbeitsplatz
Positive Burnout-Diagnosen sind in den letzten beiden Jahrzehnten deutlich angestiegen. Dies liegt nicht allein daran, dass in dieser Zeit „Burnout“ deutlich bekannter geworden und als Modebegriff verkommen ist, sondern auch an tatsächlichen Veränderungen am Arbeitsplatz. Diese sind „meist ein kaltes, abweichendes, forderndes Umfeld, sowohl in wirtschaftlicher als auch in psychologischer Hinsicht. Die Menschen werden zynisch, bleiben auf Distanz, versuchen, sich nicht zu sehr einzulassen“ (Maslach, Leiter 2001: 1). Dabei haben sich die Arbeitsbedingungen doch eigentlich seit Beginn der industriellen Revolution kontinuierlich verbessert. Vorbei sind die Zeiten in denen man(n) täglich zwölf oder mehr Stunden unter schweißtreibenden Bedingungen in den großen Fabriken eines Bourgeois arbeitet. Und keine Frage, harte körperlich mühsame Arbeit ist immer noch nicht wegzudenken. Allerdings sind immer mehr Menschen im tertiären Sektoren angestellt – und ausgerechnet hier ist die Gefahr eines Burnouts besonders hoch (vgl. ebd. 1f.). Wie bereits Freudenberger 1974 erkannte, sind dabei vor allem Personen in sozialen und pflegenden Berufen betroffen. Jedoch leiden auch viele Personen in Managementpositionen darunter. Denn diese Berufsgruppen sind gar nicht so unterschiedlich.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Einführung in das Thema Intrapreneurship als Antwort auf den globalen Wettbewerbsdruck und Vorstellung der zentralen Fragestellung bezüglich der Auswirkungen auf das Individuum.
2. Begriffserklärung: Erläuterung der terminologischen Wurzeln von Entrepreneurship und der Neuschöpfung Intrapreneurship im unternehmerischen Kontext.
3. Zustimmung am Intrapreneurship: Darstellung der Vorteile des Modells, insbesondere als Treiber für Innovation, Wachstum und als Instrument für organisatorisches Lernen.
4. Kritik am Intrapreneurship: Kritische Auseinandersetzung mit den Schattenseiten, namentlich der Förderung von strukturellem Egoismus, dem Phänomen Burnout und dem Druck auf Angestellte.
5. Fazit: Zusammenfassende Betrachtung, die trotz der Innovationskraft vor den Gefahren einer entgrenzten Arbeit und der Simulation von Freiheit im Intrapreneur-Modell warnt.
Schlüsselwörter
Intrapreneurship, Entrepreneurship, Innovation, Kapitalismus, Arbeit, Burnout, Selbstoptimierung, Struktureller Egoismus, Leistung, Wettbewerb, Management, Subjektivierung, Arbeitswelt, Erschöpfung, Organisationsstruktur.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit analysiert das Konzept des Intrapreneurships, also die Ausübung unternehmerischer Funktionen durch angestellte Mitarbeiter, und beleuchtet dabei kritisch die Ambivalenz zwischen Innovationsförderung und gesundheitlicher Belastung.
Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?
Die zentralen Themen sind Innovationsmanagement, soziologische Aspekte der modernen Arbeitswelt, die Folgen von Leistungsdruck und die psychische Gesundheit von Angestellten in unternehmerischen Rollen.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das Ziel ist es, die oft einseitig positiv dargestellte wirtschaftswissenschaftliche Sicht auf Intrapreneurship durch eine kritische soziologische Perspektive zu ergänzen und die Risiken für die Beschäftigten aufzuzeigen.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit basiert primär auf einer Literaturanalyse, die soziologische Theorien, insbesondere von Ulrich Bröckling und Christoph Deutschmann, mit wirtschaftswissenschaftlichen Konzepten verknüpft.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Im Hauptteil werden zunächst die Begrifflichkeiten geklärt, dann die theoretischen Vorteile des Modells (Innovation, Lernen) diskutiert und schließlich ausführlich die Kritikpunkte, wie struktureller Egoismus und das Burnout-Risiko, analysiert.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Zu den prägenden Begriffen gehören Intrapreneurship, struktureller Egoismus, Burnout, Innovationsmotor und unternehmerisches Selbst.
Inwiefern beeinflusst das Modell die soziale Interaktion im Unternehmen?
Die Arbeit verdeutlicht, dass das Modell einen internen Wettbewerb fördert, der kollegiales Miteinander untergräbt und durch einen strukturellen Egoismus ersetzt, in dem das eigene Fortkommen eng an den Unternehmenserfolg gekoppelt ist.
Warum wird Intrapreneurship trotz der Kritikpunkte weiterhin praktiziert?
Es hat sich als unverzichtbarer Garant für Innovationen und Wettbewerbsfähigkeit etabliert, der es Unternehmen ermöglicht, in einem globalisierten Markt flexibel zu agieren und Wissensgenerierung effizient zu nutzen.
- Arbeit zitieren
- Anonym (Autor:in), 2020, Intrapreneurship. Ein Garant für Innovationen und Burnout, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/984660