In modernen Volkswirtschaften ist Konsum verantwortlich für Zweidrittel der gesamt-wirtschaftlichen Nachfrage, so dass die Nachfrage nach Gütern bei einer wachsenden Wirtschaft rasant ansteigt. Der Einzelhandel ist zur Bedürfnisbefriedigung der Konsumenten unabdingbar. Produktion und Endverbraucher benötigen den Einzelhandel als Bindeglied.
Es ist allgemein anerkannt, dass der Standort stationärer Einzelhandelsunternehmen einer der wichtigsten Erfolgsfaktoren für Unternehmen ist. Zugleich könne man eine schlechte Standortentscheidung nur schwer mit anderen Maßnahmen ausgleichen. Die Entscheidung einer Einzelhandelsunternehmung für einen bestimmten Standort determiniert gleichzeitig das relevante Einzugsgebiet somit das vor Ort herrschende Absatzpotential. Die Wahl des Standortes ist von verschiedenen, in dieser Arbeit erläuterten Standortkriterien abhängig, und zählt neben der Geschäftszweigwahl, zu den ersten unternehmerischen Entscheidungen der Einzelhandelsunternehmen. Die folgende Arbeit beschäftigt sich mit den Grundlagen der Standortpolitik. Zusätzlich wird mit der Fallstudie zur Sonnentor Kräuterhandels GesmbH ein praktisches Beispiel erörtert, um dem Leser einen besseren Einblick in die Thematik zu ermöglichen.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Grundlagen
2.1 Der Begriff „Standort“, „Standortpolitik“ und „Einzelhandel“
2.2 Ziele der Standortpolitik
3. Standortfaktoren
3.1 Standortmanagement
3.2 Instrumente der Standortwahl
4. Fallstudie Sonnentor Kräuterhandels GesmbH
5. Fazit
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Seminararbeit befasst sich mit den theoretischen und praktischen Grundlagen der Standortpolitik im Einzelhandel, wobei der Fokus auf der Identifikation optimaler Standorte liegt. Ziel ist es, unter Einbeziehung einer Fallstudie aufzuzeigen, wie unterschiedliche Standortfaktoren und Analysemethoden den unternehmerischen Erfolg beeinflussen.
- Grundlagen der Standortpolitik und Definitionen
- Methoden und Instrumente der Standortwahl
- Analyse von Standortfaktoren (qualitativ vs. quantitativ)
- Praxisbeispiel: Standortidentifikation für Sonnentor Kräuterhandels GesmbH
Auszug aus dem Buch
3.2 Instrumente der Standortwahl
In diesem Kapitel werden verschiedene Methoden zur Standortwahl vorgestellt. Diese theoretischen Ansätze haben unterschiedliche Vorteile und Nachteile, keine der Methoden führt zur perfekten Standortwahl, da wie bereits ausgeführt es unmöglich ist, einen Standort zu wählen, der in allen Aspekten optimal ist. In der Realität wird der Standort häufig auch intuitiv getroffen, orientiert an persönlicher Erfahrung, jedoch bringt eine intuitive Entscheidung ein hohes Risiko mit sich, weswegen davon abzuraten ist.
Ein Standort wird in folgender Vorgehensweise gewählt:
Anforderungsdefinition des Makrostandort und Auswahl verschiedener Alternativen
Bewertung der Makrostandorte anhand der vorliegenden Standortfaktoren
Anforderungsdefinition des Mikrostandort und Auswahl verschiedener Alternativen
Bewertung der Mikrostandorte anhand der vorliegenden Standortfaktoren
Wirtschaftlichkeitsanalyse der ausgewählten Standorte
Zu den Entscheidungskriterien der Makrostandortwahl zählen unter anderen: Grundstückskosten, Mietkosten, Steuersätze, Energiepreise, etwaige Steuerzahlungen, Kaufkraft, öffentliche Förderungsmaßnahmen und die umliegende Konkurrenz. Hierfür werden in der geplanten Umgebung tätige Maklerverbände, zuständige Versorgungsunternehmen, Gebietskörperschaften, Industrie- und Handelskammern und Marktforschungsinstitute wie zum Beispiel GfK und ACNielsen, näher befragt. Für die Wahl des Mikrostandorts können Ortsbesichtigungen, Konsumentenbefragungen und Gespräche mit Gemeindeverwaltungen von Vorteil sein.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Die Einleitung erläutert die hohe Relevanz der Standortwahl als kritischen Erfolgsfaktor für Einzelhandelsunternehmen und stellt das Vorhaben der Arbeit dar.
