Was stärkt Kinder und Jugendliche psychisch kranker Eltern in ihrer Lebenslage? Mit welchen familienorientierten Ansätzen kann die Soziale Arbeit Familien mit einem psychisch kranken Elternteil präventiv unterstützen?
Die vorliegende Bachelorarbeit ist in drei Teile gegliedert. Zu Beginn wird im zweiten Kapitel die Lebenswelt von Kindern und Jugendlichen psychisch kranker Eltern vorgestellt. Hierzu wird neben Entwicklungsrisiken und Belastungsfaktoren die Ebene der subjektiven Gefühlslagen näher erläutert. Das dritte Kapitel umfasst die Resilienz als Schutz für betroffene Kinder und Jugendliche. In diesem Abschnitt soll die Forschungsfrage beantwortet werden, was Kinder und Jugendliche psychisch kranker Eltern in ihrer Lebenslage stärkt und wie sie durch resilienzfördernde Faktoren vor möglichen Entwicklungsrisiken geschützt werden. Das darauffolgende Kapitel bildet den letzten Abschnitt und thematisiert Ansätze familienorientierter Unterstützung für Familien mit einem psychisch kranken Elternteil, die in der Sozialen Arbeit genutzt werden können. Dabei beantworte ich meine zweite Forschungsfrage und stelle den Familienberatungsansatz nach Beardslee, das familienorientierte Präventionskonzept CHIMPs und das AURYN-Projekt vor. Daraufhin gehe ich auf § 27 SGB VIII Hilfen zur Erziehung ein und erläutere zwei der darin genannten Maßnahmen der Sozialen Arbeit: die Sozialpädagogische Familienhilfe und die Erziehungsberatung. Im Fazit werde ich die Ergebnisse zusammenfassen und die Forschungsfragen abschließend beantworten.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
2 Lebenswelt von Kindern psychisch kranker Eltern
2.1 Entwicklungsrisiken und Belastungsfaktoren
2.1.1 Elternebene
2.1.2 Familiäre Ebene
2.1.3 Kindebene
2.1.4 Psychosoziale Ebene
2.2 Subjektive Gefühlswelt der betroffenen Kinder
3 Resilienz als Schutz für betroffene Kinder und Jugendliche
3.1 Resilienz
3.2 Resilienzfördernde Schutzfaktoren
3.2.1 Persönliche Schutzfaktoren
3.2.2 Familiäre Schutzfaktoren
3.2.3 Soziale Schutzfaktoren
3.3 Spezifische Schutzfaktoren bei Kindern psychisch kranker Eltern
3.3.1 Familiäre Resilienz
3.3.2 Beziehungsqualität
3.3.3 Familiäre Krankheitsbewältigung
4 Spezifische Hilfen für Familien mit einem psychisch kranken Elternteil
4.1 Familienberatungsansatz nach William Beardslee
4.2 CHIMPs – Familienorientiertes Präventionskonzept
4.2.1 Zielgruppe
4.2.2 Ziele der Beratung
4.2.3 Beratungsverlauf
4.3 AURYN – systemisch-familienorientierte Beratungsstelle
4.3.1 Beratungsgespräche
4.3.2 Gruppenangebote
4.4 Unterstützungsmaßnahmen der Sozialen Arbeit
4.4.1 Sozialpädagogische Familienhilfe
4.4.2 Erziehungsberatung
5 Fazit
Zielsetzung & Themen
Diese Bachelorarbeit untersucht die Lebenssituation von Kindern und Jugendlichen psychisch kranker Eltern und analysiert, welche resilienzfördernden Faktoren sie in ihrer Entwicklung stärken. Ziel ist es, familienorientierte Unterstützungsansätze der Sozialen Arbeit aufzuzeigen, die präventiv wirken und zur Resilienzförderung beitragen können.
- Belastungsfaktoren bei elterlicher psychischer Erkrankung
- Resilienzkonzepte und protektive Schutzfaktoren
- Familienberatung nach Beardslee
- CHIMPs-Präventionskonzept und AURYN-Beratungsstelle
- Unterstützungsmaßnahmen der Sozialpädagogischen Familienhilfe
Auszug aus dem Buch
3.1 Resilienz
Der Begriff ‚Resilienz‘ stammt von dem lateinischen Wort ‚resilire‘, das ‚abprallen‘ bedeutet (vgl. Plass/Wiegand-Grefe 2012: 69). Resilienz ist ein positiver Gegenbegriff zur Vulnerabilität (Verletzlichkeit). Er beschreibt die Widerstandsfähigkeit gegenüber belastenden Umständen und Lebensereignissen. Untersuchungen der Schutzfaktoren, die Kindern und Jugendlichen helfen, negative Erfahrungen zu bewältigen, ergänzen einen bedeutsamen Forschungsbereich der Risikofaktoren in Sozialisations- und Erziehungsprozessen.
