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Die Borderline-Persönlichkeitsorganisation und deren Therapie durch die Übertragungsfokussierte Psychotherapie.

Titel: Die Borderline-Persönlichkeitsorganisation und deren Therapie durch die Übertragungsfokussierte Psychotherapie.

Hausarbeit , 2017 , 23 Seiten , Note: 1,0

Autor:in: Michael Rauch (Autor:in)

Psychologie - Beratung und Therapie
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Die vorliegende Hausarbeit unternimmt den Versuch, die von Otto Kernberg konzeptualisierte Borderline-Persönlichkeitsorganisation vorzustellen und in einen Zusammenhang mit der ebenfalls aus Kernbergs Überlegungen
entstandenen psychodynamischen Therapie für Borderline-Patienten, der übertragungsfokussierten Psychotherapie, zu bringen. Dabei soll kein Manual dieser Therapieform wiedergegeben, sondern das Verständnis der therapeutischen Haltung und Interventionstechniken vermittelt werden. Darüber hinaus soll die bedingungslos neutrale Haltung psychodynamisch orientierter Therapieformen an Borderline-Patienten kritisch diskutiert werden.

Otto F. Kernberg gilt als der Entdecker der Borderline Persönlichkeit. Seine Konzeptualisierung der Persönlichkeitsentwicklung hat wesentlich zum Verständnis und der erfolgreichen Behandlung von Menschen mit Borderline-Persönlichkeitsstörung beigetragen. Das Konzept der Borderline Persönlichkeitsorganisation beschreibt in erster Linie eine unzulängliche Reifung der Repräsentanzwelt. Die Übertragungsfokussierte Therapie (Englisch: Transfered Focused Therapy) greift diesen Aspekt direkt auf und setzt auf eine Persönlichkeitsreifung durch die Therapie anstatt auf eine bloße Symptomreduktion. Die nachfolgende Arbeit setzt gewisse Vorkenntnisse über die Beschaffenheit manifester Anteile einer Borderline-Persönlichkeitsstörung voraus, weshalb an dieser Stelle weder auf die Kriterien des DSM 5 noch auf die des ICD-10 zur Vergabe der Borderline Persönlichkeitsstörung eingegangen wird.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1 Einführung

1.1 Die Borderline-Persönlichkeitsstörung

1.2 Die Entwicklung der Persönlichkeitsstruktur

2 Die Borderline-Persönlichkeitsorganisation

2.1 Diagnostik

2.2 Identitätsdiffusion

2.3 Niveau der Abwehrmechanismen

2.4 Realitätsprüfung

3 Die Übertragungsfokussierte Psychotherapie

3.1 Der Therapievertrag

3.2 Implikationen für die therapeutische Haltung

3.3 Containment der Beziehungsangebote

3.4 Effektivität der TFP

4 Diskussion der therapeutischen Haltung

4.1 Schlusswort

Zielsetzung & Themen

Diese Arbeit zielt darauf ab, Otto Kernbergs Konzept der Borderline-Persönlichkeitsorganisation vorzustellen und deren Verknüpfung mit der Übertragungsfokussierten Psychotherapie (TFP) zu erläutern, wobei insbesondere das Verständnis der therapeutischen Haltung und zentraler Interventionstechniken im Fokus steht.

  • Strukturelle Diagnosekriterien nach Kernberg (Identitätsdiffusion, Abwehr, Realitätsprüfung)
  • Methodische Grundlagen der Übertragungsfokussierten Psychotherapie (TFP)
  • Die Rolle der technischen Neutralität und des Containments im therapeutischen Prozess
  • Kritische Diskussion der therapeutischen Haltung im Vergleich zu anderen Therapieansätzen

