In der vorliegenden Arbeit wird der Zusammenhang zwischen dem Geschlecht und rechtsextremen Einstellungen untersucht. Die bestehende Literatur ist durch uneinheitliche Ergebnisse gekennzeichnet. Es wird im Folgenden eine Erhebung mittels des Fragebogens zur rechtsextremen Einstellung – Leipziger Form (FR-LF) vorgestellt, die Geschlechterunterschiede in der Zustimmung zu rechtsextremen Aussagen feststellt. Die Untersuchung kann trotz einiger objektivitäts- und reliabilitätsmindernder Faktoren als valides, ökonomisches und faires Instrument gelten, das von hoher Praxisrelevanz zeugt.
Rechtsextremismus ist ein mehrdimensionales Konstrukt, welches seit rund 90 Jahren ein prosperierendes und breitgefächertes Forschungsfeld darstellt. Neben theoretisch orientierten Untersuchungen werden deutschlandweit in jüngerer Zeit vermehrt Studien zu einzelnen Phänomenen, wie Geschlechts-, Bildungs- oder Alterseffekten sowie Ost-/West-Unterschieden durchgeführt. Einflussfaktoren wie diese müssen verstanden werden, um der Entstehung rechtsextremer Einstellungen politisch begegnen und entgegenwirken zu können.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Theoretischer Hintergrund zum Thema
2.1. Stand der Forschung
2.2. Fragestellung
3. Methode
3.1. Untersuchungsdesign / Methodisches Vorgehen
3.2. Beschreibung der Stichprobe
3.3. Vorgehen bei der Auswertung
4. Darstellung der Ergebnisse
5. Diskussion
5.1. Diskussion und Interpretation der Ergebnisse
5.2. Diskussion der eigenen methodischen Vorgehensweise
5.3. Schlussfolgerung
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht den Zusammenhang zwischen dem Geschlecht und rechtsextremen Einstellungen. Ziel ist es, durch eine empirische Erhebung mittels des Fragebogens zur rechtsextremen Einstellung (FR-LF) geschlechtsbedingte Unterschiede in der Zustimmung zu rechtsextremen Aussagen deskriptiv zu analysieren und einzuordnen.
- Forschung zur rechtsextremen Einstellung in Deutschland
- Analyse von Geschlechterunterschieden im Rechtsextremismus
- Anwendung des Fragebogens zur rechtsextremen Einstellung – Leipziger Form (FR-LF)
- Methodische Gütekriterien und deskriptive Ergebnisdarstellung
- Diskussion der empirischen Ergebnisse im Kontext aktueller Studien
Auszug aus dem Buch
3.1. Untersuchungsdesign / Methodisches Vorgehen
Wie oben bereits erwähnt, wurde in der vorliegenden Erhebung der „Fragebogen zur rechtsextremen Einstellung – Leipziger Form (FR-LF)“ verwendet. Dieser ist das Ergebnis einer 2001 abgehaltenen Konsensuskonferenz und wurde daraufhin in einem Zwei-Jahres-Takt im Rahmen der „Mitte“-Studien eingesetzt und erprobt. Der FR-LF ist ein psychometrischer Persönlichkeitstest zur Einstellungsmessung. Das mehrdimensionale Rechtsextremismus Konstrukt ist in sechs Dimensionen mit je drei Items aufgegliedert – der Fragebogen verfügt somit über 18 Items.
Die Extrempole der Skala können als „keine Zustimmung zu autoritären Aussagen“ und „volle Zustimmung zu autoritären Aussagen“ bzw. „manifest rechtsextremes Weltbild definiert“ werden. Die Datenerfassung findet unimodal und einstufig statt. Der FR-LF kann in Druckform im Paper&Pencil-Design beantwortet oder in digitaler Form dargeboten werden. Letzteres wird für die vorliegende Arbeit gewählt (Portal „Google Forms“), um eine breitere Stichprobe zu erreichen und mittels technischer Möglichkeiten fehlende oder doppelte Antworten zu vermeiden. Die Probanden werden via sozialen Medien („Facebook“ und „WhatsApp“) gebeten, an einer Studie zu rechtsextremen Einstellungsmustern teilzunehmen.
