Das Ziel dieser Masterarbeit ist es, dem Leser auf der Basis von Theoriewissen rund um das Thema Lernen und der digitalen Unterrichtsgestaltung sowie den Ergebnissen aus Experteninterviews eine Handreichung für die Gestaltung digitaler Lehr-Lern-Arrangements und einen Ausblick für die künftige (digitalisierte) Lehre darzulegen. So sollen Lehrkräfte und Interessierte bei ihrem Auswahl- und Entwicklungsprozess im Zuge des Einsatzes digitaler Tools unterstützt werden, indem Applikationen geeigneten didaktischen Sequenzen zugeordnet sowie Modelle erklärt werden, die die Evaluation und Reflexion der bereits eingesetzten Anwendungen ermöglicht.
Die Digitalisierung durchdringt mittlerweile fast alle Lebensbereiche und beeinflusst diese. Auf diese Weise hat sich der Zugang zu Wissen, der Umgang mit Wissen, die Kommunikation sowie die Präsentation von Wissen stark gewandelt. Heute bedarf es mehr als der reinen Wissensvermittlung, welche einem Verfallsdatum unterliegt. Den beruflichen Schulen kommt die besondere Aufgabe zu, ihre Schüler auf die sich stets wandelnde Arbeitswelt vorzubereiten, indem sie die Freude am Lernen bzw. die Neugierde aufrechterhalten und so die Basis für lebenslanges Lernen schaffen.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
2 Lernen an Berufsschulen
2.1 Lerntheorien
2.1.1 Behaviorismus
2.1.2 Kognitivismus
2.1.3 Konstruktivismus
2.1.4 Konnektivismus
2.2 Lerntypen und Lernstile
2.3 Didaktische Sequenzen
2.4 Bloom’sche Taxonomie
3 Digitale Unterrichtsgestaltung
3.1 SAMR-Modell
3.2 Pädagogisches Rad
3.3 Umsetzung und Planung von digitalem Unterricht
3.4 Chancen und Risiken des digitalen Unterrichts
3.5 Digitale Kompetenzen
3.6 Einordnung digitaler Tools in didaktische Phasen/ Unterrichtssequenzen
3.6.1 Unterrichtseinstieg
3.6.2 Erarbeitungsphase
3.6.3 Ergebnissicherung
3.6.4 Lernerfolgskontrolle
4 Zwischenfazit
5 Forschungsdesign
5.1 Darstellung des Interviews als eingesetzte Methode
5.1.1 Experteninterview
5.1.2 Leitfadeninterview
5.2 Auswahl der Interviewpartner
5.3 Entwicklung des Interviewleitfadens
5.3.1 Theoretische Grundlagen
5.3.2 Struktur und praktische Anwendung
5.4 Durchführung der Interviews
5.5 Methode der Datenauswertung
6 Ergebnisse der Interviews
6.1 Planung des Unterrichts
6.2 Allgemeine Erfahrungen aus dem digitalen Unterricht
6.3 Erfahrungen mit digitalen Tools
6.4 Empfehlungen bestimmter Tools
6.5 Schulspezifischer Umgang mit digitalisiertem Unterricht
6.6 COVID-19 und das digitale Lehren und Lernen
6.7 Erwartungen an das digitale Lernen
7 Fazit
7.1 Diskussion der Interviewergebnisse
7.2 Handreichung zur Gestaltung digitaler Lehr-Lern-Arrangements
7.3 Ausblick
Zielsetzung & Themen
Ziel dieser Arbeit ist es, auf Basis theoretischer Grundlagen und Experteninterviews eine fundierte Handreichung für Lehrkräfte zur Gestaltung digitaler Lehr-Lern-Arrangements an Berufsschulen zu entwickeln, die den Einsatz digitaler Tools praxisnah unterstützt.
- Theoretische Grundlagen zu Lerntheorien und digitaler Unterrichtsgestaltung
- Analyse der Chancen und Risiken des digitalen Unterrichts
- Qualitative Experteninterviews mit Berufsschullehrkräften
- Praktische Empfehlungen und Handreichung für digitale Tools
- Evaluation von digitalen Unterrichtsszenarien und Methoden
Auszug aus dem Buch
3.1 SAMR-Modell
Im Rahmen einer Präsentation zum Thema Transformation, Technology, and Education im Jahr 2006 stellt Dr. Ruben Puentedura das von ihm entwickelte SAMR-Modell vor, das den Transfer von analogen zu digitalen Aufgabenformaten reflektiert. Der Name des Modells ist ein Akronym, das sich aus den Begriffen Substitution (Ersetzung), Augmentation (Erweiterung), Modification (Änderung) und Redefinition (Neubelegung) zusammensetzt. Dabei spricht Puentedura in den ersten beiden Bereichen, Ersetzung und Erweiterung, von der Verbesserung (Enhancement) und in den Bereichen Änderung und Neubelegung von der Umgestaltung (Transformation) durch digitale Lehrwerkzeuge (siehe Tabelle 3).
