Arbeitsmarktwandel und Schule. Implikationen von Megatrends für eine zukunftsorientierte Bildung


Bachelorarbeit, 2020

49 Seiten, Note: 1,3


Leseprobe

Inhalt

1. Einleitung

2. Theoretischer Rahmen
2.1. Begriffsdefinitionen
2.2. Funktionen des Bildungssystems nach Fend

3. Forschungsstand
3.1. Befunde zum Arbeitsmarktwandel
3.2. Befunde zu zukunftsorientierter Bildung

4. Zusammenfassung und Diskussion der Ergebnisse
4.1. Zusammenfassung
4.2. Diskussion

5. Fazit

6. Literaturverzeichnis

1. Einleitung

Unsere Arbeitswelt befindet sich im Wandel. Globale Megatrends verändern nicht nur die Art und Weise wie gearbeitet wird, sondern auch was für eine Art von Arbeit es zukünftig geben wird. Prognosen zeichnen Umwälzungen von Berufsbildern, Branchen und Strukturen ab, die sich in Zukunft hin zu spezifischen aber auch sämtlich neuen Tätigkeitsfeldern entwickeln. Das alles hat einen Einfluss auf den Arbeitsmarkt: Es lässt sich zukünftig von einer veränderten Nachfrage nach neuen Arbeitskräften ausgehen, die in der Lage sind, jene Tätigkeitsfelder zu bedienen.

Die Veränderungen in der Arbeitswelt und der Anforderungsprofile bezüglich des Arbeitsmarktes werfen Fragen für die Bildung auf. Wie kann Schule Lernende auf die Arbeitswelt der Zukunft adäquat vorbereiten? Wie kann man Schülerinnen und Schüler von Anfang an so qualifizieren, dass sie den Anforderungen eines globalen, hochspezialisierten und schnelllebigen Arbeitsmarktes standhalten? Wie kann Bildung einem volkswirtschaftlichen Problem wie einer steigenden Arbeitslosigkeit aufgrund einer aufklaffenden Qualifikationslücke entgegenwirken?

Die Zukunft der Bildung kann schwer ohne den Kontext globaler Megatrends gedacht werden. Die Anforderungen an das Bildungssystem wachsen und erfordern neue Antworten. Das Handlungsfeld Schule steht somit vor einer Reihe von Herausforderungen, aber gleichzeitig auch vor vielen neuen Möglichkeiten und Chancen.

Das Thema der Zukunftsorientierung der Schule hat in den letzten Jahren immer mehr Einzug in die Bildungspolitik gefunden. Beispielhaft dafür ist der Digital Pakt Schule, der 2018 verabschiedet wurde. Dadurch würden Bund und Länder eine bessere Ausstattung der Schulen mit digitaler Technik schaffen und die digitale Bildung in Deutschland voranbringen wollen, was im Zuge der Digitalisierung für unabdingbar angesehen wird (Bundesministerium für Bildung und Forschung, 2019).

Die zum Zeitpunkt der Verfassung dieser Arbeit vorherrschende Corona-Krise, in der Kontakte untersagt worden sind und Schulen geschlossen wurden, ist ein weiteres Indiz für die praktische Relevanz der Zukunftsorientierung von Schule. Auch wenn die Corona-Krise nicht direkt etwas mit zukunftsorientierter Bildung zu tun hat, wurde hier die mangelnde flächendeckende Verbreitung und Anwendung von digitaler Bildung augenscheinlich. Schulen, die schon vor einiger Zeit digitale Bildung implementiert haben und somit in der Praxis geübt sind, hätten hingegen einen klaren Vorteil in diesen Zeiten (Frumkina, 2020). Die Krise zeigt uns, wo wir in der Praxis in Bezug auf digitale und zukunftsorientierte Bildung stehen, was sich als relativ unbefriedigend bewerten lässt.

Auch wenn sich in der Praxis der Fokus gerade hauptsächlich nur auf die Implementierung digitaler Bildung beschränkt, gibt es in der Forschung schon Prognosen und Überlegungen, die für die Zukunftsorientierung der Schule weitere Aspekte identifizieren. So gibt es schon theoretische Konzeptionen, die sich vor allem um Fähigkeiten drehen, die durch Entwicklungen auf dem Arbeitsmarkt relevant werden. Gleichzeitig lassen sich aber auch sehr gestreute und unterschiedliche Überlegungen und Beiträge zu zukunftsorientierter Bildung finden, die an verschiedenen Punkten auseinandergehen. Der Uneinheitlichkeit von Konzepten und Bezugsrahmen ist daher wahrscheinlich auch geschuldet, dass es immer noch an konkreten Forschungsbemühungen und Befunden mangelt, die die Implementierung ganzheitlicher zukunftsorientierter Bildung erforschen, evaluieren und weiterentwickeln.

