Der unternehmerische Angestellte in der Organisationsstruktur des Betriebes


Hausarbeit, 2002

14 Seiten, Note: 3,0


Leseprobe

Gliederung

1. Einleitung

2. Organisation der Arbeit – die historische Entwicklung

3. Wandel der Märkte, technischer Fortschritt

4. Die Entwicklung zu neuen Formen der Arbeit

5. Wie ist der unternehmerische Angestellte oder Arbeitskraftunternehmer charakterisiert?

6. Welche Vorteile bieten diese neuen Arbeitsstrukturen den Unternehmen?

7. Welche Nachteile ergeben sich für die Unternehmen?

8. Welche Vorteile haben Arbeitskraftunternehmer gegenüber traditionellen Angestellten?

9. Welche Nachteile haben Arbeitskraftunternehmer?

10. Fazit: Der unternehmerische Angestellte, das Modell der Zukunft?

Literaturverzeichnis

1. Einleitung

Auf der Basis des existierenden Wirtschaftsgefüges eigenständig handelnder Unternehmen sind diese in sich und im wirtschaftlichen Handeln nach außen organisiert. Vor dem Hintergrund einer schnellen Entwicklung und Veränderung der Märkte und der Markterfordernisse verändert sich die Rolle und Funktion der Arbeitnehmer ebenfalls. Die Unternehmen sehen sich einem wachsenden Kostendruck und einer zunehmenden Verschärfung der Konkurrenzsituation ausgesetzt. Neue Konzepte und Strategien zur Optimierung und effektiveren Gestaltung der Arbeitskraft verändern das Bild der Arbeit. Die technische Entwicklung, das Zusammenwachsen der Märkte und die Veränderungen in den Anforderungen an Ausbildung und Qualifikation der Arbeitnehmer haben eine neue Richtung geprägt.

2. Organisation der Arbeit – die historische Entwicklung

Das entstehen der industriellen Produktion hat im Übergang vom Feudal- zum Industriezeitalter das Wesen von Arbeit neu definiert. Der Beruf als Fähigkeit läßt sich bis in die Antike zurückverfolgen. Neben dem klassischen Handwerk gab es darüber hinaus Professionen, wie z.B. die von Ärzten oder Priestern, welche eine hohe Spezialisierung und umfangreich erlernte Fähigkeiten voraussetzte. Die Arbeit in einer Manufaktur und später, mit der Weiterentwicklung der Maschinen, in industriellen Produktionsbetrieben begründete eine neue Form abhängig beschäftigter Menschen, die Arbeiter und Angestellten des Unternehmens. Gemäß einem von den Eigentümern definiertem Unternehmensziel lag das Interesse in der Gewinnmaximierung und Expansion des Unternehmens. Daraus resultierte die Struktur der Arbeit und der Anforderungen an die Arbeiter und Angestellten. Die Arbeitsleistung stellte eine Transformationsleistung reiner, ungelenkter körperlicher Kraft in ein marktfähiges Ergebnis in Form von Waren und Dienstleistungen dar.

Während über Jahrhunderte gewachsene Berufsbilder wie die des Handwerks durch die Anwendung gewisser körperlicher Fertigkeiten oder den Einsatz bestimmter Materialien und Werkzeuge gekennzeichnet waren, bedingte die vergleichsweise schnelle industrielle Entwicklung gänzlich abweichende Fähigkeiten der in ihr arbeitenden Menschen. Spezialisierung bedeutete hier eine Einschränkung des Spektrums der vielfältigen, körperlichen Arbeit auf diejenige, welche durch den maschinell ausgerichteten Produktionsablauf vorgegeben war. Die Massenproduktion einzelner Güter oder deren Kombination zu komplexeren Waren ermöglichte eine Steigerung der Produktivität und ein Angebot zu niedrigerem Preis. Die klaren und starren Abläufe der Arbeit ließen eine genauere Kontrolle innerhalb des Unternehmens zu. Produktivität ließ sich definieren und ermitteln. Vergleiche von Arbeitsleistungen wurden möglich. Kosten ließen sich zuordnen und auf einzelne Stellen und Positionen des Unternehmens ausrechnen. Dies ließ eine Vorgabe der Leistung der Arbeitnehmer zu.