Puentedura stellt heraus, dass die reine Substitution von analogen Arbeitsblättern durch digitale Formate, wie z. B. PDF, nicht den gewünschten Effekt herbeiführt. Vielmehr geht es ihm darum, Lehrenden zu einem zeitgemäßen Unterricht durch die Nutzung digitaler Medien und deren Möglichkeiten zu verhelfen. Ziel des Modells ist es, die Vorteile von digitalen Lehrwerkzeugen zu vermitteln und dabei gleichzeitig eine Hilfestellung zur Digitalisierung des eigenen Unterrichts zu formulieren. Des Weiteren ist das Modell in der Lage, Lehrpersonen das Potenzial der eingesetzten Technologie zu verdeutlichen, wodurch sie innovative Lehr-Lern-Arrangements kreieren, mit denen sowohl höhere Level des SAMR-Modells als auch der Bloom’schen Taxonomie erreicht werden.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Vorstellung der Relevanz digitaler Medien im Unterricht und der Zielsetzung der Masterarbeit als Handreichung für Lehrkräfte.
2 Lernen an Berufsschulen: Untersuchung lerntheoretischer Ansätze und deren Bedeutung für die berufliche Bildung, inklusive Lerntypen und der Bloom’schen Taxonomie.
3 Digitale Unterrichtsgestaltung: Theoretische Auseinandersetzung mit dem SAMR-Modell, dem Pädagogischen Rad sowie Chancen, Risiken und der Einordnung digitaler Tools.
4 Zwischenfazit: Zusammenfassende Betrachtung der Erkenntnisse zu Lerntheorien und der Rolle digitaler Tools im Unterricht.
5 Forschungsdesign: Erläuterung der qualitativen Forschungsmethode mittels leitfadengestützter Experteninterviews.
6 Ergebnisse der Interviews: Analyse und Diskussion der gesammelten Expertenmeinungen zur Unterrichtsplanung und Anwendung digitaler Medien.
7 Fazit: Synthese der Forschungsergebnisse sowie Formulierung einer praktischen Handreichung und eines Ausblicks für die digitale Lehre.
Schlüsselwörter
Digitale Unterrichtsgestaltung, Berufsschule, SAMR-Modell, Pädagogisches Rad, Medienkompetenz, Experteninterview, Lehr-Lern-Arrangements, E-Learning, Blended Learning, Digitale Tools, Unterrichtsplanung, Lernerfolgskontrolle, Didaktik, Berufsbildung, Digitalisierung.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Masterarbeit primär?
Die Arbeit fokussiert sich auf die Möglichkeiten der Gestaltung moderner, digitaler Lehr-Lern-Arrangements speziell an beruflichen Schulen.
Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?
Zentral sind der theoretische Rahmen zu Lerntheorien, didaktische Modelle wie das SAMR-Modell, die praktische Einordnung digitaler Tools in Unterrichtssequenzen sowie die Auswertung von Experteninterviews.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist es, Lehrkräften eine praxisnahe Handreichung zur Verfügung zu stellen, um digitale Medien fundiert und zielgerichtet in ihren Unterricht zu integrieren.
Welche wissenschaftliche Methode wird angewandt?
Es wurde ein qualitatives Forschungsdesign gewählt, basierend auf leitfadengestützten Experteninterviews mit vier Berufsschullehrkräften.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil befasst sich mit der theoretischen Fundierung der digitalen Unterrichtsgestaltung, der Analyse der Hürden und Erfolgsfaktoren sowie der konkreten Vorstellung verschiedener Tools wie LearningView, Padlet oder Socrative.
Welche Schlüsselbegriffe prägen die Arbeit?
Neben Medienkompetenz und Digitalisierung stehen besonders Begriffe wie SAMR-Modell, handlungsorientierter Unterricht, berufliche Bildung und Blended Learning im Vordergrund.
Wie werden digitale Tools didaktisch eingeordnet?
Die Einordnung erfolgt primär anhand des didaktischen Dreischritts (Einstieg, Erarbeitung, Ergebnissicherung) sowie ergänzend durch das SAMR-Modell und das Pädagogische Rad.
Welche Rolle spielt die Corona-Pandemie in der Arbeit?
Die Pandemie dient als Kontext, in dem die Relevanz und Dringlichkeit von digitalisiertem Unterricht sowie die Erfahrungen der Lehrkräfte mit Fernunterricht besonders hervortreten.
Welche Schlussfolgerung ziehen die Autoren zur Lehrerrolle?
Die Lehrkraft wandelt sich vom reinen Vermittler zum Lernbegleiter, Tutor oder Mentor, der den digitalen Prozess steuert und reflektiert.
- Arbeit zitieren
- Moritz Gospos (Autor:in), Maike Denker (Autor:in), 2020, Digitaler Unterricht an beruflichen Schulen. Möglichkeiten der Gestaltung moderner Lehr-Lern-Arrangements, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/987210