Die zu untersuchende Frage lautet: Inklusion durch einfache Sprache in der politischen Bildung: Inwiefern können neue normalismustheoretische Grenzziehungen und -flexibilisierungen der Leistungsnorm "Kommunikation" im fachdidaktischen Diskurs deutlich werden?
Einleitend wird zunächst auf die Definition des Inklusionsbegriffs in und durch die politische Bildung und die damit einhergehenden Zielsetzungen eingegangen. Aus den Zielsetzungen können Konsequenzen für die Gestaltung von Bildungsmaterial gezogen werden. Der kommunikative Anspruch an die Materialien wird in einer Differenzierung von leichter und einfacher Sprache deutlich und spiegelt den aktuellen fachdidaktischen Diskurs wider. Anschließend können, mit Hilfe der Normalismustheorie nach Jürgen Link (2006), Grenzziehungen und –flexibilisierungen der Normalität von Leitungsansprüchen an die Schülerinnen und Schüler in der inklusiven politischen Bildung anhand des Konzeptes der einfachen Sprache analysiert und an einem Beispiel verdeutlicht werden. Schlussendlich folgt ein Fazit.
Die zentrale Aufgabe der politischen Bildung ist die Befähigung und Stärkung der Bereitschaft von Bürgerinnen und Bürgern, sich am politisch-gesellschaftlichen Leben gestaltend zu beteiligen und teilzuhaben. Die Exklusion jeglicher Gruppen der Gesellschaft aus dem politischen und gesellschaftlichen Leben schwächt und gefährdet die Demokratie und ihre Grundwerte. Das Ziel der politischen Bildung im Rahmen der schulischen und außerschulischen Praxis, zur politischen Mündigkeit beizutragen, gilt dabei für alle Schülerinnen und Schüler, also auch für die mit sonderpädagogischen Förderbedarf. Daher ist Inklusion besonders in der politischen Bildung mitzudenken und umzusetzen, um längerfristige Inklusionsprozesse im öffentlichen Raum zu ermöglichen.
Inhaltsverzeichnis
- Einleitung
- Der Inklusionsbegriff im Rahmen der politischen Bildung
- Inklusion in (gesellschaftlich-)politischer Bildung
- Inklusion durch (gesellschaftlich) politische Bildung
- Konsequenzen für die Gestaltung von Bildungsmaterialien: Das Konzept leichte oder einfache Sprache?
- Das Konzept „Leichte Sprache“
- ,,Einfache Sprache\" als Alternative?
- Grenzziehungen und –flexibilisierungen in der inklusiven politischen Bildung in und durch die Differenzkategorie „Kommunikation”
- Die Normalismustheorie nach Jürgen Link in Bezug zur Inklusion
- Fachdidaktischer Diskurs und die Reihe „Einfach POLITIK“ normalismustheoretisch analysiert
- Fazit
- Quellen
Zielsetzung und Themenschwerpunkte
Diese Arbeit analysiert die Rolle der einfachen Sprache im Kontext der inklusiven politischen Bildung. Der Fokus liegt dabei auf der Frage, inwieweit neue normalismustheoretische Grenzziehungen und -flexibilisierungen der Leistungsnorm „Kommunikation“ im fachdidaktischen Diskurs deutlich werden. Die Arbeit untersucht die Definition des Inklusionsbegriffs in und durch die politische Bildung sowie die daraus resultierenden Konsequenzen für die Gestaltung von Bildungsmaterialien.
- Der Inklusionsbegriff und seine Relevanz für die politische Bildung
- Das Konzept der „einfachen Sprache“ als ein Element der inklusiven politischen Bildung
- Die Bedeutung der Normalismustheorie für die Analyse von Grenzziehungen und -flexibilisierungen
- Der fachdidaktische Diskurs und die Reihe „Einfach POLITIK“ im Kontext der Normalismustheorie
- Die Bedeutung der „Kommunikation“ als Leistungsnorm in der inklusiven politischen Bildung
Zusammenfassung der Kapitel
Die Einleitung erläutert die zentrale Aufgabe der politischen Bildung und die Bedeutung der Inklusion für eine demokratische Gesellschaft. Dabei wird die Frage nach der Gestaltung einer inklusiven politischen Bildung aufgeworfen. Das erste Kapitel beleuchtet den Inklusionsbegriff im Rahmen der politischen Bildung, wobei die Argumente für eine inklusionsorientierte Gesellschaft sowie die Rezeption der UN-Behindertenrechtskonvention im Bildungsbereich beleuchtet werden. Kapitel 2 widmet sich den Konsequenzen für die Gestaltung von Bildungsmaterialien im Kontext der Inklusion und stellt das Konzept der „einfachen Sprache“ als ein Element in der inklusiven politischen Bildungsdebatte vor.
Schlüsselwörter
Inklusion, politische Bildung, einfache Sprache, Normalismustheorie, Grenzziehungen, Flexibilisierung, Leistungsnorm, Kommunikation, Fachdidaktik, Heterogenität, Partizipation, UN-Behindertenrechtskonvention
Häufig gestellte Fragen
Was ist das Ziel der politischen Bildung im Kontext der Inklusion?
Das Ziel ist die Befähigung aller Bürger, auch derer mit sonderpädagogischem Förderbedarf, zur aktiven Teilhabe und Mitgestaltung am politisch-gesellschaftlichen Leben, um die Demokratie zu stärken.
Was ist der Unterschied zwischen „Leichter Sprache“ und „Einfacher Sprache“?
Leichte Sprache folgt einem strengen Regelwerk für Menschen mit Lernschwierigkeiten, während Einfache Sprache weniger strikt ist und sich an ein breiteres Publikum mit geringeren Sprachkenntnissen richtet, ohne dabei kindlich zu wirken.
Welche Rolle spielt die Normalismustheorie nach Jürgen Link in dieser Arbeit?
Die Theorie dient dazu, Grenzziehungen und Flexibilisierungen von Leistungsnormen (wie Kommunikation) zu analysieren und zu untersuchen, was in der inklusiven Bildung als „normal“ angesehen wird.
Was ist die Reihe „Einfach POLITIK“?
Es handelt sich um ein fachdidaktisches Konzept bzw. Materialangebot, das politische Inhalte in einfacher Sprache aufbereitet, um Inklusion in der Bildungspraxis zu ermöglichen.
Warum ist Inklusion für die politische Bildung so wichtig?
Weil die Exklusion von Gruppen aus dem politischen Diskurs die demokratischen Grundwerte gefährdet. Politische Mündigkeit muss ein Ziel für alle Lernenden sein.
- Arbeit zitieren
- Anonym (Autor:in), 2018, Inklusion durch einfache Sprache in der politischen Bildung. Normalismustheoretische Grenzziehungen und -flexibilisierungen im fachdidaktischen Diskurs, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/985285