Wortschatz und Grammatik im Dienste der Kommunikation? –Warum legen psycholinguistische Erkenntnisse über das mentale Lexikon die stärkere Verbindung von Wortschatzarbeit mit grammatikalischen Sinn- und Kontextkonstruktionen nahe und inwiefern sind die daraus resultierenden didaktisch-methodischen Ansätze im Französischlehrwerk im Sek I Bereich für das zweite Lernjahr zu finden?
Die vorliegende Arbeit hat zum Ziel den fachdidaktischen Kurs zur Steigerung der effektiven Wortschatz- und Grammatikarbeit zu beleuchten. Im Zuge einer hinführenden Argumentationslinie werden nachfolgend zunächst die psycholinguistischen Konzepte des mentalen Lexikons in Bezug auf den Fremdsprachenunterricht skizziert. Anschließend werden die daraus folgenden Auswirkungen auf die sprachlichen Mittel Wortschatz und Grammatik im aktuellen fachdidaktischen Kontext im Fach Französisch betrachtet. Unter Berücksichtigung der psycholinguistischen Erkenntnisse werden im aktuellen Diskurs zwei didaktisch-methodische Ansätze von Wörternetzen und korpusbasiertem Lernen hinsichtlich ihrer Prinzipien grob dargestellt, um anschließend ein Lehrwerk exemplarisch dahingehend zu untersuchen, in wie weit diese Ansätze vertreten sind. Letztendlich werden die Ergebnisse in einem Fazit zusammengefasst.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
2 Theoretischer Hintergrund: Wortschatz und Grammatik im mentalen Lexikon
2.1 Modell(e) und Metapher des (mehrsprachigen) mentalen Lexikons
2.2 Speicherung und Aktivierung des Wortschatzes
2.3 Theoretische Erweiterung des mentalen Lexikons und Schlussfolgerungen
3 Ausgangslage: Wortschatz und Grammatik im Französischunterricht in Zeiten der Kompetenzorientierung
4 Didaktisch-methodische Entwicklungenvon Lernstrategien: Wortnetze und korpusbasiertes Lernen
5 ExemplarischeAnalyse eines Lehrwerks zur Verwendung von Wörternetzen und Kollokationen
6 Fazit
7 Literatur
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit untersucht die Integration von Wortschatz und Grammatik im Französischunterricht unter Berücksichtigung psycholinguistischer Erkenntnisse zum mentalen Lexikon, mit dem Ziel, effektivere didaktische Ansätze zu identifizieren und diese exemplarisch an einem gängigen Lehrwerk zu prüfen.
- Grundlagen des mentalen Lexikons beim Fremdsprachenlernen
- Kompetenzorientierung im Französischunterricht der Sekundarstufe I
- Didaktische Methoden wie Wortnetze und korpusbasiertes Lernen
- Kritische Analyse der Umsetzung dieser Strategien in Lehrwerken
Auszug aus dem Buch
2.1 Modell(e) und Metapher des (mehrsprachigen) mentalen Lexikons
In der neueren fremdsprachendidaktischen Diskussion zum individuellen Wortspeicher wird sich auf das psycholinguistische und kognitionswissenschaftliche Modell bzw. der Metapher des ‚mentalen Lexikon‘ bezogen, um der Frage nachzugehen in welcher Weise lexikalische Einheiten vom Lerner gespeichert und aktiviert werden (Aitchison, 1997: 13; Leupold, 2002:262, Venus, 2017:179, Fäcke, 2010:136). In Bezug auf das Modell des mehrsprachigen mentalen Lexikons drängt sich die Frage auf, welche Art der Speicherung und Aktivierung wahrscheinlicher ist - die gemeinsame oder getrennte Speicherung bzw. die parallele oder sprachspezifische Aktivierung (Lutjeharms, 2004:15). Das ‚mentale Lexikon‘ ist der Teil des Langzeitgedächtnisses, in dem die Wörter unserer eigenen und ggf. anderer Sprachen mental repräsentiert sind (Schwarz, 2008:105; Möhle, 1994:39; Kolacki, 2006:3).
Diese Metapher nimmt den linguistischen Begriff des Lexikons auf und „suggeriert, dass der Mensch über eine Art (internes) Wörterbuch verfügt, in dem alle lexikalischen Einträge gesammelt sind und in dem er bei Bedarf an einer bestimmten Stelle ‚nachschlägt‘“ (Raupach, 1994:20). Obwohl ihre Beschreibung der Struktur mentaler Speicherung in Form von einer Vielzahl von Querverbindungen auf andere Lexika der Funktion eines Lexikons nahekommt, ist die Dynamik unseres Gehirns bei der Verarbeitung und Speicherung von lexikalischen Einträgen differenzierter zu betrachten. Die Speicherung von Wörtern ist nicht statisch, weil sie nicht alphabetisch sortiert sind (Neveling, 2004:23), und unauslöschbar zu verstehen, da Vergessensprozesse einsetzen können (Decke-Cornill/Küster, 2010:164; Nieweler, 2017: 184). Die Organisation des mentalen Lexikons ist daher komplexer im Vergleich zu der eines Wörterbuchs und individuell erweiter- und veränderbar (Decke-Cornill/Küster, 2010:164 ).