Diese Arbeit soll einen Beitrag dazu leisten, eine einheitliche theoretische Konzeption von zukunftsorientierter Bildung zu entwerfen. Dafür soll überblicksartig gezeigt werden, wie Überlegungen und Beiträge, die in Bezug auf zukunftsorientierte Bildung existieren, sich in den in dieser Arbeit verwendeten P21 Rahmen einordnen lassen und wie genau diese, gemäß des theoretischen Ansatzes Helmut Fends und der Qualifikationsfunktion der Schule, sich im Rahmen der Megatrends verorten lassen. Problemstellung dieser Arbeit ist die zukünftig veränderte Qualifikationsnachfrage auf dem Arbeitsmarkt verursacht durch Megatrends der Arbeitswelt, während das Erkenntnisinteresse die Erarbeitung einer einheitlichen zukunftsorientierten Bildung ist, durch die Schule auf die Qualifikationsanforderungen vorbereiten kann.

Insgesamt gehe ich in dieser Arbeit daher der Frage nach, welchen Einfluss Megatrends der Arbeitswelt auf die zukünftige Qualifikationsnachfrage des Arbeitsmarktes haben und wie Schule im Sinne einer zukunftsorientierten Bildung darauf vorbereiten kann.

Durch diese Arbeit wird deutlich, dass zukunftsorientierte Bildung aus einer Mischung bestimmter Fähigkeiten, Kenntnissen und Rahmenbedingungen besteht, die, wenn realisiert und implementiert, zu einer adäquaten Qualifizierung und Vorbereitung von SuS auf zukünftige Arbeitsnachfrage im Kontext von Megatrends führen können.

Dabei gehe ich folgendermaßen vor: Zuerst werde ich die in meiner Arbeit zentralen Begriffe Arbeitsmarktwandel und zukunftsorientierte Bildung erklären, verorten und definieren, wie ich diese in meiner Arbeit verwende. Anschließend werde ich in 2.2. die Theorie von Helmut Fend zu den Funktionen des Bildungssystems erläutern, die den grundlegenden Ansatz dieser Arbeit darstellt.

Im Kapitel Forschungsstand werde ich zunächst Beiträge und Studien zum Arbeitsmarktwandel darlegen. Dafür teile ich die Entwicklungen in verschiedene Megatrends ein, die letztlich relevant für den Arbeitsmarkt, Qualifizierung und Schule sind.

Im zweiten Teil des Forschungsstandes, werde ich zukunftsorientierte Bildung thematisieren. Dafür orientiere ich mich am P21 Modell, stelle die einzelnen Komponenten genauer dar und verknüpfe diese mit weiteren Beiträgen und Befunden, um darzulegen, welche Aspekte für zukunftsorientierte Bildung relevant sind.

Im darauffolgenden Kapitel werde ich die Ergebnisse der Arbeit zusammenfassen, sowie Befunde, das verwendete Modell und den theoretischen Ansatz dieser Arbeit diskutieren und bewerten, und einen Ausblick geben.

Zuletzt werde ich ein Fazit ziehen, offene Fragen und Implikationen für weitere Forschung präsentieren, sowie einen Entwurf für ein Forschungsszenario darlegen.

In dieser Arbeit beschränke ich mich auf Schule und das Schulsystem, wenn ich von Bildung und Bildungssystem spreche beziehe ich mich also stets ausschließlich auf das Handlungsfeld Schule und bspw. nicht auf höhere Bildung. Schülerinnen und Schüler werde ich in dieser Arbeit der Einfachheit halber mit SuS abkürzen.

2. Theoretischer Rahmen

2.1. Begriffsdefinitionen

Um der Fragestellung auf den Grund zu gehen, soll hier zunächst geklärt werden, wie die verwendeten Begriffe, die in dieser Arbeit zentral sind, zu verstehen sind.

Arbeitsmarktwandel Ausgangspunkt dieser Arbeit ist der Arbeitsmarktwandel. Der Arbeitsmarkt ist ein „Markt, auf dem das Arbeitsangebot der privaten Haushalte und die Arbeitsnachfrage der Unternehmen sowie des Staates zusammentreffen“ (Keller, n.d.). Der Geschehen auf diesem spiele eine zentrale Rolle für die Wirtschaft und Gesellschaft eines Landes (Statistisches Bundesamt 2018, S.5).

