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Martin Luthers Auffassung vom christlichen Leben aufgezeigt an der Luther Predigt zu Lukas 2,15-20

Title: Martin Luthers Auffassung vom christlichen Leben aufgezeigt an der Luther Predigt zu Lukas 2,15-20

Term Paper , 2020 , 15 Pages , Grade: 1,3

Autor:in: Jessica Meyering (Author)

Theology - Historic Theology, Ecclesiastical History
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Summary Excerpt Details

Luthers Auffassung des christlichen Lebens wird in dieser Arbeit anhand der Predigt zu Lukas 2,15-20 zum zweiten Weihnachtstag interpretiert. Diese Predigt eignet sich dafür gut, da Luther selbst gegen Ende der Predigt sagt, dass durch seine Auslegung der Bibelstelle man "abgemalet ein recht christlich Leben" hat.

Die reformatorische Wende wird auf 1518 datiert, als Luther zu der Einsicht kam, dass die Gerechtigkeit Gottes sich nicht durch Werke erreichen lasse, sondern ein Geschenk aufgrund der Gnade Gottes sei. Das vierfache "Allein" (sola scriptura, sola gratia, sola fide und solus christus) wurde zur Grundlage von Luthers Verständnis des christlichen Glaubens. Ihm wurde bewusst, dass die Kirche reformiert werden müsse, vor allem der Ablasshandel kollidierte mit seiner Auffassung von Christlichkeit. Naiverweise dachte Luther zunächst, dass wenn der Papst von den Missständen wüsste, sie ändern würde. Er verfasste viele Schriften, oftmals als Reaktion auf Schriften seiner Gegner, um seine Ansichten zu artikulieren. So schickte er auch dem Papst seine Schriften, wurde jedoch enttäuscht und fiel bei ihm in Ungnade.

Luther richtete sich aber mit seinem reformatorischen Gedankengut nicht nur an den geistlichen Stand, sondern durch seine Predigten auch an das einfache Volk. Da Luther fest davon überzeugt war, dass der Samen der Reformation im Volk gesät werden müsse. Aus diesem Grund richtete sich Luther als Prediger in verständlichem Deutsch an die Bürger, um einerseits die Missstände der Kirche aufzuzeigen und andererseits die Bürger zu einem rechten Christenleben zu belehren. Hierzu schreibt Schian, dass "die schriftmäßige Belehrung und Erbauung des Volkes in den Hauptstücken des Glaubens das Ziel seiner (Luthers) Predigt bleibt". Luther schaffte es, viele Anhänger für sich zu gewinnen, was letztendlich zu einer Abspaltung der evangelischen Kirche führte.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Hauptteil

2.1 Aufbau und Inhalt der Predigt

2.2 Der Glaube, das Hauptstück christlichen Lebens

2.3 Das zweite Stück: Die Einmütigkeit des Geistes

2.4 Das dritte Stück: Demut

2.5 Das vierte Stück: Die Nächstenliebe und die Selbstverachtung

2.6 Das fünfte Stück: Freude

2.7 Das sechste Stück: Mit der Tat folgen

2.8 Das siebte Stück: Frei bekennen und das Wort öffentlich predigen

2.9 Das achte Stück: Christliche Freiheit

2.10 Das neunte Stück: Gott loben und danken

3. Fazit

Zielsetzung & Themen

Diese Arbeit analysiert Luthers Verständnis eines „rechten christlichen Lebens“ anhand seiner Auslegung der Weihnachtsgeschichte nach Lukas 2,15-20. Ziel ist es, Luthers neun zentrale Charakteristika für ein christliches Leben zu interpretieren und dabei seine kritische Abgrenzung gegenüber der damaligen Papstkirche herauszuarbeiten.

  • Luthers Verständnis von Glaube als zentrales Fundament des christlichen Lebens.
  • Die Abgrenzung zwischen göttlichem und menschlichem Glauben.
  • Die Rolle von guten Werken als Folge des Glaubens statt als Weg zur Erlösung.
  • Die scharfe Kritik Luthers an kirchlichen Praktiken und „Menschenlehren“.
  • Die Identifikation der Gläubigen mit den Hirten als bodenständiges Vorbild.

