Diese Arbeit soll einen Beitrag dazu leisten, eine einheitliche theoretische Konzeption von zukunftsorientierter Bildung zu entwerfen. Dafür soll überblicksartig gezeigt werden, wie Überlegungen und Beiträge, die in Bezug auf zukunftsorientierte Bildung existieren, sich in den in dieser Arbeit verwendeten P21 Rahmen einordnen lassen und wie genau diese, gemäß des theoretischen Ansatzes Helmut Fends und der Qualifikationsfunktion der Schule, sich im Rahmen der Megatrends verorten lassen. Problemstellung dieser Arbeit ist die zukünftig veränderte Qualifikationsnachfrage auf dem Arbeitsmarkt verursacht durch Megatrends der Arbeitswelt, während das Erkenntnisinteresse die Erarbeitung einer einheitlichen zukunftsorientierten Bildung ist, durch die Schule auf die Qualifikationsanforderungen vorbereiten kann.
Unsere Arbeitswelt befindet sich im Wandel. Globale Megatrends verändern nicht nur die Art und Weise wie gearbeitet wird, sondern auch was für eine Art von Arbeit es zukünftig geben wird. Prognosen zeichnen Umwälzungen von Berufsbildern, Branchen und Strukturen ab, die sich in Zukunft hin zu spezifischen aber auch sämtlich neuen Tätigkeitsfeldern entwickeln. Das alles hat einen Einfluss auf den Arbeitsmarkt: Es lässt sich zukünftig von einer veränderten Nachfrage nach neuen Arbeitskräften ausgehen, die in der Lage sind, jene Tätigkeitsfelder zu bedienen.
Die Veränderungen in der Arbeitswelt und der Anforderungsprofile bezüglich des Arbeitsmarktes werfen Fragen für die Bildung auf. Wie kann Schule Lernende auf die Arbeitswelt der Zukunft adäquat vorbereiten? Wie kann man Schülerinnen und Schüler von Anfang an so qualifizieren, dass sie den Anforderungen eines globalen, hochspezialisierten und schnelllebigen Arbeitsmarktes standhalten? Wie kann Bildung einem volkswirtschaftlichen Problem wie einer steigenden Arbeitslosigkeit aufgrund einer aufklaffenden Qualifikationslücke entgegenwirken?
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Theoretischer Rahmen
2.1. Begriffsdefinitionen
2.2. Funktionen des Bildungssystems nach Fend
3. Forschungsstand
3.1. Befunde zum Arbeitsmarktwandel
3.2. Befunde zu zukunftsorientierter Bildung
4. Zusammenfassung und Diskussion der Ergebnisse
4.1. Zusammenfassung
4.2. Diskussion
5. Fazit
6. Literaturverzeichnis
Zielsetzung und thematische Schwerpunkte
Das Hauptziel dieser Arbeit besteht darin, ein einheitliches theoretisches Modell zukunftsorientierter Bildung zu entwerfen, das den durch globale Megatrends veränderten Qualifikationsanforderungen auf dem Arbeitsmarkt begegnet. Die zentrale Forschungsfrage untersucht, welchen Einfluss Megatrends der Arbeitswelt auf die zukünftige Qualifikationsnachfrage haben und wie das Schulsystem mittels des P21-Modells und der Qualifikationsfunktion nach Helmut Fend darauf vorbereiten kann.
- Analyse globaler Megatrends wie Automatisierung, Digitalisierung und Globalisierung.
- Untersuchung des Konzepts der zukunftsorientierten Bildung anhand des P21-Modells.
- Verknüpfung von Bildungszielen mit dem theoretischen Ansatz der Qualifikationsfunktion von Fend.
- Bewertung der Rolle von Schule bei der Vermittlung von 4K-Kompetenzen und Lebenskompetenzen.
- Diskussion über Selektivität und notwendige strukturelle Anpassungen im Schulsystem.
Auszug aus dem Buch
Automatisierung
Ein Megatrend, der sehr häufig im Zusammenhang mit dem Wandel des Arbeitsmarktes genannt wird, ist die Automatisierung. Robotik, künstliche Intelligenz und Technologie-Konvergenz würden die Entwicklung vorantreiben, wodurch immer mehr Aufgaben von Maschinen erledigt werden würden (Daheim &Wintermann, 2016, S.9). In der öffentlichen Debatte wird Automatisierung vor allen Dingen in Bezug auf Rationalisierung thematisiert. Der im Zusammenhang mit Automatisierung und Rationalisierung von vielen gesehene Abbau von Arbeitsstellen, wird häufig sehr kritisch gesehen und bereitet mit Blick in die Zukunft vielen Akteuren Unbehagen.