Ein Arbeitsmarkt könne sich wandeln und bleibe selten so beschaffen wie er zu einem spezifischen Zeitpunkt ist. Einem Wandel des Arbeitsmarktes gehe dabei meist ein Strukturwandel voraus. Ein Strukturwandel lasse sich folgendermaßen erklären: Den Aufbau oder die Gliederung einer Sache bezeichne man als Struktur. So könne eine Landschaft eine bestimme Struktur haben, wie z.B. Flüsse, Täler oder Wälder, welche sich über Zeit auch wandeln kann. Ebenso könne man unsere wirtschaftliche Welt als wirtschaftliche Landschaft verstehen, die verschiedene Strukturmerkmale aufweist, wie z.B. ein Autowerk, Landwirtschaftsbetriebe und andere industrielle Unternehmen. Diese wirtschaftliche Struktur könne sich ebenfalls verändern: Landwirtschaftsbetriebe schließen, industrielle Betriebe gehen insolvent, andere Betriebe entwickeln sich neu. Dies nenne man Strukturwandel (Bundeszentrale für politische Bildung, n.d.).

Wenn die Wirtschaft eines Staates wachse, gebe es fast immer einen Strukturwandel, der sich über mehrere Jahre oder Jahrzehnte hinziehe, wobei ganz neue Industriezweige entstehen und andere verschwinden würden. Ein Strukturwandel könne zur Folge haben, dass Arbeitsplätze verloren gehen und eine hohe Arbeitslosigkeit entsteht, andererseits würden auch neue Arbeitsplätze geschaffen und neue Industrien angesiedelt werden, was auf einen Wandel des Arbeitsmarktes hindeutet (Bundeszentrale für politische Bildung, n.d.).

Industrieländer wie Deutschland würden sich demnach mitten in einem fundamentalen Strukturwandel der Wirtschafts- und Arbeitswelt von einer nationalen Industrie- zur globalen wissensintensiven Informations- und Dienstleistungsgesellschaft befinden (Klauder, 2002). Diese Entwicklung sei schon seit einiger Zeit im Gange und werde in vielen Aspekten durch Zahlen untermauert: Aktuell würden fast drei Viertel aller Erwerbstätigen in Deutschland im Dienstleistungssektor arbeiten, der in den vergangenen Jahren weiter gewachsen sei. Dagegen seien immer weniger Menschen im produzierenden Gewerbe beschäftigt, 2017 waren es rund 24 Prozent der Erwerbstätigen. Arbeit in der Landwirtschaft mache in Deutschland nur noch etwas mehr als ein Prozent aus (Sibum, 2018).

Der Strukturwandel und somit auch der Arbeitsmarktwandel sind meist von weitgreifenden gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Entwicklungen geprägt. Globalisierung, Klimawandel, Digitalisierung oder der demografische Wandel seien Beispiele für große Entwicklungen, die nicht nur die heutige Welt und unser Leben prägen, sondern bereits seit längerer Zeit wirken und voraussichtlich auch einige nachfolgende Generationen noch beschäftigen werden. Sie würden den Rahmen für viele andere, davon beeinflusste Entwicklungen, bilden (Piepenbrink, 2015, S.2).

Erstmals wurden solche großen Entwicklungen von dem US-amerikanischen Politikwissenschaftler John Naisbitt Anfang der 1980er Jahre mit dem Ausdruck „Megatrends“ betitelt. Der Versuch der Erfassung sei insgesamt ein Ausdruck des Bedürfnisses, die Welt zu ordnen, Komplexität zu erfassen und Zukunft prognostizierbarer zu machen. Der Begriff habe sich schon recht gut in der Alltagssprache etabliert und soll in dieser Arbeit verwendet werden, um große gesellschaftliche und wirtschaftliche Entwicklungen zu benennen (Piepenbrink, 2015, S.2).

Es wird deutlich, dass langfristige Megatrends einen Einfluss auf spezifische Trends und Entwicklungen auf dem Arbeitsmarkt haben. Die Megatrends und ihr Einfluss auf den Arbeitsmarkt, dienen als Grundlage der Überlegungen dieser Arbeit. Im Kapitel 3.1 wird der Forschungsstand dazu präsentiert. Es wird auch im weiteren Verlauf der Arbeit zwischen Megatrends und spezifischen Entwicklungen auf dem Arbeitsmarkt unterschieden, wobei diese Arbeit, wie schon erwähnt, hauptsächlich Megatrends und ihren Einfluss auf den Arbeitsmarkt in den Fokus nimmt und weniger in Detail Entwicklungen betrachtet.

Zukunftsorientierte Bildung Bildung sei ein Thema, über welches häufig gestritten werde. Bildung solle die Persönlichkeit entwickeln und ein erfülltes Leben ermöglichen. Bildung solle gut ausgebildete Fachkräfte für den Arbeitsmarkt bereitstellen, Frieden und Demokratie sichern und unser kulturelles Wissen über die Generationen weitergeben (Bundeszentrale für politische Bildung, 2018). Es wird deutlich, dass gesellschaftlich gesehen viele Ansprüche an Bildung bestehen und Bildung eine wichtige gesellschaftliche Stellung einnimmt.