Auszug aus dem Buch

2.2 Der Glaube, das Hauptstück christlichen Lebens

Das Hauptstück des christlichen Lebens ist nach Luther der Glaube. Der Glaubensbegriff wird vor allem in Luthers populären Schriften „von den Guten Werken“ und „von der Freiheit eines Christenmenschen“ näher definiert. Aus diesen Schriften lässt sich entnehmen, dass für Luther der Glaube sich nur auf Gott allein beziehen muss. Es ist nicht ausreichend einzelne Glaubensansätze zu bejahen, sondern es geht um eine personale Beziehung zu Gott, bei dem die zentralen Begriffe “Vertrauen” und “Zuversicht” im Mittelpunkt stehen. Stegmann fasst Luthers Glaubensverständnis als “ein Handeln Gottes am Menschen, das das ganze Sein und Handeln des nunmehr glaubenden Menschen prägt, als ein den Menschen umfassend bestimmendes existentielles Widerfahrnis” und eben nicht als eine Handlung und Haltung des Menschen zusammen. Dabei kann niemand stellvertretend für anderen Menschen glauben, sondern jeder ist selbst für seinen Glauben verantwortlich.

Aus diesem Grund ist der Glaube auch einer der Hauptthemen der Predigt zum zweiten Weihnachtstag. Die Intention dieser Predigt ist es die Bevölkerung zu einem rechten Glauben zu bewegen, indem sie sich die Hirten als Vorbild nehmen. Darüber hinaus handelt die Predigt von der Unterscheidung des göttlichen Glaubens, welcher der genannte rechte Glaube ist, und des menschlichen Glaubens. Die Bevölkerung kann sich gut mit den Hirten identifizieren, da die Hirten keine Geistlichen oder Angehörigen eines anderen höheren Standes sind, sondern auch einfache Leute. Trotzdem sind sie wichtige Charaktere der Weihnachtsgeschichte. Dabei ist ihr Glaube eine wichtiges Schlüsselelement, denn nach Luther wären sie ohne den Glauben nicht den Worten des Engels gefolgt und nicht nach Bethlehem gegangen. So zeigt Luther hier auch die Notwendigkeit des Glaubens der einfachen Bevölkerungsschicht auf.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Arbeit führt in Luthers reformatorisches Verständnis ein und stellt die zentrale Forschungsfrage nach dem Wesen eines christlichen Lebens auf Basis der Lukas-Predigt.

2. Hauptteil: Dieser Abschnitt analysiert detailliert die von Luther in neun Punkten definierte Struktur eines christlichen Lebens und die damit verbundene Kirchenkritik.

2.1 Aufbau und Inhalt der Predigt: Luther unterteilt die Predigt in neun Charakteristika, die das christliche Leben definieren und die er anhand der Hirten als Vorbild legitimiert.

2.2 Der Glaube, das Hauptstück christlichen Lebens: Der Glaube als vertrauensvolle Beziehung zu Gott bildet das Fundament, das von bloßem „menschlichem Glauben“ an Personen abgegrenzt wird.

2.3 Das zweite Stück: Die Einmütigkeit des Geistes: Der Glaube ermöglicht eine Gemeinschaft, in der die Herzen durch die gemeinsame Ausrichtung auf Gott eins werden.

2.4 Das dritte Stück: Demut: Demut bedeutet für Luther, sich nicht nach dem Großen in der Welt zu sehnen, sondern sich den Geringen und Bedürftigen zuzuwenden.

2.5 Das vierte Stück: Die Nächstenliebe und die Selbstverachtung: Nächstenliebe folgt für Luther automatisch aus dem Glauben und geschieht freiwillig, ohne dass Werke aus Eigennutz oder Zwang verrichtet werden.

2.6 Das fünfte Stück: Freude: Wer den Glauben empfangen hat, empfindet Freude und trägt diese nach außen, wie die Hirten es durch das Weitersagen der Botschaft taten.

2.7 Das sechste Stück: Mit der Tat folgen: Ein christliches Leben manifestiert sich nicht nur in Worten, sondern zeigt sich in konkreten, aus Liebe resultierenden Taten.

2.8 Das siebte Stück: Frei bekennen und das Wort öffentlich predigen: Luther betont die Pflicht jedes Gläubigen, sich öffentlich zum Glauben zu bekennen, ungeachtet des gesellschaftlichen Standes.