Eine wichtige Studie ist in diesem Zusammenhang die Arbeit von Frey und Osborne aus dem Jahr 2013: „The Future of Employment: How Susceptible are Jobs to Computerisation?“. Die Studie von Frey und Osborne ist in der Debatte um Automatisierung und ihre Folgen für die Arbeitswelt eine Art Pionierstudie, die viel Aufmerksamkeit erfahren hat. Auf ihrer Basis wurden viele weitere Studien erstellt und die Debatte hat sich durch sie überhaupt erst stärker entwickelt. Quintessenz der Studie ist die Prognose, dass in den nächsten zwanzig Jahren bis zu 47% der Berufe in den USA wegfallen würden, da diese Potenziale zur Automatisierung aufwiesen (Frey & Osborne, 2013, S.38ff.). Die Herangehensweise wurde ebenfalls auf den deutschen Arbeitsmarkt übertragen und man kam auf ähnliche Ergebnisse. Demnach arbeiten derzeit 42% der Beschäftigten in Deutschland in Berufen mit Automatisierungspotenzialen (Bonin, Gregory, Zierahn, 2015). Dengler und Mathes vom IAB kommen in einer anderen Studie lediglich auf 15% der soz. Versicherungspflichtigen, die in Deutschland von der Automatisierung betroffen sein werden (Dengler & Matthes, 2015).
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Diese Einleitung führt in den Wandel der Arbeitswelt durch Megatrends ein und begründet die Relevanz einer zukunftsorientierten schulischen Bildung zur Sicherung der Wettbewerbsfähigkeit.
2. Theoretischer Rahmen: Das Kapitel definiert zentrale Begriffe wie Arbeitsmarktwandel und zukunftsorientierte Bildung und erläutert die Qualifikationsfunktion des Bildungssystems nach Helmut Fend.
3. Forschungsstand: Hier werden Megatrends wie Automatisierung, Digitalisierung und Globalisierung analysiert sowie das P21-Modell als Rahmen für zukunftsorientierte Bildungsziele dargestellt.
4. Zusammenfassung und Diskussion der Ergebnisse: Das Kapitel fasst die Erkenntnisse über die Verknüpfung von Megatrends und Bildungsanforderungen zusammen und bewertet kritisch das P21-Modell sowie den ökonomischen Bildungsansatz.
5. Fazit: Das Fazit beantwortet die Forschungsfrage und betont, dass Schule als Reaktion auf Megatrends Kompetenzen fördern, die Selektivität reduzieren und als internationales Rahmenmodell fungieren muss.
6. Literaturverzeichnis: Dies ist das Verzeichnis der verwendeten Quellen und Literatur.
Schlüsselwörter
Arbeitsmarktwandel, Zukunftsorientierte Bildung, Megatrends, Automatisierung, Digitalisierung, Qualifikationsfunktion, P21-Modell, 4K-Kompetenzen, Schule, Strukturwandel, Bildungspolitik, Fachkräftemangel, Lebenslanges Lernen, Kompetenzorientierung, Industrie 4.0
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit den Auswirkungen globaler Megatrends auf den Arbeitsmarkt und untersucht, wie das Schulsystem seine Bildungsangebote anpassen muss, um Lernende auf die Zukunft vorzubereiten.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die Schwerpunkte liegen auf dem Arbeitsmarktwandel, den theoretischen Funktionen des Bildungssystems, der Digitalisierung, der Vermittlung von 21st Century Skills (4K) und der strategischen Ausrichtung des Unterrichts.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?
Das Ziel ist die Erarbeitung einer einheitlichen theoretischen Konzeption zukunftsorientierter Bildung, um der veränderten Qualifikationsnachfrage durch Megatrends durch die Schule gerecht zu werden.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit stützt sich auf eine theoretische Literaturanalyse und die Anwendung des P21-Rahmenmodells zur Strukturierung zukunftsorientierter Bildungskompetenzen.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Im Hauptteil werden der aktuelle Forschungsstand zu Megatrends (wie Automatisierung und Globalisierung), das P21-Modell zur Kompetenzförderung sowie die Notwendigkeit einer veränderten Lehrerrolle und Lernumgebung diskutiert.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die wichtigsten Schlagworte umfassen Arbeitsmarktwandel, zukunftsorientierte Bildung, P21-Modell, 4K-Kompetenzen, Digitalisierung und Qualifikationsfunktion.
Wie unterscheidet sich zukunftsorientierte Bildung von traditioneller Bildung?
Zukunftsorientierte Bildung fokussiert stärker auf 4K-Kompetenzen, interdisziplinäres Lernen und individuelle Potenzialentfaltung, statt auf die rein standardisierte Vermittlung von Fachinhalten.
Warum spielt das P21-Modell eine so zentrale Rolle?
Es bietet einen umfassenden und international anerkannten Rahmen, um die verschiedenen für das 21. Jahrhundert relevanten Kompetenzen (Lern- und Innovationsfähigkeiten, Informationskompetenzen) systematisch zu bündeln.
Welchen Einfluss hat die Selektivität von Schulen auf die Zukunftssicherung?
Eine zu hohe Selektivität gilt als hinderlich, da sie Talente aussortiert, statt diese durch individuelle Förderung für die steigenden Qualifikationsanforderungen am Arbeitsmarkt vorzubereiten.
- Citar trabajo
- Arno-Ben Meinicke (Autor), 2020, Arbeitsmarktwandel und Schule. Implikationen von Megatrends für eine zukunftsorientierte Bildung, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/987111