Diese, sich rasch entwickelnde Arbeitsform schuf den Industriearbeiter und später hieraus den Zweig des Facharbeiters. Die Verwaltungs- und Organisationsaufgaben wurden durch die Angestellten im Unternehmen ausgeführt. Grundsätzlich organisiert und strukturiert waren diese Unternehmen nach schematischen Bedingungen:

- die Beschäftigten arbeiten innerhalb eines Gebäudes, dem Betriebsgebäude
- die Arbeitszeit ist formal durch die Betriebsführung festgelegt
- die auszuführenden Arbeiten werden durch die Betriebsführung bestimmt
- die Strukturen und Abläufe im Unternehmen werden permanent kontrolliert
- Hierarchiestrukturen werden begründet und durch Sanktionsbefugnis legitimiert

Die Umsetzung der reinen Körperkraft in eine geforderte Arbeitsleistung unter dem Aspekt der effektiven Ausnutzung berücksichtigte kaum die Auswirkungen auf die Gesundheit der Arbeiter. Auch war die Fähigkeit der Arbeiter leicht austauschbar, da kein hohes Maß an Fertigkeit in der Ausführung der Arbeit erforderlich war. Daher kam es zu der Situation, dass die Arbeiter ausgebeutet wurden und arbeitsbedingte Krankheiten und die Armut innerhalb der neuen sozialen Klasse der Arbeiter groß war. Durch die Selbstorganisation der Arbeiter in Gewerkschaften verbesserten sich die Bedingungen der Arbeiterklasse. Diese Bestrebungen wurden durch Gesetze zum Arbeitschutz und der Begründung eines Versicherungssystems durch die politischen Teile der Gesellschaft flankiert, da durch die soziale Situation der Arbeiterklasse gesellschaftliche Instabilität drohte. Die Prinzipien dieser Form der Arbeits- und Unternehmensorganisation herrschten im Industriellen und postindustriellen Zeitalter bis spät in das Zwanzigste Jahrhundert in allen Industriegesellschaften fort.

3. Wandel der Märkte, technischer Fortschritt

Die technischen Methoden der industriellen Produktion wurden seit dem Entstehen der ersten Manufakturen kontinuierlich verbessert, verfeinert und effektiver gesteigert. Die Pro-Kopf-Produktion eines Arbeiters wurde Jahr für Jahr höher. Gravierende technische Erfindungen haben das Bild der Industriearbeit erheblich verändert. Ursprünglich für die Raumfahrt entwickelt, welche wiederum aufgrund des kalten Krieges durch die beiden Großmächte USA und UDSSR forciert wurde, ermöglichten Hochleistungs-Rechenmaschinen komplexe technische Vorgänge durch Maschinen ausführen zu lassen. Diese Computer und die auf ihnen aufgebauten Roboter waren in der Lage ganze Fertigungsbereiche innerhalb von Fabriken selbsttätig auszuführen. Da für die Unternehmen erheblich kostengünstiger, trug diese Technik zu einer Welle des Abbaus von Arbeitsplätzen bei. Lediglich wenige Mitarbeiter, jetzt allerdings mit höherer beruflicher Qualifikation waren zu Kontrolle des automatisierten Produktionsablaufes erforderlich. Die technische Weiterentwicklung und die wachsenden Möglichkeiten zur Kommunikation bewirkten strukturell ebenfalls die Erweiterung des weltweiten Handels. Damit verbunden greifen Marktprinzipien zunehmend auf Unternehmen die bislang eher eine binnen oder kontinentale Nachfrage bedienten, jetzt auf globaler Ebene.

