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Erfahrungsformen von Eigentum. Phänomenologische Perspektiven für sozialanthropologische Forschungen

Title: Erfahrungsformen von Eigentum. Phänomenologische Perspektiven für sozialanthropologische Forschungen

Academic Paper , 2020 , 14 Pages , Grade: 5.5 (Schweiz)

Autor:in: Omar Ibrahim (Author)

Ethnology / Cultural Anthropology
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Das Ziel der vorliegenden Arbeit ist, herauszukristallisieren, wie Erfahrungsformen aussehen könnten. Dabei wird versucht, einige Anknüpfungspunkte zu präsentieren, wie Eigentum phänomenologisch in der Sozialanthropologie erforscht werden könnte und wie damit das Erleben von Eigentum interpretiert werden kann. So wird eine Thematik aufgedeckt, die bisher noch nicht genügend beleuchtet wurde. Anhand dessen lassen sich verschiedene Erfahrungsformen von Eigentum herauskristallisieren und analysieren. Das bedeutet selbstverständlich nicht, dass die phänomenologische Forschung die anderen beiden hier erwähnten Forschungsansätze in der Anthropologie ausschliesst. Vielmehr können sie ergänzend miteinander verbunden werden. Die vorliegende Arbeit ist insofern theoretisch-methodologischer Natur und versucht einen ersten Grundstein zu legen für weitere phänomenologische Forschungen zu Eigentum in der Sozialanthropologie.

Viele anthropologische Forschungen, die sich mit der Thematik Eigentum beschäftigen, lassen sich, so meine Ausgangsthese , in zwei Kategorien einteilen, die sich aber keineswegs ausschliessen müssen. Die erste Kategorie will ich ontologische Forschung nennen. In ontologischen Forschungen der Anthropologie wird untersucht, was begrifflich gesehen Eigentum ist, welche Gegenstände und Objekte oder andere Entitäten als Eigentum betrachtet werden können und welche Rolle sie im Leben der Menschen spielen. So beschreibt bspw. Tsing (2019), wie das Pilzesammeln als Generierung von Eigentum verstanden werden kann und wie das Eigentum sich im kapitalistischen, globalen Markt verändert. Hierbei folgt sie der Theorie von Marx (2009) und erneuert seine Auffassung von Aneignung und Kapital. Währendem nämlich die Pilze auf den Allmenden noch als Trophäen einer freiheitsorientierten, epikapitalistischen Praxis angesehen werden, werden sie anschliessend in der globalen Lieferkette zu einer entfremdeten Ware, die sich nur anhand des Marktpreises definieren lässt. Der Status des Eigentums (hier der Pilze) verändert sich und damit nicht nur sein ökonomischer Wert sondern auch seine gesellschaftlich-kulturelle Bedeutung.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Erfahrungsformen von Eigentum

2.1. Offensichtliche Formen

2.1.1. Erschliessung

2.1.2. Abhandenkommen

2.2. Alltägliche Formen

2.2.1. Zuhandenheit

2.2.2. Leiblichkeit

3. Zusätzliche Bemerkungen

4. Konklusion

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit zielt darauf ab, einen phänomenologischen Ansatz in die sozialanthropologische Forschung zum Thema Eigentum zu integrieren. Die zentrale Forschungsfrage untersucht dabei, wie Eigentum als gelebte Erfahrung in unterschiedlichen Lebenswelten verstanden und interpretiert werden kann, um eine dichtere Beschreibung der Eigentumserfahrung zu ermöglichen.

  • Phänomenologische Perspektiven auf Eigentum
  • Unterscheidung zwischen ontologischen, genealogischen und phänomenologischen Forschungsansätzen
  • Analyse von offensichtlichen und alltäglichen Eigentumsformen
  • Die Rolle des menschlichen Leibes als Ort der Erfahrung
  • Integration subjektiver Erfahrungsberichte in sozialanthropologische Analysen

Auszug aus dem Buch

2.1. Offensichtliche Formen

Wenn wir uns die Frage stellen, wie Eigentum erfahren wird, so ist es naheliegend jene Formen von Erleben zu untersuchen, in denen Eigentum auffällig wird (Heidegger, 2006: 73). Das Eigentum als Ding rückt dabei in den Fokus der Wahrnehmung und wird daher bewusst erfahren. In dieser Form des Erlebens ist auch die Bedeutung des Eigentums im Handlungsvollzug des Menschen schon in gewisser Weise geklärt (Mugerauer, 2015: 52), wie sich anhand der Erschliessung und des Abhandenkommens noch genauer zeigen wird.