Auszug aus dem Buch

Niveau der Abwehrmechanismen

Im Kontext der Identitätsdiffusion kommt es zu primitiven Abwehmechanismen, die dem Schutz des Ichs dienen sollen. Diese werden deshalb als primitiv bezeichnet, da sich diese Reaktionen nicht intrapsychisch abspielen sondern andere Personen zur Entfernung von Inhalten aus dem Bewusstsein gebraucht werden (Doering & Vandenhoeck & Ruprecht, 2016). Die zentrale Abwehr der Borderline-Persönlichkeit ist die Spaltung, welche durch verschiedene Mechanismen aufrecht erhalten wird. Die projektive Identifizierung ist einer dieser typischen Hilfsmechanismen, die bei Borderline-Patienten zu beobachten ist. Kernberg beschreibt die Ich-Grenzen dieser Patienten als durchlässig. Der Patient kann sich nicht eindeutig von Objetkrepräsentanzen distanzieren. Darüber hinaus verstärke die Empathie für das innere Objekt die Furcht vor der gleichzeitig auf dieses Objekt projizierten Aggression. Indem der Patient dieses innere Objekt auf ein äußeres Objekte projiziert und dort lokalisiert, versucht der Patient die Kontrolle über das eigene Ich und das internalisierte Objekt zurückzugewinnen.

Gleichzeitig wird der Patient das Projektionsziel direkt angreifen, aus Furcht, selbst angreifbar zu sein (Rohde-Dachser, 2004). In Folge der Projektion werden sich äußere Objekte- sofern sie kein Therapeut sind und sich nicht im Bewusstsein ihrer Gegenübertragung befinden- zu bestimmten Verhaltensweisen provozieren lassen, sich mit projizierten Anteilen identifizieren und dem Patienten die Projektion damit indirekt bestätigen (Kernberg & Selzer, 1993).

Ein weiterer im Dienste der Spaltung stehende Hilfsmechanismus ist die primitive Idealisierung. Dabei wird einem Objekt in lächerlich übersteigerter Form, positive Eigenschaften zu- und jegliche Form von Fehlern abgesprochen (Kernberg & Selzer, 1993). Kernberg sieht dabei vor allem die schützdene Funktion dieses Objekts, die es vor der bösen Umwelt und anderen bösen Objekten einnehmen soll. Dabei verfolgt der Betroffende kein wirkliches Interesse am idealsierten Objekt an sich, sondern versucht lediglich das Gefühl von Sicherheit in einem Objekt zu lokalisieren. (zit. n. Rohde-Dachser, 2004).

Zusammenfassung der Kapitel

1 Einführung: Diese Einleitung führt in das Konzept der Borderline-Persönlichkeitsorganisation nach Otto Kernberg ein und erläutert die Relevanz der Übertragungsfokussierten Psychotherapie (TFP) als therapeutischer Ansatz.

1.1 Die Borderline-Persönlichkeitsstörung: Dieses Unterkapitel gibt einen Überblick über die Epidemiologie, Komorbidität sowie die geschlechtsspezifische Prävalenz des Störungsbildes.

1.2 Die Entwicklung der Persönlichkeitsstruktur: Hier werden die frühkindlichen Beziehungserfahrungen und deren Einfluss auf die psychische Entwicklung sowie die Entstehung von Objektbeziehungen thematisiert.

2 Die Borderline-Persönlichkeitsorganisation: Dieses Kapitel definiert das spezifische Störungsniveau der Borderline-Organisation jenseits rein symptomatischer Klassifikationssysteme.

2.1 Diagnostik: Vorstellung des strukturellen Interviews nach Kernberg als zentrales Instrument zur Differentialdiagnose.

2.2 Identitätsdiffusion: Erläuterung der gestörten Selbst- und Objektintegration, die als Kern der Pathologie verstanden wird.

2.3 Niveau der Abwehrmechanismen: Detaillierte Analyse der primitiven Abwehrmechanismen wie Spaltung, projektive Identifizierung und Idealisierung.

2.4 Realitätsprüfung: Klärung der Fähigkeit zur Realitätsprüfung bei Borderline-Patienten trotz massiver Realitätsverzerrungen im Affekt.

3 Die Übertragungsfokussierte Psychotherapie: Einführung in das psychodynamische Manual der TFP, das auf Persönlichkeitsreifung statt bloßer Symptomreduktion zielt.

3.1 Der Therapievertrag: Erläuterung des Rahmens der Therapie, der vertraglich festgelegt wird, um destruktives Agieren zu begrenzen.

3.2 Implikationen für die therapeutische Haltung: Darstellung der technischen Neutralität als Kernstück der therapeutischen Arbeit in der TFP.

3.3 Containment der Beziehungsangebote: Beschreibung der Fähigkeit des Therapeuten, die Rollenzuweisungen des Patienten auszuhalten und in der Übertragung zu verstehen.

