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Einfluss der Zuckersteuer in Frankreich auf die Gesundheit der Bevölkerung

Titel: Einfluss der Zuckersteuer in Frankreich auf die Gesundheit der Bevölkerung

Masterarbeit , 2018 , 82 Seiten , Note: 1,3

Autor:in: Mona Scheurer (Autor:in)

Gesundheit - Public Health
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Zusammenfassung Leseprobe Details

In dieser Arbeit werden die Auswirkungen der Zuckersteuer in Frankreich auf den BMI, die Anzahl an übergewichtigen Personen, die Selbsteinschätzung der Gesundheit, sowie auf die Einschränkungen bei Aktivitäten der Bevölkerung anhand realer Daten analysiert. Die Daten, die zur Analyse herangezogen werden, stammen aus dem SHARE Datensatz und beinhalten Beobachtungen aus den Jahren 2004, 2007, 2011, 2013 und 2015 von Personen ab einem Lebensalter von 50 Jahren. Zur Analyse wird die Differenz-von-Differenzen Methode verwendet und mithilfe der Statistik-Software Stata berechnet.

Im ersten Teil der Arbeit werden Grundlagen zum Zuckerkonsum, dessen Auswirkungen auf die Gesundheit, sowie die Wirkungsweise von Steuern dargelegt. Außerdem wird ein Überblick über die aktuelle Literatur im Forschungsgebiet gegeben. Im empirischen Teil wird die Differenz-von-Differenzen Methode erläutert und zur Beantwortung der Frage, welchen Einfluss die Zuckersteuer auf die Gesundheit der Bevölkerung in Frankreich hat, herangezogen.

Die Ergebnisse der Regression zeigen, dass die Zuckersteuer keinen signifikanten bzw. vorteilhaften Einfluss auf die Gesundheit der Menschen hat. Lediglich die Einschränkungen im Alltag haben sich nach der Steuereinführung signifikant unterschiedlich im Vergleich zum Kontrollland entwickelt. Da diese Entwicklung allerdings einer stärkeren Einschränkung bei Aktivitäten im Alltag entspricht, kann man nicht von einer Verbesserung der Gesundheit durch die Zuckersteuer ausgehen. Außerdem ist der beobachtete Effekt relativ gering. Die detaillierten Ergebnisse, die Limitationen der Untersuchung, sowie eine Handlungsempfehlung werden zum Schluss dargelegt.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Ernährungswissenschaftliche Grundlagen zum Zuckerkonsum

2.1 Definition von Zucker

2.2 Einfluss von Zuckerkonsum auf die Gesundheit

3. Einfluss von Steuern auf den Konsum der Bevölkerung

3.1 Grundbegriffe der steuerlichen Wirkungslehre

3.2 Literaturüberblick

3.3 Erhebung der Zuckersteuer in Frankreich

4. Empirische Analyse des Einflusses der Zuckersteuer auf die Gesundheit

4.1 Beschreibung der Daten

4.2 Identifikationsstrategie

4.2.1 Grundlagen zur Difference-in-Difference Methode

4.2.2 Anwendung der Difference-in-Difference Methode

4.3 Ergebnisse

5. Limitationen der Untersuchung

6. Handlungsempfehlung und Fazit

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht den kausalen Einfluss der im Jahr 2012 in Frankreich eingeführten Zuckersteuer auf die gesundheitliche Verfassung der Bevölkerung ab einem Alter von 50 Jahren, basierend auf Daten des SHARE-Datensatzes. Ziel ist es, mittels empirischer Kausalanalyse zu prüfen, ob die Steuer zu messbaren Verbesserungen bei BMI, Adipositas-Raten, subjektiver Gesundheitswahrnehmung und alltäglichen Einschränkungen führt.