Hieraus erwuchsen auch Veränderungen auf die betrieblichen Strukturen in Hinsicht auf den Standort und die Form und Transformation der Arbeit. Die Unternehmen untereinander handeln schon seit Jahrzehnten mit Teilleistungen. Das bedeutet, dass die Spezialisierung der Arbeitskraft gemäß dem taylerschen Fordismus auch auf eine marktkonforme Angebotsleistung eines Unternehmens übertragen werden kann. So wäre als Beispiel aufzuführen, dass ein Fabrikationsunternehmen als Teilezulieferer für ein Automobilwerk produziert und die beschäftigten Arbeiter gemäss Taylor standardisierte Teilleistungen in der Produktion erbringen. Vor dem Hintergrund eines globalen Marktes bei verbesserten Vergleichsmöglichkeiten des Angebotes steigt die Konkurrenz unter den Unternehmen. Somit suchten die Unternehmen nach rationelleren Formen des Einsatzes von Arbeit im Produktionsablauf. Produktion und der Wettbewerb gewinnen zunehmend den Charakter von Baukastensystemen in denen sich Unternehmen Teilleistungen anderer Unternehmen kaufen und diese zu einem weiter entwickelten Produkt komplettieren. Der Vorteil liegt für die Unternehmen darin, dass diese auf einem konkurrierenden Markt das Angebot umfassend vergleichen und die für sie besten Konditionen erhalten können. Risiken, wie sie bei eigener Produktion auch dieser Teilleistungen vorliegen, werden durch die begrenzte Vertragsbindung zwischen den Unternehmen ausgeschlossen. Diese Form des Kombinierens von Teilleistungen reflektiert zunehmend auch auf die Struktur der Arbeit.

4. Die Entwicklung zu neuen Formen der Arbeit

Das traditionelle Arbeitsverhältnis ist durch verschiedene Merkmale gekennzeichnet. Der Arbeitsort liegt für den Arbeitnehmer innerhalb einer räumlich fixierten Betriebsstätte. Die Arbeitszeit ist festgesetzt. Die Ausübung der Arbeit wird durch Regeln, die das Unternehmen definiert hat, bestimmt. Das Unternehmen kontrolliert die Beschäftigten in der Ausübung der Arbeit permanent und delegiert diese Kontrolle im Rahmen einer Hierarchiestruktur an Vorgesetzte und Untergebene Mitarbeiter. Die Kontrolle bezieht sich auch auf das soziale Verhalten der Mitarbeiter und bedingt hier ein durch das Unternehmen gesetztes Maß an Fleiß, Ordnung und Disziplin der Beschäftigten. Darüber hinaus ist die Betriebsstätte aber auch Raum für soziale Beziehungen der Beschäftigten untereinander. Dies ermöglicht den Mitarbeitern den persönlichen Vergleich ihrer Arbeitsleistung mit den Kollegen und in der Beurteilung durch die Betriebsführung. Auch findet innerhalb einer Betriebsstätte der zwischenmenschliche Austausch der Mitarbeiter statt. Bestätigung der persönlichen Leistung, Selbstkontrolle sozialer Kompetenz durch Zustimmung oder Ablehnung der Kollegen und betriebsunabhängige soziale Bindungen können hier erfolgen. Eine Vertretung der abhängig Beschäftigten gegenüber der Unternehmensführung ist durch Betriebsräte und Gewerkschaften gegeben. Diese Interessenvertretungen handeln in durch die Gemeinschaft der Arbeitnehmer gestärkter Funktion für alle Mitarbeiter eines Betriebes oder einer ganzen Branche. Somit hat sich in der BRD, auch durch Betriebsverfassungsgesetz gesellschaftspolitisch flankiert, eine relative Sicherheit der Arbeitnehmer in der Wahrung ihrer Interessen gegenüber den Unternehmen entwickelt. Für die Unternehmen bedeutet die vertraglich bestimmte Beschäftigung eines Mitarbeiters, dass dieser zwar grundsätzlich den Weisungen und definierten Strukturen des Betriebes unterworfen ist, aber sich hieraus auch Problemstellungen ergeben. Dem Arbeitgeber obliegt das unternehmerische Risiko.

[...]

Ende der Leseprobe aus 14 Seiten

Details

Titel
Der unternehmerische Angestellte in der Organisationsstruktur des Betriebes
Hochschule
Hamburger Universität für Wirtschaft und Politik (ehem. Hochschule für Wirtschaft und Politik)
Veranstaltung
Industriesoziologie
Note
3,0
Autor
Jahr
2002
Seiten
14
Katalognummer
V9869
ISBN (eBook)
9783638164665
Dateigröße
482 KB
Sprache
Deutsch
Anmerkungen
Sehr dichte Arbeit - einzeiliger Zeilenabstand.
Schlagworte
unternehmerischer Angestellter Ich-AG
Arbeit zitieren
Lothar Mohrmann (Autor), 2002, Der unternehmerische Angestellte in der Organisationsstruktur des Betriebes, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/9869

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