Der gesellschaftliche und wirtschaftliche Nutzen von Bildung lässt sich klar belegen. John F. Kennedy sagte einmal: "Es gibt nur eins, was auf Dauer teurer ist als Bildung: keine Bildung" (Wößmann, 2015). Denn nichts sei für den langfristigen Wohlstand von Einzelnen und der Gesellschaft wichtiger als gute Bildung. Neuere Studien würden sogar zeigen, dass die Bildungsleistungen der Bevölkerung, wie sie bspw. in Form von Kompetenzen in internationalen Schülertests gemessen werden, tatsächlich der wohl wichtigste Bestimmungsfaktor für das langfristige volkswirtschaftliche Wachstum seien (Hanushek und Wößmann 2008, 2015; zit. nach Wößmann, 2015).

Aus ökonomischer Sicht könne Bildung als Investition in das Wissen und die Fähigkeiten der Bevölkerung angesehen werden. Bildung statte die Menschen mit den Fähigkeiten aus, die sie beim Ausführen ihrer Arbeitsaufgaben benötigen und die sie produktiver machen (Wößmann, 2015). Damit Bildung Menschen mit Wissen und Fähigkeiten ausstattet, die sie für ihre Arbeitsaufgaben brauchen, müssen aktuelle Entwicklungen mitbedacht werden. Die Vereinigung der Bayerischen Wirtschaft (vbw) schreibt: „Gesellschaftlicher und demographischer Wandel, Globalisierung, die zunehmende Digitalisierung und die Veränderung der individuellen Lebensverhältnisse stellen das Bildungssystem vor eine Reihe von Herausforderungen. Diese müssen von der Politik, den Bildungsinstitutionen, der Wirtschaft und der Gesellschaft gemeinsam in Angriff genommen werden“ (vbw, 2017, S.9).

Die Diskussion über die Anforderungen an das Lehren und Lernen in Schulen heute und in den kommenden Jahren sei 2018 mehr und mehr auch bei einer breiteren Öffentlichkeit angekommen, so heißt es in dem Artikel von Samuelis. Im allgemeinen Diskurs über die Zukunftsorientierung von Bildung würden dabei verschiedene Begriffe auftauchen und verwendet werden, wie z.B. digitale Bildung, zukunftsfähige Bildung und zeitgemäße Bildung, die letztlich alle dasselbe thematisieren würden (Samuelis, 2018). Doch wie genau lassen sich die Begriffe voneinander abgrenzen?

Ein Begriff, der gerade in letzter Zeit sehr im Fokus des Diskurses steht, ist der der digitalen Bildung. Der Diskurs um digitale Bildung hat dabei besonders Folgendes im Blick: Die Digitalisierung habe viele Lebensbereiche erreicht, weshalb das Bildungssystem die Lernenden auf einen Arbeitsalltag in einer vernetzten und digitalisierten Gesellschaft vorbereiten und ihnen entsprechende Medienkompetenz vermitteln müsse. Dafür sei auch der selbstverständliche und frühzeitige Einsatz von digitalen Medien in der Schule notwendig, welcher von kritischem Umgang begleitet werden solle (Samuelis, 2017).

Der Lehrer und bekannte Bildungsblogger Dejan Mihajlovic habe den Begriff zeitgemäße Bildung als Alternative und Erweiterung zu digitaler Bildung in die Debatte eingebracht. Demnach habe der Begriff digitale Bildung zu sehr den Fokus auf Technik und auf digitale Werkzeuge. Zeitgemäße Bildung beschreibe für ihn das Ideal einer Bildung, die zum Denken im großen Ganzen anregt, sich laufend hinterfragt und sich ihrer Zeit entsprechend anpasst: „Zeitgemäße Bildung orientiert und reflektiert sich immer wieder neu an allen Herausforderungen gesellschaftlicher Entwicklung, die aus dem digitalen Wandel resultieren“ (Mihajlovic 2017; zit. nach Netzwerk digitale Bildung, n.d.).

Ein weiterer Begriff, der sich rund um die Zukunftsfähigkeit von Bildung finden lässt, ist der der Bildung für nachhaltige Entwicklung, kurz BNE. BNE solle auf allen Bildungsebenen dazu beitragen, dass Menschen Kompetenzen für eine nachhaltige Lebensführung und für ein Engagement in Richtung Nachhaltigkeit erwerben. BNE habe sich in Deutschland aus der Umweltbildung heraus entwickelt (Overwien, 2017, S.139f.). Gleichgesetzt mit BNE und oft in derselben Verwendung findet man auch den Begriff zukunftsfähige Bildung. Dies liegt vermutlich daran, dass in beiden Fällen über eine Bildung nachgedacht wird, die uns als Individuen und Gesellschaft befähigt in Zukunft handlungsfähig zu bleiben, besonders gegenüber bestimmten Entwicklungen und Herausforderungen.