  • Wissenschaftliche Analyse der Auswirkungen einer Zuckersteuer auf die Gesundheit älterer Bevölkerungsgruppen.
  • Anwendung der ökonometrischen Difference-in-Difference (DiD) Methode zur Identifikation kausaler Effekte.
  • Kritische Auseinandersetzung mit der Wirksamkeit steuerlicher Lenkungsmaßnahmen im Vergleich zu theoretischen Modellen.
  • Vergleich der französischen Datensätze mit Kontrollgruppen (Deutschland und Belgien) zur Trendanalyse.

Auszug aus dem Buch

3.1 Grundbegriffe der steuerlichen Wirkungslehre

Unter einer Steuer versteht man eine öffentliche Abgabe, welche ohne Gewährung einer Gegenleistung vom Staat gegenüber natürlichen und juristischen Personen erhoben wird. Die Abgabe, welche einer Zwangsabgabe entspricht, ist in der Höhe einseitig festgesetzt (Gabler Wirtschaftslexikon, 2018b). Wichtige Grundbegriffe in der Steuerlehre sind „Steuersubjekt“, „Steuerobjekt“ und „Steuersatz“. Bei dem Steuersubjekt handelt es sich um die Person, welche die Steuer zahlen muss. Das Steuerobjekt bzw. der Steuergegenstand ist der Tatbestand, an welchen die Steuererhebung anknüpft. Der Steuersatz bestimmt die Höhe der zu zahlenden Steuer (Gabler Wirtschaftslexikon, 2018b). Außerdem wird zwischen progressiven, proportionalen und regressiven Steuertarifen unterschieden. Ein progressiver Steuersatz bezeichnet eine Steuer, welche mit steigender Höhe der Bemessungsgrundlage ebenfalls steigt. Ein Beispiel für eine progressive Steuer ist die Einkommenssteuer (Gabler Wirtschaftslexikon, 2018a). Ein regressiver Steuersatz kennzeichnet sich hingegen dadurch aus, dass dieser niedrige Einkommensschichten relativ stärker belastet als höhere (Gabler Wirtschaftslexikon, 2018c). Dieser Fall tritt zum Beispiel bei einer Verbrauchssteuer ein. Da Menschen mit geringen Einkommen eine relativ höhere Konsumquote als Menschen mit hohen Einkommen haben, werden sie auch von der Verbrauchssteuer relativ stärker belastet (Gabler Wirtschaftslexikon, 2018c).

Der englische Begriff „tax“ wird im allgemeinen Sprachgebrauch häufig als Übersetzung des deutschen Begriffs „Steuer“ verwendet, kann allerdings auch jede weitere Abgabe bezeichnen (z.B. eine Umweltabgabe oder einen Sozialversicherungsbeitrag) und ist somit weitergefasst. Grundsätzlich wird die Abgrenzung zwischen einer Steuer und einer Abgabe jedoch als nicht relevant erachtet, sondern die Wirkung, die mit einer solchen Maßnahme erzielt wird (Richter, 2006).

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Diese Einleitung führt in die Problematik von Übergewicht und Adipositas in Europa ein und stellt die französische Zuckersteuer als politische Interventionsmaßnahme vor, deren gesundheitliche Wirksamkeit in dieser Arbeit empirisch untersucht wird.

2. Ernährungswissenschaftliche Grundlagen zum Zuckerkonsum: Das Kapitel definiert verschiedene Zuckerarten und beleuchtet deren physiologische Wirkung im Körper, insbesondere den Zusammenhang zwischen dem Konsum zuckerhaltiger Getränke, dem Blutzuckerspiegel und der Entstehung von Übergewicht sowie Folgeerkrankungen.

3. Einfluss von Steuern auf den Konsum der Bevölkerung: Es werden steuerliche Grundbegriffe sowie das Konzept der Preiselastizität erläutert und die theoretischen sowie praktischen Voraussetzungen diskutiert, unter denen eine Zuckersteuer eine Verhaltensänderung der Konsumenten bewirken kann.

