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Ishikawa Takuboku als repräsentativer Schriftsteller seiner Zeit? Untersuchung ausgewählter Werke hinsichtlich ihrer naturalistischen Merkmale

Title: Ishikawa Takuboku als repräsentativer Schriftsteller seiner Zeit? Untersuchung ausgewählter Werke hinsichtlich ihrer naturalistischen Merkmale

Term Paper (Advanced seminar) , 2010 , 27 Pages , Grade: 1,3

Autor:in: Christian Steger (Author)

Orientalism / Sinology - Japanology
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Diese Arbeit beschäftigt sich mit dem Schriftsteller Ishikawa Takuboku und untersucht unterschiedliche Werke des sozialkritischen Autors. Dabei konzentriert sie sich vornehmlich auf solche aus der literarischen Gattung der Lyrik (Shi, Tanka) aus seinen verschiedenen Schaffensphasen vor dem literaturhistorischen Hintergrund des japanischen Naturalismus. Die Analyse findet im Hinblick darauf statt, ob Ishikawa Takuboku, einer der meist zitiertesten Dichter Japans, die aus der späten Meiji-Zeit hervorgegangen sind, als ein repräsentativer Schriftsteller seiner literarischen Zeit angesehen werden kann und welches die besonderen Eigenschaften seiner Werke sind.

Ishikawa Hajime wurde 1886 im Dorf Hinoto (heute: Takayama) in der Präfektur Iwateken in eine Epoche hineingeboren, die von sozialpolitischer, gesamtgesellschaftlicher und literarischer Veränderung innerhalb Japans geprägt wurde. Diese Zeit zeichnete sich durch die Öffnung des Landes 1868, die Industrialisierung sowie eine vermehrte Rezeption westlichen Gedankenguts oder auch der "Genbun Icchi"-Bewegung aus.

Ishikawa, der in ärmlichen Verhältnissen aufwuchs, fernab des damaligen literarischen Zentrums Tokyo, später aufgrund eines Täuschungsversuches der Mittelschule verwiesen wurde und sich somit selbst die Aufnahme in den Kreis der Intellektuellen der Meiji-Zeit nahm, sollte trotz allem zu einem der bekanntesten (Tanka-)Dichter Japans und über die Landesgrenzen hinaus werden.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1.) Einleitung

2.) Der Naturalismus in der japanischen Literatur

3.) Ishikawa Takubokus „romantische Phase“ im ausgehenden 19. Jahrhundert und frühen 20. Jahrhundert

4.) Der Einfluss des japanischen Naturalismus in ausgewählten Werken von Ishikawa Takuboku

4.1) Analyse des –Romaji Nikki auf seine naturalistischen Merkmale

4.2) Analyse der Gedichte „Okiru na“ („Kokoro no sugata no kenkyū“) und „Ie“ („Hateshi naki giron no nochi“)

4.3) Analyse ausgewählter Tanka aus den Tankasammlungen „Ichiaku no suna“ und „Kanashiki Gangu“

5.) Resümee

Zielsetzung und thematische Schwerpunkte

Die vorliegende Arbeit untersucht den japanischen Dichter Ishikawa Takuboku vor dem literaturhistorischen Hintergrund des japanischen Naturalismus. Ziel ist es, anhand ausgewählter Werke aus verschiedenen Schaffensphasen zu analysieren, ob Takuboku als repräsentativer Schriftsteller seiner Zeit gelten kann und welche naturalistischen Merkmale seine Texte prägen.

  • Literarische Einordnung in den japanischen Naturalismus
  • Analyse des Tagebuchwerks „Romaji-Nikki“
  • Untersuchung naturalistischer Tendenzen in der Lyrik (Shi und Tanka)
  • Biographische Bezüge und ihr Einfluss auf das dichterische Werk
  • Entwicklung des Tanka als modernes Ausdrucksmittel

Auszug aus dem Buch

4.1) Analyse des –Romaji Nikki auf seine naturalistischen Merkmale

Mit dem Erscheinen Shimazaki Tōsons Romans „Hakai“ („Die Übertretung“) im Jahre 1906 und Tayama Katais Romans „Futon“ („Die Bettdecke“) im Jahre 1907 geriet die literarische Welt in Aufruhr, innerhalb derer der Naturalismus zur bestimmenden Bewegung wurde und erreichte auch Ishikawa Takuboku, der sich ab September 1906 auf der nördlichen Insel Hokkaidō befand und im März 1907 nach Tōkyō zurückkehrte, mit dem brennenden Wunsch nun auch gesellschaftskritische und das Innere des Autors beleuchtende Romane zu schreiben.

Doch wie bereits Linhart in ihrer Untersuchung deutlich machte, blieb er als Romanschriftsteller erfolglos da er z.B. zahlreiche Werke nicht vollendete, unregelmäßig arbeitete und beim Verfassen von naturalistischen Romanen der Ruhm für ihn im Vordergrund stand (vgl. Linhart 1971: 227). Ab dem 01.03.1907 arbeitete er als Korrekturleser für die Tōkyō Asahi Shinbun und begann am 03. April mit der Abfassung des Romaji-Nikki, worauf ich nun zu sprechen kommen möchte. Wie Keene bereits erkannte, dienten Takuboku seit frühester Kindheit, während dieser im Dorf Shibutami aufwuchs, Tagebücher als Mittel zur Verdrängung der Einsamkeit, um sich mitzuteilen und später schrieb er Tagebücher, um diese eventuell als „Rohmaterial“ für seine literarischen Werke zu gebrauchen (vgl. Keene 1995: 3).