Es wird deutlich, dass, wenn man über die Zukunftsorientierung von Schule sprechen will, letztlich nicht einen klaren Begriff dazu findet. Dies liegt eventuell auch daran, dass es nicht ein klares Konzept gibt, auf das sich im Diskurs geeinigt wird. Dazu später mehr.

Relevant ist für die Fragestellung dieser Arbeit vor allem, wie Schule in Bezug auf den Arbeitsmarktwandel und Strukturwandel relevant bleibt und SuS mit den Fähigkeiten und dem Wissen ausstattet, mit denen sie in einer digitalen, globalen und komplexen Arbeitswelt zurechtkommen. Trotz der Fülle von Begriffen, entscheide ich mich in dieser Arbeit mit dem Begriff zukunftsorientierte Bildung zu arbeiten, da dieser in meinen Augen am treffendsten auf den Inhalt dieser Arbeit zutrifft, und inhaltlich nicht in eine andere Richtung gedeutet werden kann, wie es bspw. bei zukunftsfähige Bildung der Fall wäre.

2.2. Funktionen des Bildungssystems nach Fend

Wie genau lassen sich die zwei Kernbegriffe des Arbeitsmarktwandels und der zukunftsorientierten Bildung auf theoretischer Ebene verknüpfen? Dafür soll in dieser Arbeit die Theorie von Helmut Fend herangezogen und im Folgenden erörtert werden.

Helmut Fend schreibt in seinem Text „die sozialen und individuellen Funktionen von Bildungssystemen: Enkulturation, Qualifikation, Allokation und Integration“ über die Funktionen des Bildungssystems in der Moderne. Das Schulsystem gehöre als Institution in der Moderne zu den gesellschaftlichen Problemlösesystemen, welches hauptsächlich für die Sozialisation nachfolgender Generationen verantwortlich ist. In einem langen Prozess von „institution building“, hätten sich Bildungssysteme gesellschaftlich herausentwickelt, um dem Reproduktionsproblem entgegen zu wirken. D.h. das neue biologische Generationen mit Wissen und Fähigkeiten ausgestattet werden müssen, um gesellschaftliche Zustände und Errungenschaften erhalten zu können (Fend, 2011, S.41).

Das Schulsystem habe in der Moderne eine sogenannte Doppelfunktion, sprich eine gesellschaftliche und eine individuelle Funktion. Diese würden sich in jeweils vier Aufgabenbereiche gliedern, welche Enkulturation, Qualifikation, Allokation und Integration sind. Enkulturation, welches die Aufgabe der Reproduktion kultureller Sinnsysteme beschreibt, und Integration, welche die Reproduktion von Normen, Werten und Weltsichten zur Stabilisierung der sozialen und politischen Verhältnisse beschreibt (Fend, 2011, S. 43 f.), sollen als Funktionen hier nicht tiefergehend thematisiert werden, da diese nicht direkt mit der Verknüpfung von Schulsystem und dem Arbeitsmarkt in Zusammenhang stehen. Auch die Allokationsfunktion, die im weiteren Sinne mit dem Zusammenhang zwischen Arbeitsmarkt und Bildung zu tun hat und sich auf die Sozialstruktur einer Gesellschaft, also die soziale Gliederung nach Bildung, Einkommen und Kultur, bezieht (Fend, 2011, S.43), soll in dieser Arbeit nicht weiter thematisiert werden.

Der Aufgabenbereich von Schule, welcher in dieser Arbeit ausschließlich den theoretischen Ansatz darstellt, ist die Qualifikationsfunktion. Unter Qualifizierung verstehe man die Vermittlung von Fertigkeiten und Kenntnissen die zur Ausübung konkreter Arbeit befähigen. Dem zugrunde liege der Zusammenhang zwischen der Entwicklung von Wissen und Fertigkeiten in einer Kultur, sowie der Überlieferung dieser durch Bildungseinrichtungen. In der Moderne hätten die Qualifikationen, die zur Aufrechterhaltung und Verbesserung der wirtschaftlichen Wettbewerbsfähigkeit erforderlich sind, stark an Bedeutung zugenommen (Fend, 2011, S.43).

Die entsprechenden Bildungswirkungen bei den SuS, im Sinne der Qualifikationsfunktion, seien berufsrelevante Kenntnisse und Fähigkeiten im engen Sinne und allgemeine Qualifikationen zur kulturellen Teilhabe im weiteren Sinne (Fend, 2011, S.44). „Die Qualifikationsfunktion wird als wesentlich für die Erzeugung eines „Human-Kapitals“ im Sinne der Berufsfähigkeit der jüngeren Generation gesehen, das für die internationale Wettbewerbsfähigkeit einer Wirtschaft zentral ist“ (Gonon, 2006; zit. nach Fend, 2011, S.46). Auf individueller Ebene diene die Qualifikationsfunktion dazu, Menschen die Chance zu geben, Wissen und Fähigkeiten zu erwerben, sowie eine eigenständige berufliche Lebensführung zu erschaffen (Fend, 2011, S.46).