Der Leipziger Fragebogen zu rechtsextremen Einstellung verfügt über geschlossene Fragen und ein gebundenes Itemformat (fünfstufige Ratingskala). Die unipolaren Items besitzen Antwortmöglichkeiten von „lehne völlig ab“, „lehne überwiegend ab", „stimme teils zu/teils nicht zu“, „stimme überwiegend zu“ bis „stimme voll und ganz zu“. Die ungerade Itemanzahl bietet eine mittlere Kategorie und birgt die Gefahr der Uneindeutigkeit der Aussagen. Die Antworten sind in eine Schlüsselrichtung gepolt und entsprechen dem Ausmaß der Zustimmung zu rechtsextremen Aussagen.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Dieses Kapitel führt in die Tradition der Rechtsextremismusforschung ein, erläutert die gesellschaftliche Relevanz anhand aktueller Kriminalstatistiken und begründet die Fokussierung auf geschlechtsspezifische Unterschiede.
2. Theoretischer Hintergrund zum Thema: Hier wird der Rechtsextremismusbegriff definiert und der aktuelle Forschungsstand zur Geschlechterspezifik zusammengefasst, wobei die Heterogenität bisheriger Ergebnisse hervorgehoben wird.
3. Methode: Das Kapitel beschreibt das Design der Untersuchung, den Aufbau des verwendeten FR-LF-Fragebogens, die Zusammensetzung der Stichprobe sowie das statistische Vorgehen bei der Auswertung.
4. Darstellung der Ergebnisse: Die erhobenen Daten werden hier anhand von Tabellen und Balkendiagrammen präsentiert, wobei die Zustimmungswerte zu den verschiedenen Dimensionen des Rechtsextremismus nach Geschlechtern aufgeschlüsselt werden.
5. Diskussion: In diesem Kapitel werden die Ergebnisse interpretiert, das methodische Vorgehen kritisch reflektiert und abschließend ein Resümee hinsichtlich der Forschungsfrage sowie der Validität des Instruments gezogen.
Schlüsselwörter
Rechtsextremismus, Geschlechterunterschiede, FR-LF, Leipziger Form, Einstellungsmuster, Autoritarismus, Sozialdarwinismus, Antisemitismus, Chauvinismus, Fragebogen, empirische Forschung, Geschlechtsspezifik, rechtsextreme Einstellungen, Deutschland, psychometrische Testverfahren.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit untersucht die geschlechtsbedingten Unterschiede bei rechtsextremen Einstellungen unter Verwendung eines standardisierten Fragebogens.
Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?
Die Schwerpunkte liegen auf der Messung rechtsextremer Einstellungsmuster, wie etwa Ausländerfeindlichkeit, Antisemitismus und der Befürwortung rechtsautoritärer Strukturen.
Was ist das primäre Ziel der Forschung?
Es soll empirisch geklärt werden, ob und in welchem Ausmaß sich Männer und Frauen in ihrer Zustimmung zu rechtsextremen Aussagen unterscheiden.
Welche wissenschaftliche Methode wurde verwendet?
Es wurde eine quantitative Online-Befragung mittels des „Fragebogens zur rechtsextremen Einstellung – Leipziger Form“ durchgeführt und mittels Chi-Quadrat-Test ausgewertet.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil umfasst die theoretische Fundierung, die methodische Darlegung der Testdurchführung, die deskriptive Ergebnisanalyse sowie die kritische Diskussion der Befunde.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit lässt sich primär durch Begriffe wie Rechtsextremismus, Geschlechterunterschiede, Einstellungen und empirische Diagnostik beschreiben.
Warum wurde der FR-LF als Instrument gewählt?
Der FR-LF wurde gewählt, weil er ein psychometrisch erprobtes, ökonomisches und in der Forschung breit etabliertes Instrument zur Erfassung des mehrdimensionalen Konstrukts „Rechtsextremismus“ darstellt.
Welche Schlussfolgerung zieht die Autorin?
Die Ergebnisse stützen die Annahme, dass Männer rechtsextremen Einstellungen eher zustimmen als Frauen, weisen jedoch gleichzeitig auf den Bedarf an methodischer Weiterentwicklung in künftigen Studien hin.
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- Constanze Eberl (Author), 2019, Geschlechterunterschiede in rechtsextremen Einstellungen, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/985013