4. Empirische Analyse des Einflusses der Zuckersteuer auf die Gesundheit: Dieses Kapitel bildet den Hauptteil der Arbeit, in dem mittels des SHARE-Datensatzes und der Difference-in-Difference Methode geprüft wird, ob die Einführung der Zuckersteuer in Frankreich messbare Auswirkungen auf den BMI und die allgemeine Gesundheit der Bevölkerung hatte.

5. Limitationen der Untersuchung: Hier werden methodische Grenzen der Studie reflektiert, insbesondere die eingeschränkte Altersgruppe, der zeitliche Abstand der Datenerhebung und die Herausforderung durch subjektive Gesundheitswahrnehmung bei der Befragung.

6. Handlungsempfehlung und Fazit: Die Arbeit schließt mit der Feststellung, dass kein signifikanter positiver Effekt der Steuer auf die untersuchten Gesundheitsvariablen nachweisbar ist, und leitet daraus Empfehlungen für eine effektivere Gestaltung gesundheitspolitischer Maßnahmen ab.

Schlüsselwörter

Zuckersteuer, Frankreich, Gesundheit, Übergewicht, Adipositas, SHARE Datensatz, Difference-in-Difference Methode, Preiselastizität, BMI, Ernährungswissenschaft, Konsumentensouveränität, Kausalanalyse, Stoffwechsel, Steuereffektivität, Politikberatung.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht, ob die im Jahr 2012 in Frankreich eingeführte Zuckersteuer einen positiven, signifikanten Effekt auf die gesundheitliche Verfassung der Bevölkerung über 50 Jahren hat.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die zentralen Themen sind ernährungswissenschaftliche Grundlagen zum Zuckerkonsum, die ökonomische Theorie der Besteuerung von Lebensmitteln und die statistische Kausalanalyse zur Überprüfung politischer Interventionen.

Was ist das primäre Ziel der Forschungsfrage?

Das primäre Ziel ist die Beantwortung der Frage, ob die französische Zuckersteuer zu einer messbaren Verbesserung der Gesundheit der älteren Bevölkerung geführt hat.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Zur Kausalanalyse wird der Difference-in-Difference (DiD) Ansatz genutzt, um die Trends in Frankreich mit den Trends in Kontrollländern (Deutschland und Belgien) statistisch zu vergleichen.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil umfasst die detaillierte empirische Analyse unter Verwendung der SHARE-Daten, die Identifikationsstrategie sowie die Regressionsergebnisse für verschiedene Gesundheitsindikatoren.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Zuckersteuer, Kausalanalyse, BMI, Gesundheit, Differenz-von-Differenzen-Methode und SHARE-Datensatz sind zentrale Begriffe dieser Studie.

Welche Auswirkung hat die Steuer in Frankreich laut den Ergebnissen auf den BMI?

Die Analyse zeigt keinen signifikanten vorteilhaften Einfluss der Zuckersteuer auf den BMI der älteren Bevölkerung in Frankreich; die Hypothese einer Verbesserung konnte nicht bestätigt werden.

Warum wurde Belgien oder Deutschland als Kontrollgruppe gewählt?

Diese Länder wurden gewählt, da sie als Nachbarstaaten Frankreichs in ihren demografischen Strukturen in Teilen vergleichbar sind und somit als Grundlage für einen kontrafaktischen Trendvergleich dienen konnten.

Ende der Leseprobe aus 82 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Einfluss der Zuckersteuer in Frankreich auf die Gesundheit der Bevölkerung
Hochschule
Universität Paderborn
Note
1,3
Autor
Mona Scheurer (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2018
Seiten
82
Katalognummer
V986047
ISBN (eBook)
9783346343437
ISBN (Buch)
9783346343444
Sprache
Deutsch
Schlagworte
einfluss zuckersteuer frankreich gesundheit bevölkerung Softdrinks
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Mona Scheurer (Autor:in), 2018, Einfluss der Zuckersteuer in Frankreich auf die Gesundheit der Bevölkerung, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/986047
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Leseprobe aus  82  Seiten
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