Durch Fends Theorie wird deutlich, dass das Bildungs- bzw. Schulsystem eine Gesellschaftliche Reproduktions- und Innovationsaufgabe innehat. Anhand der Qualifikationsfunktion wurde deutlich, dass das Schulsystem die Verantwortung dafür trägt, jüngere Generationen der Gesellschaft für den Arbeitsmarkt vorzubereiten und zu einer beruflichen Handlungsfähigkeit zu führen, nicht zuletzt, um auf individueller und gesellschaftlicher Ebene wirtschaftliche Wettbewerbsfähigkeit zu garantieren.

Implizit in diesen Ausführungen befindet sich auch die Tatsache, dass bei starken Entwicklungen der globalen Welt, Gesellschaften sich darüber Gedanken machen müssen, wie sie auf diese Entwicklungen reagieren und das Bildungssystem auf diese einstellen. Anders gesagt: wie sie die Qualifikationsfunktion auch bei einer sich umfassend wandelnden Arbeitswelt garantieren und erfüllen können, sodass Bildung letztlich zukunftsfähig bleibt.

Diese Gedanken formuliert auch Fend am Ende seines Textes, nachdem er einen Abriss über die historische Entwicklung des Verhältnisses von Bildungssystem und Gesellschaft zieht, worauf er Aussagen zur voraussichtlich zukünftigen Entwicklung dieser Beziehung trifft. Die Beziehungen von Bildungsinstitutionen und Gesellschaft seien schließlich für Gestaltungsprozesse offen. In Bezug auf die Qualifikationsfunktion stehe zu Beginn des 21. Jahrhunderts vor allem die Frage im Raum, wie diese im Rahmen internationaler wirtschaftlicher Rahmenbedingungen zu gestalten wäre und wie effektiv Schulen zurzeit diese Aufgabe wahrnehmen (Fend, 2011, S.52).

Nach Schettkat spiele im Rahmen von Bildung und Qualifikation weitergehend auch die qualitative Passung von Nachfrage und Angebot auf dem Arbeitsmarkt eine wichtige Rolle und sei auch Voraussetzung für eine dynamische Wirtschaftsentwicklung. Eine Qualifikationslücke, also das Auseinanderfallen von qualifikationsspezifischem Arbeitsangebot und Arbeitsnachfrage, könne das Wachstumspotenzial einer Volkswirtschaft begrenzen. Die nachgefragten und angebotenen Qualifikationen seien dabei grundlegend abhängig vom Arbeitsmarkt und dessen Entwicklung (Schettkat, 2011, S.4).

Es wurde gezeigt, dass das Schulsystem im Rahmen ihrer Reproduktionsfunktion und Qualifikationsaufgabe die Verantwortung hat, sich auf Entwicklungen auf dem Arbeitsmarkt einzustellen, Innovation mit Qualifikation zu begegnen und zukunftsorientierte Bildung zu etablieren.

3. Forschungsstand

Im Folgenden Kapitel sollen Befunde zum Arbeitsmarktwandel und zu zukunftsorientierter Bildung präsentiert werden.

3.1. Befunde zum Arbeitsmarktwandel

„The global economy is arguably currently going through more rapid change than at any other time since the Industrial Revolution“ (OECD, 2017c, S.3). Im Zuge der globalen Veränderungen der Arbeitswelt lassen sich verschiedene Megatrends identifizieren. Im Folgenden sollen besonders die Megatrends dargestellt werden, welche direkten Einfluss auf den Arbeitsmarkt und somit auch auf die Arbeits- und Qualifikationsnachfrage haben. Außerdem soll skizziert werden, wie genau sich zukünftige Qualifikationsanforderungen verändern.

Automatisierung Ein Megatrend, der sehr häufig im Zusammenhang mit dem Wandel des Arbeitsmarktes genannt wird, ist die Automatisierung. Robotik, künstliche Intelligenz und Technologie-Konvergenz würden die Entwicklung vorantreiben, wodurch immer mehr Aufgaben von Maschinen erledigt werden würden (Daheim &Wintermann, 2016, S.9). In der öffentlichen Debatte wird Automatisierung vor allen Dingen in Bezug auf Rationalisierung thematisiert. Der im Zusammenhang mit Automatisierung und Rationalisierung von vielen gesehene Abbau von Arbeitsstellen, wird häufig sehr kritisch gesehen und bereitet mit Blick in die Zukunft vielen Akteuren Unbehagen.

