Die Arbeit behandelt das Thema, wie Viertklässler*innen an Offenen Ganztagsschulen (OGS) in NRW in Zeiten der Corona-Pandemie durch klientenzentrierte Gesprächsführung profitieren können? Im weiteren Verlauf der Arbeit wird diese Frage beantwortet.
Seitdem die Corona-Pandemie in Deutschland aufgetreten ist und zudem mehrere Maßnahmen zur Eindämmung und Bekämpfung ergriffen worden sind, durchwandert die Schülerschaft eine sogenannte „Berg- und Talfahrt“ in der Schule wie auch im privaten Umfeld jedes Einzelnen/jeder Einzelnen. Im Frühjahr 2020 kam der erste Lockdown, sprich hierbei wurden diverse Geschäfte und die Betreuungseinrichtungen für Kinder geschlossen. Schrittweise kam die Schülerschaft in NRW in den Grundschulen wieder zum Unterricht (zu Beginn durch Notbetreuung, später „Eintagsmodell“ zur Präsenzpflicht in der Woche, zwei Wochen vor dem Beginn der anstehenden Sommerferien bestand Präsenzunterrichtspflicht).
Nach den Sommerferien wurden alle Schulen wieder geöffnet und es bestand eine Pflicht zum Präsenzunterricht. In diesem Zeitraum konnte die Autorin die Schülerschaft an der OGS näher beobachten und erleben. Zudem gibt es schon eine Bildungsstudie, die im September dieses Jahres veröffentlicht wurde. Die OECD, eine Organisation der sogenannten Industriestaaten, hat Schulschließungen durch die Corona-Pandemie zu späteren Verlusten an Einkommen für die jetzige Generation vorhergesagt. Der Verlust wird sich bis zum Jahrhundertende auf mehrere hundert Milliarden an Euro belaufen.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Wie profitieren 4. Klässler/Innen durch klientenzentrierte Gesprächsführung?
2.1. Viertklässler/Innen an OGS in NRW
2.1.1. Offene Ganztagsschulen in Nordrhein-Westfalen
2.1.2. Schülerschaft
2.1.3. Pädagogisches Personal
2.2. Corona-Pandemie
2.2.1. Begriffsdefinitionen
2.2.2. Bedeutungen und Auswirkungen auf Schülerschaft und Personal
2.3. Klientenzentrierte Gesprächsführung nach Rogers
2.3.1. Bedeutung und Hintergrund
2.3.2. Soziale Einzelfallhilfe
2.3.3. Die drei Grundhaltungen
2.3.4. Durchführung der Gesprächsführung
2.4. Praktische Umsetzungen der Gesprächsführung im OGS-Alltag
2.4.1. Praktische Umsetzung nach den Elementen der Gesprächsführung
2.4.2. Praktische Umsetzung anhand der zehn Bildungsbereiche
3. Fazit und Ausblick
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit untersucht, wie Viertklässler an offenen Ganztagsschulen (OGS) in Nordrhein-Westfalen durch die Anwendung der klientenzentrierten Gesprächsführung nach Carl R. Rogers in der psychisch belastenden Zeit der Corona-Pandemie unterstützt werden können, um Stress abzubauen und ihre soziale Entwicklung zu fördern.
- Belastungen von Grundschulkindern durch die Corona-Pandemie.
- Grundlagen des klientenzentrierten Ansatzes nach Rogers.
- Methodische Anwendung der Gesprächsführung in der schulischen Einzelfallhilfe.
- Verbindung von Gesprächsführung und den zehn Bildungsbereichen des Landes NRW.
- Förderung emotionaler Stabilität und Vertrauensaufbau durch pädagogisches Personal.
Auszug aus dem Buch
2.3.3. Die drei Grundhaltungen
In der Therapie gibt es drei bedeutsame Grundhaltungen, die ein Therapeut in seiner Anwendung einbringen sollte: „Einfühlendes Verstehen“ (Empathie), „Unbedingte Wertschätzung“ (Akzeptanz) und „Kongruenz“ (Authentizität) (Weinberger, 2013, S. 32) Im weiteren Verlauf werden diese drei Grundhaltungen näher beleuchtet.
