Ziel dieser Arbeit ist das Zusammenspiel von Sozialisation, Sozialer Arbeit und Psychologie im Zusammenhang mit der Entstehung von Krisen über deren Bewältigung bis hin zur Entstehung möglicher Krankheiten darzulegen.
Ein großer Aspekt von der Entstehung und dem Verlauf von Krisen und somit ein großer Teil dieser Arbeit ist die Sozialisation, das Lernen und die damit zusammenhängende Resilienz.
Da Krisen dann entstehen, wenn es an Bewältigungsstrategien fehlt, ist es dem Autor ein Anliegen zu erarbeiten, wie die oben erwähnten Bereiche zum Entstehen einer Krise maßgeblich beteiligt sind und wie diese zur Krisenbewältigung dienen können.
Belastende Situationen sind individuell und somit von Mensch zu Mensch verschieden. So wird die gleiche Situation von Mensch zu Mensch unterschiedlich wahrgenommen, wodurch dieses Ereignis bei den Betroffenen unterschiedliche Reaktionen hervor ruft. Die einen schlittern in eine Krise und für andere hingegen ist dasselbe erlebte Ereignis weitgehendst ohne Bedeutung.
Ein wichtiger Aspekt zum Bewältigen einer Krise sind die Ressourcen, die stark mit der Sozialisation und dem "Lernen" verbunden sind und somit zur Resilienz des Subjektes beitragen. Somit sind die vorhandenen Ressourcen ein wichtiger Indikator zur Bewältigung von Krisen. Da es in akut belastenden Situationen durchaus möglich ist, dass Ressourcen zwar vorhanden, aber auf Grund der momentanen psychischen Belastung nicht abrufbar sind, wird bei der Krisenintervention, die Teil der "Sozialen Arbeit", ist viel Wert darauf gelegt, eben diese nicht abrufbaren Ressourcen durch Fragen wieder in das Bewusstsein der KlientInnen zu bekommen.
Ist das nicht möglich, bzw. fehlen die notwendigen Ressourcen, besteht die Möglichkeit, dass sich aufgrund der Umstände Krankheiten wie Belastungsstörungen sowie Depressionen entwickeln können. Sobald vorhandene Symptome auf eine Krankheit hinweisen, ist die Weiterleitung der KlientInnen an dafür zuständige Institutionen und/oder FachärztInnen und TherapeutInnen ratsam.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
2 Begriffserklärung
3 Sozialisationsprozesse in der Subjektwerdung
3.1 Sozialisation durch Lernen
3.1.1 Klassische Konditionierung (Pawlow)
3.1.2 Operante Konditionierung (Skinner)
3.1.3 Lernen am Modell (Banduras)
3.2 Sozialisationsprozess mit der Umwelt
4 Resilienz
5 Krisen, deren Entstehen und Bewältigung
5.1 Phasenmodel der Krisen
5.2 Was Krisen sind und wie sie entstehen
5.3 Ressourcen
5.4 Krisenbewältigung, Krisenintervention
6 Wenn Krise zur Krankheit wird
6.1 Akute Belastungsstörung F43.0
6.2 Posttraumatische Belastungsstörung F43.1
6.3 Dissoziation
6.4 Depression
7 Fallbeispiel
7.1 Fallbeschreibung
7.2 Anamnese der ErsthelferInnen
7.3 Fallbearbeitung
8 Resümee und Ausblick
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit untersucht das Zusammenspiel von Sozialisation, Sozialer Arbeit und Psychologie, um zu verstehen, wie aus einer krisenhaften Situation eine psychische Krankheit entstehen kann und welche Rolle die individuelle Resilienz dabei spielt.
- Sozialisationsprozesse und ihre Bedeutung für die Persönlichkeitsentwicklung
- Die Rolle der Resilienz bei der Bewältigung belastender Lebensereignisse
- Definition, Entstehung und Phasenmodelle von Krisen
- Interventionskonzepte in der Sozialen Arbeit
- Abgrenzung von Krisen zu Traumafolgestörungen wie PTBS oder Depression
Auszug aus dem Buch
5.1 Phasenmodel der Krisen
1. Die Entstehung, von Angst und Spannung wenn eine Situation als Bedrohung wahrgenommen wird. In dieser Phase werden bereits erlernte Problemlösungsstrategien abgerufen.
2. Das Auftreten von Gefühlen, wie z.B. Hilflosigkeit da die erlernten Lösungskompetenzen nicht die Wirkung zeigen.
3. Die Mobilisierung verfügbarer Kraftreserven, hervorgerufen durch die immer größere Spannung, als Bewältigungsmechanismen für "Notfälle". In dieser Phase werden neue Methoden probiert, die entweder zum Bewältigen der Krise oder im Gegenteil zu Resignation führen und weitere Lösungsversuche aufgegeben werden.