Eine wichtige Studie ist in diesem Zusammenhang die Arbeit von Frey und Osborne aus dem Jahr 2013: „The Future of Employment: How Susceptible are Jobs to Computerisation?“. Die Studie von Frey und Osborne ist in der Debatte um Automatisierung und ihre Folgen für die Arbeitswelt eine Art Pionierstudie, die viel Aufmerksamkeit erfahren hat. Auf ihrer Basis wurden viele weitere Studien erstellt und die Debatte hat sich durch sie überhaupt erst stärker entwickelt. Quintessenz der Studie ist die Prognose, dass in den nächsten zwanzig Jahren bis zu 47% der Berufe in den USA wegfallen würden, da diese Potenziale zur Automatisierung aufwiesen (Frey & Osborne, 2013, S.38ff.). Die Herangehensweise wurde ebenfalls auf den deutschen Arbeitsmarkt übertragen und man kam auf ähnliche Ergebnisse. Demnach arbeiten derzeit 42% der Beschäftigten in Deutschland in Berufen mit Automatisierungspotenzialen (Bonin, Gregory, Zierahn, 2015). Dengler und Mathes vom IAB kommen in einer anderen Studie lediglich auf 15% der soz. Versicherungspflichtigen, die in Deutschland von der Automatisierung betroffen sein werden (Dengler & Matthes, 2015).

Unterschiedliche Studien kommen zu unterschiedlichen Zahlen. Doch eins ist klar, es wird langfristig einen Umbruch in den ausgeführten Tätigkeiten und Berufsbildern in der Arbeitswelt kommen. Denn bei der Frage danach, welche Berufe und Tätigkeiten besonders von der Automatisierung betroffen seien, ist die Antwort oft eindeutig. Dengler und Matthes nehmen eine Klassifikation der Beschäftigten in vier Untergruppen vor: Helfer, Fachkraft, Spezialist und Experte, wonach die Höhe des Automatisierungs-Potentials von gering qualifiziert (Helfer) zu hoch qualifiziert (Experte) von 80-90% auf 20% abfalle. Demnach schütze eine hohe Qualifizierung in der Regel vor Automatisierung, da hauptsächlich, einfache, routinierte und geringqualifizierte Tätigkeiten von Automatisierung erfasst werden (Dengler & Matthes, 2015).

Um dem Risiko der Automatisierung zu entgehen, müssten daher auf der Seite des Arbeitsangebots einerseits allgemeine kognitive Fähigkeiten verbessert werden und andererseits Fähigkeiten wie Management und Kommunikation sowie Selbstorganisation gefördert werden. Dies lasse sich dadurch begründen, dass automatisierungsgefährdete Berufe hauptsächlich Routineaufgaben ausführen, während Tätigkeiten, die mit sozialen und persönlichen Fähigkeiten (wie z.B. Management, Kommunikation und Selbstorganisation) zusammenhängen, schwieriger zu automatisieren seien (OECD 2019c, S.119).

Digitalisierung Der Begriff der Digitalisierung beschreibt einen Megatrend, der in alle gesellschaftlichen Sphären hineinwirkt. Er sei ein Oberbegriff für zahlreiche Entwicklungen, die im weitesten Sinne mit der digitalen Vernetzung von Menschen und Dingen zu tun haben. Die Digitalisierung sei somit ein Thema, welches im gesellschaftlichen Diskurs stark an Bedeutung gewinnt (Mikfeld, 2017, S.49). Die Digitalisierung aller Lebensbereiche gehe nicht auf soziale Prozesse zurück, sondern auf technische, die allerdings soziale Folgen hätten, und zwar von großem Ausmaß. Kein gesellschaftlicher Bereich, sei es wirtschaftlich oder privat, würde von der Digitalisierung ausgeschlossen bleiben. Es würde völlig neue Arbeitsplätze mit hohen Anforderungen an digitale Kenntnisse geben, ebenso wie eine entsprechend neue Erwartungen in Bezug auf die Berufsausübung in klassischen Berufsbildern (vbw, 2017, S.14).

Der Megatrend der Digitalisierung habe drei wesentliche Treiber. Der erste sei ein erheblicher Produktivkraftsprung der Informations- und Kommunikationstechnologien (IKT) sowie weiterer Technologien, die in ihrer Kombination mit IKT neue Produkte, Dienstleistungen und Produktionsprozesse ermöglichen. Der zweite Treiber hänge unmittelbar mit den technologischen Entwicklungen zusammen, die die Basis für neue Produkte, Dienstleistungen, Wertschöpfungsprozesse und Geschäftsmodelle sind, die insgesamt aus einer Kombination von Vernetzung und Big Data entstehen würden. Der dritte Treiber seien kulturelle Veränderungen, die mit den beiden ersten Treibern in einer Wechselbeziehung stehen würden. Die Digitalisierung verändert viele Bereiche der Gesellschaft, vor allem die zwischenmenschliche Kommunikation, die Medien, die Arbeitswelt und die Demokratie (Mikfeld, S.50 f.).