Dies trifft ebenso auf das Romaji-Nikki Ishikawas zu, dass diesem als Sprachrohr für Kritik und persönliche Belange jeder Art diente, während dieser sein Leben am Rande der Existenz in Tōkyō fristete. Wieso er bei der Transkription seines Tagebuches gerade Gebrauch von lateinischen Schriftzeichen gemacht hat, geht u. a. aus dem Tagebucheintrag vom 07. April 1909 hervor: „Warum schreibe ich dann dieses Tagebuch in lateinischer Schrift? Warum? Ich liebe meine Frau. Gerade weil ich sie liebe, will ich nicht, dass sie dies liest.“ (Ishikawa Takuboku, zitiert nach Schamoni 1994: 21)). Er versuchte also vor seiner Frau Dinge im Rotlichtmilieu von Asakusa geheim zu halten, worauf ich später nochmals zu sprechen komme.

Zusammenfassung der Kapitel

1.) Einleitung: Hinführung zum Thema, Vorstellung des Autors Ishikawa Takuboku und Definition der Fragestellung im Kontext des japanischen Naturalismus.

2.) Der Naturalismus in der japanischen Literatur: Umriss der literarischen Strömungen Japans um die Jahrhundertwende und deren Abgrenzung zum europäischen Naturalismus.

3.) Ishikawa Takubokus „romantische Phase“ im ausgehenden 19. Jahrhundert und frühen 20. Jahrhundert: Analyse des frühen Einflusses durch romantische Bewegungen und Wegbereiter wie Tachibana Akemi und Masaoka Shiki.

4.) Der Einfluss des japanischen Naturalismus in ausgewählten Werken von Ishikawa Takuboku: Vertiefende Analyse von Ishikawas Schriften hinsichtlich naturalistischer Stilmittel und inhaltlicher Ausrichtung.

5.) Resümee: Zusammenfassende Beantwortung der Ausgangsfrage zur Repräsentativität Takubokus als Schriftsteller seiner Zeit und Reflexion seines literarischen Erbes.

Schlüsselwörter

Ishikawa Takuboku, japanischer Naturalismus, Shizenshugi, Tanka, Romaji-Nikki, Meiji-Zeit, Lyrik, Shasei, Rokotsu naru byōsha, subjektive Literatur, japanische Literaturgeschichte, Moderne Poesie, Existenzkampf, Selbstentblößung

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundlegend?

Die Arbeit untersucht den Schriftsteller Ishikawa Takuboku und seine literarischen Werke vor dem Hintergrund des aufkommenden Naturalismus in Japan zu Beginn des 20. Jahrhunderts.

Welches ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es, zu analysieren, ob Ishikawa Takuboku als repräsentativer Autor seiner Zeit angesehen werden kann und wie sich naturalistische Merkmale in seinen verschiedenen Schaffensphasen widerspiegeln.

Welche wissenschaftliche Methode wird in dieser Arbeit verwendet?

Es wird eine literaturwissenschaftliche Analyse durchgeführt, die biographische Daten des Autors mit einer textnahen Untersuchung seiner Prosa (Tagebuch) und Lyrik (Tanka, Shi) verknüpft.

Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?

Die Arbeit fokussiert sich auf die Entwicklung vom romantischen Stil hin zum Naturalismus, die Rolle des Ich-Erzählers, gesellschaftskritische Tendenzen und die Modernisierung der Tanka-Dichtung.

Was wird im Hauptteil der Arbeit primär behandelt?

Der Hauptteil analysiert spezifische Werke wie das „Romaji-Nikki“, die Gedichte „Okiru na“ und „Ie“ sowie die Tankasammlungen „Ichiaku no suna“ und „Kanashiki Gangu“ auf ihre naturalistischen Merkmale.

Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?

Zentrale Begriffe sind Shizenshugi (japanischer Naturalismus), Rokotsu naru byōsha (unverblümte Beschreibung), Shasei (Depiction of Life) und die spezifische Tanka-Form.

Warum spielt das "Romaji-Nikki" eine besondere Rolle für die Argumentation?

Das Tagebuch dient als Beispiel für eine subjektive, schonungslose Darstellung des eigenen Alltags, in der sich laut Autor die naturalistische Forderung nach unverblümter Schilderung besonders deutlich zeigt.

Welchen Einfluss hatte der "Stadt-Land-Konflikt" auf Takubokus Werke?

Der Kontrast zwischen dem Leben in der ärmlichen Großstadt Tōkyō und der Sehnsucht nach der ländlichen Heimat prägt viele seiner Gedichte und unterstreicht die pessimistische Grundstimmung seiner naturalistischen Phase.

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Details

Title
Ishikawa Takuboku als repräsentativer Schriftsteller seiner Zeit? Untersuchung ausgewählter Werke hinsichtlich ihrer naturalistischen Merkmale
College
University of Trier
Grade
1,3
Author
Christian Steger (Author)
Publication Year
2010
Pages
27
Catalog Number
V987435
ISBN (eBook)
9783346347213
ISBN (Book)
9783346347220
Language
German
Tags
Ishikawa Takuboku japanischer Naturalismus Shizenshugi
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Christian Steger (Author), 2010, Ishikawa Takuboku als repräsentativer Schriftsteller seiner Zeit? Untersuchung ausgewählter Werke hinsichtlich ihrer naturalistischen Merkmale, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/987435
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