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die Notwendigkeit einer neuen Sichtweise auf Wortschatz und Grammatik im Fremdsprachenunterricht und führt in die Relevanz psycholinguistischer Konzepte ein.
2 Theoretischer Hintergrund: Wortschatz und Grammatik im mentalen Lexikon: Dieses Kapitel erläutert die Funktionsweise des mentalen Lexikons sowie die Mechanismen der Speicherung und Aktivierung von Vokabular.
3 Ausgangslage: Wortschatz und Grammatik im Französischunterricht in Zeiten der Kompetenzorientierung: Hier wird der Status quo des Sprachunterrichts im Kontext aktueller Bildungsstandards und der geforderten Kompetenzorientierung analysiert.
4 Didaktisch-methodische Entwicklungenvon Lernstrategien: Wortnetze und korpusbasiertes Lernen: Das Kapitel stellt zwei innovative Ansätze zur effizienten Wortschatzarbeit vor, die eine stärkere Vernetzung sprachlicher Einheiten anstreben.
5 ExemplarischeAnalyse eines Lehrwerks zur Verwendung von Wörternetzen und Kollokationen: Die Untersuchung prüft exemplarisch an einem Lehrwerk, inwieweit moderne didaktische Strategien bereits in die Unterrichtspraxis integriert sind.
6 Fazit: Das Fazit fasst die theoretischen und empirischen Erkenntnisse zusammen und diskutiert den weiteren Entwicklungsbedarf in der Lehrwerkgestaltung.
7 Literatur: Verzeichnis der in der Arbeit zitierten Quellen.
Schlüsselwörter
Mentales Lexikon, Fremdsprachenunterricht, Wortschatz, Grammatik, Kompetenzorientierung, Wortnetze, korpusbasiertes Lernen, Découvertes, Sprachproduktion, Lernstrategien, Psycholinguistik, Kollokationen, Konstruktionen, Sprachbewusstheit, Didaktik.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit der integrativen Vermittlung von Wortschatz und Grammatik im Französischunterricht auf Basis psycholinguistischer Erkenntnisse zum mentalen Lexikon.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die zentralen Felder sind die Funktionsweise des mentalen Lexikons, aktuelle Anforderungen der Kompetenzorientierung sowie moderne didaktische Methoden zur Wortschatzarbeit.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Ziel ist es, den Nutzen von Wortnetzen und korpusbasierten Ansätzen zur Steigerung der Lerneffektivität im Französischunterricht zu beleuchten und deren praktische Umsetzung zu analysieren.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit stützt sich auf eine theoretische Fundierung durch psycholinguistische Literatur und führt eine exemplarische Lehrwerkanalyse durch.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil behandelt theoretische Modelle des Wortspeichers, methodische Entwicklungen wie Wortnetze und Data-Driven-Learning sowie deren Anwendung in Schulbüchern.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Mentales Lexikon, Wortschatzarbeit, Grammatikvermittlung, Kompetenzorientierung, Fremdsprachendidaktik.
Wie schneidet das Lehrwerk Découvertes in der Analyse ab?
Die Analyse zeigt, dass grundlegende Aspekte moderner Ansätze zwar ansatzweise vorhanden sind, eine konsequente Umsetzung zur Förderung komplexer Vernetzungen jedoch noch ausbaufähig bleibt.
Was ist der Mehrwert von Wortnetzen gegenüber traditionellen Wortlisten?
Wortnetze fördern eine tiefere kognitive Verarbeitung und eine individuell erweiterbare Vernetzung, während klassische Listen oft zu einer isolierten und weniger effizienten Speicherung führen.
Warum betont die Arbeit die Bedeutung von Kollokationen?
Kollokationen sind wesentliche Bausteine für eine flüssige Sprachproduktion, da sie Wörter in ihren natürlichen, kontextuellen Zusammenhängen präsentieren.
Was empfiehlt die Autorin für die Unterrichtspraxis?
Es wird empfohlen, über isolierte Vokabellisten hinauszugehen und gezielt Strategien zur mentalen Vernetzung sowie den Einsatz authentischer korpusbasierter Materialien zu fördern.
- Quote paper
- Anonym (Author), 2018, Wortschatz und Grammatik im mentalen Lexikon. Wortnetze und korpusbasiertes Lernen im Lehrwerk Découvertes, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/985292