2.1.1. Erschliessung

Die Erschliessung von Eigentum ist jene Form der Erfahrung, die man erlebt, wenn Eigentum angeeignet wird. Menschen planen ihren Lebensvollzug und hierbei benötigen sie Gegenstände und/oder Dinge (teilweise auch immaterielle), die vorerst erschlossen werden müssen (Heidegger, 2006: 85). Dabei rückt der Gegenstand oder das Ding, welches erschlossen wird, so in den Fokus des Bewusstseins, dass es in die Pläne des eigenen Lebensvollzugs implementiert wird. Diese Interpretation der Erfahrung nennt Heidegger in seinem Spätwerk auch Bestand (Heidegger, 2000: 16). In der Erfahrung von Bestand wird das zur Aneignung geplante Ding ausdifferenziert, skaliert und in seiner pragmatischen Wirksamkeit eruiert. Das Eigentum stellt sich dabei in den Dienst der eigenen Lebenspläne.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Dieses Kapitel stellt die These auf, dass Eigentum aus ontologischer, genealogischer und phänomenologischer Sicht betrachtet werden kann, und führt den phänomenologischen Ansatz als notwendige Ergänzung ein.

2. Erfahrungsformen von Eigentum: Hier werden vier spezifische Formen der Eigentumserfahrung – Erschliessung, Abhandenkommen, Zuhandenheit und Leiblichkeit – theoretisch fundiert und vorgestellt.

3. Zusätzliche Bemerkungen: Dieses Kapitel reflektiert die theoretische Natur der Arbeit und diskutiert Möglichkeiten, wie die vorgeschlagenen Konzepte flexibel in der sozialanthropologischen Forschung angewendet werden können.

4. Konklusion: Die Arbeit fasst zusammen, dass eine phänomenologische Perspektive die sozialanthropologische Forschung bereichert und als Baustein für weitere, differenzierte Analysen dient.

Schlüsselwörter

Eigentum, Sozialanthropologie, Phänomenologie, Erfahrung, Lebenswelt, Erschliessung, Abhandenkommen, Zuhandenheit, Leiblichkeit, ontologische Forschung, genealogische Forschung, Anthropologie, Heidegger, Aneignung, Bestand.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit beschäftigt sich mit der theoretischen Untersuchung von Eigentum aus einer phänomenologischen Perspektive innerhalb der Sozialanthropologie.

Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?

Die zentralen Themenfelder sind die verschiedenen Erfahrungsformen von Eigentum, unterteilt in offensichtliche und alltägliche Modus-Typen, sowie deren Relevanz für die anthropologische Forschung.

Was ist das primäre Ziel der Arbeit?

Das Ziel ist es, den phänomenologischen Ansatz als ergänzende Methode in der Sozialanthropologie zu etablieren und aufzuzeigen, wie das subjektive Erleben von Eigentum genauer analysiert werden kann.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit nutzt die phänomenologische Methode, angelehnt an die Theorien von Martin Heidegger und Edmund Husserl, um menschliches Erleben und Wahrnehmung in Bezug auf Eigentum zu untersuchen.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Vorstellung der vier Erfahrungsformen (Erschliessung, Abhandenkommen, Zuhandenheit, Leiblichkeit) und deren Bedeutung für den menschlichen Lebensvollzug.

Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit wird maßgeblich durch die Begriffe Eigentumserfahrung, Phänomenologie, Sozialanthropologie, Lebenswelt und Leiblichkeit charakterisiert.

Inwiefern unterscheidet sich die phänomenologische Forschung von der ontologischen oder genealogischen?

Während die ontologische Forschung fragt, was Eigentum ist, und die genealogische Forschung nach der historischen Entwicklung fragt, konzentriert sich die phänomenologische Forschung auf das konkrete Erleben und die Erfahrungsform von Eigentum.

Warum spielt der Körper (Leiblichkeit) eine so große Rolle?

Die Leiblichkeit fungiert als Ort der Erfahrung und bildet den "Möglichkeitshorizont" für alles Handeln, weshalb sie eine fundamentale Form der Eigentumsbeziehung darstellt.

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Details

Title
Erfahrungsformen von Eigentum. Phänomenologische Perspektiven für sozialanthropologische Forschungen
College
University of Bern  (Institut für Sozialanthropologie)
Grade
5.5 (Schweiz)
Author
Omar Ibrahim (Author)
Publication Year
2020
Pages
14
Catalog Number
V985731
ISBN (eBook)
9783346342096
ISBN (Book)
9783346342102
Language
German
Tags
Phänomenologie Eigentum Sozialanthropologie
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Omar Ibrahim (Author), 2020, Erfahrungsformen von Eigentum. Phänomenologische Perspektiven für sozialanthropologische Forschungen, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/985731
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