Die Zeit der Präsidialkabinette von 1930 bis 1933 markiert die einsetzende Phase des Untergangs der Weimarer Republik und die Vorbereitung der Nationalsozialsichten Diktatur. Thematisiert wird die Rolle Kurt von Schleichers, inwieweit sein politisches Mitwirken den demokratischen Rahmen der Weimarer Verfassung aushöhlte.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Die politische Rolle von Kurt von Schleicher in der Weimarer Republik
2.1. Aufstieg und Einfluss in der Reichswehr
2.2. Mitgestaltung der Regierungsbildungen
2.3. Die Zeit als Reichskanzler und das Scheitern der Querfront-Strategie
3. Fazit und historische Einordnung
Zielsetzung und Themen der Arbeit
Die vorliegende Arbeit untersucht die politische Rolle von Kurt von Schleicher während der Endphase der Weimarer Republik und analysiert, ob sein Wirken als Retter oder als Zerstörer der demokratischen Ordnung zu bewerten ist. Im Fokus steht dabei sein Einfluss auf die Präsidialkabinette und die Reichswehr.
- Die Aushöhlung parlamentarischer Strukturen durch Präsidialkabinette.
- Die politische Instrumentalisierung der Reichswehr.
- Schleichers Rolle bei der Absetzung von Reichskanzlern.
- Der Versuch einer "Querfront"-Strategie zur Bindung der NSDAP.
- Die historische Bewertung von Schleichers politischem Erbe.
Auszug aus dem Buch
Kurt von Schleicher – erfolgreicher Totengräber oder gescheiterter Retter der Republik?
Die Zeit der Präsidialkabinette von 1930 bis 1933 markiert die einsetzende Phase des Untergangs der Weimarer Republik und die Vorbereitung der Nationalsozialistischen Diktatur. Ihr Charakteristikum war, dass sie anders als die bisherigen Minderheitskabinette in der Weimarer Republik, durch Artikel 48 der Weimarer Reichsverfassung am Parlament kontinuierlich vorbei regierten. Zunehmende Gesetzesbeschlüsse, die nicht über die gesetzgebende Versammlung - dem Reichstag, sondern über sogenannte Notverordnungen eingebracht wurden, weisen ihre Bedeutung zu, für die Aushöhlung der parlamentarischen Verantwortung verantwortlich zu sein und trugen zu einem Ansehensverlust der Demokratie in der Bevölkerung bei.
Ein weiterer Aspekt ist sicherlich zu suchen in der nie wirklich gelungenen Unterordnung der Reichswehr in das demokratische System der Weimarer Republik. Die 1920-er weisen diesbezüglich eine Vielzahl von Beispielen auf, die zeigen, inwieweit die Reichswehr einen Staat im Staate bildete und letztlich nur durch Mühe an die Demokratie gebunden wurde. Diese ab 1928 weiter zunehmende Staatsführungsrolle der Reichswehr ist sicherlich auf die Wahl Hindenburgs 1925 zurückzuführen, dem die Demokratie von Weimar keine Herzensangelegenheit war aber auch insbesondere in der Person Kurt von Schleichers zu suchen ist.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Die Einleitung führt in die Problematik der Präsidialkabinette ein und stellt die zentrale Fragestellung zur historischen Rolle von Kurt von Schleicher auf.
2. Die politische Rolle von Kurt von Schleicher in der Weimarer Republik: Dieses Kapitel beleuchtet Schleichers Aufstieg in der Reichswehr, seinen massiven Einfluss auf die Regierungsbildungen der Ära Brüning und Papen sowie sein letztlich gescheitertes Kanzlerprojekt der Querfront.
3. Fazit und historische Einordnung: Das Fazit bilanziert Schleichers Wirken und kommt zu dem Schluss, dass er trotz etwaiger verfassungstreuer Ansätze durch seine Intrigen maßgeblich zur Schwächung der Demokratie beitrug.
Schlüsselwörter
Weimarer Republik, Kurt von Schleicher, Präsidialkabinette, Reichswehr, Artikel 48, Notverordnungen, Hindenburg, Querfront, NSDAP, Reichskanzler, Demokratie, Parlamentarismus, politische Intrigen, Weltwirtschaftskrise.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit primär?
Die Arbeit untersucht die politische Tätigkeit von Kurt von Schleicher in der Weimarer Republik und bewertet, inwieweit er für den Untergang der ersten deutschen Demokratie verantwortlich war oder ob er diese zu retten versuchte.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Zentrale Themen sind die Rolle der Reichswehr, die Aushöhlung des Parlamentarismus durch Präsidialkabinette und das politische Taktieren Schleichers in den Jahren 1930 bis 1933.
Was ist die Forschungsfrage der Arbeit?
Die Arbeit stellt die Frage, ob Kurt von Schleicher eher als ein "erfolgreicher Totengräber" oder als ein "gescheiterter Retter" der Weimarer Republik zu bezeichnen ist.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es handelt sich um eine historische Analyse auf Basis der Fachliteratur, die Schleichers Handeln im Kontext der damaligen politischen Ereignisse und Strukturen bewertet.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil analysiert Schleichers Aufstieg, seine Verflechtungen mit der Reichswehr, seine Rolle beim Sturz der Kabinette Brüning und Papen sowie das Scheitern seiner "Querfront"-Politik.
Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?
Präsidialkabinette, Reichswehr, Artikel 48, Querfront-Strategie und das Ende der Weimarer Republik.
Warum wird die Reichswehr in der Arbeit als "Staat im Staate" bezeichnet?
Dies bezieht sich auf die mangelnde demokratische Unterordnung des Militärs, das weitgehend autonom agierte und politisch massiv Einfluss auf die Regierungsbildung nahm.
Was genau war die "Querfront"-Strategie Schleichers?
Schleicher versuchte, eine breite politische Allianz aus Gewerkschaften und Teilen der NSDAP (unter Gregor Strasser) zu schmieden, um eine stabile Regierungsbasis gegen die extremen Ränder zu bilden.
Warum scheiterte Schleichers Kanzlerschaft so schnell?
Er verlor das Vertrauen des Reichspräsidenten Hindenburg, unter anderem durch Intrigen von Franz von Papen, und konnte seine Querfront-Ideen politisch nicht durchsetzen.
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- Thibaut Rivière (Autor), 2019, Kurt von Schleicher. Erfolgreicher Totengräber oder gescheiterter Retter der Republik?, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/985503