3.4 Effektivität der TFP: Zusammenfassung der wissenschaftlichen Validierung der TFP durch verschiedene Studien.

4 Diskussion der therapeutischen Haltung: Kritische Auseinandersetzung mit der TFP-Haltung im Vergleich zu anderen Therapieformen wie der mentalisierungsbasierten Psychotherapie (MBT) oder der Dialektisch-Behavioralen Therapie (DBT).

4.1 Schlusswort: Zusammenfassende Betrachtung der Daseinsberechtigung der TFP in der ambulanten Behandlung von Borderline-Patienten.

Schlüsselwörter

Borderline-Persönlichkeitsorganisation, Übertragungsfokussierte Psychotherapie, TFP, Otto Kernberg, Identitätsdiffusion, Spaltung, technische Neutralität, Containment, Objektbeziehungstheorie, psychodynamische Psychotherapie, Abwehrmechanismen, Strukturdiagnose, Übertragung, Gegenübertragung, Persönlichkeitsreifung

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der Arbeit grundlegend?

Die Arbeit befasst sich mit der Borderline-Persönlichkeitsorganisation nach Otto Kernberg und deren Behandlung durch die Übertragungsfokussierte Psychotherapie (TFP).

Was sind die zentralen Themenfelder?

Zentrale Themen sind die psychodynamische Ätiologie von Borderline-Störungen, diagnostische Kriterien der Persönlichkeitsorganisation, die Rolle therapeutischer Haltung und die spezifischen Techniken der TFP.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Ziel ist es, das Verständnis für die therapeutische Haltung und Interventionstechniken in der TFP zu vermitteln, ohne dabei ein bloßes Manual zu reproduzieren.

Welche wissenschaftliche Methode liegt der Arbeit zugrunde?

Es handelt sich um eine theoretische Arbeit, die auf Basis psychodynamischer Konzepte sowie der klinischen Literatur zur TFP eine strukturierte Darstellung und Diskussion der therapeutischen Vorgehensweise bietet.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil analysiert die strukturellen Kriterien der Borderline-Persönlichkeitsorganisation, die Techniken der TFP wie den Therapievertrag, das Containment und den Deutungsprozess sowie deren Wirksamkeit.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind Borderline-Persönlichkeitsorganisation, TFP, Identitätsdiffusion, Spaltung, technische Neutralität, Objektbeziehungstheorie und Strukturdiagnose.

Welche Rolle spielt die "technische Neutralität" in der TFP?

Die technische Neutralität bildet den Kern der therapeutischen Haltung; sie ermöglicht es dem Therapeuten, als Container für die gespaltenen Anteile des Patienten zu fungieren, ohne sich in destruktive Interaktionen verstricken zu lassen.

Wie unterscheidet sich die TFP in ihrer Haltung von der DBT?

Während die DBT eine ausbalancierte, annehmende und aktiv Skills-orientierte Haltung zur Symptomreduktion einnimmt, setzt die TFP auf eine neutrale Haltung, um die Persönlichkeitsstruktur durch die Analyse der Übertragung im Hier und Jetzt zu reifen.

Was bedeutet der Begriff "Containment" im Kontext der TFP?

Containment beschreibt die Fähigkeit des Therapeuten, die emotionalen Rollenzuweisungen des Patienten auszuhalten, diese über die eigene Gegenübertragung zu verstehen und schließlich durch Deutungen für den Patienten integrierbar zu machen.

Ende der Leseprobe aus 23 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Die Borderline-Persönlichkeitsorganisation und deren Therapie durch die Übertragungsfokussierte Psychotherapie.
Hochschule
International Psychoanalytic University
Note
1,0
Autor
Michael Rauch (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2017
Seiten
23
Katalognummer
V985263
ISBN (eBook)
9783346343765
ISBN (Buch)
9783346343772
Sprache
Deutsch
Schlagworte
borderline-persönlichkeitsorganisation therapie übertragungsfokussierte psychotherapie
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Michael Rauch (Autor:in), 2017, Die Borderline-Persönlichkeitsorganisation und deren Therapie durch die Übertragungsfokussierte Psychotherapie., München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/985263
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Leseprobe aus  23  Seiten
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