Die digitale Transformation umfasse viele Facetten, die die Arbeitsmärkte grundlegend verändern. Diese Veränderungen würden sowohl Herausforderungen als auch Chancen für ArbeitnehmerInnen schaffen. Technologie könne insofern den Inhalt von Berufen bereichern, indem sie es ermöglicht, dass ArbeitnehmerInnen sich zunehmend auf nicht routinemäßige Aufgaben wie Problemlösung, kreative Aktivitäten und komplexere Kommunikation konzentrieren können und gleichzeitig ihre digitalen Fähigkeiten mithilfe neuer Technologien weiterentwickeln können. Es könne ArbeitnehmerInnen auf der ganzen Welt auch ermöglichen, ihre Fähigkeiten über Arbeitsmarktplattformen viel einfacher auf den Markt zu bringen, wodurch Möglichkeiten für unternehmerisches Handeln verbessert werden würden. Auf der anderen Seite falle es Arbeitnehmern, denen die erforderlichen Fähigkeiten fehlen, möglicherweise schwer, sich an Veränderungen anzupassen oder von neuen Möglichkeiten zu profitieren OECD, 2019c, S.71).

Generell würden Digitale Kompetenzen und Fähigkeiten in Zukunft mehr gefordert sein, da der Umgang mit digitalen Technologien und internetbasierten Anwendungen in so ziemlich allen Branchen und Berufen wichtiger werde. Auch außerhalb der Arbeitswelt würden neue Formen der Interaktion und Wissensproduktion durch die Digitalisierung in den Alltag einfließen. Im Rahmen der digitalen Transformation werde der kompetente Umgang mit digitalen Technologien und Anwendungen zur einer wichtigen Voraussetzung, nicht nur für ökonomischen Erfolg, sondern auch für gesellschaftliche Teilhabe (Kirchherr, Klier, Lehmann-Brauns, Winde, n.d., S.2).

Im Ganzen gebe es einen Bedarf von rund 700.000 Personen mit technologischen Fähigkeiten und ein Weiterbildungsbedarf von jeweils mehr als 2 Millionen Personen bei überfachlichen Qualifikationen. Die Zahlen würden die Größe der Herausforderung verdeutlichen, vor der Deutschland im Bereich der Bildung in den kommenden Jahren stehe (Kirchherr, Klier, Lehmann-Brauns, Winde, n.d., S. 11). Eine entscheidende Aufgabe für Regierungen in der gesamten OECD sei es daher, die wachsende Nachfrage nach digitalen oder IMT-bezogenen Fähigkeiten zu befriedigen. Nach Angaben der Europäischen Kommission wachse die Nachfrage nach Arbeitnehmerinnen mit speziellen digitalen Kenntnissen bereits jährlich um rund 4 % (OECD, 2017b, S.7).

Fachkräftem angel Ein Thema, welches sich im Zuge der Automatisierung und Digitalisierung zeitgleich verschärfen kann, ist das der Fachkräftesicherung. Der Arbeitsmarkt werde in den kommenden Jahren zunehmend von einem begrenzten Angebot an Fachkräften bestimmt werden und Fragen der Fachkräftesicherung würden arbeitsmarktpolitische Diskussionen in Zukunft sehr wahrscheinlich dominieren (Bundesministerium für Arbeit und Soziales, 2013, S.8). Bis 2030 könnten demnach rund drei Millionen Stellen unbesetzt sein, so eine Studie der Wirtschaftsforscher von Prognos (Sibum, 2018).

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Ende der Leseprobe aus 49 Seiten

Details

Titel
Arbeitsmarktwandel und Schule. Implikationen von Megatrends für eine zukunftsorientierte Bildung
Hochschule
Georg-August-Universität Göttingen
Note
1,3
Autor
Jahr
2020
Seiten
49
Katalognummer
V987111
ISBN (eBook)
9783346346094
ISBN (Buch)
9783346346100
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Zukunft, Bildung, zukunftsfähig, Megatrends, Schule, Arbeitsmarkt, Fend, Digitalisierung, Globalisierung, Automatisierung, 4K, 4C, 21st century skills, zukunftsorientierte Bildung, zukunftsfähige Bildung, Bachelorarbeit, Kompetenzen, Persönlichkeitsentwicklung, Medienkompetenz, Unterricht, Schulsystem, Bildungspolitik
Arbeit zitieren
Arno-Ben Meinicke (Autor:in), 2020, Arbeitsmarktwandel und Schule. Implikationen von Megatrends für eine zukunftsorientierte Bildung, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/987111

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