2. Grundlagen: Hier werden zentrale Begriffe wie Standort, Standortpolitik und Einzelhandel definiert und die Zielsetzungen der Standortpolitik im Handel erörtert.
3. Standortfaktoren: Dieses Kapitel klassifiziert verschiedene Standortfaktoren und stellt Konzepte des Standortmanagements sowie spezifische Methoden der Standortwahl vor.
4. Fallstudie Sonnentor Kräuterhandels GesmbH: Die Fallstudie illustriert die praktische Anwendung von Standortanalysen und Kriterienbewertungen am Beispiel der Expansion von Sonnentor in der Region Wien.
5. Fazit: Das Fazit fasst die Erkenntnisse zusammen und betont die Notwendigkeit einer fundierten methodischen Standortwahl gegenüber rein intuitiven Entscheidungen.
Schlüsselwörter
Standortpolitik, Einzelhandel, Standortwahl, Standortfaktoren, Standortmanagement, Sonnentor, Fallstudie, Marktpotential, Kaufkraft, Passantenfrequenz, Scoring-Modell, Geomarketing, Standortplanung, Franchising, Wirtschaftsgeographie
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit behandelt die theoretischen und praktischen Aspekte der Standortpolitik im stationären Einzelhandel und deren Einfluss auf den unternehmerischen Erfolg.
Welche zentralen Themenfelder werden bearbeitet?
Neben theoretischen Grundlagen zu Standortfaktoren und Standortmanagement stehen Methoden zur Standortbewertung sowie eine Fallstudie zum Unternehmen Sonnentor im Mittelpunkt.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist es, dem Leser ein besseres Verständnis für die Kriterien und Vorgehensweisen bei der Wahl eines optimalen Geschäftsstandortes zu vermitteln.
Welche wissenschaftlichen Methoden werden verwendet?
Die Arbeit nutzt Literaturanalysen zu den Grundlagen der Standortpolitik und analysiert die Anwendung des Analytischen Hierarchieprozesses (AHP) am Praxisbeispiel der Firma Sonnentor.
Was wird im Hauptteil detailliert behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die theoretische Herleitung der Standortfaktoren und -instrumente sowie in eine detaillierte Fallstudie zur Standortidentifikation von Sonnentor in Wien.
Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Publikation?
Die Arbeit wird maßgeblich durch Begriffe wie Standortwahl, Standortfaktoren, Einzelhandel, Standortmanagement und Fallstudienanalyse geprägt.
Warum ist die Standortwahl für Unternehmen wie Sonnentor so risikoreich?
Standortentscheidungen sind langfristige Investmententscheidungen mit geringer Flexibilität; eine Fehlentscheidung ist operativ nur schwer durch andere Maßnahmen auszugleichen.
Welche Rolle spielen die "K.O.-Faktoren" bei der Standortwahl?
K.O.-Faktoren sind Ausschlusskriterien; ihr Nichtvorhandensein führt dazu, dass ein potenzieller Standort sofort als Option gestrichen wird, unabhängig von anderen positiven Faktoren.
Wie unterscheidet sich die Gewichtung von Standortfaktoren bei Sonnentor von der der Wirtschaftskammer (WKW)?
Sonnentor priorisiert stark niedrige Mietkosten für die Rentabilität, während bei den Experten der WKW andere Faktoren wie die Lage im ersten Bezirk stärker gewichtet werden.
Welches Ergebnis lieferte die Fallstudie für den Standort in Wien?
Nach Berücksichtigung der Sensitivitätsanalyse und der Kriteriengewichtung wurde die Mariahilfer Straße als optimale Standortalternative für einen Sonnentor-Shop identifiziert.
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- Anonym (Autor), 2020, Grundlagen der Standortpolitik im Einzelhandel, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/985670