2.9 Das achte Stück: Christliche Freiheit: Freiheit im lutherischen Sinne bedeutet, in geistlichen Dingen niemanden untertan zu sein, während man in der irdischen Welt dient.

2.10 Das neunte Stück: Gott loben und danken: Das letzte Stück resümiert, dass Lob und Dank die einzig angemessene Reaktion auf Gottes Gnade sind, anstelle von erzwungenen kirchlichen Werken.

3. Fazit: Die Zusammenfassung unterstreicht Luthers dualistische Sichtweise und seine Verteidigung gegen den Vorwurf der Passivität durch eine Neudefinition guter Werke.

Schlüsselwörter

Martin Luther, christliches Leben, Reformation, Glaube, Nächstenliebe, Lukas-Predigt, Kirchenkritik, Demut, gute Werke, christliche Freiheit, Evangelium, göttlicher Glaube, Reformatorische Wende, Predigtanalyse, Gehorsam.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht das Verständnis von Martin Luther bezüglich dessen, was ein „rechtes christliches Leben“ ausmacht, basierend auf einer spezifischen Predigt zu Lukas 2,15-20.

Welche zentralen Themenfelder stehen im Mittelpunkt der Analyse?

Zentrale Themen sind Luthers Definition des Glaubens, die Unterscheidung zwischen Geistlichem und Weltlichem sowie die Rolle des Individuums gegenüber der kirchlichen Institution.

Was ist das primäre Ziel der Forschungsarbeit?

Das Ziel ist es, die neun von Luther definierten Charakteristika eines christlichen Lebens aus der Predigt herauszuarbeiten und die darin enthaltene Kritik an der Papstkirche zu beleuchten.

Welche wissenschaftliche Methode wird zur Analyse verwendet?

Es handelt sich um eine theologische Textanalyse, bei der Luther eigene Predigtstruktur auf den biblischen Grundlagentext angewandt und in den Kontext seiner weiteren Schriften gestellt wird.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in neun Abschnitte, die jeweils eines der von Luther genannten Stücke des christlichen Lebens (wie Glaube, Demut, Freude, Freiheit) interpretieren und kommentieren.

Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit ist geprägt durch Begriffe wie Glaube, christliche Freiheit, Nächstenliebe, Papstkritik, gute Werke, göttliche Gnade und das Exempel der Hirten.

Warum wählt Luther die Hirten als zentrales Vorbild für seine Zuhörer?

Luther wählt die Hirten, weil sie einfache Menschen aus niedrigem Stand sind. Dies ermöglichte es der breiten Bevölkerung, sich mit ihnen zu identifizieren und Luthers reformatorische Botschaft als für jeden erreichbar zu verstehen.

Wie unterscheidet Luther zwischen göttlichem und menschlichem Glauben?

Der göttliche Glaube bezieht sich allein auf das Wort Gottes, während sich der menschliche Glaube auf die Person stützt, die das Wort verkündet. Für Luther ist nur der Glaube am Wort beständig.

Wie begründet Luther seine Kritik an den „guten Werken“ der damaligen Kirche?

Luther kritisiert, dass viele kirchliche Werke aus falscher Motivation wie Angst oder Selbsterwerb geschehen. Er definiert „gute Werke“ neu als solche, die freiwillig aus dem Glauben fließen und dem Nächsten dienen.

Was ist das Paradoxon der „christlichen Freiheit“ nach Luther?

Das Paradoxon lautet, dass ein Christenmensch ein freier Herr über alle Dinge ist (in geistlichen Belangen), aber gleichzeitig ein dienstbarer Knecht aller Dinge (in der irdischen Natur).

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Details

Title
Martin Luthers Auffassung vom christlichen Leben aufgezeigt an der Luther Predigt zu Lukas 2,15-20
College
University of Wuppertal
Grade
1,3
Author
Jessica Meyering (Author)
Publication Year
2020
Pages
15
Catalog Number
V985317
ISBN (eBook)
9783346324986
ISBN (Book)
9783346324993
Language
German
Tags
Martin Luther Reformation christliche Ethik Ethik Predigt
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Jessica Meyering (Author), 2020, Martin Luthers Auffassung vom christlichen Leben aufgezeigt an der Luther Predigt zu Lukas 2,15-20, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/985317
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