4. Der Zusammenbruch, geschieht dann, wenn es keine Aussicht auf Erfolg gibt. Die Situation kann selbst nicht gelöst werden, es ist niemand vorhanden, der helfen könnte und man das Gefühl hat in der Situation für immer gefangen zu sein. Diese Phase begünstigt das Entstehen von Belastungsstörungen und Depression bis hin zur Aufgabe und Suizidalität als einziger erkannter Ausweg.
5. Die Bearbeitung (Blick nach Hinten), wenn man es wie auch immer aus der Situation geschafft hat. Reflexion und Aufbereitung. Wie kam es zu der Situation bzw. was hat den Betroffenen in der Situation belastet, was hat geholfen, welche Ressourcen waren vorhanden oder wären nötig gewesen.
6. Die Neuanpassung (Blick nach Vorne). Welche Möglichkeiten ergeben sich jetzt, welche neuen Chancen eröffnen sich (vgl. Lindner 2009, S.22f).
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Der Autor erläutert die Motivation für diese Arbeit, die aus der sozialpädagogischen Betreuung eines Jugendlichen und dem Wunsch nach einer fundierten Auseinandersetzung mit dem Thema Krisenintervention resultiert.
2 Begriffserklärung: In diesem Kapitel werden zentrale Termini wie KlientInnen, Krise, Resilienz und verschiedene psychische Störungen definiert, um eine gemeinsame Basis für die weiteren Ausführungen zu schaffen.
3 Sozialisationsprozesse in der Subjektwerdung: Das Kapitel analysiert, wie die Entwicklung der Persönlichkeit durch Lernprozesse und Umwelteinflüsse geprägt wird.
4 Resilienz: Hier wird beschrieben, dass Widerstandsfähigkeit gegen Belastungen erlernt wird und wie Schutzfaktoren zur Bewältigung von Krisen beitragen.
5 Krisen, deren Entstehen und Bewältigung: Dieses Kapitel behandelt Phasenmodelle von Krisen, differenziert zwischen verschiedenen Krisenarten und stellt Ressourcen sowie Interventionsmöglichkeiten dar.
6 Wenn Krise zur Krankheit wird: Es wird erörtert, unter welchen Bedingungen Krisen in Traumafolgestörungen wie die akute Belastungsstörung, PTBS oder Depression münden können.
7 Fallbeispiel: Anhand von drei fiktiven Personen wird illustriert, wie unterschiedliche Sozialisationshintergründe zu variierenden Bewältigungsstrategien in einer Verkehrsunfallsituation führen.
8 Resümee und Ausblick: Der Autor fasst die Ergebnisse zusammen und betont die Notwendigkeit von Vernetzung sowie fachlichem und persönlichem Wissen für ProfessionistInnen in der Krisenintervention.
Schlüsselwörter
Krise, Krisenintervention, Sozialisation, Resilienz, Soziale Arbeit, Psychologie, Traumafolgestörungen, Posttraumatische Belastungsstörung, Akute Belastungsstörung, Ressourcen, Subjektwerdung, Lernmodelle, Fallbeispiel, Krisenbewältigung, Prävention
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit beleuchtet das Zusammenspiel von Sozialisation, Sozialer Arbeit und Psychologie im Kontext von Krisen, deren Bewältigung und der potenziellen Entwicklung zu psychischen Krankheiten.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die zentralen Felder umfassen Sozialisationstheorien, Resilienzforschung, Phasenmodelle der Krisenentwicklung sowie moderne Ansätze der Krisenintervention.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das Ziel ist es darzulegen, wie Menschen aus unterschiedlichen sozialen Kontexten Krisen bewältigen und ab wann eine Krise das Potenzial hat, sich zu einer behandlungsbedürftigen psychischen Störung zu entwickeln.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Der Autor stützt sich auf eine theoretische Analyse von Fachliteratur und veranschaulicht die gewonnenen Erkenntnisse durch ein fiktives Fallbeispiel zur Subjektivität von Krisen.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die Erläuterung der Sozialisationsprozesse, die Rolle der Resilienz, eine detaillierte Krisendefinition und das Vorgehen bei akuten Belastungsreaktionen sowie deren krankheitswertige Ausformungen.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Krise, Krisenintervention, Resilienz, Sozialisation, Traumafolgestörungen und Ressourcenmanagement sind die zentralen Begriffe der Arbeit.
Was zeichnet das im Buch verwendete BELLA-Modell aus?
Das BELLA-Modell nach Sonneck ist ein leicht verständliches und gut erinnerbares Interventionskonzept für die Praxis, das Schritte wie Beziehungsaufbau, Situationerfassung und Linderung der Symptomatik umfasst.
Wie unterscheidet sich die Reaktion der drei Personen im Fallbeispiel?
Die Reaktion hängt stark von ihren individuellen Ressourcen und der bisherigen Sozialisation ab; während Frau F. durch ihre Erfahrung handlungsfähig bleibt, zeigen Herr H. und Frau M. krisenhafte Überforderung und benötigen professionelle externe Hilfe.
- Citation du texte
- MST Christian Haas (Auteur), 2020, Krisen bewältigen oder krank werden, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/984661