Lenz beschreibt, dass Resilienz nicht ausschließlich die Abwesenheit einer psychischen Erkrankung ist, sondern die Fähigkeit, durch vorhandene Schutzfaktoren und Ressourcen belastende Lebensumstände bewältigen zu können. Resiliente Kinder und Jugendliche sind demnach keine vollkommen unverwundbaren Kinder, die alle Belastungen ohne Beschwernis bewältigen können (vgl. Lenz 2014: 150). Darüber hinaus ist Resilienz keine angeborene Persönlichkeitseigenschaft eines Kindes, sondern ein Prozess. Sie entwickelt sich in der Kind-Umwelt-Interaktion. Nach Lenz sind positive Erfahrungen auf verschiedenen Lebensebenen des Kindes ausschlaggebend für die Ausbildung von Resilienz.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Diese Einleitung führt in die Problematik der psychischen Erkrankung eines Elternteils ein und definiert die zentralen Forschungsfragen hinsichtlich der Resilienzförderung und Unterstützungsmöglichkeiten.
2 Lebenswelt von Kindern psychisch kranker Eltern: Das Kapitel beleuchtet die verschiedenen Belastungsebenen und das subjektive Erleben betroffener Kinder sowie die Risiken für ihre kindliche Entwicklung.
3 Resilienz als Schutz für betroffene Kinder und Jugendliche: Hier werden das theoretische Konzept der Resilienz sowie persönliche, familiäre und soziale Schutzfaktoren als Ressourcen zur Krankheitsbewältigung erläutert.
4 Spezifische Hilfen für Familien mit einem psychisch kranken Elternteil: Dieses Kapitel stellt konkrete präventive Ansätze wie den Beardslee-Beratungsansatz, das CHIMPs-Projekt und AURYN sowie ambulante Hilfen der Sozialen Arbeit vor.
5 Fazit: Das Fazit fasst die Ergebnisse der Arbeit zusammen und bewertet die Bedeutung familienorientierter Ansätze für die Prävention und Resilienzstärkung.
Schlüsselwörter
Psychische Erkrankung, Kinder psychisch kranker Eltern, Resilienz, Schutzfaktoren, Familienorientierung, Soziale Arbeit, Prävention, Krankheitsbewältigung, Beardslee, CHIMPs, AURYN, Sozialpädagogische Familienhilfe, Erziehungsberatung, Entwicklungsrisiken, Familienresilienz
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit beschäftigt sich mit der Lebenssituation von Kindern und Jugendlichen, deren Eltern psychisch erkrankt sind, und analysiert Möglichkeiten der präventiven Unterstützung.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die Themenfelder umfassen die Belastungssituation in der Familie, das theoretische Konzept der Resilienz und spezifische familienorientierte Interventionsmodelle.
Was ist das primäre Ziel der Bachelorarbeit?
Das Ziel ist es, zu beantworten, was betroffene Kinder stärkt und welche Ansätze der Sozialen Arbeit helfen, diese Familien präventiv zu unterstützen.
Welche wissenschaftliche Methode wurde verwendet?
Die Autorin hat für die Beantwortung der Forschungsfragen eine umfassende Literaturrecherche und -analyse betrieben.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die Darstellung der Lebenswelt der betroffenen Kinder, die Erläuterung von Resilienzfaktoren und die Vorstellung praktischer Hilfsangebote.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wesentliche Begriffe sind Resilienz, Schutzfaktoren, Familienorientierte Prävention, Soziale Arbeit und Krankheitsbewältigung.
Wie unterscheidet sich der CHIMPs-Ansatz von anderen Methoden?
Der CHIMPs-Ansatz ist diagnoseübergreifend und verbindet psychoanalytische Ansätze mit verhaltensorientierten Inhalten, um gezielt auf die familiäre Dynamik einzuwirken.
Welche Rolle spielt die Krankheitsaufklärung als Schutzfaktor?
Die altersgerechte Krankheitsaufklärung hilft Kindern, Schuldgefühle und Ängste abzubauen, indem sie das Verhalten der Eltern besser einordnen können.
- Arbeit zitieren
- Büsra Büyükyilmaz (Autor:in), 2020, Ansätze familienorientierter Unterstützung für Kinder und Jugendliche psychisch kranker Eltern, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/987425