Einfühlendes Verstehen (Empathie) wird wie folgt definiert: „Empathisches Verstehen bedeutet „den inneren Bezugsrahmen des anderen möglichst exakt wahrzunehmen, mit all seinen emotionalen Komponenten und Bedeutungen, gerade so, als ob man die andere Person wäre, jedoch ohne jemals die „Als-ob“ – Position aufzugeben“ (Weinberger, 2013, S. 41). Hierbei ist wichtig, dass der Berater die Empfindungen der Gefühle des Klienten wahrnimmt (Vorstellungen, Einstellungen, Werte) und diese versucht zu verstehen, um es im Anschluss fast fehlerfrei dem Klienten mitzuteilen. Entsprechend kann der Klient aus der Entfernung heraus diese Empfindungen spüren und dies ermöglicht eine Umgestaltung der Einstellungen und Werthaltungen. Durch die ständige Wahrnehmung der Empfindungen seitens Berater gegenüber dem Klienten, wird der Klient dazu stimuliert, sich mit seinem inneren Gefühls- und Empfindungserleben auseinanderzusetzten. Durch diesen Prozess lernt der Klient entsprechend seine inneren Ziele und Wünsche zu konkretisieren bzw. zu differenzieren und somit ist dies zielführend für die Klärung der inneren bzw. externen Konflikte.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Die Autorin legt die Relevanz des Themas dar, motiviert durch ihre Arbeit in der OGS während der pandemiebedingten Schulschließungen und den daraus resultierenden Belastungen für Kinder.
2. Wie profitieren 4. Klässler/Innen durch klientenzentrierte Gesprächsführung?: Dieses Hauptkapitel analysiert die Lebenswelt von Grundschulkindern in der OGS, die psychischen Folgen der Pandemie und stellt den theoretischen Rahmen des klientenzentrierten Ansatzes sowie dessen praktische Anwendung vor.
3. Fazit und Ausblick: Die Autorin resümiert, dass durch die konsequente Anwendung der klientenzentrierten Grundhaltung und die Verbindung mit den Bildungsbereichen ein wichtiger Beitrag zur Stressabmilderung und Stärkung des kindlichen Vertrauens geleistet werden kann.
Schlüsselwörter
Klientenzentrierte Gesprächsführung, Carl R. Rogers, OGS, Nordrhein-Westfalen, Corona-Pandemie, Viertklässler, Soziale Einzelfallhilfe, Empathie, Akzeptanz, Kongruenz, Bildungsbereiche, Schülerschaft, Psychische Entwicklung, Kinderschutz, Grundschule.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Abschlussarbeit grundlegend?
Die Arbeit befasst sich mit dem Einsatz der klientenzentrierten Gesprächsführung nach Carl R. Rogers als Methode, um Grundschulkinder in einer OGS während der belastenden Corona-Zeit zu unterstützen.
Welche zentralen Themenfelder werden bearbeitet?
Die Themen umfassen die Auswirkungen der Pandemie auf Kinder, die Bedeutung der offenen Ganztagsschule, die theoretischen Grundlagen der klientenzentrierten Beratung sowie deren praktische Umsetzung im pädagogischen Alltag.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Ziel ist es aufzuzeigen, wie durch eine wertschätzende und empathische Gesprächsführung der Stresspegel bei Viertklässlern gesenkt und deren soziale und emotionale Entwicklung gestärkt werden kann.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit nutzt die Literaturanalyse und stellt den Bezug zur Praxis der Sozialen Arbeit sowie zur klientenzentrierten Gesprächspsychotherapie her.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in eine Analyse der Lebenswelt von Viertklässlern in NRW, eine Darstellung der pandemischen Auswirkungen, eine Erläuterung der psychologischen Grundhaltungen nach Rogers und eine praktische Handreichung zur Umsetzung in den zehn Bildungsbereichen.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die zentralen Begriffe sind klientenzentrierte Gesprächsführung, Empathie, Pandemie-Folgen, OGS, pädagogische Grundhaltung und kindliche Entwicklung.
Wie kann das pädagogische Personal die Gesprächsführung konkret im Alltag anwenden?
Die Anwendung erfolgt durch die Gestaltung eines sicheren Rahmens, eine empathische und wertschätzende Haltung sowie durch das bewusste Eingehen auf die Bedürfnisse des Kindes in den verschiedenen Bildungsbereichen, etwa durch aktives Zuhören und das Spiegeln von Gefühlen.
Welche Rolle spielen die zehn Bildungsbereiche in der Arbeit?
Sie dienen als praktischer Orientierungsrahmen, um die Gesprächsführung in konkrete alltägliche Lern- und Erfahrungssituationen der OGS zu integrieren und das Kind ganzheitlich in seiner Entwicklung zu fördern.
- Citation du texte
- Sandra Hübner (Auteur), 2021, ViertklässlerInnen an offenen Ganztagsgrundschulen in NRW. Der Profit durch klientenzentrierte Gesprächsführung in der Corona Pandemie, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/985653